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Paragraf 219a Für sexuelle Selbstbestimmung

(Foto: Michele Tantussi/Getty Images)
In mehr als 30 Städten in Deutschland demonstrieren Frauen und Männer gegen das Werbeverbot für Abtreibungen.
, Frankfurt/Main

Bundesweit sind am Samstag Tausende Menschen für eine ersatzlose Streichung des Paragrafen 219a auf die Straße gegangen, der Werbung für Abtreibungen unter Strafe stellt. Die Veranstalter vom "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" zählten bis zu 6000 Teilnehmer in mehr als 30 Städten. "219a muss endlich abgeschafft werden, das sieht auch die Mehrheit in der Politik so, aber sie handelt nicht danach", sagte die Ärztin Kristina Hänel auf einer Kundgebung in Gießen. Dort versammelten sich rund 400 Menschen, um gegen den Paragrafen zu protestieren. Der bundesweite Aktionstag trug den Titel "Jetzt erst recht! Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung sind nicht verhandelbar". Das im Dezember 2018 nach einem Jahr Verhandlungen präsentierte Eckpunktepapier der Bundesregierung zur "Verbesserung der Information und Versorgung in Schwangerschaftskonflikten" trage zur zusätzlichen Stigmatisierung und Tabuisierung bei, kritisierte das Bündnis. Die Verurteilung der Gießener Allgemeinmedizinerin Hänel zu eine Geldstrafe auf Grundlage des Paragrafen 219a hatte vor mehr als einem Jahr eine breite Debatte entfacht.

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