Der „Spiegel“ hat den „gefährlichsten Mann Deutschlands“ gekürt: Ulrich Siegmund von der AfD, freundlich vom Cover schauend. Hat Deutschlands apokalyptischstes Nachrichtenmagazin sich verliebt?
Zeitungen
:Dumont streicht 57 Stellen
Umbau wegen Umstellung auf „digitalen Prozess“: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schließt seine Rheinische Redaktionsgemeinschaft. So fallen erneut Stellen bei der Mediengruppe weg.
MDR und die Wahl in Sachsen-Anhalt
:Ganz lieb gefragt
Ulrich Siegmund könnte der erste AfD-Ministerpräsident in Deutschland werden. Der MDR, der dann bedroht wäre, spricht mit ihm übers Geschirrspülen, seine Kindheit und die Kaulitz-Brüder. Über Journalismus im Smalltalk-Modus.
Sonnenfinsternis
:„Typisch Deutschland. Eine Sache passiert, alle rasten aus“
Weh dem, der kurz vor der Sonnenfinsternis noch keine Schutzbrille hat. Er muss stundenlang Schlange stehen vorm Optiker. Eine Reportage.
Jan Böhmermann
:ZDF gewinnt vor Gericht gegen Polizeigewerkschafter
Jan Böhmermann nannte den Polizisten Manuel Ostermann einen „Herrenmenschen“. Der klagte – es gehe um das Image der Bundespolizei. Warum der Sender in dem Streit trotzdem gewonnen hat.
Aktuelles Lexikon
:Was ist ein Sprecher?
Jede Ministerin, jeder Kanzler, jeder Fifa-Präsident hat ihn. Aber seine Aufgabe besteht nur zum geringsten Teil aus Sprechen.
Nachruf
:Er war dort, wo es wehtut
Heiko Gebhardt ließ sich von einem Boxer das Bein brechen und berichtete von Mördern. Zum Tod des früheren „Stern“-Reporters und großen journalistischen Erzählers.
Journalismus
:Kuscheln mit Adjektiven
Der „Spiegel“ will dem Land mit „lösungsorientiertem Journalismus“ auf die Sprünge helfen. Zum Auftakt streiten Luisa Neubauer und Sepp Müller über das Klima. Die Happiness danach? Eher bemüht.
Journalismus
:„Bunte“ muss Gegendarstellung von Karl-Theodor zu Guttenberg veröffentlichen
Die „Bunte“ erklärte die Beziehung des früheren Verteidigungsministers und Katherina Reiche für beendet. Das Magazin muss dies nun auf seiner Titelseite berichtigen.
MeinungÜbernahme „Fränkischer Tag“
:Was passiert, wenn das Lokalblatt an Autorität verliert
Bambergs CSU liegt am Boden. Das wäre die Stunde der örtlichen Zeitung. Seit einem Verlagswechsel aber reiht sich beim „Fränkischen Tag“ ein Malheur ans andere. Ein kritischer Moment für die Stadtgesellschaft.
Syrien
:„Irgendwann kriege ich euch“
Die syrische Journalistin Haneen Omran wurde unter dem Assad-Regime viele Monate lang gefangen gehalten und gefoltert. Sie berichtete darüber und ist heute eine der bekanntesten Journalistinnen des Landes. Ein Treffen in Damaskus.
NS-Vergangenheit
:Er stritt für den Journalismus – und verharmloste die SA
Der Jurist Martin Löffler gilt als Verteidiger der Pressefreiheit, der das bedeutende „Spiegel“-Urteil vor 60 Jahren erstritten hat. Verborgen blieben bislang dunklere Seiten seiner Biografie.
Medien
:Eine verstörende Argumentation
Die „Fuldaer Zeitung“ druckt einen Leserbrief ab, in dem ein Pfarrer den Anschlag auf den CSD ein „Signal des Himmels“ nennt. Der Chefredakteur rechtfertigt die Veröffentlichung – und offenbart dabei ein Missverständnis.
Medienkritik
:Wer sagt hier was zu wem?
Die Schauspielerin Sibel Kekilli wirft der Zeitschrift „Bunte“ vor, den falschen Eindruck zu erwecken, sie habe dieser ein Interview gegeben. Aber stimmt das? Eine Textanalyse.
Debatte
:Keine Rücksicht, schon gar nicht auf Verluste
Zu positiv? Zu negativ? Der Journalismus der Gegenwart ist bisweilen eine komplizierte Gratwanderung. Warum es aber keine Lösung ist, mit der trüben Regierungspolitik einfach einverstanden zu sein.
Axel Springer
:Nur für ’ne Zeit lang
Nach nicht mal einem Jahr kündigt Ex-„Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber seine Trennung vom Axel-Springer-Verlag an. War sein Engagement Deutschlands schönstes Missverständnis?
Aktuelles Lexikon
:Was passiert im Sommerloch?
Für Journalisten gibt es wenig zu berichten. Umso glücklicher fügt es sich, dass ausgerechnet in dieser Zeit die erstaunlichsten Phänomene erscheinen.
Nahost
:Al-Jazeera kündigt Reportern in Gaza
Der Nachrichtensender soll 20 palästinensische Mitarbeiter entlassen haben, die dort lange unter Lebensgefahr berichteten. Die Reaktionen sind harsch – das Unternehmen aus Katar schweigt .
MeinungMedien
:Journalisten dürfen keine Shownalisten sein
Wie steht es um dieses Grundrecht? Gedanken zur Pressefreiheit sechzig Jahre nach dem „Spiegel“-Urteil und zur Vermischung von Geschäft und Journalismus.
Fernsehen
:„Plötzlich wurde ich als ‚Nazi-Schlampe‘ beschimpft“
Für ihre Bürgergeld-Doku wurde die ZDF-Journalistin Sarah Tacke hart kritisiert. Nun übernimmt sie den Sommer über den Sendeplatz von Maybrit Illner. Gespräch mit einer Frau, die den bekannten Blick auf Themen verändern will.
Andrew Tate
:„Es war schwer auszuhalten“
Über Monate recherchiert die Journalistin Heidi Blake die Verbrechen der Tate-Brüder, trifft sie in Bukarest. Kurz nachdem ihr Text erschienen ist, werden die Influencer verhaftet. Ein Gespräch über den Blick in den Abgrund.
Nachruf
:Der journalistische Uhrmacher
Günter Bannas zeigte, dass Präzision und Anstand journalistische Tugenden sind. Zum Tod des langjährigen Leiters des Hauptstadtbüros der FAZ.
Korrespondenten-Dinner
:„Wenn ich weg bin, werdet ihr alle pleitegehen“
Beim Korrespondenten-Dinner gibt sich der US-Präsident selbstironisch, politisch äußert er sich wenig. Und setzt sich stattdessen eine Mütze mit der Aufschrift „Trump 2028“ auf.
Wolfram Weimer
:Für wirklich jeden Spaß zu haben
In der „Bunten“ zeigt sich der Kulturstaatsminister verträumt auf einem Klavier liegend und mit seiner Frau auf einem Motorroller. Eine Lovestory zwischen Politik und Boulevard, wie sie große Tradition hat.
US-Justizministerium
:Vorladung von NYT-Journalisten zurückgezogen
Das US-Justizministerium zieht im Streit über die Offenlegung von Informanten Vorladungen gegen Journalisten der New York Times zurück. Dies erklärte ein Staatsanwalt am Donnerstag bei einer Gerichtsanhörung. Die Anordnungen waren von ...
Aus der Redaktion
:Dreimal SZ auf dem Podest
Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreis zeichnet drei SZ-Reportagen und -Texte von Julian Gerstner, Nele Sophie Karsten und Christina Lopinski aus.
Journalismus
:Doch kein Terrorist
Die „Berliner Zeitung“ bezichtigt den Nahostexperten Daniel Gerlach, „ideologischer Bodenbereiter“ antisemitischer Angriffe zu sein – wegen eines Selfies bei einem Fußballspiel. Der Presserat missbilligt das, den Verleger der Zeitung scheint es nicht zu stören.
Medien
:Burda baut um
Das traditionsreiche Medienhaus muss schlanker werden, doch wechselnde Strategien verursachten Verwerfungen und personelle Abgänge. Nun gibt es einen Plan und einen neuen Manager.
Transparenz-Blog
:Wie’s die SZ mit der KI hält
Künstliche Intelligenz macht den Journalismus besser, für die SZ ist sie ein hilfreiches Werkzeug. Sie ersetzt aber nicht die Neugier und Originalität der Autorinnen und Autoren.
Medien
:„Der Begriff Klima ist verbrannt“
Hitzerekorde in Europa: Gehen dem Journalismus die Narrative aus, um immer neu von der Gefahr der Erderwärmung zu erzählen? Ein Gespräch mit dem Meteorologen und ZDF-Moderator Özden Terli.
MeinungBundesregierung
:Ausgerechnet Philipp Amthor will der Presse ein wichtiges Recherche-Werkzeug nehmen
Das Informationsfreiheitsgesetz hilft Medien, die Grenzüberschreitungen von Politikern aufzuarbeiten. Zumindest die Union will es jetzt einschränken.
Schweizer Rundfunk
:„Es reicht nicht mehr, nur Journalismus zu machen“
Der öffentliche Rundfunk in der Schweiz muss sich radikal verkleinern. Ein Gespräch mit seiner Direktorin Susanne Wille über ihren Komplettumbau – und welche Rolle dabei KI spielen soll.
Hauptstadtjournalismus
:Bleiben wir beim Du?
Jens Spahn erklärte sich zur Leihmutter-Debatte exklusiv im Podcast des „Bild“-Reporters Paul Ronzheimer. Warum dem nun eine zu große Nähe zu seinem Interviewpartner vorgeworfen wird.
Rechte Jugend
:Hakenkreuze und Bomberjacken sind jetzt wieder Lifestyle
Manuela Müller erzählt in Artikeln und Büchern klug und schnörkellos, wie die rechte Subkultur in ihrer Stadt Zwickau zum Mainstream wird. Hat sie noch Hoffnung? Ein Stadtrundgang.
KI im Journalismus
:„Völliger Unsinn“
Der „Job-Futuromat“ der Bundesagentur für Arbeit soll dabei helfen, die Zukunftsfähigkeit verschiedener Berufe in Zeiten von KI einzuschätzen. Am Beispiel des Journalisten sieht man: Informiert wirkt das nicht gerade.
Aus der Redaktion
:Ehrung für Ronen Steinke
Karl-Hermann-Flach-Preis 2026 für Steinke: „Eine der profiliertesten Stimmen im Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus“ – und ein Verteidiger der Meinungsfreiheit.
Gaza-Krieg und die Folgen
:Die falsch verstandene Staatsräson
Wie gehen deutsche Politiker und Medien mit dem Gaza-Krieg um? Der Völkerrechtler Kai Ambos und der Journalist Fabian Goldmann sehen eine deutliche Einseitigkeit zugunsten Israels. Die Folgen wiegen schwer.
Axel Springer Award
:Ist Peter Thiel jetzt die konservative Hoffnungsfigur?
Der Tech-Milliardär und politische Strippenzieher liebt den Kapitalismus, die Demokratie weniger. Nun erhält er den Axel Springer Award.
Debatte
:Hammer geschwungen, Thema verfehlt
Das ZDF verweigert die Ausstrahlung eines angeblich antifaschistischen Liedes von Danger Dan in einer Kabarettsendung: Nachvollziehbar?
Geschichte
:Ein gefeierter Heimatautor und seine NS-Vergangenheit
Der Hinweis eines Lesers führt zur Spruchkammerakte des Heimatautors und langjährigen SZ-Mitarbeiters Ludwig „Wugg“ Retzer. Die Unterlagen dokumentieren seine bisher unbekannte NSDAP-Mitgliedschaft und seine Propagandatexte.
Podcast
:Reisewarnung
Ein Schiff kentert, eine Tauchsafari endet tödlich: Der fantastisch recherchierte Podcast „Der Untergang der Sea Story“ legt offen, welcher Gefahr sich Ägypten-Urlauber am Roten Meer aussetzen.
Landgericht Köln
:Wer ist hier die „saure Froschfresse“?
Die „Berliner Zeitung“ behauptete fälschlich, dass Jan Böhmermann in seinem Podcast Ulf Poschardt mit diesen Worten beleidigt hätte. Bemerkenswert ist, wie sie mit so einem Fehler umgeht.
Debatte
:Die Mitte? Die Härte!
Glückliche Eltern, musizierende Kinder, Gottesdienst nicht nur an den Feiertagen und „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“: Wie man sich bei der FAZ „hart arbeitende Leute“ vorstellt. Und wie nicht.
Urteil
:BVG muss Werbung für „Nius“ zeigen
Die Berliner Verkehrsbetriebe sind verpflichtet, die im Juni zurückgezogene Werbung für das rechte Medienportal „Nius“ wieder zu zeigen, beschließt das Verwaltungsgericht Berlin.
Axel-Springer-Konzern
:Rückenwind aus Berlin
Gabor Steingart lässt ein neues Medienschiff bauen, die „Pioneer Three“, und die „Bild“ zitiert aus vollmundigen Ankündigungen aus der Presseerklärung. Ohne den gemeinsamen Mutterkonzern zu erwähnen.
Bayerns beste Schülerzeitungen
:„Die Motivation und Energie von allen zu sehen ist toll“
Traumberuf Journalismus? Sieben junge Menschen, die mit ihren Schülerzeitungen beim Blattmacher-Wettbewerb gewonnen haben, erzählen von ihrer Arbeit – und ob sie das auch nach der Schule weitermachen wollen.
MeinungNew York Times
:Mit dieser Vorladung von Journalisten überschreitet Donald Trump eine Grenze
Die US-Justiz lässt sich vom Präsidenten benutzen, um an Quellen von Reportern heranzukommen. Damit gefährdet sie einen Grundpfeiler der Freiheit, die Trump so gerne preist.
Journalismus
:Meine Nachrichten such’ ich mir selbst
Bei Google kann man inzwischen einzelne Medien bevorzugen. Wie beeinflusst das die Wahrnehmung des Weltgeschehens?
Journalismus
:Eine Frage der Ehre
Der ehemalige Intendant des Bayerischen Rundfunks und Merkel-Sprecher Ulrich Wilhelm baut die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ um. Mit einigen Nebengeräuschen.
Großbritannien
:Prinz Harry verliert vor Gericht
Haben britische Boulevardmedien Privatdetektive angeheuert, um bei Prinz Harry illegal Abhörgeräte anzubringen und Polizeibeamte zu bestechen? Einem Gericht reichen die Beweise dafür nicht.