Bomben auf Teheran, Tel Aviv, Shiraz und Beirut: Ein kleines Gedicht zur Lage in Nahost.
Literatur
:Ach, diese Mitte
Jenseits der vierzig fängt für Frauen eine graue Zeit im Leben an, hieß es früher: Heute zeigen besonders interessante Schriftstellerinnen, wie man in dieser Phase endlich Frieden mit sich selbst schließt – und sich überraschend neu verlieben kann.
Matthias Brandt
:Bürgerlich und partiell rechtsextrem geht nicht zusammen
Matthias Brandt, keiner der Lautsprecher unter den deutschen Schauspielern, hat ein schmales, persönliches, wichtiges Buch geschrieben: über das Nein-Sagen zu den Feinden der Demokratie. Eine Empfehlung.
Irische Literatur
:Die Gentrifizierung frisst ihre Kinder
Die Briten feiern Oisín McKenna für sein Debüt „Hitzetage“: ein queeres Porträt der englischen Hauptstadt, deren Coolness langsam unerschwinglich wird. Ein Treffen im gerade noch so bezahlbaren Dumpling-Laden.
Interview mit Dimitré Dinev
:„Was in Bulgarien passiert, ist eine Warnung für ganz Europa“
Mehr als 1000 Seiten, 13 Jahre lang mit der Hand geschrieben: In „Zeit der Mutigen“ lässt Dimitré Dinev Menschen an der Geschichte verzweifeln – er selbst verzweifelt am Zerfall der Demokratie in Osteuropa. Ein Gespräch vor der Wahl in seinem Heimatland.
Notizen aus meinem Leben
:Akkordeon-Amore
Unsere Kolumnistin spielte schon das Instrument des Jahres 2026, als Mädchen noch Röcke tragen mussten und Musiklehrer das „Horst-Wessel-Lied“ üben ließen: Folge sechs von „Heidenreichs Fundstücken“.
Literatur
:„Schmeißt ihn mir raus!“
Prominente Autoren wie Virginie Despentes und Bernard-Henri Lévy verlassen unter Protest den französischen Verlag Grasset, weil der rechtsidentitäre Multimilliardär Vincent Bolloré dort den erfahrenen Verleger entlassen hat. Seine politischen Ziele dabei sind klar.
Lena Dunham
:Für immer euer Mädchen, Lena
Mit dem Erfolg von „Girls“ begann für Lena Dunham die beste Zeit ihres Lebens. Und die schlimmste – die sie im Memoir „Famesick“ nun verarbeitet hat. Ihre Lesung in Brooklyn gleicht einer Selbsthilfegruppe für Millennials.
Michel Houellebecq
:Mann des Jahres 2026
Skandalautor? Wrack? Nein: Supermann. Michel Houellebecq brilliert in Frankreich als sehr besonderer Experte in dunklen Zeiten. Sein Credo: Es lebe die Literatur, es lebe das Chanson!
Kinderliteratur
:Wichtigster Kinderbuchpreis der Welt für Jon Klassen
Der kanadische Autor und Illustrator bekommt den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis. Berühmt machte ihn eine schräge Trilogie über einen Bären und einen verlorenen Hut.
Literatur
:Eine Million Euro für ein Buch? Ja, bitte
Der spanische Flughafenbetreiber Aena zeichnet einen Roman mit einer ungewöhnlich hohen Summe aus. Ist das unanständig? Im Gegenteil: Woran sich deutsche Unternehmen und reiche Kunstliebhaber ein Beispiel nehmen könnten.
Frauen in der Literatur
:Ich auch! Ich auch!
Alle reden über Ildikó von Kürthy, weil sie von Denis Scheck desavouiert worden ist. Aber wie liest sich ihr Buch „Alt genug“ denn nun? Und macht Christiane Rösingers eben erschienenes „The Joy of Ageing“ Lust darauf, älter zu werden?
Wahl in Ungarn
:Ein neuer „Wind of Change“?
Ungarische Politiker tanzen vor Freude über Magyars Wahlsieg – zum Soundtrack von „Die Tribute von Panem“. Über den Sound einer Revolution und die Parallelen zwischen Fiktion und Realität.
Literatur
:Gefühle, die sich einfach nicht mehr beruhigen
Ein 60-jähriger Mann, der den Glauben an die Liebe längst verloren hat, wird eines Tages hinterrücks von ihr überwältigt: Thomas Hettches ungemein sinnlicher Roman „Liebe“ erzählt von einer späten, obsessiven Leidenschaft.
Frankreich
:Ist das Verrat?
Im November kam der algerische Schriftsteller Boualem Sansal aus der Haft frei – auch dank seines französischen Verlags Gallimard. Nun wechselt er zum rechten Verlag Grasset. Paris ist in Aufruhr.
Sachbuch: „Oben rechts“
:Endlich straff durchregieren
Ist die „woke Linke“ wirklich der Brandbeschleuniger des neuen rechten Autoritarismus? Wissenschaftler liefern in einem erhellenden Sammelband eine viel beunruhigendere Erklärung – und nehmen dafür die wohlhabenden Hardcore-Libertären in den Blick.
Literatur
:Wenn man immer „die Andere“ ist
Tupoka Ogette wuchs in der DDR auf, wurde durch Rassismuskritik bekannt. In „Trotzdem zuhause“ erzählt sie ihre Geschichte. Doch gerade dort, wo das Memoir am dringendsten berühren möchte, bleibt es recht kühl.
Literatur
:Wen man mag, den küsst man
Dana Grigorceas Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ dreht sich kunstvoll um eine einzige Frage: Welche Wünsche werden wahr in der Kunst? Antwort: die intensiven und die unbedingten.
KInderbuch
:Widerstand ist möglich
Der Frauenprotest in der Berliner Rosenstraße 1943 war die größte Demonstration gegen das NS-Regime. Anja Tuckermann hat ein eindrucksvolles Kinderbuch daraus gemacht.
Notizen aus meinem Leben
:Dafür habt ihr Geld
Rätselhafte Botschaften im öffentlichen Raum regen zum Nachdenken an: Wer liebt mich – und wie gut kennt mich eigentlich Jesus? Folge fünf von „Heidenreichs Fundstücken“.
Fernsehen
:Scheck, mach mir den Hasen
Aus der Schnatterzone? Unser Autor teilt mit Ildikó von Kürthy immer wieder mal für einen Abend die Bühne. Dabei lernt man viel über sich und die Menschen, findet er. Eine Erinnerung aus gegebenem Anlass.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
:Schade, ARD und ZDF, um eure Kultur
Seit Denis Scheck das neue Buch von Ildikó von Kürthy unflätig in die Mülltonne warf, diskutiert das Land wieder, warum es mit diesem armseligen Literaturfernsehen leben muss. Warum macht es etwa Frankreich so viel besser?
Alexander Kluge
:Am Ende spielt Helge Schneider Saxofon
Alexander Kluge ist in Berlin, auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, beerdigt worden – bei Hegel, Brecht und schräg gegenüber von seiner Schwester Alexandra.
Social Media
:„Ich bin 77, aber ich war mal 47“
Unsere Lieblingsschauspieler können dank KI-Videos ihr jüngeres Ich umarmen, und das Berlin der Stummfilmzeit erstrahlt in Farbe: Sind die digitalen Zeitreisen reine Sehnsucht nach früher oder eine neue Form von Lebensweisheit?
Salman Rushdie
:„Die Trump-Regierung hat offensichtlich große Angst vor Humor“
Der Bestsellerautor Salman Rushdie im Gespräch über eine große Schwäche des US-Präsidenten, das Weitermachen, wenn man eigentlich schon tot war – und darüber, welche Musik auf der Discoparty zu seinem 100. Geburtstag laufen soll.
Notizen aus meinem Leben
:Kennt der Schmerz die Liebe?
Sprüche aller Art führen schnell zu existenziellen Fragen – besonders, wenn sie auf Toilettenwänden stehen. Folge vier von „Heidenreichs Fundstücken“.
Debatte
:Über diesen Mann würde man gern mal ein Sachbuch lesen
Der ARD-Literaturkritiker Denis Scheck bezeichnet Ildikó von Kürthys Bestseller „Alt genug“ als „Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette“. Das ist ja interessant.
Debatte
:Hat sich die Idee des Zionismus überlebt?
Der jüdische Schriftsteller Arnon Grünberg reist durch Israel, Deutschland und Österreich, um Antworten auf die Fragen zu finden: Wie hängen Zionismus und Antisemitismus zusammen? Und was hat das Blutvergießen im Nahen Osten mit dem Holocaust zu tun?
Literatur
:Ein bisschen Angst darf sein
Sie sind süß und immer ein kleines bisschen schräg: Wer Kinder hat, kennt Kathrin Schärers Tiere. Doch ihre Bilderbücher muten Kindern auch mal schwierige Themen zu. Wie macht sie das? Ein Besuch im Atelier der Kinderbuchkünstlerin.
Film
:Ein größerer Gegensatz zum Trump-Amerika ist kaum denkbar
Denkerin, Zeichnerin, Feministin: Die Doku „Siri Hustvedt. Dance Around the Self“ porträtiert die Schriftstellerin und bietet Einblicke in ihre Beziehung zum verstorbenen Paul Auster. Der Film ist schon jetzt ein kostbares Dokument.
ExklusivBestseller-Autor Frank Schätzing
:In meinem Revier
Ein Wolf bei Ikea, ein Grizzly am Wanderpfad, ein Wal auf der Sandbank: „Der Schwarm“-Autor Frank Schätzing zur großen Frage, wie viel Wildnis wir vertragen – und brauchen.
Debatte
:Wal, erlöse uns
Man könnte in diesen Tagen meinen, es passiere gerade etwas im Zusammenleben von Tieren und Menschen. Ist es die Sehnsucht nach Freundschaft mit anderen Spezies? Oder doch ganz profan: schlechtes Gewissen?
David Szalay
:Wo man später mal begraben sein möchte
Der Booker-Preisträger David Szalay ist in Kanada geboren, hat schon in London und Ungarn gelebt, jetzt trifft man ihn in Wien. Ein Gespräch über die Vorteile der Heimatlosigkeit.
ExklusivKlage von Random House
:Hat Open AI den kleinen Drachen Kokosnuss geklaut?
Im Kampf zwischen Kunst und KI geht es nicht mehr darum, wie Chat-GPT mit Originalen trainiert wird und diese dann kopiert. Der Fall des Kinderbuchs „Der kleine Drache Kokosnuss“ zeigt: Die KI hat schon so viel gelernt, dass menschliche Kreativität und die Zukunft der Kultur bedroht sind.
Literatur
:Wenn man seine Heimat hassliebt
Die russische Autorin Natalja Kljutscharjowa wurde denunziert und floh nach Deutschland. In ihrem Buch „Woher kommst du?“ spürt sie Gefühlen zwischen Verlorenheit und Neuanfang nach. Eine Begegnung.
Roman
:Antikapitalistisch kichern
Erreicht man junge Leute in ihren fragmentierten Winkeln des Internets heute noch mit politischer Aufklärung? Marc-Uwe Kling bekommt es immer wieder hin, dank sokratischer Dialoge mit einem kommunistischen Känguru. Jetzt gibt es endlich den fünften Band.
Literatur
:So weit, so hot
Ihre Autobiografie „I’m Glad My Mom Died“ wurde ein Welterfolg, jetzt erscheint Jennette McCurdys Romandebüt. „Half His Age“ erzählt von Sex, Machtmissbrauch und Einsamkeit.
Literatur
:Kinderbuchtipps für Ostern
Für ganz Kleine, nicht mehr Kleine und richtig Große: Die schönsten Kinder- und Jugendbücher dieses Frühlings.
Notizen aus meinem Leben
:Mein Mann der Stunde
Alte Aufzeichnungen von Albert Einstein oder Bob Dylan zum Krieg, zur Verzweiflung, zur Wut – wie sehr sie doch die Stimmung des Moments einfangen! Folge drei von „Heidenreichs Fundstücken“.
Roman über Alkoholismus
:2,3 Promille, zwanzig Jahre lang
Wenn man den atemberaubenden Roman „Entzug“ von Christoph Peters gelesen hat, weiß man, was es bedeutet, schwerer Alkoholiker zu sein. Mehr kann Literatur nicht leisten.
Literatur
:Biografie eines Unbekannten
In Simon Chevriers Roman „Foto auf Anfrage“ verliebt sich der Erzähler in eine weltberühmte Fotografie. Aber niemand scheint zu wissen, wen das Bild eigentlich zeigt. Ein meisterhaftes Debüt.
Bücher
:Der Schwarm schreibt mit
Lange kam erst das Buch, dann die Fangemeinde. Heute läuft es oft umgekehrt. Über den Siegeszug der Fan Fiction.
Literatur
:Nur Frauen unter den Überlebenden
Ein Buch, das auf Tiktok gehypt wird, muss noch lang nicht gut sein. Aber die Wiederentdeckung des Romans „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist jede Begeisterung wert. Die feministische Dystopie passt perfekt in unsere wirre Zeit.
Episodenroman
:Lieferanten aller Länder, vereinigt euch
Er schreibt auf Hebräisch und Deutsch, diesmal aber leider kein „Broken German“: Der Schriftsteller Tomer Gardi heftet sich im Roman „Liefern“ in sechs Städten an die Fersen von Fahrradkurieren. Sie sind menschlich, fast zu sehr für den Geschmack ihrer Kunden – noch.
Literatur
:Von SZ-Autoren
Neue Bücher über den Glanz von Goethes Texten und das Silicon Valley, das plötzlich Donald Trump folgt.
Literatur
:Der falsche Gruß
Madame Nielsens Roman „Das Zeitgeisterhaus“ handelt von der Frage, wie viel Kunst und Künstlertum der normale Mensch verkraften kann. Und davon, ob München eine verrückte Dänin erträgt.
Sachbuch
:Es braucht eine Revolution in den Köpfen der Männer
„Die Frau und Sex“ ist eines der berühmtesten Bücher des arabischen Feminismus. Jetzt erscheint es erstmals auf Deutsch – und liest sich auch für Westler an vielen Stellen erschreckend aktuell.
Elias Hirschl
:Welche Macht hat Sprache über uns?
Wenn jedes Objekt ein eigenes Wort bekommt, wird’s irgendwann schwer, den Überblick zu behalten: Das Gespräch mit Elias Hirschl auf der Buchmesse führt in die Welt der Linguistik-Nerds. Es wird sprachphilosophisch - und herrlich absurd.
Annette Ramelsberger und Bernhard Schlink
:Wer verschafft uns Gerechtigkeit?
Bestsellerautor Bernhard Schlink und SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger diskutieren, ob die Justiz auf dem rechten Auge blind ist und wann die Sehnsucht nach Regeln zu weit geht.
Sophie Passmann
:Mit Sophie Passmann im Internet
Sophie Passmann liebt Social Media. Und sie verachtet Social Media. Ein Gespräch über diese Widersprüche und ihr neues Buch "Wie kann sie nur?".