Statt nach Stanford zu gehen, gründete der Gitarrist und Sänger Bob Weir die „Grateful Dead“. Bei ihren Konzerten lebte die Hippie-Ära weiter, auch als sie längst vorbei war. Nun ist er im Alter von 78 Jahren gestorben.
RTL-Podcast
:Wie ein Spieleabend zwischen Segmüller-Möbeln
In „Nina & Aykut – Der Video-Podcast“ bringt RTL den Rapper Haftbefehl und seine Frau dazu, Pferdepoesiealbum-dusselige Fragen zu beantworten. Ein unwürdiges Projekt.
Pop
:Schlecht gelaunte Musik, die unfassbar viel Freude macht
„Secret Love“ ist das neue, dritte und bisher beste Album der britischen Band „Dry Cleaning“.
„Punk Rocky“
:Prügelnde Cops, ICE, Winona Ryder
Das neue Video von Rapper ASAP Rocky enthält mal wieder den gesamten Zeitgeist. Eine Liebeserklärung.
Frauen im Hip-Hop
:„Dass ich Typen mal aufs Maul haue, die sich übergriffig verhalten, lasse ich gern so stehen“
Seit den Loveparades der Neunziger hat kein so stumpf daherballernder Pop-Trend ein so immenses Analysebedürfnis ausgelöst: Ein paar Begegnungen mit den Protagonistinnen des Genres „Fotzenrap“.
Pop
:Nerv mich nicht, ich hab abgeliefert
Zah1de hat als Tiktok-Rapperin das Internet durchgespielt. Sie hat astronomisch viele Follower, angeblich einen Millionenvertrag und: noch nie ein Konzert gegeben. Ein Besuch bei der Premiere – vor 4500 Menschen.
Pop
:Wie schön du bist
Die Alben des Jahres von „Geese“, DJ Koze, „Nation of Language“, Oklou und „Water From Your Eyes“ bringen Hoffnung, beleben das Konzept der Rockband neu und machen den Schmerz erträglicher.
Pop
:„Ich meine, komm, wer hält so einem Vergleich schon stand?“
Das ewige soziale Experiment, das Bands sind: Neil Gust spielte mit Elliott Smith bei „Heatmiser“, als der plötzlich final brillant wurde und künstlerisch unerreichbar. Eine Geschichte über Geniekult, Eifersucht und Freundschaft.
Literatur
:„Wie eine Insel der Glückseligkeit“
Holly Brickleys Debüt „Deep Cuts“ ist ein Coming-of-Age-Roman, der in den 2000ern spielt – noch vor Veröffentlichung hat die Kanadierin ihn an Hollywood verkauft. Woher kommt die riesige „Y2K“-Sehnsucht, die gerade überall zu spüren ist?
Nachruf auf Chris Rea
:Der ewig Spätberufene
Der viel zu lang als Schmuserocker missverstandene große Blues-Gitarrist und Sänger Chris Rea ist tot. Eine Verneigung.
Musik
:Chris Rea ist tot
Der Sänger wurde mit dem Weihnachtshit „Driving home for Christmas“ weltberühmt. Nun ist er im Alter von 74 Jahren gestorben.
Literatur
:„Ich bin berühmt, ich bin ein Star, ich bin auf Facebook“
Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist schwer krank. Jetzt las er aber noch mal in Berlin. War das die Abschlussveranstaltung der Popliteratur? Bericht von einem denkwürdigen Abend.
Luxusgut Schlaf
:Augen zu und durch
„I can’t get no sleep“: Lange hat die Popkultur das Wachbleiben gefeiert – jetzt leiden alle unter Schlafmangel. Wie die Kunst da helfen kann.
Hip-Hop
:Eine Frage der Ehre
„Fotzenrap“ von Ikkimel und Co. gilt als Feminismus in seiner radikalsten Form. Aber worin genau liegt der Unterschied zu dem, was männliche Rapper schon seit Jahrzehnten tun?
Zaz
:„Ich verzeihe, aber ich erinnere mich an alles“
Bekannt wurde die Französin 2010 mit der fröhlichen Hymne „Je veux“. Dabei war sie daheim oft Spott und Hass ausgesetzt. Auf ihrem neuen Album verzeiht sie all den bösen Geistern – und doch, die Leichtigkeit aus den Anfängen ist weggeflogen.
Pop
:Der Boss ist jetzt Germane
Rapper Kollegah, seit je nicht ganz knusper, wehklagt zu wehender Deutschlandflagge, diesmal unter bürgerlichem Namen. Bundeskanzler will er auch werden. Gott bewahre.
Lanxess-Arena
:Xavier Naidoos Comeback: „Ihr seid schuld, dass ich hier stehe“
Nach rassistischen Ausfällen verschwand Naidoo von der Bühne. Nun ist er wieder aufgetreten, zum ersten Mal seit sechs Jahren. Funktioniert seine Musik noch? Einmal genau hingehört zwischen 16 000 Beseelten in Köln.
Zum Tod von Malte Pittner
:Krasse Göre
Wunderbar undogmatischer Rapper, ewiger Country-Fan: Malte Pittner, Mitglied von „Deichkind“ und „Texas Lightning“, ist im Alter von 48 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
50 Cent vs. P Diddy
:Willkommen in da Club
Seit er P Diddy in einer Netflix-Doku Missbrauch und Mord unterstellt, gilt Rapper 50 Cent als eine Art Schutzmacht der Moral. Nicht nur die Frau, die er mal mit einem Sextape gedemütigt hat, dürfte da Einspruch einlegen.
Interview mit Howard Carpendale
:„Ich will kein Netter sein. Ich will ein Typ sein“
In seiner Autobiografie „Unerwartet“ schreibt Howard Carpendale mit fast 80 Jahren gegen sein öffentliches Etikett als launiger Schlagersänger an. Ein Gespräch über Entertainment, den Zustand der Musikindustrie und die nahende Abschiedstournee.
Zum Tod von Steve Cropper
:Soul, Man!
Sam & Dave & Wilson & Otis & Aretha & Janis & Booker: Der unermesslich feinfühlige Gitarrist Steve Cropper hat für alle gespielt – und damit ein ganzes Genre auf ewig geprägt.
„Spotify Wrapped“
:Sag mir, was du hörst, und ich sage dir, wer du sein willst
Was früher mal Horoskope waren, ist inzwischen der Spotify-Jahresrückblick. Aber wie akkurat ist der? Die SZ hat die Regeln nachgebaut und überprüft, wie „Spotify Wrapped“ zustande kommt.
Pop
:Rosalía hat den Segen des Vatikans
Die Sängerin singt über „Sex, Gewalt und Motorradreifen“, aber betet jeden Abend ein „Vater unser“: Mit ihrem fulminanten Album „Lux“ befördert sie die Rückkehr des Sakralen in der Popkultur.
Britney Spears
:Zum Verrücktwerden
Britney Spears kann keinen Schritt tun, ohne dass eine Diskussion unter sogenannten Fans über ihre mentale Gesundheit ausbricht. Warum sich darin ein tiefliegendes misogynes Muster erkennen lässt.
Jazz
:Flirren, schweben, treiben
Das neue Album „Ones and Twos“ des amerikanische Jazzpianist Gerald Clayton ist ein wilder Ritt durch die Welt der afroamerikanischen Musik – und ein spektakuläres aufnahmetechnisches Experiment.
SZ-Empfehlungen
:Geschenke für den Kopf
Sind Sie noch auf der Suche nach etwas Besonderem zu Weihnachten? Oder nach etwas, mit dem Sie sich selbst die Feiertage verschönern können? Ideen aus der Kultur-Redaktion der SZ.
Italienische Popmusik
:Da geht der Himmel auf
Für die Lieder „L’appuntamento“ und „Senza fine“ wurde Ornella Vanoni besonders geliebt. Das Drama darin versteht sogar, wer kein Italienisch kann. Nun ist die Sängerin mit 91 Jahren gestorben.
Amanda Lear
:„Ich bin eine Lüge, ich bin aus Gold“
Muse von Salvador Dalí, Freundin von Jean Paul Gaultier: Amanda Lear war das It-Girl der Sechziger und die Discokönigin der Siebziger. Nun hat sie ein Album gemacht, auf dem sie Lebensbilanz zieht. Ein Treffen in Paris.
SZ MagazinRufus Wainwright im Interview
:„Ich müsste lernen, normaler zu werden“
Der Sänger Rufus Wainwright im Interview über seine verschiedenen Süchte, den wichtigsten Ratschlag an sein jüngeres Ich und die unheimliche Aktualität des Komponisten Kurt Weill, dessen Lieder er auf seinem neuen Album singt.
Liedermacher-Szene
:Hemd und Herz weit offen
Sensible Rechthaber, wilde Poeten: Vom Fein- und Softgefühl Konstantin Weckers und der deutschen Liedermacherzunft. Vor allem sich selbst gegenüber.
Haftbefehl-Auftritt
:Legende sagt man zu Toten, Bruder
Dass er noch lebt, beweist der Rapper Haftbefehl bei einer Art Konzert in einem kleinen Club in Osnabrück. Es bleibt einem nur, ihm jetzt das Allerallerbeste zu wünschen.
Haftbefehl
:Ach du meine Goethe
Stehen die Texte des Rappers Haftbefehl auf einer Stufe mit den großen deutschen Klassikern? Was seine Sprache so besonders macht – und weshalb sie trotzdem nicht gleich auf den Stundenplan muss.
Autobiografie von Patti Smith
:Die große Reisende
Wenn die Einschläge näher kommen, die Todesfälle und späten Erkenntnisse, dann ist sie bereit: Das neue Memoir der Punkrock-Ikone Patti Smith ist berückend unsentimental.
„Kraftwerk“-Tour
:Mitpfeif-Echos aus der Jugend
Die legendäre Elektroband „Kraftwerk“ ist wieder auf Tour. Ein nostalgischer Auftritt in Nürnberg weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der Zukunft und Technologie noch Versprechungen waren. Und keine Bedrohungen.
Neil Young
:Der beste Krachmeister
Neil Young hat sie alle überstanden: Aneurysma, Scheidung, Spotify, den ungebetenen Fan Donald Trump – und nebenbei immer seine herrlich versponnene Musik gemacht. Eine Verneigung zum 80.
Ausverkauftes Konzert in der Olympiahalle
:So war das Konzert von „One Republic“
„One Republic“ machen auf ihrer Tournee in München Station. Die Band setzt auf Hits, große Gefühle und eine minimalistische Bühnenshow.
Sapphic Pop
:Explizite Gebiete
„Sapphic Pop“ ist das Genre der Stunde. Musikerinnen wie Chappell Roan sind lesbisch, laut und schreiben Songs darüber. Warum funktioniert das so gut?
Alles neu: Album, Tour, Sexspielzeug
:Ina und die starken Männer
Die Entertainerin Ina Müller flirtet in ihrer Sendung mit Jonas Kaufmann, Sting oder Markus Söder. Warum würde sie lieber in einer „Weiber-WG“ alt und glücklich werden?
Rosalía
:Ruhe, oder es knallt
Große Wichtigtuerei: In maximal verkrampftem Ambiente präsentiert die Plattenfirma das neue Album von Superstar Rosalía in Barcelona. Dabei ist die Musik gar nicht so übel.
Rap-Trio PA69
:„Wie viel Bock auf Saufen habt ihr?“
Das Rap-Trio „PA69“ macht Trinkmusik gegen rechts und füllt damit die Hallen. Sein Debütalbum präsentiert es auf einem Doppelkonzert: erst für Nüchterne, dann für Betrunkene.
„Haftbefehl“ auf dem Lehrplan
:Die Kinder vom Babo
Die Songs von Haftbefehl gehören in den Unterricht, findet der Offenbacher Schülersprecher Luca Dobrita. Und löst eine riesige Debatte aus. Begegnung im Plattenbau – mit einem 17-Jährigen, der sehr genau weiß, wovon er redet.
Sachbuch
:„Jetzt fühlte ich mich erstmals wie ich selbst“
Ohne David Bowie wäre die Jugend von Frank Schätzing eine andere gewesen. Ein Gespräch mit dem Bestsellerautor über sein neues Buch „Spaceboy“, besoffenes Schreiben und den Versuch, ein schöner Mann zu werden.
Radiohead in Madrid
:Wie ein verliebter Goldwolf
Grooves gegen den Herzrhythmus, fauchbratzende Synthies: Die Band „Radiohead “startet in Madrid ihre lange erwartete Europatour. Und beweist, wie wichtig das Risiko in der Musik bleibt.
Lyrik und Rap
:„Deepe Message in die Fresse“
Rapper wie Haftbefehl haben die vulgäre Pöbelei auf Deutsch in Mode gebracht? Keineswegs. Ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt: Leidenschaftlich beschimpft haben sich Dichter schon vor Jahrhunderten.
Konzerttickets
:„Dann crashte die Seite“
Früher stellte man sich in die Warteschlange, heute scheitert man im Online-Presale: Warum sind zurzeit alle Konzerte immer gleich ausverkauft? Auf der Spur eines existenziellen Elends, am Beispiel von „Radiohead“.
Kunst
:Ein Mann im Swiftie-Sturm
Seit Taylor Swift das Gemälde „Ophelia“ auf einem ihrer neuen Songs nachstellte, herrscht im Landesmuseum Wiesbaden Ausnahmezustand. Und Direktor Andreas Henning lernt, was „Easter Eggs“ sind.
Nachruf
:König von Deutschland
Die Entdeckung von Howard Carpendale, die „ZDF-Hitparade“ und die „Beatles“ bei RTL: All das verdankte die junge Republik Dieter Weidenfeld. Nun ist der 95-jährige Kölner in München gestorben. Nachruf auf einen großen, stillen Strippenzieher des Pop.
Pop
:Schrei doch
„Everybody Scream“, das neue Album von „Florence + the Machine“ erinnert an die großen Werke der psychedelischen Rockmusik wie des Folkrock. Zugleich ist es das Manifest einer Frau, die dem Tod nur knapp entkommen ist. Zu einer meisterhaften Platte.
Pop
:Wie ein fröhlicher Racheporno
Lily Allens neues Album erzählt mit vielen expliziten Details die Geschichte, wie ihre Ehe kaputtging. „West End Girl“ ist eine superschlaue Gemeinheit. Und musikalisch eine Offenbarung.
Pop
:Einmal alles, bitte
Popstar Rosalía singt plötzlich deutsche Oper und verwandelt Björk in ein Rotkehlchen. Ihre neue Single „Berghain“ ist düster und perfekt überladen – hat mit Berlin aber nichts zu tun.