Reporterinnen und Reporter beschreiben die Welt nicht nur vom Büro aus, sie gehen raus, dahin, wo das Leben stattfindet, wo es wehtut und funkelt, zu den Menschen und ihren Geschichten. Um im Kleinsten das Große zu erkennen. Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe ihre Seite Drei.
Zum Tod von Jürgen Habermas
:Der Sturmvogel
Bis zum Schluss konnte sich Jürgen Habermas über „verzwergte politische Eliten“ aufregen, auch wenn der Philosoph da längst Weltruhm hatte. Nachruf auf einen großen Aufklärer.
Britisches Königshaus
:Das Gespenst von Sandringham
Nach den Skandalen um Andrew fragen sich die Briten, was die Monarchie noch ist für ihr Land: Herz, Hirn oder doch, sorry, Geschwür? Eindrücke aus Norfolk, dem Wohlfühlort der Royals.
Krieg in Nahost
:Krieger auf Abruf
Die iranischen Kurden träumen davon, in den Kampf zu ziehen, an der Seite von Israel und den USA. Denn nie war die Chance so groß, das Regime zu stürzen. Besuch bei einem Volk, das vom Westen immer gerne benutzt und dann wieder vergessen wird.
AfD
:Und plötzlich sind sie da
Im pfälzischen Gauersheim zeigt sich, was passiert, wenn die AfD in einem kleinen Ort aufschlägt. Seit Monaten wehrt sich der Bürgermeister gegen die extreme Rechte und ihren „Treffpunkt“. Aber die scheint davon nur zu profitieren.
Frankreich
:Wem gehört Paris?
Die Linken haben aus Paris eine Stadt gemacht, in der es sich vor allem als Radfahrer gut leben lässt. Doch jetzt will eine Frau Bürgermeisterin werden, die sie „Bulldozer“ nennen. Rachida Dati und der Kampf um die Hauptstadt.
Wahl in Baden-Württemberg
:Der Zauberer von Öz
Cem Özdemirs knapper Sieg war ein Triumph, der vor allem eines befeuern wird: den Richtungsstreit innerhalb der Partei. Von einem Grünen, der ein etwas anderer Grüner sein will. Und einer Partei, die nicht weiß, ob sie sich wirklich freuen soll.
SPD
:„Ich will nicht, dass die Bundesregierung an mir scheitert“
Das abgeschaffte Bürgergeld, die verschärfte Asylpolitik, keine einfache Zeit für die Linken in der SPD. Wer wüsste das besser als Annika Klose? Die Frage ist nur, wie laut man gegen die eigene Regierung aufmucken darf.
Influencer in Dubai
:Es ist nicht alles Gold, was klickt
Als iranische Raketen auf Dubai flogen, posteten Influencer dort plötzlich reihenweise, wie sicher es im Emirat doch sei. Ist das die Wahrheit oder eine Kampagne? Ein Besuch in der Welt der Bitcoins und Lamborghinis.
Iran
:Apparat der Angst
Die Revolutionsgarde war immer die Lebensversicherung des iranischen Regimes. Ist sie jetzt, wo der Ayatollah tot ist, also die neue Macht? Über eine Truppe, die im ganzen Land Respekt auslöst. Und Hass.
Donald Trump
:Der Ego-Shooter
Donald Trump ist mit dem Versprechen angetreten, die USA aus militärischen Abenteuern rauszuhalten – und ist jetzt als Kriegsherr kaum zu bremsen. Es bleibt die Frage, was ihn mehr antreibt: die Sorge vor Irans Atomprogramm oder die eigene Eitelkeit?
Friedrich Merz
:Der Mittelmächtige
Für Friedrich Merz lag Deutschlands außenpolitische Schwäche am Dilettantismus der Ampel. Jetzt muss er selbst erfahren, wie wenig Einfluss ein Kanzler hat in einer Welt, die von der Willkür Trumps und Putins abhängt.
Wahl Baden-Württemberg
:Und, war’s schlimm?
Als Winfried Kretschmann 2011 ins Amt kam, fürchteten einige, was er anstellen wird mit dem schönen Baden-Württemberg. Nun, gar nicht so viel. Auf der Suche nach dem grünen Vermächtnis des ersten grünen Ministerpräsidenten.
Nepal
:„Ich war vorbereitet darauf, erschossen zu werden“
Nepals Jugend brauchte im September 2025 nur eine Gaming-Plattform und Smartphones, um die Regierung zu stürzen. Seitdem ist Gen Z zu einer Marke geworden, mit der sich hier jeder politisch profilieren kann. Auch die alten Eliten. Game over?
Nachruf Ayatollah Ali Chamenei
:Der Undurchschaubare
Ali Chamenei, Oberster Führer der Islamischen Republik Iran, wurde durch den historischen Zufall an die Macht getragen. Seit 1989 herrschte er mit purer Gewalt über sein Land. Jetzt ist er tot und die Frage ist, ob es den Gottesstaat ohne ihn überhaupt noch gibt.
Mercedes-Benz
:"Im Prinzip müssten wir jetzt die Chinesen kopieren"
Mercedes-Benz, das war mal blechgewordene German Zuverlässigkeit. Aber nach all den Gewinneinbrüchen ist klar: Der Stern sinkt. Und mit ihm das Selbstverständnis der Nation. Auf den Spuren eines deutschen Mythos.
AfD
:Es bleibt in der Familie
Die AfD inszeniert sich gern als Kämpferin gegen die Korruption. Dass sich die selbsternannten Saubermänner gegenseitig haufenweise Anstellungen auf Kosten der Steuerzahler zuschanzen, was soll’s. Ihre Wähler interessiert es jedenfalls nicht.
Integrationskurse
:„Herr Dobrindt will ja vielleicht auch später von jemandem gepflegt werden, der ihn versteht“
Noch nie haben so viele Geflüchtete Deutsch gelernt, noch nie war das Ziel so klar: Integration. Seit Alexander Dobrindt angekündigt hat, die Kurse nur noch für wenige anzubieten, stellt sich die Frage: Warum wird hier Fortschritt so zertrümmert?
Berlin
:Der Sound einer gefährdeten Freundschaft
Im Turm des Schöneberger Rathauses in Berlin hängt seit 1950 die Freiheitsglocke, von Amerikanern gespendet. Nur: Was zählt der Schwur auf die Unantastbarkeit und Würde des Menschen noch in Zeiten von Trump?
Mexiko
:„El Mencho“ und die Macht des Bösen
Mexikos brutalster und reichster Drogenboss ist tot. Aber ob das ein Sieg ist für die Regierung oder nur der Anfang einer neuen Gewaltwelle, wird man sehen. Von einem Land, das jetzt erst mal versucht, ruhig zu bleiben.
USA
:Unterwegs mit Gejagten
Millionen Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis halten die Vereinigten Staaten von Amerika am Laufen. Aber Trump will sie loswerden, hetzt ICE auf sie. Sogar Leute, die längst Amerikaner sind, wollen nichts wie weg. Unterwegs im Land der Angst.
Südafrika
:„Lasst eure Kinder nicht im Stich“
Dass während der Apartheid schwarze Familien systematisch zerstört wurden, prägt Südafrika bis heute. Zwei von drei Kindern hier wachsen ohne biologischen Vater auf. Von Männern, die erst wieder lernen müssen, bessere Männer zu werden.
Olympische Winterspiele
:Im Würgegriff von Trump und Putin
Auch wenn das IOC so tut, als stünden Olympioniken außerhalb der heruntergerockten Welt, die sie umgibt: Tatsächlich stehen sie mittendrin. Was also bleibt von diesen Spielen? Strahlende und strauchelnde Athleten. Und die Resilienz eines Ukrainers.
New York
:Die ersten Wochen des Zohran Mamdani
Zohran Mamdani wurde aus dem Nichts zum populärsten Bürgermeister der Welt. Seit Anfang des Jahres regiert er die angeblich unregierbare Stadt New York. Und ist derart gut gelaunt dabei, dass alle anderen auch gut gelaunt sind.
Epstein Files
:Jeffrey Epstein und die Abgründe Norwegens
Die Norweger sahen sich immer als die Guten, aber was da jetzt mit den Epstein Files über das Land hereinbricht, erschüttert ihr Selbstbild fundamental. Und mittendrin im schmierigen Sumpf: Lichtfiguren der norwegischen Diplomatie.
CDU-Parteitag
:Ein bisschen Merz muss sein
Eine wie Karin Prien fällt auf in der männerdominierten, konservativen CDU. Die einen nehmen ihr die Wandlung zur Kanzler-Unterstützerin übel, die anderen nehmen sie ihr nicht ab. Die Familienministerin und ihr strategisches Dilemma.
Zugbegleiter
:Man kann nur hoffen, da heil rauszukommen
Natürlich gehen Zugbegleiter nach dem Tod ihres Kollegen mit einem unguten Gefühl zur Arbeit. Sie alle kennen ja den Hass, der ihnen immer öfter entgegenschlägt, auch Nicole Arnold und Jalal Youssef. Über die Abgründe im Zugabteil.
Sicherheitskonferenz München
:„Das war ja eine kleine Liebesbombe“
Erst waren alle geradezu betört, weil Marco Rubio so nett klang, ganz anders als J. D. Vance voriges Jahr auf der Sicherheitskonferenz. Aber letztlich brachte er die gleiche Botschaft: Wer Trump nicht folgt, hat Pech gehabt. München und der Riss, der bleibt.
Stuttgart 21
:Der toxische Bahnhof
Seit Jahren ist da dieses gigantische Loch mitten in Stuttgart. Der neue Bahnhof, den viele hier sowieso nie wollten, ist zur Lachnummer verkommen. Zeit, mal runterzusteigen in die Baustelle des Grauens. Aber Vorsicht, es könnte Ihnen gefallen.
Olympische Winterspiele
:Die Athleten sollen schweigen, aber sie denken gar nicht daran
Politik hat auf der großen Bühne Olympia nichts zu suchen, so das IOC Dogma. Viele US-Athleten scheint das nicht zu interessieren, sie wollen unbedingt reden: über ihr Land, über verlorene Werte. Den Sportfunktionären und Trump zum Trotz.
Israel
:Manchmal schämt er sich jetzt für Israel
Ihre Eltern und Großeltern flohen vor dem Terror der Nazis hierher und bauten ein offenes, sicheres, tolerantes Land auf. Aber jetzt entfremden sich viele Israelis von ihrer Heimat. Von Netanjahus neuem, kalten Israel. Und gehen.
USA
:Kalt wie ICE
Die Menschenjagd der US-Einwanderungsbehörde geht vielen zu weit. Immer mehr finden, dass Trump sie wie eine Privatmiliz einsetze. Auch Eric O’Denius hat mal für ICE gearbeitet. Und so viel ist sicher: Zurück will er nicht mehr.
Zoo in Kiew
:„Je näher ich den Tieren komme, desto weniger mag ich Menschen“
Während die Menschen in der Ukraine von Putin in die Kälte gebombt werden, wird in den Gehegen der Gorillas und Elefanten in Kiew eingeheizt. Von einem Zoodirektor, der davon überzeugt ist: Wer die Tiere rettet, rettet sich selbst.
IS-Terror
:"Selbst Hunde hatten einen höheren Stellenwert als wir"
In Raum B277 des OLG München müssen sich zwei Angeklagte für Verbrechen verantworten, die sie Tausende Kilometer von hier verübt haben sollen. Aber wenn die junge Jesidin erzählt von der Gewalt und der Verachtung des IS, ist plötzlich alles ganz nah.
Mondfahrt
:„Es sah für mich nicht so alt aus“
Charlie Duke brachte 1972 vom Mond Steine mit, die 4,5 Milliarden Jahre alt sind. Als bibeltreuer Christ glaubt er aber, dass die Schöpfung erst vor 6000 Jahren stattfand. Bleiben 4 499 994 000 Jahre und die Frage, ob die Menschheit wirklich immer schlauer wird.
Olympische Winterspiele
:Olympia und die Suche nach der perfekten Linie
Während sich Trump Käfigkämpfe im Weißen Haus wünscht, feiern sie in der Olympiastadt Cortina d’Ampezzo einen Sport, der in allem der neuen, brüllaffenartigen Welt entgegensteht. Curling und die hohe Kunst, den Gegner zu achten.
Iran
:„Ich weiß gar nicht, mit welchem Schmerz ich mich zuerst beschäftigen soll“
Während die Mullahs ihr eigenes Volk von den Straßen schossen, versprach Trump Hilfe. Aber jetzt will er einen Deal mit dem Regime. Das iranische Volk ist nur noch Zuschauer der eigenen Tragödie. Nachrichten aus der Hoffnungslosigkeit.
Italien
:Wie Meloni kurz mal ein Engel war
Ganz Italien war außer sich, weil auf einem Fresco plötzlich ein Engel aussah wie Giorgia Meloni. Da vermengten sich Politik und Kunst und der Sog des Internets zu einer großen Blase. Und zack, ist sie wieder geplatzt.
Audi
:Letzte Hoffnung KI
Audi, das war mal die dynamischste deutsche Premium-Automarke. Aber die Erfolge der Vergangenheit sind genau das: Vergangenheit. Es geht jetzt darum, nicht völlig abgehängt zu werden. Nun sollen Roboter helfen, damit Menschen weiter Arbeit haben.
Medizin
:Das Leben, ein Minenfeld
Lang galt die Borderline-Störung als unbehandelbar, monströs, aber dank neuer Therapien haben sich die Aussichten für Patienten stark verbessert. Das Problem ist nur, dass betroffene Männer oft im Gefängnis landen, nicht in der Klinik. Ein Hilferuf.
Kinderehe
:Warum tut ihr uns das an?
Eins von drei Mädchen wird in Sierra Leone vor seinem achtzehnten Geburtstag verheiratet und damit einem Mann ausgeliefert, der meist viel älter ist als sie. Das ist jetzt zwar per Gesetz verboten, aber man sollte die Macht der Traditionen nicht unterschätzen.
USA
:Lieber sterben als impfen
Das US-Impfprogramm galt immer als Goldstandard. Was Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Anti-Impf-Aktivisten mit ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit anrichten, kann man am Masernausbruch in Texas beobachten.
Deutsche Bahn
:Frau Palla und das Biest
Die Erwartungen an die Deutsche Bahn sind ja nicht mehr hoch, die an die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla dafür umso höher. Sie räumt jetzt erst mal in der Führungsetage auf: Pünktlicher wird so kein einziger Zug, aber immerhin sie ist voller Zuversicht.
Israel
:Die Toten zwischen uns
Vor mehr als 23 Jahren wurden im Kibbuz Metzer fünf Menschen von Palästinensern ermordet. Dann kam einer der Terroristen im Gefangenenaustausch frei. Und jetzt? Von Tätern und Opfern und Gräben, die tiefer sind als die Hoffnung.
Klimaschutz
:Hier wird also der Reichtum des amerikanischen Volkes verschleudert?
Mitten in Bonn schlägt das Herz der globalen Klimapolitik. Letztlich geht es hier im Klimasekretariat der Vereinten Nationen darum, die Welt zu retten. Nur hat die Weltrettung in Zeiten von Donald Trump nicht gerade Konjunktur.
Karneval
:„Jeder kriegt einen drüber, auch Putin“
Putin im Blutbad, Putin, der die Ukraine frisst. Karneval in Düsseldorf ohne den russischen Despoten ist für den Wagenbauer Jacques Tilly schwer vorstellbar. Jetzt beginnt in Moskau ein Prozess gegen ihn. Grund genug, genauso weiterzumachen.
USA
:Der Kampf um Amerika
Für die Einwohner von Minneapolis ist es der absolute Horror, wenn ICE-Truppen durch die Straßen ziehen, vermummt, gesetzlos, gewaltbereit. Und jetzt also der zweite Tote in wenigen Wochen. Warum sich hier die Zukunft des Landes entscheiden könnte.
ExklusivHSV und Stefan Kuntz
:Zwei Wahrheiten
Es sollte nie öffentlich werden, dass Stefan Kuntz sein Amt als Vorstand des Hamburger SV verloren hat, weil Vorwürfe wegen angeblicher sexueller Belästigung gegen ihn erhoben wurden. Aber die geheime Untersuchung blieb nicht geheim. Jetzt wehrt er sich.
Weltwirtschaftsforum
:Alle Augen auf Trump
Mit dem Weltwirtschaftsforum zieht in Davos ohnehin jedes Jahr der Irrsinn ein. Aber mit Donald Trump als Überraschungsjoker wird das Ganze in Teilen fast schon Satire. Wenn es nur nicht so todernst wäre.
Gerichtsprozess
:Und plötzlich sagt Frau Le Pen Sätze wie Honig
Jedes Wort kann einen Unterschied machen im Prozess gegen Marine Le Pen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder. Die Schwere der Entscheidung schwebt über dem Gerichtssaal wie eine Wolke, jeder weiß, dass es hier auch um die Zukunft Frankreichs geht.
BSW
:„Ick würde sagen, det ist mal komplett in die Hose jegangen“
Mitregieren oder opponieren? Das Land verbessern oder das System zerstören? Noch bevor geklärt ist, wer das BSW eigentlich ist oder sein will, hat sich die Partei fürs Zerstören entschieden – und fängt gleich mal bei sich selbst an.