Mit einem letzten Auftritt auf der heiligen Samstagabend-Bühne verabschiedet sich Thomas Gottschalk aus dem deutschen Fernsehen. Es ist ein gelungenes Adieu – auch weil sich der Entertainer und die anderen Studiogäste zu viel Melancholie verkneifen.
„ttt Talk“ mit Wolfram Weimer
:Endlich wieder interessantes Kulturfernsehen
Keine Zeit für Schiller: Die Moderatorin Siham El-Maimouni lässt Wolfram Weimer beim Debüt des neuen Formats „ttt Talk“ kaum eine Atempause.
Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
:„Ich bin kein Einzelfall“
Die ARD-Journalistin Sophie von der Tann erhält trotz massiver Anfeindungen den größten öffentlich-rechtlichen Fernsehpreis. Nur will die Jury diese Entscheidung nicht so recht begründen.
Journalismus
:Geschichte eines Eklats
Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
:Der Kulturkampf um den Journalismus
„Tatort“ aus Münster
:Es lebe der Humor aus dem letzten Jahrhundert
Als Krimi so spannend wie ein Blick in den Zierfischteich, aber was sind das für tolle Fische! Der Münster-„Tatort“ macht das, was er am besten kann: Thiel um Boerne wirken lassen. Und Mechthild Großmann verabschiedet sich als Staatsanwältin Klemm.
Eurovision Song Contest
:Desaster mit Ansage
Israel ist dabei, Spanien und andere Länder sagen deshalb demonstrativ ab: Warum die angeblich unpolitische Trash-Sause ESC nicht mehr einfach so stattfinden kann.
Spielfilmtipps zum Wochenende
:Zu allem entschlossen
„Everything Everywhere All at Once“, „Die Thomas Crown Affäre“, „Local Hero“, „Johanna von Orleans“, „King Kong“ und „Cast Away“: die besten Filme im TV-Programm des Wochenendes.
ARD-Serie „Asbest 2“
:„Halt’s Maul, Gandalf“
Die zweite Staffel von „Asbest“ bietet Drogen, Gewalt und grell ausgeleuchtete Duschräume. Also alles, was eine Knastgeschichte braucht. Aber sie stellt auch die Frage, wer hier die Gefangenen sind.
Serie
:Als der Western weiblich war
Leichen pflastern ihren Weg: Gillian Anderson und Lena Headey liefern sich einen Kleinkrieg um Land in der Western-Serie „The Abandons“ bei Netflix.
Serien, die man sehen muss
Serie „I am the Greatest“
:Umwerfendes Kopfkino
Radikale Filme können wahnsinnig nerven, dieser hier macht überraschend glücklich: über das wundersame Serienprojekt „I am the Greatest“ mit Mark Waschke und Katharina Stark.
Streaming
:Das Ende ist nah
Aber noch nicht ganz da. Netflix zelebriert das Finale von „Stranger Things“ in drei Häppchen, nun wird das erste serviert. Analog zum Ausstrahlungsprinzip an dieser Stelle also: das erste Drittel einer Serienkritik.
Serie
:Die traurigste Frau der Welt
Der „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan stellt in „Pluribus“ auf Apple TV+ den Wert des Glücks infrage. Das ist existenziell – und so großartig wie die Hauptdarstellerin Rhea Seehorn.
Serie
:Der freundliche Agent
Ted Danson spielt in „Undercover im Seniorenheim“ sehr charmant einen Ermittler in Altersteilzeit. Das ist seit zwei Staffeln beste Familienunterhaltung.
Weitere Artikel
Hörspiel-Podcast „Nixe“
:Sie bekommen keine Luft mehr
Tia Morgen erzählt in ihrem vielschichtigen Hörspiel-Zweiteiler „Nixe“ von psychischer und physischer Geschichte in queeren Beziehungen. Auf eine Weise, die alle etwas angeht.
„Maybrit Illner“
:„Ich kämpfe nicht gegen Arbeitgeber, sondern gegen die Ungleichheit“
In der Talkrunde von Maybrit Illner verteidigt sich Sozialministerin Bas gegen die jüngste Kritik an ihr. Entschuldigen möchte sie sich für die Klassenkampf-Rhetorik beim Juso-Bundeskongress nicht.
Eurovision Song Contest
:Israel darf an ESC 2026 teilnehmen – mehrere Länder sagen Teilnahme ab
Die Teilnahme Israels am Musikwettbewerb ist wegen des Kriegs in Gaza umstritten. Spanien, Irland und weitere Nationen wollten das Land vom ESC ausschließen.
Fernsehen
:Die Illusion war perfekt
Am 5. Dezember 1995 wurde die erste „Harald Schmidt Show“ gesendet: Sie startete schwächer als die vorherigen Versuche, David Letterman zu kopieren – und wurde zum Besten, was auch in Deutschland „Late Night Show“ heißt. Warum nur?
BGH
:„Miss Moneypenny“ gehört nicht nur Amazon
Der Bundesgerichtshof hat über den Schutzstatus der Figur aus den „James Bond“-Filmen entschieden. Auch ein Büroservice nennt sich so. Dagegen versuchte der US-Konzern vorzugehen, bei dem die Filmrechte liegen.
Preiserhöhung
:So können Amazon-Prime-Kunden noch 2025 Geld zurückfordern
Amazon-Prime-Kunden, die schon länger als drei Jahre ein Abo haben, können wahrscheinlich wegen einer unrechtmäßigen Preiserhöhung Geld vom Unternehmen zurückfordern. Die Stiftung Warentest zeigt, was es dabei zu beachten gilt.
MeinungARD
:Hier wird Journalismus delegitimiert
Die Angriffe auf die Nahost-Korrespondentin Sophie von der Tann sind nur die jüngsten Ausbrüche eines verbittert geführten Meinungskampfes – in dem jede Differenzierung verloren geht.
Dokumentarfilm
:Viel Dreck
Auch Netflix widmet sich dem Fall Sean „Diddy“ Combs. Produziert von dessen Erzfeind 50 Cent, mit etwas Geraune und einem Scoop, der dem Streamingdienst noch Probleme bringen könnte.
„Tatort“ Wien
:Wir sind die Neuen
Das ikonische Wiener „Tatort“-Duo macht Schluss – auf eigenen Wunsch. Und der ORF präsentiert mit Miriam Fussenegger und Laurence Rupp ein neues Ermittlerteam.
Pressefreiheit
:Eine Prangerliste für Journalisten
Trumps Presseabteilung stellt neuerdings die „Mediensünder der Woche“ zur Schau – und greift in einem weiteren, erschreckenden Schritt die unabhängige Berichterstattung in den USA an.
Künstler-Doku
:Großer Pinsel, großes Ego
Von Kunstkritikern belächelt, von Instagram-Followern verehrt: Kaum ein Künstler polarisiert so sehr wie Leon Löwentraut. Eine ARD-Dokumentation hat den 27-Jährigen begleitet.
RTL
:Die Ruinierer vom Rhein
Nicht alle Probleme bei RTL sind hausgemacht, andere absolut. Eins ist die Haltung von Programmchefin Inga Leschek, zuständig für die Inhalte, also etwa für Stefan Raab und Dieter Bohlen, die sagt: „Wir scheißen uns nichts.“
ARD
:„Das hat mich schon sehr verwundert“
Die Kritik an der ARD-Dokumentation über Jérôme Boateng reißt nicht ab. Warum sich drei Beteiligte nun von dem Film distanzieren und innerhalb des BR das „Frauennetzwerk“ aktiv wird.
Serie „Toxic Tom“
:Ein Giftzwerg wächst über sich hinaus
In der ZDF-Serie „Toxic Tom“ lernt ein Incel-Troll dazu, als er eine Weile als Frau durchs Leben gehen muss. Klingt bemüht, ist aber überraschend liebevoll.
Fernsehen
:RTL streicht 700 Stellen
Der Privatsender kündigt einen „Umbau der Organisation“ und tiefgehende Sparmaßnahmen an. Im Programm wird es mehr Wiederholungen geben.
„Hart aber fair“
:Die zwei Herzen des Philipp Amthor
Als Staatssekretär steht Amthor der Bundesregierung nahe. Aber er gehört auch der Jungen Gruppe an, die sich im Rentenstreit querstellt. Es ist Franz Müntefering, der in der Sendung väterlich auf den Tisch haut.
Fernsehen
:„Trotzdem haben wir alles dokumentiert“
In einem so schwer verdaulichen wie bewegenden Themenabend zum „Brandherd Nahost“ zeigt Arte das Leben von Journalisten in Gaza und Folter in Syrien.
Serien-Remake
:Als gäbe es keinen Klimawandel
„Smillas Gespür für Schnee“ verlegt den Stoff des Krimi-Bestsellers in die Zukunft. Die Serie mit Filippa Coster-Waldau und Elyas M’Barek reißt mehr Themen an als eine ganze Staffel „Black Mirror“ - macht aber nichts daraus.
„Bild“
:Aus „Post von Wagner“ wird „Mail von Martenstein“
Im neuen Jahr übernimmt Harald Martenstein die Kolumne des verstorbenen Franz Josef Wagner bei der „Bild“.
Öffentlich-Rechtliche
:Ausmisten im Kuriositätenkabinett
Die ARD muss die Zahl ihrer Radiosender deutlich reduzieren. Die finanzielle Ersparnis ist gering. Doch was verschwindet - und geht dabei wirklich Vielfalt verloren?
„Caren Miosga“
:Jens Spahn und das Prinzip Hoffnung
Scheitert das Rentenpaket der Koalition, könnte das den Chef der Unionsfraktion den Job kosten. Bei Miosga appelliert Spahn an die jungen Unionsrebellen und lässt so etwas wie Selbstkritik erkennen.
Nachruf
:Der Mann mit den besseren Argumenten
Der Ästhetikprofessor Bernward Wember galt mal als der kritischste Beobachter der Medien und des Fernsehens. Er entdeckte die „Text-Bild-Schere“ und den „Augenkitzel“.
Pläne für 2026
:Zahl der „ZDF Magazin Royal“-Sendungen wird deutlich gekürzt
Für das kommende Jahr plant das ZDF eine Frühjahrs- und eine Herbststaffel der Satiresendung mit Jan Böhmermann – mit weniger Folgen. Dafür soll er häufiger als Talkshow-Koch auftreten.
Kulturpolitik
:Die potemkinsche Mediengruppe
16 Magazine, Agenturen und Verlage gehören nach eigenen Angaben zur Weimer Media Group. Ein Blick hinter die Fassade lässt dieses Gebilde schnell in sich zusammenfallen.
„Tatort“ aus Frankfurt
:Ist das wirklich ein „Tatort“?
Spur ins Grauen: In ihrem zweiten Fall machen Maryam Azadi und Hamza Kulina Fehler. Es geht um ein verschwundenes Kind, um Schuld und um Gott.
Arte-Serie
:Unter Trumpisten
Ein ehemaliger Austauschstudent aus Frankreich besucht in einer Arte-Doku seine alte Gastfamilie in den USA und fragt sich: Wie konnte es so weit kommen mit dem Land?
Thriller-Podcast
:Mangelnde Impulskontrolle
Bjärne Mädel, Dimitrij Schaad und Wilson Gonzalez in einem Thriller-Podcast der ARD: Umständehalber eskaliert in „Monos“ ein Sozialexperiment auf einer Gefängnisinsel.
Spielfilmtipps zum Wochenende
:Echte Kumpel
„Schnappt Shorty“, „Das Piano“, „Erbarmungslos“ und „Hangover“: die Spielfilmtipps zum Wochenende.
Öffentlich-Rechtliche
:Was heißt sparen auf Rätoromanisch?
Beim Schweizer Rundfunk werden 900 Stellen gestrichen – ein Sechstel der gesamten Belegschaft. Warum die Sender im Nachbarland ganz andere Probleme haben als ARD und ZDF.
Streaming
:Das sind die Serien des Monats
Liebe im Zeitraffer, eine Welt voller erzwungener Glückseligkeit und ein letztes Gefecht in Hawkins: Die Empfehlungen des Monats.
Hollywood
:Das wäre nicht nötig gewesen
Vom US-Magazin „The Hollywood Reporter“ gibt es nun auch eine deutsche Ausgabe. Ein Blick hinein wirft die Frage auf: Warum nur?
Journalismus
:In Hamburg sagt man Ciao
Beim „Spiegel“ räumt Geschäftsführer Stefan Ottlitz seinen Posten – und hinterlässt eine Redaktion, in der sich viele eine klare neue Strategie wünschen.
„Markus Lanz“
:„Ich habe meinen Mädchen versprochen, ich komme zurück“
Eli Sharabi wurde 491 Tage von der Hamas als Geisel gefangen gehalten. Bei Markus Lanz berichtet er von Hunger, Dreck und Demütigungen. Und er erzählt, wie er all das ausgehalten hat.
Journalismus
:Umbauten beim „Spiegel“
Einer geht, einer bleibt: Stefan Ottlitz verlässt den „Spiegel“-Verlag, Thomas Hass leitet das Unternehmen nun als alleiniger Geschäftsführer.
Dokuserie auf Disney+
:Die „Beatles“, jetzt noch besser
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringt Disney+ die nächste „Beatles“-Doku auf den Markt, natürlich begleitet von Streaming, Platten und CD-Editionen. Ein Meisterwerk – in der Kunst des scheibchenweisen Recyclings.
MDR-Serie
:Wie war das so in der DDR?
Historische Themen kindgerecht zu vermitteln, ist nicht leicht. Der MDR-Animationsserie „Auf Fritzis Spuren“ zu Stasi-Terror und Diktatur ist das gelungen – und sie hat nun bei den International Emmys gewonnen.
Fernsehen
:Weihnachten ohne Sissi?
Zum ersten Mal seit acht Jahren wird der Klassiker an den Feiertagen nicht mehr im Ersten laufen, dafür aber bei der privaten Konkurrenz. Eine Frage der Rechte.
Preisverleihung
:Deutsche Jugendserie zur DDR gewinnt internationalen Emmy
Die TV-Produktion „Auf Fritzis Spuren“ setzt sich in New York gegen Konkurrenz aus Brasilien, Großbritannien und Südafrika durch. Eine andere deutsche Serie geht dagegen leer aus.
ZDF-Doku „Weil du mir gehörst!“
:„Was ist mit den Gefährdern im eigenen Schlafzimmer?“
Umgebracht vom eigenen Mann: Eine ZDF-Doku stellt die Angehörigen von Frauen in den Fokus, die durch ihren Partner getötet wurden. Das komplexe Thema hätte mehr Sendezeit verdient.
MeinungOnline-Werbung
:Es stinkt, Dieter Bohlen
Der Musikproduzent findet Trump und russisches Gas irgendwie super, Demokratie und „Zwangsgebühren“ in Deutschland nicht so. Ist der Mann noch tragbar?
Arte-Doku
:Vergiftet, erpresst, beraubt
Die Arte-Doku „Die Macht des russischen Geheimdienstes“ besucht Menschen, die vom FSB verfolgt wurden – und zeigt einen brutalen Apparat ohne Kontrolle.
„Caren Miosga“
:Das Schlimmste kommt noch für die Ukraine
Caren Miosga lässt Donald Trumps „Friedensplan“ diskutieren. Armin Laschet hat dabei allen Grund, mürrisch zu sein.
Serie „Frier und Fünfzig“
:Hormonstatus: Lustig
Wie tritt man den Wechseljahren am besten entgegen? Mit Selbstironie. Annette Frier über ihre neue Serie „Frier und Fünfzig“.
Dokumentation
:Eine dumme Idee
Der 23-jährige Stepan Timoshin hatte ein ambitioniertes Ziel: Präsident des Fußballklubs Hertha BSC werden. Eine 3sat-Doku hat ihn bei seinem Vorhaben begleitet. Doch ist dem Jungunternehmer überhaupt zu trauen?
Fernsehen
:Jan Fleischhauer, Beruf: linker Märtyrer
In seiner neuen ZDF-Show lässt sich der rechte Jan Fleischhauer mit Vertretern der Gegenseite in einen Raum sperren. Das ist bestes Trash-TV und beweist: Er ist nicht (nur) der, für den wir ihn hielten.
Podcast
:Trotz allem: frei
Die Nationalsozialisten wollten Seweryna Szmaglewska zu einem Opfer machen. Ein Podcast erzählt, wie sich die Hauptzeugin in den Nürnberger Prozessen dieser Rolle verweigert hat.
Serie
:Im Nebel der Realpolitik
In der Paramount-Serie „Fireflies“ explodieren plötzlich zahllose Menschen in einer israelischen Wüstenstadt. Ob das surreale oder politische Gründe hat, lässt sie acht Folgen lang offen.
Millie Bobby Brown
:Vor den Augen der Welt
Millie Bobby Brown ist der größte Kinderstar der Netflix-Ära. Heute ist sie 21 und wehrt sich dagegen, öffentlich nicht erwachsen werden zu dürfen. Ein paar Gedanken zum Start der fünften und letzten Staffel von „Stranger Things“.
Spielfilmtipps zum Wochenende
:Was haben wir dem lieben Gott nur getan?
„Monsieur Claude und seine Töchter“, „Harry Potter und der Orden des Phönix“, „Bullyparade – Der Film“ und „Gran Torino“: die Spielfilmtipps zum Wochenende.
Fernsehen
:Was bleibt von Sky?
Wer Serien wie „The White Lotus“ oder Fußballspiele schauen will, schließt ein Sky-Abo ab. Nun startet HBO seinen eigenen Streamingdienst in Deutschland, Sport gibt es auch bei Dazn oder Magenta – und Sky soll von RTL übernommen werden. Und jetzt?