Erst wird Klaus Steppat als geschäftsführender Direktor am Deutschen Theater Berlin entlassen. Dann mauern alle. Wurde er zu Unrecht gekündigt?
Cirque du Soleil in München
:Wunder in Groß und Klein
Der Cirque du Soleil gastiert mit "Kurios" erstmals in Deutschland: Das größte und älteste Zelt des kanadischen Show-Weltmarktführers wird auf der Münchner Theresienwiese einen Monat lang zur Manege der Mysterien.
Zum Tod von Volksbühnen-Star Hendrik Arnst
:Solitär der Bühne
Er war Stammspieler der alten Castorf-Volksbühne in Berlin und in jeder Hinsicht ein schauspielerisches Schwergewicht: Hendrik Arnst ist gestorben.
Kindertheater
:Mut machen in politisch eisigen Zeiten
Krisen überall - wie sich das auf das Kindertheater auswirkt, zeigt im Februar das Europäisch-Bayerische Festival Panoptikum in Nürnberg.
Ricky Gervais auf Netflix
:Wie weit darf man gehen?
Ricky Gervais will uns mit seinem Comedy-Programm "Armageddon" die Freiheit bringen, über alles lachen zu dürfen. Jetzt läuft das Special auf Netflix.
Schicksal der Sinti und Roma im Nationalsozialismus
:Sollte ein Dirigent mit NS-Vergangenheit weiter mit Straßennamen geehrt werden?
Vor ein paar Monaten ist in Würzburg eine Straße umbenannt worden. Sie trägt nun statt des Namens eines Komponisten den Namen einer Tänzerin, deren Karriere die Nazis zerstörten. Nicht für jeden Anwohner ist das nachvollziehbar. Ein Besuch.
"Die Möwe" in Zürich
:Schaut, wie wir spielen
Regisseur Christopher Rüping verabschiedet sich vom Schauspielhaus Zürich mit Tschechows "Die Möwe": keine Abrechnung, sondern ein Kommentar zur Funktion von Theater an sich.
Intendantin Kathrin Mädler im Porträt
:"Ich lege immer erst mal los"
Seit Herbst 2022 leitet Kathrin Mädler das Theater Oberhausen - und zeigt, wie man ein Haus mit Begeisterung und Innovationswillen auf den Erfolgsweg führen kann.
Zum Tod der Schauspielerin Regine Lutz
:Die Letzte seiner Art
Regine Lutz war Schülerin von Bertolt Brecht und eine seiner legendären Schauspielerinnen am Berliner Ensemble. Nun ist sie im Alter von 94 Jahren gestorben.
Bayerische Theatertage
:Bayerisches Bühnenpanorama
Viele Produktionen der freien Szene gehören zu einem spannenden Querschnitt durch die Schauspiellandschaft des Freistaats: das Programm der 39. Bayerischen Theatertage in Ingolstadt.
Deutsches Theater Berlin
:Worte sind zum Spielen da
Fümms bö wö tää zää Uu: In Kurt Schwitters dadaistischer "Ursonate" tanzt die Sprache gegen den Schrecken der Realität an.
Münchner Volkstheater
:Denk an die anderen Mütter
Die israelische Regisseurin Sapir Heller zeigt am Münchner Volkstheater ein Stück über das Massaker der Hamas. Die Frage: Wie bleibt man menschlich angesichts des Horrors?
Kinderoper "Wo die wilden Kerle wohnen"
:Um Kopf und Kragen
Nikolaus Habjan inszeniert den Kinderopernklassiker "Wo die wilden Kerle wohnen" in Wien als Puppenspiel. Das Ergebnis ist fantastisch.
"Der Sturm / Das Dämmern der Welt" an den Kammerspielen
:Hoffnung über Bord
Kann man Shakespeare und Werner Herzog zusammenbringen? An den Münchner Kammerspielen versucht es Jan-Christoph Gockel. Seine Botschaft: Der Mensch wird sich selbst zerstören.
Staatstheater Hannover
:Ich, ich, ich
Was fasziniert das gegenwärtige Theater eigentlich so an Monologen? Ran Chai Bar-zvi schickt für seine "Blutbuch"-Inszenierung dreimal den Erzähler aus Kim de l'Horizons Roman auf die Bühne.
Theater-Kritik
:Wenn ein Nein nicht akzeptiert wird
"Yvonne, Prinzessin von Burgund" führt im Marstall in einer kurzweiligen Inszenierung eine Frau als stumme Projektionsfläche für die Wünsche einer Gesellschaft vor, die in ihren patriarchalen Strukturen gefangen ist.
Favoriten der Woche
:Diese Gedichte sind ein Geschenk
Poetische Weihnachtsgrüße in einem digitalen Band mit Hilde Domin, Heinrich Heine oder Nelly Sachs: Diese und weitere Empfehlungen der Woche aus dem SZ-Feuilleton.
Münchner Volkstheater
:Verschlungene Pfade durch Hirn und Darm
Die Uraufführung "Hänsel & Gretel: A Sweet Escape" verbindet das Märchen der Brüder Grimm mit dem Thema Essstörung. Das muss man erst einmal verdauen.
Brechtfestival Augsburg
:Spiel und Sport beim Brechtfestival
Das Brechtfestival 2024 zieht in den Stadtteil Oberhausen. In einer ehemaligen Textilfabrik soll ein "Kraftklub" entstehen, wo man sich mit Schwung gegen eine aussichtslose Zukunft stemmt.
Regisseur Jan-Christoph Gockel
:"Wir können nicht nur Operettenstadl machen"
Jan-Christoph Gockel inszeniert an den Münchner Kammerspielen den Theaterklassiker "Der Sturm", indem er ihn mit Werner Herzogs "Das Dämmern der Welt" zusammenbringt. Ein Gespräch darüber, warum Shakespeare pur heute kein Weg mehr ist.
Interview mit Regisseurin Sapir Heller
:"Man kann nicht so tun, als ob die Welt ganz normal weitergeht"
Mit einer Performance reagieren die Regisseurin Sapir Heller und die Autorin Maya Arad Yasur auf den Überfall der Hamas am 7. Oktober. Doch wie überwindet man die Ohnmacht?
Theater
:Humor gegen Hetze
Hassmails: Der Autor und Journalist Hasnain Kazim hat viele erhalten und darauf geantwortet. Daraus machte er sein Buch "Post von Karlheinz". Am Metropoltheater wird es nun in szenischer Lesung gezeigt - mit Lacheffekt.
MeinungKrieg in Europa
:Putin will die Seele der Ukraine vernichten
Während viele westliche Gesellschaften hingebungsvoll einen Kulturkampf um Nichtigkeiten pflegen, tobt ein wirklicher um die Identität der ukrainischen Nation.
Theater Nürnberg
:Ein Idyll, von der Pleite bedroht
150 000 Euro fehlen: Das Gostner Hoftheater in Nürnberg braucht die Unterstützung der Crowd, um die Spielzeit beenden zu können. Andere Privattheater stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
Theater
:Gegen die Lügen antrinken
Da wirkt die eigene Verwandtschaft plötzlich ganz okay: Anne Lenk inszeniert Tennessee Williams' Klassiker "Die Katze auf dem heißen Blechdach" am Deutschen Theater Berlin.
Fotoausstellung im Theatermuseum
:Was vom Theater bleibt
Seit den Siebzigerjahren hält Ruth Walz Bühnenmomente auf Fotos fest. Eine Hommage an die Fotografin ist aktuell im Münchner Theatermuseum zu sehen - "Doppelbelichtung" heißt die Ausstellung.
Theater
:Es dröhnt
In Ulrich Rasches Inszenierung von "Agamemnon" am Münchner Residenztheater rennen die Figuren gegen ihr Schicksal an, ausweglos.
"Muttersprache Mameloschn" am Berliner Gorki Theater
:Wie aus dem Traum ein Trauma wird
"Muttersprache Mameloschn" von Sasha Marianna Salzmann über eine jüdische Familie in der DDR ist schon mehr als zehn Jahre alt. Wie gut ist der Text gealtert?
Favoriten der Woche
:Er hurt, frisst, trinkt und säuft
100 Jahre ist es her, dass Brechts "Baal" zum Skandal - und umgehend abgesetzt wurde. Diese und weitere Empfehlungen der Woche aus dem SZ-Feuilleton.
Erfolgsstück "Prima Facie"
:Wie war Ihre Vergewaltigung?
Suzie Millers "Prima Facie" ist der Bühnenhit der aktuellen Spielzeit. Das Stück ist verdammt nah dran an der brutalen Realität des Gerichtssaals.
Interaktiver Kultur-Jahresrückblick
:Das war das Jahr 2023 in Kultur und Medien
Von Barbie bis Taylor Swift: In einem interaktiven Zeitstrahl zeigt und analysiert die SZ die wichtigsten kulturellen Ereignisse und Entwicklungen des Jahres.
Theater
:Die Überraschung
Pınar Karabulut und Rafael Sanchez übernehmen von der Saison 2025/26 an die Leitung des Schauspielhauses Zürich.
Salzburger Festspiele
:Mit Furor Richtung Sommer
Das Schauspiel wird internationaler, die Oper bewegt sich weg vom Mainstream: Die Salzburger Festspiele stellen ihr Programm für 2024 vor.
Staatstheater Karlsruhe
:Ein Abend für Wut, Trotz und Trauer
"Miss Golden Dreams": Anna Bergmann inszeniert die Geschichte der Marilyn Monroe nach Joyce Carol Oates am Staatstheater in Karlsruhe.
BVG-Musical "Tarifzone Liebe"
:Der Fahrbetrieb hat alle lieb
Zu spät, zu voll, zu dreckig: Die Berliner Verkehrsbetriebe haben einen schlechten Ruf. Dagegen hilft nur eins: ein Musical.
"Alien Disko"-Festival im Volkstheater
:"Wir hatten ein Riesenglück."
Das wunderbare "Alien Disko"-Festival ist zurück - und hat im Münchner Volkstheater seine neue Heimat.
Kunst und Krise
:Mehr Störung, bitte
Die Gesellschaft steckt in der Krise, die Gräben sind tief. Gerade jetzt brauchen wir dringend ein Theater, das Haltung einnimmt und die Ruhigen beunruhigt.
Thalia Theater Hamburg
:Hier bin ich Mensch
In Toshiki Okadas "No Horizon" in Hamburg fliehen vom Kapitalismus geschundene Seelen in eine heile, virtuelle Welt. Das klingt kitschig, ist aber eine echte Aufmunterung.
Diskussion im Residenztheater
:Vom schmerzhaften Gefühl, nirgendwo mehr sicher zu sein
Differenzen, aber auch Einigkeit: In einer lebhaften Debatte suchen vier jüdische Menschen nach Antworten auf den wachsenden Antisemitismus in Deutschland und berichten von der Angst, mit der sie täglich leben müssen.
Theater
:Nichtwillkommenskultur
Das Schauspiel Hannover inszeniert Michel Friedmans "Fremd" als universelle Erfahrung von Ankommenden und Schutzsuchenden.
Favoriten der Woche
:Die Ausstellung des Jahres
In mehreren europäischen Städten erzählt eine Ausstellung vom Krieg in der Ukraine. Diese und weitere Empfehlungen der Woche aus dem SZ-Feuilleton.
Theater
:Allein mit der Maschine
Das fabelhafte Theaterwunderwerk "Alan - Mensch Maschine" der Kulturbühne Spagat im Domagk50.
Theater in Würzburg
:Raus aus dem Kellerloch
Verzögerung, Rechtsstreitigkeiten, galoppierende Kosten - das "Mainfranken Theater" steht exemplarisch für Bayerns Theatersanierungsprobleme. Es gibt aber auch Anlass zum Applaus. Eine Begehung.
"Der Prozess" am Schauspiel Köln
:Keiner zwingt dich
Pınar Karabulut bringt Kafkas "Prozess" in Köln als funkelndes mechanisches Spielwerk auf die Bühne. Aber mit der Texttreue treibt sie es zu weit.
Hundekot-Attacke
:Eine saubere Lösung
Die Hundekot-Attacke gegen eine Kritikerin brachte ihn in sämtliche Schlagzeilen, nun wurde das Verfahren gegen den Choreografen Marco Goecke gegen Geldauflage eingestellt.
Antisemitismus
:"Wir sind doch alle Menschen"
Igor Levit und Michel Friedman brechen mit ihrem Solidaritätsabend im Berliner Ensemble für die Opfer von Judenhass und dem Hamas-Massaker das Schweigen in der Kulturbranche.
Theater
:Weiblichkeit ist ein Gefängnis
Uraufführung in Zürich: Yana Ross bringt Virginie Despentes' Roman "Liebes Arschloch" auf die Bühne.
Sommerprogramm 2024
:Der "Bayerische Hiasl" auf der Passionstheater-Bühne
Für den kommenden Sommer im Oberammergau hat sich Regisseur Christian Stückl etwas "anderes" überlegt und kündigt die Inszenierung einer Räubergeschichte im Western-Stil an.
Erich Kästners "Fabian" am Münchner Volkstheater
:Wenn die Gegenwart alt ausschaut
Philipp Arnold verortet am Volkstheater Erich Kästners Großstadtroman "Fabian oder: Der Gang vor die Hunde" klug in der heutigen Zeit. Was am Ende bleibt, ist eine erschreckende Erkenntnis.
Faust-Preis
:Freu dich doch
Jubelsprünge, Woke-Kritik und jede Menge Ratlosigkeit ob des Zustands der Welt: So war der Theaterpreis "Faust" in Hamburg.