Die Demokraten in den USA führen Wahlkampf gegen Israel, Neonazis in Bulgarien belagern Juden, die deutsche Linkspartei recycelt 90 Jahre alte Parolen. Bestandsaufnahme eines globalen „Vibe Shift“.
Pop
:„Wir können nicht hinnehmen, dass das unsere Realität ist“
„Noga Erez“ sind eine israelische Band mit Welterfolg. Jetzt kommt sogar ein Film über sie ins Kino. Ein Gespräch über ihre Musik, den 7. Oktober und darüber, warum sie noch Kanye West hören.
Mark Zuckerbergs KI-Manifest
:Verlogenes Gesülze
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat ein Manifest für künstliche Intelligenz veröffentlicht. Wir haben es gelesen, damit Sie das nicht tun müssen.
England
:Showdown der Clowns
Nigel Farage war eine Witzfigur, dann Wortführer der britischen Rechten – und zuletzt schien er unaufhaltsam zu sein. Doch jetzt steht er im Duell mit einem echten Komiker.
Debatte
:Ist Islamismus links oder rechts?
Angebliche Ähnlichkeiten im Denken hier, falsche Toleranz dort: Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD zeigten die politischen Lager schnell auf das jeweils andere. Doch wie viel Sinn ergibt diese Debatte?
USA
:Bevor die Bomben fallen, sind die Wetten schon platziert
Mit der Einführung eines Premiumzugangs zu seinen Social-Posts betreibt Donald Trump die Institutionalisierung von Insiderhandel. Für einen, der die Welt als Maschine betrachtet, aus der permanent Geld herausfällt, ist das nur konsequent.
Literatur
:Welcher wird der beste Roman des Jahres?
Die Jury des Deutschen Buchpreises gibt die Longlist bekannt: Welche Autorinnen und Autoren die verkaufsträchtige Auszeichnung bekommen könnten – und welche nicht.
Asterix-Autor René Goscinny
:100 Jahre, beim Teutates!
René Goscinny wäre in diesem Monat hundert geworden. Was bleibt von dem großen Autor, der lieber Comics schrieb, als sie zu zeichnen? Ein Besuch in seinem Pariser Archiv.
Pop und KI
:„Das ist der größte Raubzug in der Geschichte der Musikindustrie“
Wie überführt man einen Silicon-Valley-Giganten des Diebstahls? Und was bedeutet das Urteil gegen Suno für dessen Nutzer? Fragen an den Chefjustiziar der Gema, die die größten KI-Unternehmen derzeit sehr stringent in Bedrängnis bringt.
Literatur
:Die besten Bücher für die Ferien
Ob unter dem Hitzedom, wenn ein Gewitter niedergeht oder in einer sternklaren Nacht: Am besten verbringt man den Sommer mit einem Buch. Oder mehreren! Empfehlungen aus der SZ-Redaktion für die heißeste Lesezeit des Jahres.
Wann braucht ein Frauenkörper einen Warnhinweis? Die Diskussion um Ariana Grande zeigt, dass die Öffentlichkeit lernen muss, wann es Zeit ist, einen Schritt zurückzutreten.
Klimakrise
:Stell dir vor, es ist Klima, und keiner geht hin
Die Flüsse versiegen, die Wirtschaft leidet, Menschen sterben an der Hitze. Und niemand protestiert. Niemand? Vor dem Kanzleramt trifft sich ein Häuflein Aufrechter. Haben sie Antworten auf die Krise und die Passivität der Massen?
Comedy
:Amanda Knox faltet Kinderleggings und erzählt von ihrem Trauma
Ein Besuch beim Edinburgh Fringe Festival, wo Amanda Knox Comedy macht und über den Mordfall Meredith Kercher spricht. Das klingt geschmacklos, doch ein Besuch der Show beweist, dass es das nicht ist.
Film
:Filmtipp-Finder
Sie freuen sich auf einen entspannten Filmabend - wissen aber nicht, was Sie anschauen sollen? Der SZ-Filmtipp-Finder wählt aus über 3500 Kritiken der Redaktion aus und macht Ihnen passende Vorschläge. Film ab!
Weitere Artikel
Architektur
:„In dem Gebäude kann man in drei Dimensionen erleben, wie Habermas gedacht hat“
Das Wohnhaus von Jürgen Habermas steht nun unter Denkmalschutz. Was macht es so besonders? Und lässt sich auch die Aura des Philosophen erhalten? Ein Gespräch mit Bayerns oberstem Denkmalschützer, Mathias Pfeil.
Monchi von „Feine Sahne Fischfilet“
:„Die AfD bekommt einen Elfmeter nach dem anderen hingelegt“
Jan „Monchi“ Gorkow ist zurück in sein Heimatdorf gezogen und hat ein politisches Buch geschrieben. Ein Gespräch über Abfuck vor der Landtagswahl, die heilende Kraft von Skateparks und warum er glaubt, dass Brandmauern nicht funktionieren.
Film
:Da ist ein Dino im Vorgarten
In „The End of Oak Street“ wird eine amerikanische Familie in prähistorische Zeiten katapultiert. Der Film hat „Jurassic Park“ noch einiges hinzuzufügen.
Pop
:„Bitte, lass mich bei dir bleiben“
Das Debütalbum der Indierockband „Westside Cowboy“ ist faszinierend fatalistisch. Es erzählt von der Krise – und der Angst, ganz allein damit zurückzubleiben.
Theater
:Schwimmen für alle?
Die Berliner Volksbühne bietet ihren Pop-up-Pool für ein paar Stunden ausschließlich für Schwarze an. Und erntet dafür Kritik.
Popmusik
:Das läuft nicht rund
Fans sind sauer auf die Superstars Charli xcx und Raye. Die Vinyl-Versionen ihrer neuen Alben sollen unvollständig sein. Eine Hörprobe.
Gerd Anthoff zum Achtzigsten
:Ehre dem Ekelpaket
Ob in der Serie „Der Bulle von Tölz“ oder als Senta Bergers Chef in „Unter Verdacht“: Gerd Anthoff ist grandios als Fiesling mit bajuwarischer Hinterfotzigkeit. Eine Gratulation zum 80. Geburtstag.
Sachbuch
:Was hilft gegen Big Tech? Mehr Sex
Sind wir alle längst Cyberpunks? Debatten-Shooting-Star Asma Mhalla ruft zum Kampf gegen den neuen „Digitalfaschismus“ auf.
Film
:Krawall im Chemo-Camp
Im britischen Coming-of-Age-Film „Sunny Dancer“ spielt Bella Ramsey eine Jugendliche, die sich von ihrer Leukämie-Erkrankung erholen soll. Also noch eine Komödie über Krebs? Unbedingt!
Literatur
:„KI-Stimmen stoßen das Publikum nicht ab“
Führt der ungebremste Erfolg der Hörbücher zum Ende des Lesens? Günther Stocker vom Wiener Forschungsprojekt „Listening to Literature“ über Ablenkung und Konzentration – und die Feinheiten des gesprochenen Worts.
Donau
:Die Donau gibt ihre Toten zurück
Es lohnt sich, den Schlamm im leeren Flussbett zu deuten. In ihm liegt neben Zivilisationsmüll die Erkenntnis: Europas großer Strom ist so viel mehr als ein Wirtschaftsraum.
Stadtgestaltung
:Groß denken. Für ein paar Wölkchen
Die Konstablerwache in Frankfurt gilt als Drogen- und Kriminalitätshotspot. Jetzt soll ausgerechnet Kunst den Ort verwandeln.
Film
:Jetzt kommt „Spodysseus“
Die Kinos erleben dank „Odyssee“ und „Spider-Man“ einen Boom. Wer hat im Milliardenrennen um mehr Zuschauer die Nase vorn: Superheld oder Sagengestalt?
Klimakrise
:Wildes Weh und trockenes Ach
Rheingold, Romantik, „Wacht am Rhein“: Der Strom, an den die Deutschen ihr Schicksal binden wollten, ist heute ein europäischer Fluss. Und im Moment eher ein Rinnsal. Da kommen die Schiffer auf alte Ideen: Felsen sprengen.
Literatur
:Neues aus der Sandkastenleistungsgesellschaft
Die Kolumnen der Schriftstellerin Antonia Baum erscheinen als Buch, und in der Sammlung erinnert „Mein Leben als Frau“ an Dringendes aus der jüngsten Vergangenheit, was wir gerade verdrängt hatten.
Theater
:Vergesst die Streams, das ist live
Effektspektakel und großes Königsdrama: Die Royal Shakespeare Company bringt mit „The Mad King“, ein Theater-Prequel der „Game of Thrones“-Serie in Stratford-upon-Avon auf die Bühne.
Sebastian Fitzek
:Eine schockierend liebe Show
Der Thrillerautor Sebastian Fitzek macht zu seinem Autorenjubiläum zweimal die Berliner Waldbühne voll. Beim Zuschauen bekommt man eine Ahnung, wie er so unwahrscheinlich erfolgreich werden konnte.
Debatte
:Kampf um die Killermaschinen
Autonome KI-Waffen erobern die Schlachtfelder, Drohnen jagen Soldaten und Zivilisten aus der Luft. Die Frage, ob man die Technik verbieten sollte, wird immer drängender. Oder ist es bereits zu spät?
Jazz
:102 Jahre und kein bisschen leise
Der Saxofonist Marshall Allen hat ein neues Album von außerirdischer Wucht aufgenommen. Mit Stars, die ein Viertel so alt sind wie er.
Salzburger Festspiele
:Am Abgrund der Männlichkeit
In Salzburg wird Mozarts „Così fan tutte“ aus der Corona-Zeit wiederaufgenommen, zum Glück immer noch kompakt und konzentriert.
Kunst
:Ein Tatort als Touristenattraktion
Die Galerie d’Apollon ist wieder offen, neue Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen – aber wo sind die Kronjuwelen? Ein Spaziergang durch den Louvre.
Notizen aus meinem Leben
:Wörter, die neu aufblitzen
Jede Zeit bringt ihre eigenen Begriffe hervor, und es macht Freude, sie zu sammeln. „Inszenierungsgesellschaft“ zum Beispiel.
Dieter Hallervorden
:„Für mich sind alle Menschen gleich“
Dieter Hallervorden spricht in einem Interview über seine taktische Wahlkampfhilfe für die CDU in Sachsen-Anhalt. Und über seine Haltung zu Israel.
Kulturpolitik
:Und es war Sommer
Viel Kulturkampf, wenig Ertrag: Der Start von Wolfram Weimer als Kulturstaatsminister verlief holprig. Nun cruist er auf dem Roller durch Bayreuth und sucht auf roten Teppichen nach einem neuen Image. Kann das gelingen?
Film
:Dieser „Eberhofer“ ist ein wunderbarer Schmarrn
Der Streit zwischen Erfinderin und Filmfirma ist beigelegt, es gibt wieder einen Niederkaltenkirchen-Krimi im Kino. Er heißt „Steckerlfischfiasko“. Bleibt eigentlich nur eine Frage: Saibling oder Makrele?
Autor Didier Decoin ist tot
:Der Meister der Hölle
Der französische Schriftsteller und Goncourt-Preisträger Didier Decoin ist gestorben.
Sonnenfinsternis
:Deutschland sieht Schwarz
Bei der Sonnenfinsternis sollten Schaulustige auf die richtige Brille achten. Auch wenn das Design vieler Modelle flippig ist: Darauf kommt es nicht an.
Nachruf
:Traumberuf Verleger
Wissenschaftliche Publikationen waren seine Passion, sein bekanntester Verlag trug auch seinen Namen. Zum Tod des großen Buchmenschen und Netzwerkers Klaus G. Saur.
Literatur
:Dieser ewige Kampf um Freiheit
Hannah Häffners „Die Riesinnen“ und Miriam Carbes „Unerwünschte Töchter“ erzählen von mehreren Generationen von Frauen. Was alle miteinander und mit der Gegenwart verbindet: Sie können nie ganz die sein, die sie gern wären.
Theater
:Der Etat ist leer, der Pool ist voll
Intendant Matthias Lilienthal macht die angekündigte Welle und eröffnet vor der Berliner Volksbühne ein Planschbecken. Gefüllt ist es vor allem mit der Behauptung, dass hier die Avantgarde schwimmt.
Pop
:„Wenn du tanzen willst, können wir tanzen“
Ihre Stimme ist so goldschön und wahnsinnig traurig, dass man sich an Sommer erinnert, die man gar nicht erlebt hat. Ein Treffen mit Sängerin Lotte.
KI
:Das Keyboard, das einen nicht schreiben lässt
Codex Micro ist das erste Hardware-Tool von Open AI, schriftlichen Input durch den Menschen sieht es nicht vor. Wie verändert sich unser Arbeiten, wenn es sich aufs Abnicken oder Ablehnen von KI-Erkenntnissen beschränkt?
Social Media
:Wo bleibt das Hasenpipi?
Immer mehr Frauen machen den Jagdschein, wie schön. Aber welche Geschichten erzählen sie dann auf Social Media? Waidfluencerinnen: eine Instagram-Rezension.
Jugendliteratur
:Am Ende der Milchschaumstraße
Nicht nur Liebeserklärungen an die Poesie, sondern auch sinnliche Leseförderung: Vier neue Bücher, die Kindern den Weg in die Lyrik weisen.
Salzburger Festspiele
:Der Mann, der mit den Vögeln spricht
Olivier Messiaens „Saint François d’Assise“ gelingt in Salzburg als monumentale musikalische Überwältigung. Der Rest ist eine Glaubensfrage.
Debatte
:König, Klenze, Klimawandel
In München soll eine steinerne Prachtstraße klimaresilient begrünt werden. Ist das Öko-Futurismus, Majestätsbeleidigung oder Denkmal-Frevel? Die Antwort weist in die Zukunft aller Städte.
Literatur
:Wenn Fuchs, Hase und Finanzhai über René Benko schimpfen
Bald feiert Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ bei den Salzburger Festspielen Premiere. Damit das Bestiarium vollständig ist, lohnt es sich, ihren Wutausbruch vorab als Buch zu lesen.
Überalterung
:„Engagement ist eine lebenserhaltende Maßnahme“
Der Anteil alter Menschen in Deutschland steigt jedes Jahr. Der Aachener Politikwissenschaftler Emanuel Richter, selbst 73, sieht darin nicht nur ein Problem. Er fordert neue Sinnangebote – ohne Furcht vor Gerontokratie.
Tanz
:Tanz mit Reifesiegel
Altmeister John Neumeier choreografiert in Venedig ein Stück über die Seufzerbrücke – für ein neu gegründetes 40-plus-Ensemble. Die Zeiten, in denen ältere Tänzer aufs Abstellgleis kamen, sind vorbei.
Film
:Wenn der Eismann böse ist
Zu krank, zu brutal, diese Vorwürfe hat der Regisseur Eli Roth schon immer kassiert für seine Horrorfilme. Jetzt lässt er den „Ice Cream Man“ auf brave Kleinstadtkinder los.
Literatur
:Und wo bleibt der Sex?
Wokeness-Kritiker schimpfen, Altphilologinnen vermissen Erotik, und Action-Fans feiern: Wie lange kein Film mehr bewegt Christopher Nolans „Odyssee“ die Gemüter. Ein unvollständiger Debatten-Überblick.
Russische Armee
:„Am Ende hört man nur noch, wie er an seinem Blut erstickt“
Russlands Krieg hat neue Codes hervorgebracht. „Null“ heißt beispielsweise die Ermordung der Soldaten durch den eigenen Kommandeur. Das „Wörterbuch des Krieges“ gibt einen Überblick.
Literatur
:Was folgt auf das Ende der Welt?
„Zeit der Monster“ ist der erste Roman von Şeyda Kurt. Es geht um ein dem Untergang geweihtes Stadtviertel und dessen wehrhafte Bewohner. Ein Spaziergang mit der Autorin durch ihre Heimat Köln-Kalk.
Film
:Ein Fall für die Couch
Psychiaterinnen und Therapeuten sind gerade das Lieblingspersonal von Horrorfilmen und Psychothrillern, etwa im Überraschungserfolg „Backrooms“. Was das über unsere Gegenwart erzählt.
Film
:Dieses Baby trinkt keine Milch, sondern Blut
Der Horrorfilm „Nightborn“ erzählt vom Leid einer jungen Mutter, der keine Stillberaterin der Welt helfen kann.
Nachruf
:Auf Recherche in der Welt
Der international umtriebige Kritiker Jürgen Berger schrieb nicht nur über Theaterstücke, er entwickelte auch selbst welche. Nun ist er im Alter von 71 Jahren gestorben.
Debatte
:Europa, du Opfer
Migration als Waffe: Nach den Bildern von Ceuta beschwören Medien die „Urängste“ der Europäer. Sie zeigen damit vor allem eines – wie leicht dieser Kontinent zu erpressen ist.
Salzburger Festspiele
:Ganz schön viel Betrieb im All
Ersan Mondtag versetzt Richard Strauss’ Ariadne von der Insel Naxos auf den Mars. Da geht es wirr zu, doch gelingen tolle Bilder, die haften bleiben. Der Buhsturm nach der Aufführung war vor allem eines: erfrischend.
Jazz
:Trance als Befreiung
Der Pianist Tord Gustavsen und der Saxofonist Trygve Seim rauben dem Publikum beim „Münchner Jazz Sommer“ buchstäblich den Atem.
Juden-Verfolgung in der NS-Zeit
:„Von jetzt ab existieren Sie nicht mehr!“
Margarete Bihrle soll 1941 deportiert werden, doch ein Nachbar streicht ihren Namen heimlich von der Deportationsliste. Bis zum Ende des Kriegs verlässt sie ihre Münchner Wohnung nicht mehr – und überlebt als Unsichtbare.