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Das Grüne Tal des Hudson Rivers

Die Landschaft ist hügelig, bewaldet und grün, mittendrin fließt der Hudson River. Deutsche und Holländer haben den Landstrich kultiviert, an sie erinnern Orte wie Germantown, Rhinebeck und Rhinecliff. Am besten erkunden Sie den Hudson River mit dem Mietwagen. Für die 400 km lange Tour sollten Sie zwei Tage veranschlagen.

Von New York folgen Sie Route 9 Richtung Norden nach Tarrytown und Kykuit. In Kykuit ist das pompöse Rockefeller Estate (Mai-Anf. Nov. Mi bis Mo | Eintritt $ 23 | www.hudsonvalley.org) mit der Kunstsammlung des ehemaligen Vizepräsidenten Nelson B. Rockefeller sehenswert. Weiter nördlich, in Hyde Park, können Sie die 54-Zimmer-Renaissance-Mansion von Frederick W. Vanderbilt (Route 9 | tgl. 9-17 Uhr | www.nps.gov/vama), und das Anwesen des Ex-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (Route 9 | tgl. 9-17 Uhr | www.nps.gov/hofr) besichtigen. Hyde Park, fast zwei Stunden mit dem Auto von Manhattan entfernt, beherbergt auch das Culinary Institute of America, wo der beste Kochnachwuchs des Landes in einem ehemaligen Jesuitenseminar in vier Restaurants exzellente Menüs zubereitet. Besucher des kulinarischen Hotspots müssen im Voraus reservieren (Route 9 | Tel. 1845/471-6608 | www.ciachef.edu | €-€€€).

Auch sonst ist das Tal des Hudson River kein kulinarisches Niemandsland. Links und rechts verstecken sich Weingüter, die in dem feuchtwarmen Klima gute, trockene Weißweine ausbauen (z. B. Millbrook Vineyards in Millbrook nördlich von Route 44 | tgl. 12-17 Uhr | Tel. 1845/677-8383 | www.millbrookwine.com). Das Städtchen Millbrook liefert das passende altamerikanische Straßenbild und eine gute Auswahl in Sachen Essen und Trinken.

Zurück zum Fluss geht es nach Rhinebeck, ebenfalls einem Bilderbuchstädtchen, gegründet 1686. Im Beekman Arms, (6387 Mill St. | Tel. 1845/876-7077 | www.beekmandelamaterinn.com | €€-€€€) dem ältesten Hotel Amerikas gibt es bodenständige Küche mit feiner Note und dazu 77 Zimmer in zwölf Gebäuden. Einen Besuch lohnt auch die französische Patisserie Calico (6384 Mill St.).

Nördlich von Rhinebeck liegt das Örtchen Red Hook mit seinen Trödel- und Obsthändlern. Im Herbst besonders pittoresk: die Kürbissammlung von Greig Farm (223 Pitcher Lane | Tel. 1845/758-1234 | www.greigfarm.com). In der Warren Street in der Stadt Hudson liegt ein Antiquitätenladen neben dem anderen. Die Rip van Winkle Brücke führt über den Hudson River in die Catskill Mountains. Im Herbst ist die Farbenpracht des Indian Summer hier spektakulär.

Route 9W führt wieder zurück nach Manhattan, durch Saugerties. Mitten in dem schläfrigen Ort liegt das Café Tamayo, in einer Taverne von 1864, in der die alte Bar noch erhalten ist. Spezialitäten des Hauses: Ente und Fasan. Wer dazu etwas trinken will, kann die Nacht im zugehörigen Inn verbringen (4 Zi. | ab $ 120 | 89 Partition St. | Tel. 1845/246-9371 | www.cafetamayo.com | €€€).

Von dort führt der Weg zu weiteren geschichtsträchtigen Schauplätzen: George Washingtons Hauptquartier im Unabhängigkeitskrieg (Museumsöffnungszeiten erfragen | Eintritt $ 4 | 84 Liberty St. | Tel. 1845/562-1195) und die berühmte Kadettenschule West Point (Visitor Center tgl. 9-16.45 Uhr | Tour per Bus $ 10 u. 12 | Reservierung empfohlen, Ausweis mitnehmen! | Tel. 1845/446-4724 | www.usma.edu). Die Militärakademie mit herrlichem Blick auf den Hudson ist eine der großen Touristenattraktionen.

Dünen, Strände, Villen: die Hamptons

Es gibt zwei Sorten von New Yorkern: Die eine besitzt ein Haus in den Hamptons oder mietet es den Sommer über für Preise ab $ 5000 pro Monat. Die andere träumt bescheiden davon, wenigstens die Ferien in einem der alten, weißen Holzhäuser zu verbringen. Unweit von kilometerlangen Stränden und der sanften Atlantikbrandung gibt es gemütliche Dorfzentren mit schmalen Straßen und versonnenen Spaziergängern. Für diese 320 km lange Route benötigen Sie zwei Tage.

Wie fast immer in Amerika kommen Sie am besten per Mietwagen voran. Doch es gibt Alternativen: den Hampton Jitney, einen Bus ($ 51 hin und zurück | Reservierung erforderlich | Tel. 1631/283-4600 | www.hamptonjitney.com), und die Long Island Railroad, eine aufreizend gemütliche Eisenbahn (ab $ 14 | Abfahrtszeiten Tel. 1718/217-5477 | www.mta.info), die mehrmals täglich die vielen kleinen Orte bedient. Dort angekommen bewegen Sie sich am besten per Mietfahrrad fort (z. B. Bermuda Bikes, Mo, Do-Sa 10-17, So 10 bis 16 Uhr, East Hampton | Tel. 1631/324-6688 | http://bermudabikes.com).

„Hamptons“ bezeichnet den 50 km langen Landstrich am Ostende von Long Island mit den Orten Westhampton, Hampton Bays, Southampton, Bridgehampton und East Hampton sowie Sag Harbor, Sagaponack, Amagansett und Montauk. Die Hamptons verbreiten eine Atmosphäre, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Zweieinhalb Auto- oder Eisenbahnstunden von New York entfernt, finden Sie Sommertemperaturen um 30 Grad, eine sanfte Brise, Sinn für Geschichte, gutes Essen und eine Kultiviertheit, die Prominente von Robert De Niro bis Steven Spielberg angelockt hat.

Als Einstieg empfiehlt sich Bridgehampton, zu erreichen mit dem Auto über I 495, dann Route 27 (Montauk Highway), wo Sie auf der Main Street von einem Antiquitätengeschäft ins nächste spazieren. Nicht versäumen sollten Sie den Besuch beim Wölffer Estate, wo der Hamburger Gutsbesitzer und sein badischer Kellermeister hervorragende Chardonnays und Merlots produzieren (tgl. 11-17 Uhr | 139 Sagg Rd. | Tel. 1631/537-5106 | www.wolffer.com). Der Montauk Highway führt als nächstes nach East Hampton, wo sich reiche New Yorker schon gegen Ende des 19. Jhs. die ersten Holzpaläste mit grauen Schindeln und weißen Säulen, Bögen und Türmchen in die einsame Dünenlandschaft setzten. Man spielte auf makellosem Rasen Krocket, trank Eistee und genoss in weißen Korbsesseln die frische Brise.

Das können Sie auch heute noch, z. B. im Maidstone Arms (19 Zi. | 207 Main St. | Tel. 1631/324-5006 | www.maidstonearms.com | €€€), einem Inn aus dem 18. Jh. mit attraktivem Restaurant. An der Main Street und an der Newtown Lane liegen die schönsten Geschäfte der Insel. Was los ist, erfahren Sie im East Hampton Star. Und natürlich auch, welcher Prominente sich gerade für wie viele Tausend Dollar in welcher Straße für den Sommer eingemietet hat, was im Kino läuft, wo man sein Popcorn eventuell neben Christy Turlington und Barbra Streisand verzehrt, oder wann die Ausstellungseröffnungen im Parrish Art Museum (Mo, Do-Sa 11-17, So 13-17 Uhr | 25 Job's Lane | Southampton | Eintritt $ 7 | www.parrishart.org) stattfinden, ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges.

Über die Further Lane geht es nach Amagansett, was in der Sprache der Algonquin-Indianer „Ort des klaren Wassers“ heißt: Frühstück im Farmer's Market ist ein Muss. Weiter geht es nach Montauk, dessen Leuchtturm 1797 im Auftrag des ersten US-Präsidenten George Washington erbaut wurde, nachdem er den Unabhängigkeitskrieg gewonnen hatte. Hier, am östlichsten Punkt der Landzunge Long Island, haben Sie das Gefühl, am Ende der Welt zu sein.

Dass es sich um ein ehemaliges Fischerdorf handelt, ahnt man noch bei Gosman's (Gosman's Dock | Tel. 1631/668-5330 | €€) an der Flamingo Road. Das Restaurant ist eine der Attraktionen des Ortes, denn hier landet der Fang des Tages, kaum ausgeladen, schon auf dem Tisch. Vor der Küste von Montauk wird hervorragender Thunfisch gefangen, der so gut ist, dass er mitunter bis nach Japan geflogen wird. Auch der Hummer ist von hoher Qualität. Wer sich nicht wieder trennen kann: Das Hotel Panoramic View (117 Zi., DZ ab $ 175 | 272 Old Montauk Highway | Tel. 1631/668-3000 | www.panoramicview.com | €€) liegt direkt am Strand.

Zurück führt die Route über den Heimatort von Künstlern und Literaten, Sag Harbor, dessen Walfängerhistorie Sie im Whaling Museum (Mai bis Okt. Mo-Sa 10-17, So 13-17 Uhr, besser vorher anrufen | Main Street | Tel. 1631/725-0770 | Eintritt $ 5 | www.sagharborwhalingmuseum.or) begegnen. Bei B. Smith (1 Bay St. | Tel. 1631/725-5858 | €€) sitzen Sie danach mit Blick auf die Segelboote, genießen abends die untergehende Sonne und den Blick auf die gesellschaftliche Szene.

Fast beschaulich spielt sich das Leben in Shelter Island ab, das per Fähre erreichbar ist - früher war es Refugium für Piraten, heute ist es Naturschutzgebiet für Seeadler samt Villen für gestresste New Yorker. Alles ist ein bisschen gedämpfter, nicht so dick aufgetragen wie in den Hamptons. Sunset Beach (Mitte Mai bis Ende Okt. | 20 Zi. | 35 Shore Rd. | Tel. 1631/749-2001 | www.sunsetbeachli.com | €€) liegt direkt am Strand und hat ein gemütliches Restaurant.

Letzter Stopp: North Fork, der nördliche Arm der Landzunge Long Island. Von Shelter Island landen Sie per Fähre in Orient Point. In North Fork ist der Trubel noch nicht angebrandet, die Bauern haben ihr Land noch nicht an besitzhungrige New Yorker verkauft. Es gibt noch kleine Farmen (die frischen Produkte kaufen Sie an farm stands rechts und links der Route 25) und neuerdings auch etliche Weingüter (z. B. Pellegrini in Cutchogue | tgl. 11-17 Uhr | 23005 Main Rd. | Tel. 1631/734-4111 | www.pellegrinivineyards.com). Der catch of the day schmeckt am besten direkt am Wasser, z. B. in The Seafood Barge (62980 Main Rd., Southold | Tel. 1631/765-3010 | €).

Ausführlichere Informationen finden Sie im MARCO POLO Band USA Neuengland/Long Island.