Der prestigeträchtige Bau des Architekturbüros Snøhetta hätte die Innenstadt verändert. Jetzt wird er aus Spargründen komplett gestrichen. Stattdessen soll die „Deutsche Oper am Rhein“ saniert werden.
Klassik
:Endlich frei atmen
Mit 14 Jahren gewann er den berühmten Tschaikowsky-Wettbewerb für junge Musiker. Zehn Jahre später ist der Pianist Alexander Malofeev auf dem Sprung zum Weltstar. Die Geschichte eines mühsamen Aufstiegs.
Oper
:Der Wind des Todes treibt dich heim
Coup für die Oper in Bern: Mit „L’Agamennone“ von Salvatore Sciarrino kommt dort die erstaunlich kompakte Version der Orestie eines der letzten Meister der Avantgarde zum ersten Mal auf die Bühne.
Klassik
:Engel der Verzweiflung
Exzentrisches Tableau der Verwüstungen des 20. Jahrhunderts: Die Oper Kassel wagt die erste szenische Aufführung der großen „Deutschen Symphonie“ des Komponisten Hanns Eisler.
Musik
:Das teuerste Streichinstrument der Welt
Die Macdonald-Viola von 1719 soll von einem Verein für mehr als 23 Millionen Dollar gekauft worden sein – für den Solobratscher der Berliner Philharmoniker. Wird Musik durch Rekorde noch besser?
Klassik
:Kein Bach mehr im Bau
Das Portal „Musethica“ transportiert klassische Musik in die Berliner Jugendstrafanstalt Plötzensee. Eine großartige Unternehmung, der der Berliner Senat gerade die finanzielle Unterstützung gestrichen hat.
Klassik
:Die große Party im Römerkastell
Junge Musiker, große Entdeckungen und ein begeistertes Publikum: Die Tage Alter Musik in Regensburg waren ein voller Erfolg. Der heimliche Star war das Cembalo.
Pfingstfestspiele Salzburg
:Toll, aber nutzlos
Rossinis „Il viaggio a Reims“ könnte man als Gesellschaftssatire inszenieren – Regisseur Barrie Kosky macht aus dem Stück bei den Salzburger Pfingstfestspielen lieber einen Riesenulk.
Klassik
:Nur eine Zugabe von Kissin? Unmöglich!
Denn manchmal ist nach dem Konzert tatsächlich vor dem Konzert: Dann wagt es der Pianist, sich in kleinen Stücken privat, ungeschützt und posenlos zu zeigen. Eine Liebeserklärung.
Oper
:Zum Glück endlich eine Frau
Virginia Woolfs „Orlando“ spielt humorvoll mit Geschlechteridentitäten, Olga Neuwirths Vertonung zieht an Berlins Komischer Oper beeindruckend nach: ein Schelmenstück.
Oper
:Dieser Sound lässt einen nicht los
In München wird Brett Deans Oper „Of One Blood“ über die Fehde Maria Stuarts und Elizabeths uraufgeführt. Darin zu hören: das großartigste Crescendo der Operngeschichte – zu einer Enthauptung.
Münchener Biennale
:KI wie in Kichern
Roboter auf der Opernbühne? Aber ja. Bei der Biennale für neues Musiktheater in München gibt es jede Menge Uraufführungen, Kapitalismuskritik, Witz. Wie wunderbar.
Sofiane Pamart
:Mozart? „Vielleicht in einem Jahrzehnt“
Der sehr erfolgreiche Pianist Sofiane Pamart spielt unter den Nordlichtern Lapplands oder setzt seinen Flügel in Brand. Eine Begegnung und die Frage: Wie viel Inszenierung braucht es?
Debatte
:Rückt mal zusammen, liebe Studenten
Viele Kulturbauten müssen saniert werden, es gibt aber nur wenig Geld. Städteplaner beschäftigt deshalb die Frage: Sollen alle Orte für alle zugänglich sein oder soll es für alle Gruppen und Bedürfnisse einen passenden Ort geben?
Gema-Abstimmung
:Weniger Geld für Geringverdiener
Die Fördergelder der musikalischen Verwertungsgesellschaft Gema sollen zugunsten der U-Musik neu verteilt werden. Das konnten die E-Musiker letztes Mal gerade noch verhindern. Und dieses Mal?
Zubin Mehta
:Ein Freund
Humanist und Schöpfer grandioser Momente in der klassischen Musik: Der große Dirigent Zubin Mehta wird 90.
Nachruf
:Meister der Empfindlichkeit
Der große amerikanische Dirigent Michael Tilson Thomas ist im Alter von 81 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Mit ihm am Pult stieg das Symphonieorchester San Francisco zur Weltspitze auf.
Kinderoper
:Hört mal zu
Wie begeistert man junge Zuschauer für die Oper? Ein Blick nach Hamburg, wo sie es mit Avantgarde-Musik von Karlheinz Stockhausen probieren. Klappt gut.
Oper
:Finale im Geschlechterkampf
So geht Oper als Kommentar zur Gegenwart: Tobias Kratzer inszeniert „Frauenliebe und -sterben“ in Hamburg.
Oper
:Die ganze Welt ist ein Gefängnis
Andrea Breth inszeniert in Frankfurt Puccinis „Turandot“ – und hat sich für ihre Inszenierung von Berichten aus Nordkorea inspirieren lassen. Ihre Bilder sind brillant, aber es fehlt etwas Wichtiges.
Herbert von Karajan
:Weg mit dem Nazi-Sound
Der Dirigent Herbert von Karajan löst seit jeher Erregung aus. Die Berliner Philharmoniker tragen mit einer eigenen Edition von Live-Mitschnitten neu dazu bei – jedenfalls künstlerisch. Das ist sehr erhellend.
Klassik
:„Feel free to play fortissimo!“
In Tokio bringt der Dirigent Kahchun Wong Beethovens 9. Sinfonie in der Version von Gustav Mahler zur Aufführung. Ein Risiko in einem Land, das die „Ode an die Freude“ mehr liebt als jedes andere klassische Stück.
Salzburger Festspiele
:Österreich? 12 points
Erst wollte Markus Hinterhäuser zum Ärger des Kuratoriums Karin Bergmann zur Schauspielchefin der Salzburger Festspiele machen. Das Kuratorium warf Hinterhäuser raus. Und macht jetzt Karin Bergmann zur Intendantin. Was soll das sein? Ein Schwank?
Klassik- und Theaterfestival
:Karin Bergmann übernimmt Leitung der Salzburger Festspiele
Nach einem heftigen Führungsstreit wird eine Theaterexpertin aus dem Ruhrgebiet Übergangs-Intendantin in Salzburg. Erstmals leitet eine Frau das künstlerische Programm des renommierten Festivals.
Salzburger Festspiele
:„Dieser Vorgang beschädigt die gesamte Szene“
Warum musste Markus Hinterhäuser seinen Posten als Intendant des wichtigsten Klassikfestivals der Welt räumen? Und was hat das mit der sogenannten „Wohlverhaltensklausel“ in seinem Vertrag zu tun? Eine Spurensuche in Salzburg.
Oper
:Draußen Demo, drinnen Überwältigung
Die einen halten Anti-Putin-Schilder hoch, die anderen suchen verzweifelt Karten: Anna Netrebkos Auftritte polarisieren nach wie vor. Davon unbeeindruckt gibt sie eine sensationelle Amelia in Verdis „Maskenball“ an der Berliner Staatsoper ab.
Osterfestspiele Salzburg
:Klangrausch gegen den Untergang
Besser geht’s nicht: Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker bescheren in Salzburg mit dem „Rheingold“ reines Wagner-Glück.
Festspiele
:Aus für Hinterhäuser in Salzburg
Die Salzburger Festspiele trennen sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Intendanten – und das nicht im Guten. Wer nun das weltweit bedeutendste Festival klassischer Musik leiten wird, ist völlig offen.
Klassik
:Frag nicht, wer dein Erlöser ist
Die Osterfestspiele in Baden-Baden mussten sich nach dem Abgang der Berliner Philharmoniker neu erfinden. Ist das gelungen? Ein Ortstermin vor der „Lohengrin“-Premiere, bei Stardirigentin Joana Mallwitz und ihrem Team.
Salzburger Festspiele
:Nix is fix
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele tagt – und verschiebt die Entscheidung über die Zukunft des Intendanten Markus Hinterhäuser.
Ballett
:Tanzgott mit hochdosiertem Sex-Appeal
Aus Moskau verbannt, in Berlin auferstanden: „Nurejew“ von Kirill Serebrennikov und Yuri Possokhov ist das Ballett-Ereignis der Saison.
Debatte
:Warum Timothée Chalamet sich irrt
Ballett und Oper interessieren niemanden mehr? Mit dieser Aussage zieht der Hollywoodstar die Wut einer Branche auf sich, die man besser nicht mit Respektlosigkeit straft.
Opernpremiere von „Rigoletto“
:Bis in die höchsten Höhen
Die Neuproduktion von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ an der Bayerischen Staatsoper ist ein Festival des Belcanto.
Klassik
:Die Orgel geht viral
Anna Lapwood adaptiert Filmmusiken wie „Fluch der Karibik“ und „Herr der Ringe“ für die Orgel und füllt mühelos den Kölner Dom. Ein Porträt der britischen Organistin, die auf ihrer Europa-Tournee Begeisterung für ein altehrwürdiges Instrument auslöst.
Klassik
:Platz 17C für das Cello
Musiker reisen oft mit teuren, empfindlichen Instrumenten. Dafür gab es bei den Fluglinien bislang wenig Verständnis. Zumindest bei der Lufthansa hat die Geigerin Carolin Widmann jetzt eine Regeländerung erwirkt.
Arvo Pärt
:Wo man die Stille hört
Wo gibt es heute noch echte Ruhe, jenseits von Noise-Cancelling-Kopfhörern und Meditationspodcasts? Im estnischen Wald wird das Geheimnis der Tintinnabuli-Musik von Arvo Pärt bewahrt. Ein Besuch.
Salzburger Festspiele
:Bleibt er?
Markus Hinterhäuser, erfolgsverwöhnter Intendant, liegt im Clinch mit seinem eigenen Kuratorium bei den Salzburger Festspielen. Jetzt stärkt ihm ein „Memorandum“ der Kultur-Prominenz den Rücken.
Klassik
:José van Dam ist tot
Er trat in Mailand, New York und Wien auf, Herbert von Karajan gehörte zu seinen Förderern: Mit 86 Jahren ist der belgische Opernsänger van Dam gestorben.
Komponist György Kurtág wird 100
:Das Lächeln des Spielers
György Kurtág ist einer der besten Komponisten der Welt. Er liebt die kurzen Stücke, hat aber auch eine Zwei-Stunden-Oper komponiert. Jetzt wird er 100 Jahre alt. Ein Besuch in Budapest.
Venedig
:Klänge bis zum Himmel
Venedigs Markuskirche soll wieder Mittelpunkt der Musikwelt werden - durch zwei neue Orgeln. Cheforganist Alvise Mason hat dafür die besten Orgelbauer der Gegenwart engagiert: Francesco Zanin aus dem Friaul und Philipp Klais aus Bonn.
Herbert von Karajan
:„Hätte er Koch statt Generalmusikdirektor werden sollen?“
War der Jahrhundertdirigent Herbert von Karajan nur Mitläufer oder überzeugter Nazi? Der Historiker Michael Wolffsohn hat dieser Frage ein aufwendig recherchiertes neues Buch gewidmet – und stellt einige Annahmen richtig.
Jazz
:Haltung!
Der Jazztrompeter Nils Wülker holt sich für sein neues Album Unterstützung aus der New Yorker Elite ins Aufnahmestudio. Das ist auch ein Stresstest – aber einer, der definitiv gelingt.
Nachruf
:Bach für die Welt
Er brachte Chören in aller Welt die Musik des Leipziger Thomaskantors nahe: Der große Bach-Dirigent und Vermittler Helmuth Rilling ist im Alter von 92 Jahren gestorben.
Opernpremiere von „Faust“
:Ein neuer Pavarotti ist er nicht
Aber der Tenor Jonathan Tetelman zeigt in Charles Gounods „Faust“ an der Bayerischen Staatsoper, dass Großes in ihm steckt. Heimlicher Star des Abends ist trotzdem die Dirigentin Nathalie Stutzmann.
Salzburger Festspiele
:Transparenz, was soll das?
Bei den Salzburger Festspielen ist ein Konflikt zwischen Intendant Markus Hinterhäuser und dem Kuratorium ausgebrochen. Dabei geht es um die Besetzung einer Schlüsselposition – die Leitung der Theatersparte.
Klassik
:Eine Oper als schrille Fuck-Trump-Party
Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.
Klassik
:Siemens-Musikpreis an Jordi Savall
Der Katalane erhält den mit einer Viertelmillion Euro dotierten „Nobelpreis“ der Musik. Dabei war gar nicht abzusehen, dass er mit seinem hohen Anspruch auch ein unterhaltungsgewohntes Publikum begeistern kann.
Literatur
:Ein Versuch, poetisch zu leben
Der belgisch-flämische Autor Stefan Hertmans sollte dringend mehr Aufmerksamkeit bekommen. Sein neuer Roman „Dius“ erzählt von zwei kunstsinnigen Freunden, die sich mit alter Musik und Malerei aus der Gegenwart zurückziehen.
Klassik
:Träumen in schönsten Tönen
Mit viereinhalb Jahren stand die Pianistin Alexandra Dovgan zum ersten Mal auf der Bühne. Jetzt ist sie 18 – und am Beginn einer Weltkarriere.
Opern-Uraufführung
:Verspielte Gefühle
Keine Tränen, kein Schaudern – und gerade deshalb gescheitert: Mit Matthias Pintschers neuem Werk „Das kalte Herz“ an der Berliner Staatsoper wird man nicht warm.