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Unverhohlen hetzt die rechtsextreme NPD in ihrem Wahlkampflied gegen den jüdischen Publizisten Michel Friedman und den türkischstämmigen Grünen-Chef Cem Özdemir.

Michel Friedman AP

Michel Friedman (Foto: AP)

Die NPD sorgt mit einem unverhohlen antisemitischen Wahlkämpfer-Lied für Aufsehen. Im Text des "Wahlkämpfer-Liedes" auf der Internetseite der NPD werden dem Publizisten und Fernsehmoderator Michel Friedman Schläge angedroht.

Friedman war jahrelang Vizepräsident des Zentralrats der Juden und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Rechtsextremismus.

"Karin" singt

Gehetzt wird in dem Lied (Titel: "So weit die Füße tragen") auch gegen den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir. Im Text wird dem türkischstämmigen Politiker aus Baden-Württemberg die "Heimreise" nahegelegt.

Außerdem besingt die Partei den NS-Verbrecher Heinrich Himmler - er wird gemeinsam mit dem NPD-Vorsitzendem Udo Voigt genannt. Himmler war als Chef der SS einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust, der Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden.

In dem von einer Frau gesungenen NPD-Lied geht es um Verteiler von Wahlkampfmaterial. Wörtlich heißt es: "Bei Himmler, Voigt und Rommel, da wirft man gerne ein, Briefkastendeckel trommelnd, hau ich Friedman eine rein". Erwin Rommel war Generalfeldmarschall der deutschen Wehrmacht.

Als Interpretin des Liedes wird "Karin" angegeben, ihr Nachname bleibt ungenannt.

Im April hatte das Amtsgericht Tiergarten NPD-Chef Voigt und den Parteifunktionär Frank Schwerdt wegen eines rassistischen Planers zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

(sueddeutsche.de/odg)

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Leserkommentare (5)



24.07.2009 18:15:50

Dimmy: Auf ein Neues...

Ich möchte hervorheben, dass ich weder mit der NPD noch mit deren Gadenkengut etc. etwas am Hut habe, geschweige denn sympathisiere...Allerdings finde ich den reflexartigen Aufgriff des Wortes Antisemitisch (und noch weitere Steifgerungen) einigermaßen überflüssig (genau wie mein Mitforist “namedesbenutzers” vor einigen Stunden schon geschrieben hatte – leider sind ja jetzt alle Beiträge, durch eine ganz unglückliche Panne verloren gegangen…). Herrn Özdemir wird die entsprechende “Aufmerksamkeit” bei den Attacken von Seiten der Rechten komischerweise nicht zu Teil.

Des Weiteren finde ich, dass der Artikel speziell über eine besondere Inhaltsleere besticht, sowie einer antsprechenden Geschichtsaufklärung für Arme, was den Heinrich H. und den Erwin R. angeht. Hauptsache, man hat irgendwas zu schreiben in Verbindung mit der NPD.

Das ist umso verwunderlicher, als die Berichterstattung in Sachen Bundespräsidentenwahl und dem aufgestellten Kandidaten der Rechten ja doch sehr stark zu wünschen übrig ließ (wo sich die Sz allerdings nicht von anderen Zeitungen sowie den öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten unterschied). Gerade hier (es ging schließlich um das höchste Amt im Staate) hätte ich mir eine ausgführliche Berichterstattung gewünscht.

Und falls das Ausbleiben der Berichterstattung zur Präsidentschaftswahl damit zu tun hatte, dass man der Rechten kein Forum geben möchte: Verständlich, aber gerade die Nominierung von einem ewig Gestrigen und Revanchisten wie Frank Rennicke hätte sich wunderbar dazu geeignet aufzuzeigen, was für Schwachsinnige sich in der Rechten tummeln. Statt dessen übt man sich in verdeckter Zensur und gibt der Rechten auch noch Futter für ihre Parolen...

MfG

PS: Immerhin haben die mannigfachen Beiträge im Forum - neben dem technischen Zwischenfall - auch dazu geführt, dass Herr Oliver Das Gupta ein wenig in sich gegangen ist und einen Artikel mit ein wenig mehr Fundament geschrieben hat.


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