Die umstrittene Sammlung Bührle ist wieder im Kunsthaus Zürich zu sehen. Die Forschung nach möglicher NS-Raubkunst unter den Werken hat aber gerade erst begonnen.
Ausstellung
:Die Playboy-Jungs anzünden
Die Künstlerin Kaari Upson schuf drastische Zerrbilder von den Männerheftverlegern Larry Flynt und Hugh Hefner. Jetzt zeigt die Kunsthalle Mannheim ihr Lebenswerk.
Cyberangriff auf Uffizien
:„Ganz und gar nicht wie im Louvre“
Ausgänge zugemauert, Schätze weggebracht: Medien berichten von großer Angst vor einem Einbruch, nachdem Hacker die Uffizien in Florenz angegriffen haben sollen. Das Museum stellt alles ganz anders dar.
Nachruf
:Folter, Tod und Kunst
Der Bildhauer Melvin Edwards, der das Leiden amerikanischer Schwarzer effektiv in sehr weiße Galerieräume brachte, ist gestorben.
Ausstellung in Bonn
:Sexarbeit ist immer und überall
Das dokumentiert die Ausstellung „Sex Work“ in der Bonner Bundeskunsthalle. Ihr gelingt eine unaufgeregte Balance zwischen Verschleierung und Entblößung, zwischen Normalität und Skepsis.
Fotografie
:Die Wahrheit war nicht erwünscht
Der Leiterin des Hoesch-Museums Dortmund gelingt ein Coup: In der Ausstellung „Wie’s innen aussieht, geht niemand was an …“ präsentiert sie 50 Jahre alte Fotos griechischer Gastarbeiter in der Stadt. Sie zeigen eine Realität, die damals nicht sein durfte.
Ausstellungen im April
:Was wo läuft
Tübingen tanzt in die Gegenwart, in Wien gibt es den Canaletto-Blick und in München lockt das Haar: sehenswerte Ausstellungen im April.
Kunst
:Erst kam Monet, dann Netflix
Das Städel erzählt in einer außergewöhnlichen Ausstellung, wie die Felsen von Étretat zum ikonischen Motiv französischer Kunst wurden – und was dann mit dem windschiefen Fischerdorf geschah.
Literatur
:Der falsche Gruß
Madame Nielsens Roman „Das Zeitgeisterhaus“ handelt von der Frage, wie viel Kunst und Künstlertum der normale Mensch verkraften kann. Und davon, ob München eine verrückte Dänin erträgt.
Kunst
:Wie Genital ist diese Büste?
Endlich auch mal in Berlin: Die Neue Nationalgalerie zeigt die skandalumwitterte Moderne von Constantin Brancusi.
Kunst
:Ist es wirklich von öffentlichem Interesse, wer Banksy ist?
Durchaus: Das Interessanteste an dem Künstler ist schließlich seit Jahrzehnten nicht sein plakatives Werk, sondern das Risiko, das er dafür eingeht. Und das ist eng mit seiner Identität verknüpft.
Kunstmäzen Egidio Marzona gestorben
:Der Alles-Sammler
Die Einladungskarten waren ihm genauso wichtig wie die Kunst: Der Sammler, Verleger und Mäzen Egidio Marzona ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Ein Nachruf.
Notizen aus meinem Leben
:Ach, die Kunst!
Brauchen wir Kultur – oder kann die weg? Und warum hält Wolfram Weimer nicht einfach mal die Füße still? Auftakt von „Heidenreichs Fundstücken“.
Ukraine
:„Wir können das Leben nicht aufschieben, nur weil Krieg herrscht“
Das Kunstarsenal in Kiew ist eines der größten, ehrwürdigsten Museen Europas und bestens besucht. Ein Gespräch mit der Generaldirektorin über die Leistung von Kunst in Kriegszeiten und die Umwandlung zum barrierefreien Museum, weil viele Besucher im Krieg Arme oder Beine verloren haben.
Kunst
:Ein Raubtier im Zoo der Nationen
Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist Putins Reich wieder auf der Biennale in Venedig vertreten. Aber führt das wirklich dazu, dass sich die Welt durch Kunst begegnet, wie der Präsident der Ausstellung behauptet?
Literatur und Illustration
:Mit Janosch auf der Insel
Der Cartoonist Peter Gaymann führt seit Jahren eine enge Brieffreundschaft mit dem Schöpfer der Tigerente. Eine Liebeserklärung zum 95. Geburtstag des Zeichners und Schriftstellers.
SZ MagazinKunst
:Wer wird denn hier gleich weinen?
Die Künstlerin Yi Fei Chen schießt mit einer eigens dafür angefertigten Pistole ihre Tränen auf den Menschen, der sie zum Weinen bringt – und nutzt ihre Verletzlichkeit als Angriffsstrategie.
Ausstellung
:Die Mischung von Ja und Nein
Thomas Bayrle hörte an der Webmaschine Rosenkranzgebete und sah die digitale Zukunft. Die Frankfurter Schirn widmet dem Techno-Pointillisten eine große Werkschau.
Kunst
:Erst ein Rembrandt, dann keiner, dann doch wieder einer
Das Amsterdamer Rijksmuseum hat ein lange aus der Öffentlichkeit verschwundenes Gemälde als Werk Rembrandt van Rijns identifiziert. Ist das jetzt eine Sensation?
Kunst
:Vom Ursprung der Welt
Eine wunderschöne Retrospektive im Wiener Leopold Museum würdigt den Maler Gustave Courbet als großen Künstler, Selbstvermarkter und Aktivisten.
Ausstellungen im März
:Was wo läuft
Magische Traumbilder in Wuppertal, Wien zeigt Waldmüllers Naturbilder, und in London werden Pferde porträtiert: sehenswerte Ausstellungen im März.
Frankreich
:Die Direktorin des Louvre tritt zurück, Nachfolger steht fest
Nach dem spektakulären Raub aus ihrem Museum legt Laurence des Cars ihr Amt nieder. Der Kunsthistoriker Christophe Leribault, bisher Chef von Versailles, soll ihr nachfolgen.
Paris
:Louvre-Direktorin tritt zurück
Damit zieht Laurence des Cars unter anderem die Konsequenzen nach dem Einbruch in das berühmte französische Museum. Präsident Macron nahm ihr Rücktrittsgesuch bereits an.
Kunst
:Er hat das Tor zur Moderne aufgestoßen
Eine großartige Ausstellung in Riehen bei Basel lädt dazu ein, das Spätwerk Paul Cézannes aus verschiedenen Perspektiven neu zu entdecken.
Kunst
:Mund aufreißen, Klappe halten
Geister sehen mit KI? Pierre Huyghes Installation „Liminals“ in der Halle am Berghain ist die monumentalste Enttäuschung des Berliner Winters.
Epstein Files
:Frauen quälen und Kunst sammeln
Einer der wichtigsten Geldgeber Epsteins war Leon Black: Milliardär, Großsammler und Mitglied des Aufsichtsrats des Museum of Modern Art. Warum diese Beziehung die Museumswelt erschüttern könnte.
Nachruf auf Henrike Naumann
:Sie hat Möbel ernst genommen
Für Henrike Naumann war Wohnen politisch. Nun ist die 1984 geborene Künstlerin verstorben. Bis zuletzt hat sie an ihrem Beitrag für den deutschen Pavillon in Venedig gearbeitet. Ein Nachruf.
Kultur
:Künstlerin Henrike Naumann ist tot
Erst vor wenigen Monaten war Henrike Naumann als Mitgestalterin des Deutschen Pavillons auf der Kunstbiennale 2026 in Venedig ausgesucht worden. Jetzt ist die 1984 geborene Künstlerin gestorben.
Ausstellung in L. A.
:Wundervoll schrecklich
Deutschlands größte Videokunst-Sammlung ist jetzt in Los Angeles zu sehen. Noch mehr Film in die Stadt des Films bringen – eine gute Idee? Das Publikum reagiert eindeutig.
NS-Kunst
:Die Rückkehr der Nazi-Kunst
In vielen Ländern erstarken rechtsradikale Strömungen – ist es ein Zufall, dass das Interesse an NS-Kunst steigt? Besuch bei der German Art Gallery und einem Galeristen, der ein gutes Geschäft macht, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben.
Kunst
:Ambitioniert, arrogant und angstfrei
Das Leben der Malerin Paula Modersohn-Becker zeigt, was die Welt verliert, wenn sie Frauen ausgrenzt. Zum 150. Geburtstag der Ausnahmekünstlerin erinnern gleich mehrere Ausstellungen daran.
SZ MagazinEva & Adele
:Die Kunst weiterzuleben
34 Jahre und vierzig Tage lang waren Eva & Adele ein berühmtes lebendes Kunstwerk – und ein Liebespaar. Nach Evas Tod bleibt Adele nun allein zurück. Was wird jetzt aus ihr?
NS-Raubkunst
:Gute Absicht, späte Einsicht
Das Georg-Kolbe-Museum in Berlin gibt den „Tänzerinnen-Brunnen“ an die Erben des einstigen jüdischen Eigentümers zurück.
Kunst
:Mr. Ich und die Frauen
Raoul Hausmann hat auch vor und nach Dada viel geschaffen. Und er hatte außer Hannah Höch viele weitere Partnerinnen, die daran beteiligt waren. Das zeigt seine erste umfassende Retrospektive in Berlin.
Ausstellungen im Februar
:Was wo läuft
Ovids Metamorphosen in Amsterdam, italienische Fotografien seit den Achtzigern in Sindelfingen und leuchtende Gemälde von Rupprecht Geiger in Hagen: sehenswerte Ausstellungen im Februar.
Antisemitismusvorwürfe in Düsseldorf
:Na dann, gute Nacht
Die Kunstakademie Düsseldorf lädt eine palästinensische Filmemacherin ein, die Israel das Existenzrecht abspricht. Die Rektorin soll zurücktreten – und verweist im Gegenzug auf die Meinungsfreiheit. Über einen exemplarischen Fall im Umgang von Universitäten mit dem Nahostkonflikt.
Kunstmarkt
:Künstliche Relevanz
Die Golfstaaten investieren viel Geld in Kultur, Sport und Tourismus. Nun expandiert die Art Basel nach Katar – und wird in der Schweiz dafür heftig kritisiert.
Malerei
:„Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“
Georg Baselitz gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen.
Literatur
:Ein Versuch, poetisch zu leben
Der belgisch-flämische Autor Stefan Hertmans sollte dringend mehr Aufmerksamkeit bekommen. Sein neuer Roman „Dius“ erzählt von zwei kunstsinnigen Freunden, die sich mit alter Musik und Malerei aus der Gegenwart zurückziehen.
Fotografie
:„Sie hasst mit einer aktiven Linse“
Die Wiener Albertina zeigt eine tolle Ausstellung zum Werk von Lisette Model, Pionierin der Straßenfotografie. Und macht deutlich, warum ihre Bilder bis in die Gegenwart wirken.
Wien
:Mit zehn Jahren wollte er Dirigent werden, mit 50 leitet er das berühmteste Klassik-Event der Welt
Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin debütiert beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Für diesen Job ist er erstaunlich jung.
Literatur
:Vergessen Sie alles, was Sie über die Welt wussten
Alle lesen Fantasy-Romane, aber wenn einer sich wirklich auf die Flucht aus der Realität versteht, dann César Aira. Sein Roman „Der Hase“ zeigt: Er muss endlich den Literaturnobelpreis bekommen.
Kunst
:Der Mensch als Industriepalast
Disruption, Radikalisierung, Technik-Revolution: Die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt“ im LVR-Landesmuseum Bonn zeigt die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kunst. Das ist erstaunlich gegenwärtig.
Ausstellungen im Januar
:Was wo läuft
Madrid feiert Anton Raphael Mengs als Apelles, Salzburg punktet mit seinen Publikumslieblingen und Hamburg zeigt die Tatorte des NSU: sehenswerte Ausstellungen im Januar.
Nachruf
:Der Über-Maler
Arnulf Rainer malte auf bestehende Werke und wurde damit weltberühmt. Nun ist der österreichische Künstler im Alter von 96 Jahren gestorben.
Aktivistische Kunst
:Subtil ist das nicht
Anne Frank mit Kufija? Juristisch mögen die Werke von Pro-Palästina-Aktivisten die Grenzen der Kunstfreiheit nicht immer überschreiten – die des guten Geschmacks überschreiten sie systematisch.
Luxusgut Schlaf
:Augen zu und durch
„I can’t get no sleep“: Lange hat die Popkultur das Wachbleiben gefeiert – jetzt leiden alle unter Schlafmangel. Wie die Kunst da helfen kann.
Kulturpolitik
:Jetzt geht es ans Eingemachte
In Stuttgart und München protestieren Theater und andere Kultureinrichtungen gegen drohende Etatkürzungen, auch in weiteren Städten fehlt da Geld. Die Verantwortlichen stehen vor der schier unlösbaren Ausgabe: Wo soll künftig gespart werden?
Ausstellung
:Höchste Zeit für eine Wiederentdeckung
Die filigranen Arbeiten der japanischen Künstlerin Kazuko Miyamoto sind hinreißend schön. Die Berliner „Kunst-Werke“ zeigen sie erstmals in Deutschland in einer Einzelausstellung.
Debatte
:Die Sieger der Geschichte
Stasi-Mitarbeiter, Kinder von NVA-Offizieren und SED-Mitglieder prägen neuerdings entscheidend das Bild dessen, was „der Osten“ will, denkt und ist. Wie konnte es so weit kommen?