Effektspektakel und großes Königsdrama: Die Royal Shakespeare Company bringt mit „The Mad King“, ein Theater-Prequel der „Game of Thrones“-Serie in Stratford-upon-Avon auf die Bühne.
Theater
:Der Etat ist leer, der Pool ist voll
Intendant Matthias Lilienthal macht die angekündigte Welle und eröffnet vor der Berliner Volksbühne ein Planschbecken. Gefüllt ist es vor allem mit der Behauptung, dass hier die Avantgarde schwimmt.
Literatur
:Wenn Fuchs, Hase und Finanzhai über René Benko schimpfen
Bald feiert Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ bei den Salzburger Festspielen Premiere. Damit das Bestiarium vollständig ist, lohnt es sich, ihren Wutausbruch vorab als Buch zu lesen.
Tanz
:Tanz mit Reifesiegel
Altmeister John Neumeier choreografiert in Venedig ein Stück über die Seufzerbrücke – für ein neu gegründetes 40-plus-Ensemble. Die Zeiten, in denen ältere Tänzer aufs Abstellgleis kamen, sind vorbei.
Nachruf
:Auf Recherche in der Welt
Der international umtriebige Kritiker Jürgen Berger schrieb nicht nur über Theaterstücke, er entwickelte auch selbst welche. Nun ist er im Alter von 71 Jahren gestorben.
Salzburger Festspiele
:„Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!“
Ein nackter Jedermann, ein geschasster Intendant und eine Frau, die den Laden am Laufen hält: ein Report von den Salzburger Festspielen. Erstmals äußert sich auch der abservierte Markus Hinterhäuser.
Salzburger Festspiele
:Wie ist das auf der Bühne nur auszuhalten?
In Salzburg wird Peter Handkes „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ uraufgeführt. Ein Stück ohne Ereignisse, aber voll schwerer Gedanken.
Salzburger Festspiele
:Kein Todestrank, eher eine Psychodroge
Ulrich Rasche inszeniert bei den Salzburger Festspielen Goethes „Faust I“ als strenges psychologisches Konzentrat. Hätte er die Idee doch nur durchgehalten.
Salzburger Festspiele
:„Zusammen zu spielen, ist für uns eine Gönnung“
In „Faust“ bei den Salzburger Festspielen stehen Anna Drexler und Steven Scharf gemeinsam auf der Bühne – im echten Leben sind sie ein Paar. Ein Gespräch über Familienorganisation und die Frage, ob Gretchen eine „starke Frau“ ist.
Nibelungen-Festspiele
:Die Frau beendet das Töten
Wie es Kriemhild bei König Etzel ergeht: „Die Hunnenkönigin“ bei den Nibelungen-Festspielen in Worms.
Notizen aus meinem Leben
:„Aber gell, Sie sind nicht die Amelie Fried?“
Belauschte Gespräche in Theaterpausen, erkannt werden in Straßencafés – warum man einfach mitschreiben muss, was da passiert. Und besonders in Bayreuth bei den Festspielen.
Salzburger Festspiele
:„Ich träume von großen Stoffen“
Karin Bergmann, die Interimsintendantin der Salzburger Festspiele, über die Lage nach dem Rauswurf ihres Vorgängers Markus Hinterhäuser und ihre Pläne für die kommenden Jahre.
Theater
:Flossen hoch, es wird tagesaktuell
Der Wal, jetzt auch auf der Bühne: In Hamburg hat das Theaterstück „Timmy – die Hope stirbt zuletzt“ von Alexander Klessinger Premiere. Ein wilder, lustiger und nur stellenweise moralischer Ritt durch eine hitzige Debatte.
Theaterfestival Avignon
:Gesänge von Mord und Totschlag
Jedes Jahr im Juli fallen die Schauspieler in Avignon ein und verwandeln die Stadt in eine riesige Bühne. Dieses Jahr untersucht das Festival faszinierend den engen Zusammenhang zwischen der Kunst und dem Bösen.
Theater
:„Empathie ist erlernbar“
Als Wilfried Schulz vor zehn Jahren die Intendanz des Düsseldorfer Schauspielhauses übernahm, setzte ihm die Stadt ohne Vorwarnung eine Großbaustelle vor die Nase. Ein Abschiedsgespräch darüber, wie aus Hartnäckigkeit und Improvisation richtig gute Kunst entstehen kann.
Debatte
:Wir werden uns noch wundern
Der miserable Umgang der Münchner Politik mit der Kammerspiel-Intendantin Barbara Mundel passt in eine Zeit hohler Worte und Bekenntnisse. Wenn es ernst wird, sind Menschen und Institutionen nichts mehr wert in diesem Land.
Theater
:Wer soll dieses Theater leiten?
Die Münchner Kammerspiele suchen einen neuen Chef. Doch die Stadt drückt sich um klare Worte, Intendantin Barbara Mundel fühlt sich übergangen. Zum Ende einer nicht ganz glücklichen Beziehung.
Theater
:Morden in Zeiten der Klimakrise
Lassen sich antike Dramen mit aktuellen Umweltdebatten verbinden? In Mülheim wagt Regisseur Philipp Preuss den Versuch mit „Circus Oresteia“, einem Stück von Thomas Köck.
Theater
:Warum noch mal die Aufregung?
Thomas Melle ergänzt Schillers „Räuber“, und Stefan Pucher macht daraus in Stuttgart rumpeliges, wortreiches Theater. Doch was die Figuren wirklich umtreibt, bleibt rätselhaft.
Nachruf Dieter Sturm
:Der virtuose Zuhörer
Er war Inspiration für Luc Bondy und Peter Stein, der Geburtshelfer der Stücke von Botho Strauß und konnte ein magisches Arbeitsklima erzeugen: Zum Tod des großen Dramaturgen Dieter Sturm.
Tanz
:Was kommt mit dem Herbst?
Die Tanzsparten an deutschen Theatern sind sehr international und divers. Sollte die AfD die Wahl in Sachsen-Anhalt gewinnen, könnte das Folgen für die Szene haben.
Theater
:Von Liebe, Kobolden und Samurai
Ein traditionelles Noh-Theater aus Japan kommt im Herbst für zwei Gastspiele nach Deutschland. Die Inszenierung übernimmt ein Schauspiel-Familienbetrieb aus Kyoto. Ein Besuch vor Ort.
Theater
:Da kann selbst der Narr nicht mehr lachen
In Oberammergau spielen die Dorfbewohner „Tyll“, nach dem Gauklerroman von Daniel Kehlmann. Lustig ist an der Inszenierung von Christian Stückl wenig – gerade das macht sie stark.
Theaterfestival
:Hör mal, wer da weint
Was, wenn auf der ganzen Welt plötzlich Babygeschrei zu hören ist? Neun Autorinnen und Autoren schreiben darüber gemeinsam ein Stück. Am Münchner Residenztheater hatte „The Crying Child“ jetzt Premiere.
Theaterfestival in Chemnitz
:Am Limit
Gerade war Chemnitz Kulturhauptstadt Europas, jetzt gastiert dort das Festival „Theater der Welt“. Schön international, schön glänzend. Völlig unklar ist, wie es mit dem maroden Schauspielhaus weitergeht.
Theater
:Schreckschraubenzieher
Claudia Bauer inszeniert Werner Schwabs „Die Präsidentinnen“ am Münchner Residenztheater. Ist das legendäre Fäkaliendrama gut gealtert – oder ein Griff ins Klo?
Theater
:An der Grenze des Sagbaren
Der Missbrauch einer 14-Jährigen aus der Sicht des Täters: Leonie Böhm adaptiert an den Münchner Kammerspielen den Roman „Mein kleines Prachttier“.
Lärmbelästigung im Theater
:Ruhe im Parkett, bitte!
Ein gurrendes Baby sorgt für großen Ärger in einer Shakespeare-Aufführung mit Kenneth Branagh. Störenfriede im Theater gab es immer schon. Aber kann es sein, dass es ständig lauter wird? Eine Abrechnung.
Theater
:Der traurigste Mensch der Welt
Egal, ob depressiver Autor oder einsamer Käfer Gregor Samsa: Niemand kann am Theater derzeit so grandios betrübte Figuren spielen wie Paulina Alpen. Wie macht sie das nur?
Theater
:Kannst selbst schauen, wo du bleibst, liebe Kunst
Höhere Kosten, klamme Kommunen und ein enormer Sanierungsbedarf bei den Gebäuden: Auf die Theater kommen harte Zeiten zu.
Theater
:Ein Text, zwei Schauspieler, sechs Stunden
Das hätte Samuel Beckett gefallen: Conor Lovett und Stephen Dillane durchkriechen seinen Text „How it is“ über den Wahnsinn menschlicher Existenz – in einem venezianischen Palazzo.
Theater
:Familie? Alles Schweine
Die Uraufführung von Roland Schimmelpfennigs „Sommersonnenwende“ kostet in Stuttgart eine Schlacht ums Erbe aus. Unter dem Witz der Oberfläche rumort es gewaltig.
Theater
:Von der Politik im Stich gelassen
Saftige Mieterhöhung: Die Belegschaft des Berliner Maxim-Gorki- Theaters fürchtet um die Zukunft des Hauses.
Theater
:Angriff der hippen Streber
Jürgen Kuttner zeigt seine beliebten „Videoschnipsel“ an der Berliner Volksbühne zum letzten Mal. Und er ist nicht der einzige erfolgreiche Künstler, den der neue Intendant Matthias Lilienthal vor die Tür setzt.
Theater
:Kreative Feuchtgebiete
Die Berliner Bäder sind mal wieder zu, wegen Personalmangel oder Überfüllung? Kein Problem: Intendant Matthias Lilienthal eröffnet vor der Volksbühne einfach noch eines.
Literatur
:„Über das Leben schreiben heißt auch, über den Tod zu schreiben“
In „Judith und Hamnet“ erzählt Maggie O’Farrell vom Verlust eines Kindes, die Verfilmung des Romans war für acht Oscars nominiert. Auch in ihrem neuen Buch „Land“ geht es um Abschiede. Ein Gespräch über die oft brutale Geschichte ihrer Heimat Irland.
Theater
:Fit fürs Leben
Bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen braucht das Kollektiv „Pony Cam“ Hilfe aus dem Publikum. Es zeigt sich: Wenn unendliche To-Do-Listen und Mitmachtheater zusammenkommen, entsteht Gemeinschaftsgefühl.
Wiener Festwochen
:Eingeknickt
Milo Rau und die Wiener Festwochen laden den rechtslibertären Tech-Unternehmer Peter Thiel wieder aus. Er hätte an einer Diskussion teilnehmen sollen. Doch es gab zu viel Gegenwind.
Theater
:Jetzt macht ihr mal Theater
Die Jury des Theatertreffens setzt die Frauenquote aus. Sofort gibt es Proteste – aus Angst vor einem Backlash. Warum die Entscheidung trotzdem richtig ist.
Performance-Star Florentina Holzinger
:Wehtun muss es schon
Die Wiener Extrem-Performerin und Choreografin Florentina Holzinger erobert mit ihrem nackten Amazonen-Trupp jetzt auch die Kunstwelt. Eine Begegnung in Wien und auf Schloss Prinzendorf, auf dem Weg zu neuen Schmerzgrenzen.
Theater
:So eine Wut
Ein Hochrisiko-Unternehmen: Das Theater Magdeburg bringt mit Kevin Rittbergers Stück „Wunde Stadt“ die Spätfolgen des Weihnachtsmarkt-Attentats auf die Bühne.
Theater
:Wer darf aufs sinkende Schiff?
Das Münchner Volkstheater zeigt „Der blinde Passagier“ von der spät wiederentdeckten Maria Lazar.
Literatur
:Eine fantastische Ausstellung
Voralpenschwachdenker? Weinflaschenstöpselfabrikant? Nein, Sprachgigant: Das Literaturmuseum in Wien feiert Wirkung und Nachwirkung des Jahrhundertschriftstellers Thomas Bernhard.
Theater
:Rodeln im Eisbärkostüm
Ein Team um Regisseur Jan-Christoph Gockel reiste auf den Spuren einer Messerattacke in die Antarktis. Minus 80 Grad, absolute Grenzerfahrung. Warum ist „Polaris“ trotzdem so klamaukig?
Theatertreffen
:Das schönste Katastrophengebiet der Welt
Drei Höhepunkte, zwei Komplettabstürze und eine skandalöse Lücke. Eines aber muss man bei der Bilanz des Berliner Theatertreffens hemmungslos feiern: die Schauspiel-Kunst.
Nachruf auf Angelica Domröse
:Biografien wie ihre gibt es kaum noch
Im Westen nannte man Angelica Domröse später „die Bardot des Ostens“ – aber gerecht wurde man der Schauspielerin mit diesem Klischee nicht. Würdigung einer Frau, die in vielerlei Hinsicht eine Klasse für sich war.
Nachruf
:Servus, Tscharlie
Als Hallodri in den „Münchner Geschichten“ war er Kult, in seinen Rollen als widerborstiger Charmeur ein Publikumsliebling. Jetzt ist der Schauspieler Günther Maria Halmer im Alter von 83 Jahren gestorben.
Theater
:Mampf
In Berlin geht der Trend hin zum Theaterpicknick: Während auf der Bühne gelitten wird, packen Zuschauer immer öfter ihre Flaschen und Chipstüten aus und machen es sich sofagemütlich. Prost Mahlzeit!
Theater
:Das Glück ist ein Haustier
Katzenfrauen des Ruhrgebiets: Die Dokumentar-Theatermacherinnen von „Werkgruppe 2“ haben aus Interviews mit älteren, alleine mit Tieren lebenden Damen eine herrliche Inszenierung gebaut.
Theater
:Im Schlaf erschien ihr Justin Bieber
Sebastian Hartmann adaptiert am Schauspiel Dresden das Buch „Träume in Europa“ des Dramatikers Wolfram Lotz. Dabei verliert er sich zunehmend selbst im Dämmernebel.