Reporterinnen und Reporter beschreiben die Welt nicht nur vom Büro aus, sie gehen raus, dahin, wo das Leben stattfindet, wo es wehtut und funkelt, zu den Menschen und ihren Geschichten. Um im Kleinsten das Große zu erkennen. Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe ihre Seite Drei.
Tech-Milliardäre
:Der Staat? Muss weg. Demokratie? Braucht keiner. Freiheit? Ist eine Pizzeria auf dem Mars
Elon Musk, Jeff Bezos und Peter Thiel eint ein Ziel: die Entfesselung der Technologie. Das Gift ihrer politischen Fantasien ist längst in unsere Mitte eingesickert.
Gesundheitssystem
:„Ist meine Schulter wirklich nicht mehr zu retten?“
Das Gesundheitssystem ist unbezahlbar. Könnte auch daran liegen, dass in kaum einem Land der Welt so viele künstliche Gelenke eingesetzt werden wie bei uns. Fangen wir also mit der Schulter an: Muss es immer gleich eine neue sein?
Umwelt
:Der immergrüne Albtraum äthiopischer Bauern
Ende der Siebzigerjahre brachten Entwicklungshelfer den Neltuma juliflora nach Äthiopien. Er sollte das Land vor der Wüste retten. Der Baum ist widerstandsfähig, anspruchslos. Und so anpassungsfähig, dass er zum immergrünen Albtraum der Bauern wurde.
Nato-Gipfel
:Politiker, die auf Trump starren
Wenn sich die Nato-Mitglieder treffen, sind sie mittlerweile schon froh, wenn Trump nicht gleich alles in die Luft jagt. So ist es jetzt auch in Ankara, es geht vor allem darum, den US-Präsidenten bei Laune zu halten – und so mal wieder den Westen zu retten.
Fußball-WM
:Der befleckte Ball
Auch wenn die Belgier die Amerikaner aus der WM rausgekickt haben: Zurück bleibt ein ramponierter Weltfußball. Es kostete Trump einen Anruf, um die Welt des Sports zu beschädigen. Mal sehen, wie schnell sie sich davon wieder erholen wird.
Großbritannien
:Kann dieser Mann England retten?
Unter Keir Starmer ging es gefühlt nur abwärts mit Großbritannien. Aber in der Labour-Partei haben sie jetzt einen, der alles richten soll: Andy Burnham – cool, sympathisch, bodenständig. Von der Last, ein Hoffnungsträger zu sein.
Köln
:Wenn es selbst Bordellbetreibern zu schmuddelig wird
Chinesische Investoren, ein deutscher Anwalt, ein Millionenkredit und die Frage, was ein Schleuser-Skandal mit dem wohl größten Bordell Europas zu tun hat. Über einen Wirtschaftskrimi, wie er so vielleicht nur in Köln passieren kann.
Schleswig-Holstein
:Zwanzig Jahre und 246 Millionen Euro später
Als 2006 ein Neubau der maroden Schleibrücke in Lindaunis besprochen wurde, dachten viele: Zeit wird’s. Zwanzig Jahre später steht sie immer noch nicht, nur die Kosten haben sich prächtig entwickelt. Deutschland und das Scheitern im Kleinen.
Israel
:Sie sagt: „Wir haben hier keine Zukunft.“ Er sagt: „Ich träume von einer Stadt ohne Araber“
Im Schatten der Glitzer-Metropole Tel Aviv liegt Lod, eine arme, kriminalitätsgeplagte Stadt. Juden und Araber leben hier – gegeneinander. Besuch an einem Ort, den Israels Rechte zur Musterstadt machen will.
AfD-Parteitag
:Hör mir mal zu, Höcke
Dass ausgerechnet die AfD die Mopeds von Simson für ihren Kulturkampf missbraucht, ist für Dennis Baum unerträglich. Also reist er jetzt aus New York nach Deutschland, um das Erbe seiner jüdischen Familie zu beschützen.
Stade
:Die Geschichte einer Eskalation
Nachdem am Montag in Stade sechs Menschen erschossen wurden, fragen sich viele, wie ein
Konflikt um ein Kind zwischen einer Familie und den Behörden so eskalieren konnte. Eine Vertraute hatte sich Tage davor noch an die SZ gewandt.
Deutschlands WM-Aus
:Elfmeterschießen können wir jetzt also auch nicht mehr
Deutschland, ehemaliger Exportweltmeister, ehemaliger Automobilriese, wird jetzt auch im Weltfußball rausgekickt. Aus im Sechzehntelfinale, im Elfmeterschießen, gegen Paraguay. Ein Trauerspiel.
Der Fall Lyhanna
:In jeder Klasse sitzen Kinder, die missbraucht wurden
Der Tod der elfjährigen Lyhanna hat etwas in Bewegung gebracht in Frankreich, wo jedes Jahr schätzungsweise Hundertsechzigtausend Kinder Opfer sexualisierter Gewalt werden. Viele haben genug von der Unkultur des Wegsehens.
Sozialdemokraten
:Der Mann, der 41 Prozent für die SPD holt
Die SPD schleppt sich durch eine der schwersten Dürren ihrer Geschichte. Aber es gibt da einen Sozialdemokraten, der immer noch Ergebnisse fast mystischen Ausmaßes einfährt: Thomas Jung in Fürth. Und er hätte auch ein paar Tipps.
Fußball-WM
:Immer auf die Kleinen
Am Sonntag spielt Usbekistan gegen die DR Kongo, das überflüssigste Spiel der XXL-WM. Dachte man. Aber der Turnieraufbläher Infantino hat den Underdogs eine Bühne hingestellt, und Kap Verde hat jetzt gezeigt, dass sie sehr viel mehr sind als Lückenfüller.
Wirtschaft
:10 000 Arbeitsplätze verliert Deutschland jeden Monat. Der China-Schock ist da
Und er trifft das Land ins Herz. Zu Besuch in deutschen und chinesischen Fabriken - und bei denen, die sagen: Jetzt geht es um alles.
Berlin
:Ist das Kanzleramt die Zentrale der Macht oder das zentrale Problem?
Im Kanzleramt sitzt die Macht, hier werden Kompromisse ausgehandelt, hier laufen die Fäden zusammen. Aber seit Friedrich Merz im Amt ist, haben viele den Eindruck, dass sich hier die Fäden eher verheddern.
Prozess in Magdeburg
:„Es wäre uns wichtig zu wissen, dass er nie wieder rauskommt“
So gut wie kein Wort des Bedauerns hat Taleb A. gesagt zu den Angehörigen und Opfern seiner Amokfahrt am 20. Dezember 2024 in Magdeburg. Für die Nebenkläger war das nur schwer zu ertragen, und sie wissen: Nach dem Urteil ist ihr Albtraum nicht vorbei.
EU-Sanktionen
:Was gesagt werden darf – und was nicht
Die EU hat den Deutschen Hüseyin Doğru wegen „Desinformation“ und Verbreitung russischer „Narrative“ sanktioniert. Er lebt jetzt von 506 Euro im Monat. Europa wehrt sich gegen Moskaus Informationskrieg, aber was bedeutet das für die Meinungsfreiheit?
Mietwahnsinn in München
:Eine schöne Geschichte vom unschönen Münchner Mietmarkt
Es gibt genug Menschen in der unbezahlbaren, überhitzten Stadt München, die versuchen, aus Mieterinnen und Mietern den letzten Cent herauszuquetschen. Und es gibt Otto Gugger, der zeigt, dass es auch anders geht.
Großbritannien
:Zehn Jahre Brexit, zehn Jahre ohne Plan
Remain gegen Leave, wir gegen die: Vor zehn Jahren stimmten die Briten über den Brexit ab, es war der erste Triumph des heutigen Populismus. Doch wie viel ist noch übrig von der Euphorie der EU-Gegner?
Verkehr
:Wer nicht zahlen kann, kommt in den Knast
Wenn jemand mehrmals ohne Fahrkarte erwischt wird, kann das im Gefängnis enden. Meist, weil die Strafe nicht bezahlt werden kann. Und die ohnehin überlasteten Gerichte werden mit diesen Bagatelldelikten noch mehr überlastet. Ist das alles sinnvoll?
Jahrgang 1997
:Was macht dir Angst? Und was macht dir Hoffnung?
Sieben Menschen, die an der Schwelle zum Dreißigwerden stehen, über die hellen und dunklen Seiten unserer Gegenwart.
Fußball-WM
:Zu viel Druck im schwarz-rot-goldenen Sauertopf
Im Bavarian Bierhaus in Nashville kann man als Hintergrundgeplänkel den Deutschen beim Fußballspielen zusehen. Statt Hate-Speech und deutscher Verbissenheit gibt’s hier bestens gelaunte Überraschungsfans: Go, Germany.
Japan
:Atomkraft? Jein danke
Im Januar wurde ein Teil von Japans größtem Atomreaktor wieder hochgefahren. Betreiber ist ausgerechnet Tepco, die Firma, die Fukushima betrieben hat. Viele Japaner finden das richtig. Andere fragen sich, ob das Land gar nichts gelernt hat.
Großbritannien
:Showdown in Makerfield
Viele Labour-Leute würden den unbeliebten Premier Keir Starmer gern durch den beliebten Andy Burnham ersetzen. Aber dafür müsste der erst mal den Wahlkreis Makerfield gewinnen. Nur, viele hier wählen stramm rechts. Genau das könnte jetzt eine Chance sein.
Energieversorgung
:Russlands lange Leitung
Zu DDR-Zeiten war Schwedt mit seinem Petrolchemischen Kombinat und direktem Anschluss an die Ölfelder Russlands eine Stadt am Tropf des großen Bruders. Seit dem Ukrainekrieg rumpelt es. Aber ein Leben ohne Raffinerie, geht das?
Taiwan
:„Taiwan kann nur mit Gewalt zurückgeholt werden. Das ist Fakt“
Für die chinesische Führung war, ist und wird Taiwan immer ein Teil Chinas sein. In Fujian, wo China der demokratisch regierten Insel am nächsten kommt, wird schon Kindern eingetrichtert, dass man „durch Blut und Familie“ verbunden sei. Und wenn die Taiwaner das anders sehen?
USA
:„Merkt ihr eigentlich, was ihr für Anfänger seid?“
Die Vereinigten Staaten bereiten sich gerade mit viel Tamtam auf ihre 250-Jahr-Feier vor. Da wird wieder viel zu hören sein von der „ältesten Demokratie“ der Welt. Chief Joagquisho vom Volk der Onondaga kann da nur müde lächeln.
Inklusion
:Jayden freute sich auf die Schule. Nach nicht einmal drei Monaten war sie für ihn vorbei
Wie ein Kind mit Down-Syndrom an einer Münchner Grundschule scheiterte – und vielleicht auch die Grundschule an ihm.
Ukraine
:Socken vom Asow-Korps
Im Überlebenskampf gegen Putin setzen die größten ukrainischen Armeeverbände nicht mehr nur auf Drohnen, sondern auf Concept-Stores und Werbeclips. Krieg und Marketing. Es geht darum, Nachwuchs zu gewinnen. Und die Moral des Landes hochzuhalten.
El Salvador
:Unsere Söhne, leben sie noch?
Sicherheit gegen Menschenrechte, das ist der Deal, den Präsident Nayib Bukele seinem Volk anbietet. Und ja, man wird in El Salvador jetzt nicht mehr aus Versehen auf der Straße erschossen, aber ein falsches Wort, und man verschwindet für Jahre.
Rassismus
:Südafrika sucht den Sündenbock
Durch das Land schwappt eine neue Welle ausländerfeindlicher Proteste, Geschäfte werden geplündert, Häuser angezündet, Menschen getötet. Afrikaner gegen Afrikaner. Aber von „Afrophobie“ will der Mob nichts hören.
Flugtaxis
:Luft nach oben
Fliegende Autos sind schon lang ein Menschheitstraum. Bei der Vorstellung des „Skydrive“ in Tokio aber stellt sich die Frage, wer da eigentlich einsteigen möchte.
Fußball-WM
:Es war einmal in Amerika
In den Siebzigern wurde Kaiser Franz in New York zum Weltmann und Karl-Heinz Granitza zum King von Chicago. Damals waren die USA noch Sehnsuchtsland und der Ball noch kein durchpolitisiertes Machtinstrument. Die WM wird zeigen, was davon übrig ist.
Spürhunde
:Klärt sie mit ihren Hunden Morde auf? Oder ist sie eine Betrügerin?
Andrea von Buddenbrock hat mit ihren Hunden lange der Staatsanwaltschaft Essen geholfen, Mordfälle zu lösen. Dann stürmten plötzlich Polizisten ihr Haus. Der Vorwurf: Betrug. Können die Tiere gar nicht so gut riechen, wie sie behauptet?
Deutschland und Russland
:Eine Wanne voll Mensch
Während im Ukrainekrieg gestorben wird und die Diplomatie zerbricht, werden mit großer Sorgfalt die Gebeine auch von Rotarmisten aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen und begraben. So bleiben die Lebenden immerhin über die Toten im Gespräch.
Gesellschaft
:Endlich ein Ort, an dem sich die Menschen nicht an die Kehle gehen
Ob in S-Bahnhöfen oder Social-Media-Feeds: Das Miteinander ist zum Kraftakt geworden durch Pandemie und Kriege. Was also ist das Geheimnis der Dresdner Zentralbibliothek, wo Leute zusammenkommen, die sich sonst aus dem Weg gehen?
WM 2026
:Geld oder Liebe
Kurz vor dieser auf Maximalkommerz programmierten WM kann man fragen, wie der Weltfußball so widerstandslos in die Hände von Raubrittern und Autokraten fallen konnte. Wo bleibt die Empörung? Bei Tschutti-Heftli in der Schweiz sagen sie: Hier.
ExklusivJeffrey Epstein
:Sie dachten, sie werden Model
Wie sich der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein das Vertrauen Hunderter junger Frauen erschlich und wer ihn dabei unterstützte - auch in Europa. Die Geschichte von Roza G. und Mara L.
Äthiopien
:Eure Verbrenner braucht hier keiner mehr
Äthiopien verbot als erster Staat der Welt den Import von Autos mit Verbrennern, und ist darauf jetzt in der Ölkrise ziemlich stolz. Nur: Viele im Land haben nicht mal Zugang zu Strom. Was bringt ein Quantensprung in die Zukunft, wenn so viele nicht mitkommen?
Bundeswehr
:Im Feindesland
Auf dem Truppenübungsplatz in Munster zeigt die Bundeswehr, wie sie sich den Krieg der Zukunft so vorstellt: Drohnenschwärme, Laserwaffen, Elitesoldaten im Feindesland. Vor allem ist da eine Armee zu sehen, die man gern hätte, aber noch lang nicht hat.
Ungarn
:Endlich frei!
Rauschhaft hat Ungarn im April den Sturz Viktor Orbáns gefeiert. Doch lässt sich das alte System so schnell abschütteln? Reise durch ein Land, das gerade versucht, sich die Demokratie zurückzuholen.
Hundertjährige
:Zweihundert Jahre Leben
Als Maria Jökel und ihr Mann Ludwig auf die Welt kamen, war Paul von Hindenburg Reichspräsident der Weimarer Republik. Aber alt? Fühle sich nur der, der sich hängen lasse, so sehen sie das. Ein Rückblick auf ein Jahrhundert und 73 Jahre Ehe.
Türkei
:Erdoğan und die letzten Tage der Demokratie
Viele wollten nicht glauben, dass Recep Tayyip Erdoğan so weit geht und die Parteizentrale der größten Oppositionspartei in Ankara stürmen lässt. Er ging so weit. Und jetzt: Wie rettet man eine Demokratie, die längst keine mehr ist?
Klette-Prozess
:Ein Leben gegen den Staat
Im Prozess gegen Daniela Klette ging es um Raubüberfälle, aber immer auch um ein besonderes Kapitel deutscher Geschichte. 13 Jahre Haft lautet das Urteil gegen die Ex-RAF-Terroristin, die keinen Zweifel daran lässt, wie sehr sie diesen Staat noch immer ablehnt.
Verfassungsschutz
:„Wir sind Gegner Nummer eins“
Die Demokratie in Deutschland ist so bedroht wie selten zuvor. Verfassungsschutzchef Sinan Selen hat es ja nicht nur mit russischen Agenten und Terroristen zu tun, sondern auch mit der AfD und Trump. Nur: Haben die Deutschen erkannt, wie ernst es ist?
Rechtsextremismus
:Ein Selfie im Verbrennungsofen
Anfeindungen gab es in Buchenwald immer. Doch jetzt treten vor allem Jugendliche in der Gedenkstätte offen rechtsextrem auf, verlachen die Verbrechen der Nazis und stören die Ruhe der Toten. Was kommt da auf die Gesellschaft zu?
Flüsse
:Was, wenn das Wasser versiegt?
Deutschlands Hauptstadt schöpft einen Großteil ihres Trinkwassers aus der Spree - noch. Recherche entlang einer bedrohten Lebensader.
Tourismus
:Chaos a la Playa
Als sie ihr Traumgrundstück auf Mallorca kauften, ahnten die Oehms noch nicht, dass die angrenzende Bucht mal zum Insta-Hotspot wird. Aber jetzt müssen sie leben mit den Massen, dem Müll. Und damit, dass sich niemand zuständig fühlt.