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Reiseführer Yucatan:Special

MARCO POLO Autor Manfred Wöbcke

Mexikanische Adressen

Für Europäer sind die Adressangaben oft ungewohnt

In vielen Straßen gibt es keine Hausnummern, gelegentlich werden daher Kilometerangaben (z.B. Paseo Kukulcán km 3,6) gemacht. Ist eine Hausnummer angegeben, bedeutet dies nicht, dass sie auch am Haus sichtbar ist. Auch ist die Abfolge der Hausnummern in einer Straße nicht immer logisch. Bei Adressen wird daher möglichst eine Ecke mit einer Querstraße angegeben (z.B. Avenida Guerrero/Calle Madero) oder zwischen welchen beiden Querstraßen die Adresse zu finden ist (z.B. Av. Juárez zwischen Calle 5 und 7). „Avenida“ wird meist abgekürzt (Av.), „Calle“ oft weggelassen.

Das Klima im Blick

Handeln statt reden

Reisen bereichert und verbindet Menschen und Kulturen. Jedoch: Wer reist, erzeugt auch CO2. Dabei trägt der Flugverkehr mit bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Wer das Klima schützen will, sollte sich somit nach Möglichkeit für die schonendere Reiseform (wie z.B. die Bahn) entscheiden. Wenn keine Alternative zum Fliegen besteht, so kann man mit atmosfair handeln und klimafördernde Projekte unterstützen.

atmosfair ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation.

Die Idee: Flugpassagiere spenden einen kilometerabhängigen Beitrag für die vonihnen verursachten Emissionen und finanzieren damit Projekte in Entwicklungsländern, die dort helfen den Ausstoß von Klimagasen zu verringern. Dazu berechnet man mit dem Emissionsrechner auf www.atmosfair.de wie viel CO2 der Flug produziert und was es kostet, eine vergleichbare Menge Klimagase einzusparen (z.B. Berlin-London-Berlin: ca. 13 Euro). atmosfair garantiert, unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer, die sorgfältige Verwendung Ihres Beitrags. Auch der MairDumont Verlag fliegt mit atmosfair.

Unterstützen auch Sie den Klimaschutz: www.atmosfair.de

Ökoerlebnisparks

Vergnügen all-inclusive

Die Disneylandparks standen Pate: In Yucatáns sogenannten Ökoerlebnisparks kann man einen ganzen Tag lang Spaß haben und zahlt nur einmal Eintritt - alle Attraktionen und Aktivitäten sind dann im Pauschalpreis inbegriffen. Man paddelt oder schnorchelt durch Dschungelflüsse, bestaunt tropische Schmetterlinge und schaut bei Reiterwettbewerben zu. Das größte Angebot gibt es in Xcaret, und Schnorchler bevorzugen Xel-Ha.

Geschichtsschreibung

Mayazeugnisse aus erster Hand sind nicht überliefert

Die Dokumente der Maya über ihr Wissen und Denken wurden von den Spaniern zerstört. Wir sind heute auf die Schriften spanischer Mönche angewiesen, die ihre Kenntnisse wiederum von indianischen Gewährsleuten erhielten. Die spanischen Chroniken sind daher aus der Sicht der Sieger, Christen und Kolonialherren, entstanden und dienten fast durchweg der Rechtfertigung der Eroberung und Missionierung. Eine der Wahrheit nahekommende Chronik liegt allenfalls von Bernal Díaz del Castillo (1498-1582) vor, welcher bald erkannte: „Das Gold ist das Ziel aller menschlichen Wünsche.“

Grausame Vergangenheit

Mit den Europäern kamen Verwüstung und Tod

1519 landete Hernán Cortés an Mexikos Ostküste. Von dort marschierte er mit seinen Truppen nach Tenochtitlán, der Hauptstadt der Azteken im Hochland Mexikos. Zwei Jahre später war der Aztekenkaiser Moctezuma II. tot, lag dessen prächtige Stadt in Schutt und Asche, die überlebenden Indianer waren versklavt. Auf den Ruinen von Tenochtitlán erbauten die Spanier eine neue Siedlung, das heutige Mexiko-Stadt. Erst ein Jahrzehnt danach gelangten die Konquistadoren nach Yucatán. 14 Jahre später meldete Don Francisco de Montejo dem spanischen König, dass die Eroberung der Halbinsel geglückt, die Maya unterworfen seien. Viele Menschen starben durch Folter und eingeschleppte Krankheiten, gegen die die Maya keine Abwehrkräfte besaßen.

Pelota

Das präkolumbische Ballspiel

Zu einem präkolumbischen Zeremonialzentrum gehörte in der Regel ein Ballspielplatz: Totonaken, Maya, Zapoteken, Azteken - sie alle huldigten dem rituellen Spiel. Der Platz (tlachtli) hatte die Form eines doppelten T, an den seitlichen Begrenzungsmauern waren zwei steinerne Ringe von ca. 50 cm Durchmesser angebracht. Zwei Mannschaften mit je drei bis sieben Spielern hatten die Aufgabe, einen Kautschukball mit Schultern, Knie, Ellbogen, Rumpf und der Hüfte (offenbar nicht mit der Hand oder dem Fuß) in der Luft zu halten, ohne dass er die Erde berührt, und durch den Ring zu stoßen. Man findet viele unterschiedliche Interpretationen zur Funktion und den Regeln des Spiels. Teilweise wird angenommen, dass der Ball die Sonne symbolisierte. Jedoch sind die Bedeutung und die meisten Details des Spiels bis heute unklar geblieben, darunter auch, wie das Spiel endete.

Mordida

Wo ist die Grenze zwischen Gefälligkeit und Bestechung?

Der US-amerikanische Schriftsteller William S. Burroughs beschreibt in seinem Bericht „City of Fun“ über seinen Aufenthalt in Mexiko Ende der Vierzigerjahre das Phänomen der mordida, wie in Mexiko Bestechung genannt wird: „Jeder Beamte ließ sich bestechen. Die mordida herrschte uneingeschränkt, und eine Pyramide von Bestechungsgeldern reichte vom Streifenpolizisten bis hinauf zum Presidente." Touristen bekommen vom mordida-System kaum etwas mit. Dennoch erfährt jeder Besucher: Mit kleinen Geldgeschenken kommt man in allen Bereichen des öffentlichen Lebens schnell und unkompliziert weiter, öffnen sich Türen, die ansonsten verschlossen bleiben.

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"Verde arriba!", das "Grüne nach oben", hörte der Autor einen Agrarexperten vor Jahren bei Aufforstungsarbeiten in Yucatán zu den Landarbeitern sagen. Diesen genialen Hinweis beherzigt er seitdem auch in seinem Garten im Rheingau. Hier lebt der Psychologe mit seiner Familie, wenn er nicht auf Reisen ist, oft auf der Yucatán-Halbinsel, wo er gern aktuelle Ausgrabungen besucht.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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