Die SZ sieht fern. Hier finden Sie Kritiken zu aktuellen Talkshows, von "Hart aber fair" bis "Maybrit Illner".
TV-Kritik
:„Was ist die Konsequenz? Sollen wir aus der Koalition austreten?“
SPD-Chefin Bärbel Bas freut sich im ZDF-Sommerinterview über den Vorstoß dreier CDU-Ministerpräsidenten, an der „Rente mit 63“ festzuhalten. Markus Söder hält in der ARD davon nichts.
TV-Kritik „Sarah Tacke“
:Zum Zoffen sind sie nicht gekommen
Kann man das Prinzip Talkshow neu erfinden? Nicht wirklich, aber bei Sarah Tackes Premiere im ZDF sprechen Düzen Tekkal, Ahmad Mansour und Herbert Reul erstaunlich konstruktiv über den CSD-Anschlag und die Bedrohung durch den Islamismus.
TV-Kritik
:Söder segelt durch sein Sommerinterview
Vor Seglerkulisse am Starnberger See beantwortet Markus Söder die Fragen von Wulf Schmiese. Eine ausführliche Antwort zum aktuellen Erfolg der AfD bleibt Bayerns Ministerpräsident erspart. Woran es dagegen nicht fehlt: Fußball-Vergleiche.
„Maybrit Illner“
:Erste Hilfe für das Gesundheitssystem – nur: Wo bleibt die Therapie?
Der Chef von Deutschlands größter Krankenkasse findet markige Worte für den Zustand des Gesundheitswesens. Ministerin Warken wiederum wirkt überhaupt nicht glücklich mit ihrer Sparreform.
TV-Kritik zur WM
:Gegner zu defensiv: ARD gewinnt Halbfinale
Das Halbfinale zwischen England und Argentinien ist auch das Endspiel zwischen ARD und Magenta TV. Trotz der Rolle des Underdogs gewinnt der Öffentlich-Rechtliche dabei gegen die müde gespielte Konkurrenz.
TV-Kritik zur WM
:Die ZDF-Auswahl ist eine Turniermannschaft
Zwei Wochen nach dem Ausscheiden des DFB-Teams zeigt sich: Der Expertenkader ist mindestens so wichtig wie der Spielerkader. Beim ZDF sind die Einsatzzeiten schließlich bis zum Finale garantiert.
Fernsehen
:Eine allerletzte Runde im Krisen-Beschreiben
Das „Sommer-Gespräch“ von Joachim Gauck und Markus Lanz hat Tradition – dieses Mal geht es vor allem um die AfD. Doch die Sendung will einfach nicht an Fahrt aufnehmen.
TV-Kritik zur WM
:Jürgen Klopp und seine drei Rollen
Am Sonntagabend wechselt der mutmaßlich neue Bundestrainer bei Magenta TV mühelos die Rollen. Ist das brillantes Fußball-Fernsehen oder doch ein Dauer-Bewerbungsgespräch?
TV-Kritik Deutschland-Paraguay
:KAMPF. EINSATZ. HÄRTE. LEIDENSCHAFT.
Das ZDF tut alles, um die erste deutsche K.-o.-Partie der WM so dramatisch wie möglich zu inszenieren. Und die Nationalmannschaft spielt brav mit – bis zum bitteren Ende.
TV-Kritik zur WM
:Zum Glück gibt es kein Zeitspiel im Fernsehen
TV-Experte Bastian Schweinsteiger ist vor der Niederlage gegen Ecuador in allerbester Plauderlaune – und erklärt sogar dem Bundestrainer noch die Taktik.
TV-Kritik zur WM
:Ein kluger Mann, dieser Christian Streich
Braucht es zu den vielen WM-Experten auch noch den WM-Experten Christian Streich? Nach der ZDF-Übertragung des Spiels Deutschland gegen Elfenbeinküste gibt es darauf eine klare Antwort.
„Maybrit Illner“
:„Das ist die strategische Niederlage der USA auf ganzer Linie“
Norbert Röttgen bleibt Fan der großen Worte. Ein politischer Korrespondent greift stattdessen zu Fußballmetaphern, um die Absichtserklärung zwischen den USA und Iran zu beschreiben.
Fußball-WM
:Und sie spielen doch
Bei der Übertragung der Partie Iran gegen Neuseeland verzichtet das ZDF auf jegliches Geplänkel. Und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche: den Fußball und die Politik.
Fußball-WM
:„Ah, man muss es nur herbeireden!“
Während die ARD macht, was die ARD bei Turnieren so macht, gerät das Expertenduo Klopp und Müller bei Magenta in die Defensive: Rudi Völler räumt eine Bundestrainerdebatte ab, die nach dem 7:1 ohnehin schräg wäre.
Fußball-WM
:Ein Fehler-Festival beim ZDF
Nicht nur beim WM-Auftaktspiel, sondern auch im ZDF reihen sich Fehler an Fehler. Erst verpasst die Regie die halbe Eröffnungsfeier, dann liefern Kommentator und Experten doch noch ab.
„Maischberger“
:„Ich trage mein Herz wirklich auch auf der Zunge“
Wolfgang Kubicki muss nach dem turbulenten FDP-Parteitag einen neuen Kurs setzen. Mit der AfD will er nichts zu tun haben, aber von der Brandmauer hält er auch nichts. Passt das zusammen?
„Maybrit Illner“
:Eine Fernsehbühne für Putin-Propaganda
Maybrit Illner will ausloten, ob die Europäer jetzt endlich die Chance haben, auf Frieden in der Ukraine hinzuwirken. Doch dann lässt sie den 97-jährigen Klaus von Dohnanyi widerlegten Unsinn erzählen.
„Markus Lanz“
:„Dieser Zirkus erinnert mich an das Lügen-Gerede von Lindner“
Braucht eigentlich jemand noch die FDP? Bei „Markus Lanz“ geraten Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Karl Lauterbach über die Krise der Liberalen aneinander.
„Hart aber fair“
:Weniger Bühne, mehr Begegnung
Vielleicht ist es der neue Tisch, der die Gesprächsrunde verändert. Die geladenen Politiker und Politikerinnen legen ihren performativen Modus ab und plötzlich sind da: Ehrlichkeit und sogar etwas Harmonie.
„Markus Lanz“
:Gabriel kann verstehen, dass die Deutschen „stinksauer“ sind
Ob Iran, Ukraine oder deutsche Krise: Der ehemalige SPD-Vorsitzende verteilt bei „Markus Lanz“ großzügig Ratschläge. Aber Vorsicht: Widerspruch mag er nicht.
„Markus Lanz“
:„Machen wir so weiter, werden wir in einem Krieg mit Russland landen“
Muss Deutschland mit Russland verhandeln, um nicht als Nächstes angegriffen zu werden? Bei „Markus Lanz“ kriegen sich Roderich Kiesewetter und Erich Vad ganz wunderbar in die Haare.
„Maischberger“
:Warum ist die Stimmung in Deutschland so schlecht?
Darauf hat Bundestagspräsidentin Klöckner bei „Maischberger“ eine Antwort: Schuld seien auch „die Medien“. Einen Ratschlag hat sie.
„Caren Miosga“
:Der neue Söder, jetzt mal ernst
Der Bart ist weg, die Krawatte zurück: Bayerns Ministerpräsident probt bei „Caren Miosga“ eine neue Sachlichkeit und fordert einen „Ruck“ durchs Land. Kauft man ihm das ab?
„Maischberger“
:Kriegt Merz noch die Kurve?
CDU-Politiker Thomas de Maizière will bei Sandra Maischberger die Bundesregierung nicht „in die Tonne hauen“ – und tut es dann doch. Im Studio wird schon über Jens Spahn als neuen Kanzler debattiert.
„Maischberger“
:„Reißt euch zusammen und regiert“
Gesundheitsministerin Nina Warken muss sich bei „Maischberger“ dem ungnädigen Urteil der Opposition stellen. Die eigentliche Diagnose des Abends: So überzeugend gesund sieht die Regierung nicht aus.
„Caren Miosga“
:Merz knöpft sich seinen Koalitionspartner vor
Im Studio bei Caren Miosga geht der Bundeskanzler die SPD hart an. Aber kann er damit den Missmut über seine Regierung dämpfen? In Bezug auf US-Präsident Trump scheint Merz etwas zu dämmern.
„Markus Lanz“
:Ein bisschen mehr Weltuntergang, bitte
Das wünscht sich Markus Lanz in seiner Sendung – wird jedoch von den Gästen enttäuscht: Norbert Röttgen ringt um die richtigen Worte. Mariam Lau teilt zwar gegen „Welt“-Chefredakteur Helge Fuhst aus. Der soll aber nicht gemeint sein.
„Caren Miosga“
:„Wer Minen räumt, ist Gott am nächsten“
Bei Caren Miosga streifen Claudia Major, Daniel Gerlach und Hubertus Heil kurz die Schüsse von Washington – und kommen dann zu anderen schlechten Nachrichten. Eine Nachhilfestunde in Iran- und Geopolitik ohne falschen Optimismus.
„Maybrit Illner“
:Besser einschlafen mit Kerosin und Maybrit Illner
Man fällt fast vom Sofa, denn man kann nicht sagen, wer am langweiligsten war: der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi, Grünen-Chef Banaszak – oder doch CDU-Mann Frei? Bei diesem denkwürdig untertourigen TV-Event sparen alle Beteiligten ordentlich Sprit.
„Caren Miosga“
:Eine Nachhilfestunde für Jens Spahn
Bei „Caren Miosga“ verteidigt Jens Spahn Krisenhilfen, an die er selbst nicht zu glauben scheint, und bemängelt den schlechten Stil der Regierung, für den er mitverantwortlich ist.
„Maybrit Illner“
:„Um ehrlich zu sein, macht Deutschland mehr als alle anderen“
Ist Deutschland für die Ukraine wichtiger als die USA? Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij soll sich bei Maybrit Illner zwischen strategischen Partnern entscheiden. Ein ungemütlicher Abend.
„Maischberger“
:Der „Machiavelli mit Orangenhaut“
Müssen die Europäer Donald Trump helfen, die Straße von Hormus zu sichern? Bei „Maischberger“ sind sich Omid Nouripour und Karl-Theodor zu Guttenberg einig: Nein zu sagen, ist auch keine Option.
„Maybrit Illner“
:Tut Trump nur so, als sei er verrückt?
Schriftstellerin Juli Zeh bemüht bei „Maybrit Illner“ eine neue Theorie: Vielleicht sind die irren Drohungen des US-Präsidenten bloß eine gewiefte Verhandlungsstrategie.
„Hart aber fair“
:Ein Gebrauchtwagenhändler namens Christian Lindner
Am Montagabend diskutiert der ehemalige Finanzminister mit Vertretern von CDU und SPD über den hohen Spritpreis. Zurück in die Politik will er sich derweil nicht locken lassen.
„Maischberger“
:Alles eine Frage der Definition
Der Schriftsteller Salman Rushdie ist zu Gast bei Sandra Maischberger. Und hat eine seiner literarischen Figuren leibhaftig mitgebracht: Innenminister Dobrindt.
„Caren Miosga“
:Verheddert im Dickicht der Themen
Eigentlich sollte es bei Caren Miosga um die Frage gehen, ob sich Ex-Bundespräsident Joachim Gauck um die Demokratie sorgt. Doch die Sendung verliert ihren Faden.
RTL-Show
:Die Lacher sind echt
Barbara Schöneberger und Stefan Raab präsentieren bei RTL mit „Wer weiß wie wann was war?“ eine Samstagabendshow wie aus besseren Fernsehtagen: aufwendig, witzig und erstaunlich liebevoll gemacht. Sogar Raab findet daran wieder Freude.
„Maischberger“
:Alice Schwarzer und die „Modern Times“
Die Feministin ergeht sich bei „Maischberger“ in einen antifeministischen Beschimpfungsreigen über aufgespritzte Lippen und glatte Haut. Zum Schluss überredet die Moderatorin Schwarzer noch dazu, sich von der AfD zu distanzieren.
Gisèle Pelicot bei „Maischberger“
:„Und ich habe gewonnen“
Sahra Wagenknecht und Bijan Djir-Sarai liefern sich ein heftiges Duell über Trumps Iran-Politik. Dann folgt ein harter Schnitt: Gisèle Pelicot erzählt von ihrem Kampf. Ein Talkshow-Abend zwischen Weltpolitik und persönlichem Mut.
„Hart aber fair“
:Wie soll man die Mullahs stürzen?
Bei „Hart aber fair“ zum Iran-Krieg geraten sich Ralf Stegner und Michael Wolffsohn in die Haare, Isabel Schayani und Daniela Sepehri sind von Haus aus näher am Thema.
„Caren Miosga“
:„Da hilft es nichts, viermal zu sagen: ‚Ich hab euch doch gewarnt‘“
Außenminister Johann Wadephul sorgt mit einer Aussage zur Lage in Nahost bei „Caren Miosga“ für Ärger bei Omid Nouripour. Der in Teheran geborene Grünen-Politiker formuliert seinen Traum für Iran.
„Maybrit Illner“
:„Bleiben wir noch eine Sekunde bei den Opfern“
Maybrit Illner möchte im ZDF statt immer nur über die Täter endlich über die Frauen sprechen, die Jeffrey Epstein missbrauchte. Gute Idee.
„Maischberger“
:Frau Baerbock, was ist da los?
Annalena Baerbock tritt bei „Maischberger“ als Diplomatin im besten Sinn auf. Bis es um Alice Schwarzer geht.
Maybrit Illner
:Eine absurde Talkshow
Geplapper bei Illner: Sechs Gäste sind geladen, um in braven Stanzen das globalpolitische Knäuel zu entwirren. Fazit: Gut, dass immerhin Florence Gaub und Marina Weisband anwesend waren.
Hillary Clinton bei „Maischberger“
:Die Abgründe der Weltlage – freundlich erklärt
Die Frau, die 2016 fast US-Präsidentin geworden wäre, spricht eine indirekte Reisewarnung für ihr Land aus. Das Gespräch mit Hillary Clinton ist auch ein Pep Talk für Europa, das den Umgang mit den USA neu definieren muss.
Caren Miosga
:„Das ist Maga-Sprech“
Nach den Ovationen für US-Außenminister Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz ist längst wieder Ernüchterung eingekehrt. Auch die TV-Runde bei Miosga zeigt: Der Graben zwischen Europa und den USA ist tief.
Markus Lanz
:„Garantieren kann ich gar nichts für die Kollegen“
Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD bemüht sich bei Markus Lanz, parteiinternen Streit über Donald Trump, die Nato und Verteidigungspolitik zu begraben. Das klappt – ein wenig zumindest.
Caren Miosga
:„Da haben wir doch Ihren Nerv getroffen“
Wie entzaubert man AfD-Vertreter in Talkshows? Ständig unterbrechen hilft nichts, einfach ausreden lassen aber auch nicht: Tino Chrupalla zu Gast bei Caren Miosga.
„Caren Miosga“
:Alle hoffen, Trump zu verstehen
Bei „Caren Miosga“ diskutiert die Runde mit Natalie Amiri und Daniel Gerlach mögliche Zukunftsszenarien für Iran. Wirklich stark wird es dann aber, als es um die Gegenwart geht.
„Maybrit Illner“
:Verrückte Idee: Auch mal einen Feiertag abschaffen
Die deutsche Wirtschaft kommt nicht voran, das sehen alle Gäste bei „Maybrit Illner“ so. Den einzigen sehr konkreten Reformvorschlag macht ein Ökonom aus Österreich.