Theater

Kritiken, Reports, Porträts und Interviews

Theater
:„Was für einen Juden hätten Sie denn gerne?“

Die Münchner Kammerspiele widmen sich in einer Revue dem jüdischen Überleben in Deutschland. „Play Auerbach!“ ist ein Wurf – lustig, schräg und bitter.

SZ PlusVon Christine Dössel

Schaubühne Berlin
:Lügen, Liebe und Intrigen

Heiratet ein Jude eine Nicht-Jüdin: So könnte ein netter Witz beginnen. In der Komödie „Sabotage“ an der Berliner Schaubühne kommt die Regisseurin Yael Ronen aber nicht über nett hinaus.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:„ich bin nur code / ich bin nicht kolonial“

In Thomas Köcks Stück „KI essen Seele auf“ kommt die künstliche Intelligenz selbst zu Wort – als gefräßiges Datenmonster. Bei der Uraufführung in Stuttgart trumpfen drei furiose Cyber-Hexen auf.

SZ PlusVon Christine Dössel

Rassismus im Theater
:Ist „Othello“ überhaupt noch spielbar?

Das Hamburger Schauspielhaus hat Bilder historischer Inszenierungen gezeigt, in denen Blackfacing vorkam – und musste sich entschuldigen. Sensibilität ist gut, aber sie sollte ungerechte Strukturen treffen, nicht einzelne Stücke und Künstler.

SZ PlusVon Christine Dössel

Theater
:„Es dübelt der Dübel …“

Kandidat für den Wolfram-Weimer-Literaturpreis für erotische Lyrik: Anita Vulesica inszeniert in Berlin Stanisław Lems „Eine Minute der Menschheit“ in daueraufgekratzter Penetranz-Tonlage.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:Totenmesse fürs kölsche Chaos

Wie man aus dem Elend der Kölner Stadtplanung großartiges Theater macht: Anna-Sophie Mahlers „Requiem für eine marode Brücke“ als Event-Abend im Kolumba-Museum.

SZ PlusVon Alexander Menden

Nachruf
:Der kluge Spieler

Er brachte große Ideen auf die Bühne – und wurde noch berühmter, als er ein Theaterthema für Hollywood adaptierte: Nachruf auf den Dramatiker Tom Stoppard, der für das Drehbuch von „Shakespeare in Love“ einen Oscar gewann.

Von Alexander Menden

Theater
:Ihr Körper, ihre Freiheit

Kleists „Der zerbrochne Krug“ wird gerade überall gespielt, das Stück steht auf dem Lehrplan. Gibt es auch künstlerisch Neues zu sagen? Am Münchner Residenztheater zeigt Regisseurin Mateja Koležnik: Unbedingt.

SZ PlusVon Christiane Lutz

Maxim-Gorki-Theater Berlin
:Das oft aufregendste Theater der Stadt

Nach zwölf Jahren hört Intendantin Shermin Langhoff auf. Wie das Berliner Gorki-Theater die deutsche Bühnenlandschaft verändert hat.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Berliner Kulturhaushalt
:Kommt Kunst von Kohle?

Warum Subventionen womöglich doch nicht das richtige Mittel sind, um die Kultur in der Hauptstadt auf Vordermann zu bringen.

SZ PlusVon Claudius Seidl

Berliner Schaubühne
:Berufsrisiko: 40 werden

Falk Richters neues Stück „Hannah Zabrisky tritt nicht auf“ an der Berliner Schaubühne ist eine Komödie über eine alternde Schauspielerin. Lustig, aber leider auch nah an der Realität.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Nicholas Ofczarek als Richard III. in Wien
:Unser liebster Massenmörder

Shakespeares „Richard III.“  ist eines der blutigsten Stücke der Theatergeschichte. An der Wiener Burg zeigt Nicholas Ofczarek den Tyrannen jetzt als verwahrlostes Monster. Was sagt das über die Weltlage?

SZ PlusVon Wolfgang Kralicek

Münchner Kammerspiele
:Ist das lustig? Und wie

Das Theaterkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ inszeniert an den Münchner Kammerspielen das aberwitzige Stück „2x241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger“. Das ist Diskursgewitter, aber alle sind bestens gelaunt.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Die Moralbrüder morden wieder

Das Hamburger Schauspielhaus zeigt den oft inszenierten Roman „Das große Heft“ von Ágota Kristóf. Regisseurin Karin Henkel verhandelt die Frage, ob zwei Mörder Helden der Ethik sein können – oder doch nur schnöde Verbrecher sind.

SZ PlusVon Till Briegleb

Theater
:Der Krieg kann uns mal

Stas Zhyrkov ist der einzige ukrainische Regisseur im Exil, der an den großen deutschen Bühnen inszeniert. Nachdem er immer wieder Stücke über sein Heimatland gemacht hat, adaptiert er nun Saša Stanišićs Roman „Herkunft“ für das Berliner Ensemble. Eine Begegnung.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:Terror, die melodramatische Version

Das Schauspiel Köln adaptiert Emmanuel Carrères Reportage „V13“ über die islamistischen Anschläge in Paris. Dabei geht genau das verloren, was das Buch so erschütternd macht.

SZ PlusVon Alexander Menden

Marbacher Schillerrede 2025
:Eine Krankheit namens Eigenlob

Donald Trump zersetzt die Moral und stürzt die Welt ins Chaos. Dabei erinnert er an King Lear aus Shakespeares Drama – die Willkürherrschaft beider Männer gründet in den gestörten Verhältnissen zu ihren Egos.

SZ PlusGastbeitrag von Eva Illouz

Konzerttickets
:„Dann crashte die Seite“

Früher stellte man sich in die Warteschlange, heute scheitert man im Online-Presale: Warum sind zurzeit alle Konzerte immer gleich ausverkauft? Auf der Spur eines existenziellen Elends, am Beispiel von „Radiohead“.

SZ PlusVon Joachim Hentschel

Theater
:Ein toller, großer Quatsch

Hier werden Sie nicht belehrt: Antú Romero Nunes’ Inszenierung von „Was ihr wollt“ am Berliner Ensemble ist einfach nur schönstes Spiel.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:Aber Vater war doch kein Rassist

Am Münchner Volkstheater inszeniert Christian Stückl eine Familienschlacht mit düsterem Hintergrund: „Appropriate (Was sich gehört)“. Gerade ein deutsches Publikum könnte sich ertappt fühlen.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Dieter Dorn wird 90
:Einer wie Zeus

Dieter Dorn wird 90 Jahre alt – 35 davon hat er in München Bühnengeschichte geschrieben, erst an den Kammerspielen, dann am Residenztheater. Es war ein Liebesverhältnis mit dem Publikum.

SZ PlusVon Christine Dössel

Theater
:Frauen in der Finsternis

Hannah Arendt und das Verbrechen an Gisèle Pelicot: Zwei Regisseurinnen gelingt am Deutschen Theater Berlin ein kluger Umgang mit schwierigen Stoffen.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Sinalco-Musical
:Eine der besten Musical-Ideen seit Langem

Mit „Das Glück ist eine Orange“ bringt das Landestheater Detmold Industriegeschichte auf die Bühne. Das Stück erzählt vom in der Stadt gegründeten Limonaden-Unternehmen Sinalco, das mal von einem strammen Nazi geleitet wurde.

SZ PlusVon Max Florian Kühlem

Theater
:Vampire sind die besseren Menschen

„Vampire’s Mountain“ von Philippe Quesne: Der französische Bühnenromantiker versammelt am Schauspielhaus Hamburg ein Häuflein Untoter zu einem freundlichen Weltabgesang.

Von Till Briegleb

Maxi Schafroth
:„Zwischen Gucci, Prada und Chanel steht jetzt ein Güllefass“

In den Münchner Kammerspielen inszeniert er sein erstes eigenes Stück, am Nockherberg ist er rausgeflogen: Der Kabarettist Maxi Schafroth über die erfahrene Kränkung, die wahre Kraft von Theater – und darüber, warum Pumuckl der König des Schabernacks ist.

SZ PlusInterview von Christine Dössel

Kultur
:Ein Theater ruft um Hilfe

Im Rambazamba in Berlin machen Menschen mit Behinderung tolles, anarchisches Theater. Jetzt geht das Geld aus – und prominente Unterstützer von Bela B bis Nina Hoss kämpfen um den Erhalt.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theaterfestival „Spielart“
:Die Welt an der Angel

Indigene Rituale, heilige Kühe und ein dicker Wal: Das „Spielart“-Festival in München zeigt Theater aus dem globalen Süden – und es macht Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Ein weiterer Grund für die AfD, das Gorki zu hassen

Das Berliner Theater feiert die sexpositive Exzess-Königin Anita Berber. „Androgynous“ ist große Kunst: mit Glam, queerem Stolz, Wahrheit und Melancholie.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Harald Schmidt
:Beim Schweiß von Lars Klingbeil

Harald Schmidt macht jetzt Late-Night auf der Bühne, sein Sidekick ist der fränkische Kabarettist Volker Heißmann. Über einen sehr vergnüglichen Abend im Münchner Residenztheater.

SZ PlusVon Christine Dössel

„Lapidarium“ von Rainald Goetz
:Siehe da, lauter bekannte Namen

Die Uraufführung von Rainald Goetz’ „Lapidarium“ am Münchner Residenztheater ist eine assoziative Namedropping-Veranstaltung, der trotz Helmut Dietl und Franz Xaver Kroetz das Lokalkolorit fehlt.

SZ PlusVon Christine Dössel

Theater
:Blöde Blödelei über das Böse

Ein katastrophaler Abend am Thalia-Theater in Hamburg mit Corinna Harfouch verhebt sich an der Philosophin Hannah Arendt und lässt den Holocaust aussehen wie eine Komödie.

SZ PlusVon Till Briegleb

Theater
:Der Vater, die Tochter, der Dreck

Wiebke Puls bringt Anne Paulys Roman „Bevor ich es vergesse“ auf die Bühne der Münchner Kammerspiele. Das schlägt durch ins tiefste Innere.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Der Countdown läuft

Raphaela Bardutzky ist neue Hausautorin am Staatsschauspiel Nürnberg. In ihrem Stück „74 Minuten“ denken die Schauspieler über die Zeit nach. Und geraten dabei mitunter selbst in Hektik.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Münchner Kammerspiele
:Ist der Mensch größer als der Krieg?

Wagner-Söldner, Koch-Show und sehr viel Schiller: Die Münchner Kammerspiele eröffnen mit einem in jeder Hinsicht überbordenden „Wallenstein“. Und enden mit einer kleinen Hoffnung.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Sogar ein bisschen Shakespeare

Am Schauspielhaus Hamburg zitiert Frank Castorf genüsslich sich selbst und bewahrt seine Kunst einmal mehr vor radikaler Neuerfindung. „Hamlet“ ist ein gewohnt souveräner stundenlanger Wahnsinn.

SZ PlusVon Till Briegleb

Theaterfestival
:Komm, schieß mit mir!

Veteranen-Elend, Fußball mit dem Feind und  ein Film über die Wiederbewaffnung: Das Mannheimer „Wunder der Prärie“-Festival mit dem Titel „Theaters of War(s)“ zeigt, wie Kunst auf den Krieg reagiert.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Wie rechte Gesinnung im Netz normalisiert wird

Toxische Selbstoptimierung: Die Berliner Theatergruppe „Polyformers“ entlarvt mit ihrem neuen Stück „Radikal jung“ die subtilen Techniken von AfD-nahen Influencern.

SZ PlusVon Peter Littger

Fehlurteile der Kritik
:Täuschen tut sich der nie? Nie!

Kulturjournalisten und Publikum sind sich nicht immer einig in ihrem Urteil. Zum Glück.

Von Gerhard Matzig

80 Jahre Kritik
:Analog und wunderbar

Mit Stift und Block in die Premiere: Warum die Opern- und Theaterkritiker fast schon selbst zu den Klassikern zählen.

Von Christine Dössel

Köln
:Die Oper kütt!

Als annähernd letzte Amtshandlung kündigt die scheidende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für kommenden September die Wiedereröffnung der sanierten Kölner Bühnen an – nach bisher 13 Jahren Bauzeit und einer beispiellosen Kostenexplosion.

SZ PlusVon Alexander Menden

Theater
:Das Grauen des Holocaust im Plenarsaal

Das Schauspiel Stuttgart zeigt Peter Weiss’ erschütterndes Sprechoratorium „Die Ermittlung“ im Stuttgarter Landtag. Selten war die Aufmerksamkeit im Theater so hoch wie hier.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Stell dir vor, es kippt

Kay Voges eröffnet seine Intendanz am Schauspiel Köln mit „Imagine“, einer Uraufführung, basierend auf dem Lennon-Lied. Hoffnung versprechen hier aber nur psychedelische Pilze.

SZ PlusVon Alexander Menden

Theater
:Herr K. darf sich geehrt fühlen

Frank Kafka und seine Albträume als Entertainment-Show, mit jüdischem Vaudeville und verjazzter Musik? Barrie Kosky gelingt das am Berliner Ensemble mit seiner Revue „K.“.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Residenztheater München
:Wie der Horror in den Alltag sickert

In dem Roman „Nach Mitternacht“ schaut Irmgard Keun den Leuten in Nazideutschland aufs Maul. Cosmea Spelleken inszeniert den bitterbösen Text nun unaufgeregt am Münchner Residenztheater.

SZ PlusVon Christiane Lutz

Theater
:Der Bierkrug ist groß, die Liebe ist hin

Auf geht’s zum Oktoberfest: Barbara Frey inszeniert am Residenztheater Horváths „Kasimir und Karoline“ als Nachtschattentraum mit tollen Schauspielern.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Ulrich Matthes müht sich ab

Ayad Akthars „Der Fall McNeal“ am Deutschen Theater Berlin handelt von Kreativität und Künstlicher Intelligenz, wirkt aber selbst wie von sehr schlichter KI erstellt.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:Gelebter Größenwahn

Totaltheater: Ida Müller und Vegard Vinge bohren sich an der Berliner Volksbühne in Ibsens „Peer Gynt“ und den Kopf der Titelfigur. Acht Stunden lang.

SZ PlusVon Peter Laudenbach

Theater
:Alles nicht so schlimm

Selten war eine Dystopie so freundlich versponnen: Vage inspiriert von Ödön von Horváth inszeniert der deutsch-koreanische Autor und Regisseur Bonn Park am Münchner Volkstheater „Glaube Liebe Roboter“.

SZ PlusVon Egbert Tholl

Theater
:Was, wenn wir Brücken bauten?

Yousef Sweid zeigt am Berliner Gorki-Theater den womöglich kuscheligsten Abend über den Nahen Osten, den deutsche Bühnen zu bieten haben. Wie macht er das?

SZ PlusVon Sonja Zekri

Abschied von Claus Peymann
:Fast meinte man, ihn glucksen zu hören

Das Wiener Burgtheater verabschiedet seinen langjährigen Intendanten Claus Peymann mit einer besonderen Trauerfeier. Eindrücke von der Heiligsprechung eines Theaterzampanos.

SZ PlusVon Christine Dössel

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: