Reisetipps Shanghai

Stichworte Shanghai

Ausländer

Nach dem Opiumkrieg 1839-42 erwirkten die Briten, US-Amerikaner und Franzosen Exterritorialrechte für ihre Handelsniederlassungen. Die Ausländer bildeten einen Staat im Staate mit eigener Regierung, Gerichtsbarkeit, Steuerhoheit und eigenen Schutztruppen. Während die Franzosen ihre Konzession durch einen Generalkonsul verwalten ließen, legten Briten und Amerikaner ihre Siedlungen zum „International Settlement“ zusammen. Die Stadt mit der modernsten Infrastruktur des Orients zog Menschen aus allen Schichten und Ländern an. Die Sicherheit der Konzessionen machte sie auch zum Zufluchtsort für Chinesen, die vor Rebellion und willkürlicher Herrschaft flohen. 1930 lebten in den Konzessionen etwa 1 Mio. Chinesen und 50000 Ausländer. Den größten Anteil stellten die Japaner, gefolgt von den Briten und vielen Russen, die nach der Oktoberrevolution 1917 emigriert waren. Neben Amerikanern und Franzosen lebten rund 2000 Deutsche in Shanghai. 1937 okkupierten die Japaner das Viertel Hongkou, 1941 besetzten sie auch die Internationale Niederlassung und internierten die Angehörigen der alliierten Mächte. 1943 verzichteten die Westmächte auf ihre Rechte. Nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1949 mussten die Ausländer die Stadt verlassen. Heute leben ca. 300000 Ausländer in Shanghai, darunter etwa 7000 Deutsche.

Drachen

Drachen sind in China keine gefürchteten Ungeheuer, sondern beliebte Glückssymbole. Shanghai wird gern als „Drachenkopf am Jangtse“ bezeichnet: Das jährliche Wirtschaftswachstum liegt seit Jahren mit über 10 Prozent an der Weltspitze. Rund 10000 ausländische Firmen unterhalten Niederlassungen in Pudong, darunter auch die Konzerne Volkswagen, Siemens, BASF und Bayer.

Grüne Bande

Die Untergrundorganisation kontrollierte in den 1920er- und 1930er-Jahren die Lasterhöhlen in Shanghai. Die Gewinne aus Glücksspiel, Zuhälterei und Drogenhandel landeten in den Taschen von Du Yuesheng. Der chinesische Pate befahl vermutlich über 20000 Mafiosi und mischte auch in der Politik mit: 1927 beteiligte sich die Unterwelt an den brutalen Morden an Kommunisten und aufständischen Arbeitern. Mitglieder der Bande unterwanderten die Polizei. Du Yuesheng erwarb die portugiesische Staatsbürgerschaft und entzog sich so dem Zugriff der chinesischen Behörden. Der Gangster gab sich ehrenwert, investierte in legalen Geschäften und dinierte mit den Wirtschaftsbossen und Bankenchefs. Ein Bankett 1933 endete mit einer Magenverstimmung der Gäste: Drei der geladenen Honoratioren, darunter der französische Generalkonsul, starben später an einer Vergiftung. Du pflegte im Alter die Wohltätigkeit und starb 1951 in Hongkong als Millionär.

Jüdische Flüchtlinge

Während der Naziherrschaft flohen rund 20000 deutsche und europäische Juden nach Shanghai. Die Stadt war der einzige Ort auf der Welt, der jüdische Flüchtlinge auch ohne Pass und Visum aufnahm. Die ersten Ankömmlinge konnten in den 1930er-Jahren noch eine neue Existenz aufbauen. Alle ab 1938 eingereisten „staatenlosen Personen“ wurden von den Japanern 1943 interniert und in ein Ghetto nördlich des Huangpu gesperrt. Zur Untätigkeit verdammt, hungerten sie sich durch die letzten Kriegsjahre. Nach der Kapitulation der Japaner 1945 verließen die Überlebenden das Land. Viele gingen in die USA, darunter der spätere amerikanische Finanzminister Michael Blumenthal, heute Leiter des Jüdischen Museums Berlin. Eine Ausstellung in der 1907 von russischen Juden errichteten Ohel-Moishe-Synagoge erinnert an diese Zeit.

Opium

Ende des 18. Jhs. kamen die Engländer auf die Idee, billiges Opium aus Indien illegal nach China einzuführen und aus den Gewinnen ihre Teeimporte zu bezahlen. Die starke Nachfrage nach Opium ließ das gewerblich hoch entwickelte, reiche Land finanziell ausbluten, und die Drogensucht demoralisierte die Gesellschaft. Als ein kaiserlicher Beamter in Kanton britisches Opium vernichten ließ, nahm England dies als Kriegsgrund (Opiumkrieg 1839-42). Nach der Niederlage musste China Hongkong abtreten, Shanghai und weitere Häfen dem Freihandel öffnen sowie den Ausländern in ihren Handelsniederlassungen Privilegien einräumen. Viele der „ersten Familien“ Shanghais gründeten ihren Reichtum auf den Opiumschmuggel. Die Kommunisten setzten dem Treiben 1949 ein vorläufiges Ende. Der Untergrund von heute, die chinesischen Triaden, setzt auf veredeltes Opium: Heroin.

Pyjama

Ein chinesischer Pyjama hat stets Taschen, für Portemonnaie und Hausschlüssel. Denn man trägt ihn nicht nur zum Schlafengehen, sondern auch als luftige Freizeitkleidung zum abendlichen Einkaufsbummel. Herren im gestreiften Schlafanzug sind ein interessanter, Damen im Babydoll natürlich der nettere Anblick. Die modebewusste Jugend verabscheut diese altväterische Sitte, die deshalb vom Aussterben bedroht ist.

Shanghai Girls

Shanghais Frauen sind schick. Die älteren, weil sie die Freiheit genießen, statt Stoffschuhen Pumps zu tragen. Die jungen, weil sie dank des Kleidermarkts in gefälschte Designerklamotten von Gucci, Prada und Chanel schlüpfen können. Das Investment in effektvolle Fähnchen ist wichtig für Frauen, denen es als ein erstrebenswertes Ziel erscheint, einen reichen Mann zu heiraten. Besonders begehrt sind Ausländer, die grundsätzlich als wohlhabend gelten - deshalb können sich männliche Touristen beim abendlichen Kneipenbummel vor den zahlreichen „Buy me a drink!“-Avancen kaum retten.