Reporterinnen und Reporter beschreiben die Welt nicht nur vom Büro aus, sie gehen raus, dahin, wo das Leben stattfindet, wo es wehtut und funkelt, zu den Menschen und ihren Geschichten. Um im Kleinsten das Große zu erkennen. Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe ihre Seite Drei.
Südlibanon
:Die libanesische Tragödie
Die jüngste Geschichte Libanons ist eine Aneinanderreihung von Kriegen und Katastrophen. Während die Welt von einer Waffenruhe in Iran spricht, bombt Israel hier weiter. Besuch in Südlibanon, wo sie trotzdem nicht aufhören, an das Morgen zu glauben.
Nachruf
:Der Lebenskünstler
Mario Adorf hat kleine Banditen gespielt und große Bosse, Killer und Kommissare. Und einen Klebstofffabrikanten, der ein Leben lang an ihm haften blieb. Abschied von einem der wenigen deutschen Schauspieler, die die Aura eines Weltstars hatten.
Wahl in Peru
:Ein Land zerlegt sich selbst
Wenn am Sonntag gewählt wird, geht es vor allem darum, ob Peru dann komplett in die Hände der Mafia fällt. Im Kongress in Lima sitzen schon jetzt viele, die weniger an das Wohl des Landes denken als an ihr eigenes. Über einen Staat, der von innen zerbröselt.
Wahl in Ungarn
:„Wir wollen, dass diese Scheiße endlich vorbei ist“
Seit sechzehn Jahren regiert Viktor Orbán Ungarn, aber er wirkt angeschlagen. Das Problem ist nur, selbst wenn er die Wahl am Sonntag verlieren sollte, ist nicht sicher, ob ein Systemwechsel in einer derart ausgehöhlten Demokratie noch möglich wäre.
Taiwan
:Wegsehen hilft nicht mehr
Immer mehr Taiwaner bereiten sich auf eine chinesische Invasion vor. Letztlich üben sie, wie man überlebt. Unterwegs mit Menschen, die im Gegensatz zu manchen Deutschen sehr genau wissen, was sie hier verteidigen.
Batic, Leitmayr und ihre letzte Leiche
:Sterne des Südens
Batic und Leitmayr haben 35 Jahre lang im „Tatort“ die Leichen aus den Tiefen und Untiefen dieser Stadt gezerrt. München leuchtet? Unbedingt, aber bei ihnen durfte es auch mal richtig schattig sein. Jetzt gehen sie in Rente: Na dann, servus.
Edelmetalle
:Außen Gold, innen hohl
Trump, Maga und das Gold – man muss da wohl von Liebe sprechen, oder besser von einer Obsession. Aber es geht Amerikas Rechten nicht nur um Geprotze im „Diktatoren-Stil“ und ihre dystopische Weltsicht, sondern vor allem um eines: das Geschäft.
Söder in Texas
:Howdy, Partner
Festspiele des Größenwahns? Da sind die Texaner noch besser als Markus Söder. Der USA-Trip ist für ihn trotzdem eine Art Wellness-Urlaub, weil das hier einfach sehr weit weg ist von den Wahlen, die seine CSU gerade so krachend verloren hat.
Russen in Deutschland
:Er floh vor Putin. Jetzt könnte Deutschland ihn zurückschicken.
Georgi Avaliani sagt, er sei ein russischer Deserteur, deswegen sei er mit seiner Familie nach Deutschland geflohen, aus Angst. Jetzt wurde sein Asylantrag abgelehnt. Selbst Putins Gegner gelten mittlerweile als potenzielles Sicherheitsrisiko.
Ukraine
:Er dachte, er wird Chauffeur. Dann stand er an Putins Front
Stell dir vor, es ist Krieg und einer geht hin, der gar nicht weiß, dass er in den Krieg zieht: Das ist die Geschichte eines jungen Kenianers. Und es ist die Geschichte vieler Männer aus Afrika, die für Putin in die Ukraine gelockt werden.
Digitale Gewalt
:Deine Qual ist meine Freude
Seit Collien Fernandes es tut, redet das ganze Land über digitale Gewalt. Aber wer sind diejenigen, die anderen das Leben zur Hölle machen? Es sind zum Beispiel Jungs und Männer, die sagen, es gehe ihnen um „Unterhaltung“.
Nachruf
:Der Aufklärer
Alexander Kluge wollte alles: Bücher schreiben, Filme drehen und in den Lauf seiner Zeit eingreifen. Nachruf auf einen Mann, der den Blick der Menschen weitete wie kaum ein anderer.
Kuba
:Trump ist ihre Hoffnung – und ihre Angst
Seit der US-Präsident gesagt hat, er werde sich Kuba „nehmen“, rätseln sie in der Exilgemeinde in Florida, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Denn eines ist ja klar: Es sind nicht die Kubaner, die ihn interessieren.
Zwangssterilisation
:Du sollst nicht schwanger werden
Dass Menschen mit Behinderung gegen ihren Willen sterilisiert werden, erinnert an finstere Zeiten. Doch es gibt diese Fälle immer noch. Und nur selten landen sie vor Gericht.
Berlin
:Liebling, wir haben die SPD geschrumpft
Die Sozialdemokraten sahen sich selbst immer gern als Partei der Arbeiter. Aber die wählen heute eher die AfD. Jetzt, nach zwei katastrophalen Wahlniederlagen, streiten die Genossen, wie sie nicht völlig verzwergen.
Bundesregierung
:Manche mögen’s kalt
Niemandem in der Bundesregierung wird eine solche Härte nachgesagt wie Katherina Reiche. Von einer Wirtschaftsministerin, die nur wenigen vertraut. Außer Gott und dem Markt.
Die Prinzen
:Dann hasst mich doch
Sebastian Krumbiegel hat immer gepfiffen auf die oberste Regel des Showgeschäfts: keine Politik. Er kann gar nicht anders, als den Mund aufzumachen, als Musiker, als Deutscher, als Kind der DDR. Und ja, das hat seinen Preis.
Italien
:Die zwei Gesichter der Giorgia Meloni
Italiens Ministerpräsidentin ist in einer Welt groß geworden, in der man dem Faschismus hinterhertrauert. Aber hat sie diese Welt auch hinter sich gelassen? Sicher ist: So moderat sie im Ausland auftritt, so radikal will sie ihr Land von innen verändern.
Dieter Reiter
:Alarmstufe Rot
Für Dieter Reiter war klar, dass allein sein Name für den Wahlsieg reicht. Jetzt muss er in der Stadt Rosen verteilen und hoffen, dass genug Münchner ihm die Sache mit dem FC Bayern verzeihen. Über einen Oberbürgermeister und die Hybris der Macht.
Türkei
:Der Gefangene des Präsidenten
Der stärkste Gegner von Recep Tayyip Erdoğan sollte zum Schweigen gebracht werden, deshalb sitzt er seit einem Jahr in Haft. Aber Ekrem İmamoğlu schweigt nicht. Er nutzt den Prozess als Bühne – und schreibt einen Brief aus seiner Zelle.
Gesundheit
:Meine Klinik ist die beste
Dass das Gesundheitssystem zu teuer ist, weiß fast jeder – bis es um das „eigene“ Krankenhaus geht. Wie im niederbayerischen Bogen, wo eine Bürgermeisterin für etwas abgestraft wird, das sie gar nicht zu entscheiden hat.
Zum Tod von Jürgen Habermas
:Der Sturmvogel
Bis zum Schluss konnte sich Jürgen Habermas über „verzwergte politische Eliten“ aufregen, auch wenn der Philosoph da längst Weltruhm hatte. Nachruf auf einen großen Aufklärer.
Britisches Königshaus
:Das Gespenst von Sandringham
Nach den Skandalen um Andrew fragen sich die Briten, was die Monarchie noch ist für ihr Land: Herz, Hirn oder doch, sorry, Geschwür? Eindrücke aus Norfolk, dem Wohlfühlort der Royals.
Krieg in Nahost
:Krieger auf Abruf
Die iranischen Kurden träumen davon, in den Kampf zu ziehen, an der Seite von Israel und den USA. Denn nie war die Chance so groß, das Regime zu stürzen. Besuch bei einem Volk, das vom Westen immer gerne benutzt und dann wieder vergessen wird.
AfD
:Und plötzlich sind sie da
Im pfälzischen Gauersheim zeigt sich, was passiert, wenn die AfD in einem kleinen Ort aufschlägt. Seit Monaten wehrt sich der Bürgermeister gegen die extreme Rechte und ihren „Treffpunkt“. Aber die scheint davon nur zu profitieren.
Frankreich
:Wem gehört Paris?
Die Linken haben aus Paris eine Stadt gemacht, in der es sich vor allem als Radfahrer gut leben lässt. Doch jetzt will eine Frau Bürgermeisterin werden, die sie „Bulldozer“ nennen. Rachida Dati und der Kampf um die Hauptstadt.
Wahl in Baden-Württemberg
:Der Zauberer von Öz
Cem Özdemirs knapper Sieg war ein Triumph, der vor allem eines befeuern wird: den Richtungsstreit innerhalb der Partei. Von einem Grünen, der ein etwas anderer Grüner sein will. Und einer Partei, die nicht weiß, ob sie sich wirklich freuen soll.
SPD
:„Ich will nicht, dass die Bundesregierung an mir scheitert“
Das abgeschaffte Bürgergeld, die verschärfte Asylpolitik, keine einfache Zeit für die Linken in der SPD. Wer wüsste das besser als Annika Klose? Die Frage ist nur, wie laut man gegen die eigene Regierung aufmucken darf.
Influencer in Dubai
:Es ist nicht alles Gold, was klickt
Als iranische Raketen auf Dubai flogen, posteten Influencer dort plötzlich reihenweise, wie sicher es im Emirat doch sei. Ist das die Wahrheit oder eine Kampagne? Ein Besuch in der Welt der Bitcoins und Lamborghinis.
Iran
:Apparat der Angst
Die Revolutionsgarde war immer die Lebensversicherung des iranischen Regimes. Ist sie jetzt, wo der Ayatollah tot ist, also die neue Macht? Über eine Truppe, die im ganzen Land Respekt auslöst. Und Hass.
Donald Trump
:Der Ego-Shooter
Donald Trump ist mit dem Versprechen angetreten, die USA aus militärischen Abenteuern rauszuhalten – und ist jetzt als Kriegsherr kaum zu bremsen. Es bleibt die Frage, was ihn mehr antreibt: die Sorge vor Irans Atomprogramm oder die eigene Eitelkeit?
Friedrich Merz
:Der Mittelmächtige
Für Friedrich Merz lag Deutschlands außenpolitische Schwäche am Dilettantismus der Ampel. Jetzt muss er selbst erfahren, wie wenig Einfluss ein Kanzler hat in einer Welt, die von der Willkür Trumps und Putins abhängt.
Wahl Baden-Württemberg
:Und, war’s schlimm?
Als Winfried Kretschmann 2011 ins Amt kam, fürchteten einige, was er anstellen wird mit dem schönen Baden-Württemberg. Nun, gar nicht so viel. Auf der Suche nach dem grünen Vermächtnis des ersten grünen Ministerpräsidenten.
Nepal
:„Ich war vorbereitet darauf, erschossen zu werden“
Nepals Jugend brauchte im September 2025 nur eine Gaming-Plattform und Smartphones, um die Regierung zu stürzen. Seitdem ist Gen Z zu einer Marke geworden, mit der sich hier jeder politisch profilieren kann. Auch die alten Eliten. Game over?
Nachruf Ayatollah Ali Chamenei
:Der Undurchschaubare
Ali Chamenei, Oberster Führer der Islamischen Republik Iran, wurde durch den historischen Zufall an die Macht getragen. Seit 1989 herrschte er mit purer Gewalt über sein Land. Jetzt ist er tot und die Frage ist, ob es den Gottesstaat ohne ihn überhaupt noch gibt.
Mercedes-Benz
:"Im Prinzip müssten wir jetzt die Chinesen kopieren"
Mercedes-Benz, das war mal blechgewordene German Zuverlässigkeit. Aber nach all den Gewinneinbrüchen ist klar: Der Stern sinkt. Und mit ihm das Selbstverständnis der Nation. Auf den Spuren eines deutschen Mythos.
AfD
:Es bleibt in der Familie
Die AfD inszeniert sich gern als Kämpferin gegen die Korruption. Dass sich die selbsternannten Saubermänner gegenseitig haufenweise Anstellungen auf Kosten der Steuerzahler zuschanzen, was soll’s. Ihre Wähler interessiert es jedenfalls nicht.
Integrationskurse
:„Herr Dobrindt will ja vielleicht auch später von jemandem gepflegt werden, der ihn versteht“
Noch nie haben so viele Geflüchtete Deutsch gelernt, noch nie war das Ziel so klar: Integration. Seit Alexander Dobrindt angekündigt hat, die Kurse nur noch für wenige anzubieten, stellt sich die Frage: Warum wird hier Fortschritt so zertrümmert?
Berlin
:Der Sound einer gefährdeten Freundschaft
Im Turm des Schöneberger Rathauses in Berlin hängt seit 1950 die Freiheitsglocke, von Amerikanern gespendet. Nur: Was zählt der Schwur auf die Unantastbarkeit und Würde des Menschen noch in Zeiten von Trump?
Mexiko
:„El Mencho“ und die Macht des Bösen
Mexikos brutalster und reichster Drogenboss ist tot. Aber ob das ein Sieg ist für die Regierung oder nur der Anfang einer neuen Gewaltwelle, wird man sehen. Von einem Land, das jetzt erst mal versucht, ruhig zu bleiben.
USA
:Unterwegs mit Gejagten
Millionen Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis halten die Vereinigten Staaten von Amerika am Laufen. Aber Trump will sie loswerden, hetzt ICE auf sie. Sogar Leute, die längst Amerikaner sind, wollen nichts wie weg. Unterwegs im Land der Angst.
Südafrika
:„Lasst eure Kinder nicht im Stich“
Dass während der Apartheid schwarze Familien systematisch zerstört wurden, prägt Südafrika bis heute. Zwei von drei Kindern hier wachsen ohne biologischen Vater auf. Von Männern, die erst wieder lernen müssen, bessere Männer zu werden.
Olympische Winterspiele
:Im Würgegriff von Trump und Putin
Auch wenn das IOC so tut, als stünden Olympioniken außerhalb der heruntergerockten Welt, die sie umgibt: Tatsächlich stehen sie mittendrin. Was also bleibt von diesen Spielen? Strahlende und strauchelnde Athleten. Und die Resilienz eines Ukrainers.
New York
:Die ersten Wochen des Zohran Mamdani
Zohran Mamdani wurde aus dem Nichts zum populärsten Bürgermeister der Welt. Seit Anfang des Jahres regiert er die angeblich unregierbare Stadt New York. Und ist derart gut gelaunt dabei, dass alle anderen auch gut gelaunt sind.
Epstein Files
:Jeffrey Epstein und die Abgründe Norwegens
Die Norweger sahen sich immer als die Guten, aber was da jetzt mit den Epstein Files über das Land hereinbricht, erschüttert ihr Selbstbild fundamental. Und mittendrin im schmierigen Sumpf: Lichtfiguren der norwegischen Diplomatie.
CDU-Parteitag
:Ein bisschen Merz muss sein
Eine wie Karin Prien fällt auf in der männerdominierten, konservativen CDU. Die einen nehmen ihr die Wandlung zur Kanzler-Unterstützerin übel, die anderen nehmen sie ihr nicht ab. Die Familienministerin und ihr strategisches Dilemma.
Zugbegleiter
:Man kann nur hoffen, da heil rauszukommen
Natürlich gehen Zugbegleiter nach dem Tod ihres Kollegen mit einem unguten Gefühl zur Arbeit. Sie alle kennen ja den Hass, der ihnen immer öfter entgegenschlägt, auch Nicole Arnold und Jalal Youssef. Über die Abgründe im Zugabteil.
Sicherheitskonferenz München
:„Das war ja eine kleine Liebesbombe“
Erst waren alle geradezu betört, weil Marco Rubio so nett klang, ganz anders als J. D. Vance voriges Jahr auf der Sicherheitskonferenz. Aber letztlich brachte er die gleiche Botschaft: Wer Trump nicht folgt, hat Pech gehabt. München und der Riss, der bleibt.
Stuttgart 21
:Der toxische Bahnhof
Seit Jahren ist da dieses gigantische Loch mitten in Stuttgart. Der neue Bahnhof, den viele hier sowieso nie wollten, ist zur Lachnummer verkommen. Zeit, mal runterzusteigen in die Baustelle des Grauens. Aber Vorsicht, es könnte Ihnen gefallen.
Olympische Winterspiele
:Die Athleten sollen schweigen, aber sie denken gar nicht daran
Politik hat auf der großen Bühne Olympia nichts zu suchen, so das IOC Dogma. Viele US-Athleten scheint das nicht zu interessieren, sie wollen unbedingt reden: über ihr Land, über verlorene Werte. Den Sportfunktionären und Trump zum Trotz.