Reisetipps Polen

Sehenswertes Polen

Region: Gdańsk (Danzig)

„Drogi do wolności“/„Wege in die Freiheit“

Eine Multimedia-Ausstellung über den Freiheitskampf gegen die Kommunisten 1956-80. Viel Wissenswertes und Anschauliches auch aus dem „real existierenden Sozialismus“. Deutsche Sprachführer. Mai-Sept. Di-So 10-17, Okt.-April 10-16 Uhr | Budynek Solidarności | ul. Wały Piastowskie 24 | www.fcs.org.pl

Długi Targ/Langer Markt

Der Lange Markt bildet das Herzstück des Rechtstadt-Viertels. Er ist ist Teil des sogenannten Königsweges, der von der Brama Wyżynna (Hohes Tor) über die ul. Długa (Lange Gasse) und den Długi Targ bis an die Mottlau führt. Hier stehen die berühmtesten historischen Gebäude Danzigs dicht beieinander. Fesselnd: das originalgetreu restaurierte Innere des Rathauses, in dem sich heute das Museum der Stadtgeschichte (Muzeum Historyczne Miasta Gdańska | Di-So 10-16 Uhr | ul. Długa 47 | www.mhmg.gda.pl) befindet. Ein Höhepunkt ist auch der mit Samt ausgekleidete Rote Saal mit prunkvollen Deckengemälden. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform auf dem Turm lohnt sich ganz sicher.

Neben dem Rathaus befindet sich der Artushof (Dwór Artusa), einst Versammlungsort Danziger Kaufleute. Beeindruckend ist hier der Große Saal, dessen 450 m² von einem Sternengewölbe überspannt werden. Vor dem Artushof steht der Neptunbrunnen, dem Meeresgott und Schutzpatron der Stadt gewidmet. Am Ende des Langen Marktes, an der linken Seite des Grünen Tores (Zielona Brama), sehen Sie eine kleine Tafel mit dem Hinweis auf das Büro des ehemaligen Arbeiterführers Lech Wałęsa.

Kościół Mariacki/Marienkirche

Vom Frauentor führt die berühmte Frauengasse zur größten Backsteinkathedrale der Welt. Die dreischiffige Hallenkirche mit den Maßen 105 x 68 m bietet Platz für 25000 Menschen. Außer der beeindruckenden Architektur sind im Inneren nicht viele Schätze erhalten. Unbedingt sollten Sie sich die Astronomische Uhr von 1470 mit Kalendarium und Himmelsscheibe ansehen. Schlag Mittag setzen sich die Figuren des Uhrwerks in Bewegung. Schaffen Sie den Aufstieg auf den Turm (78 m), wird Ihnen die Stadt zu Füßen liegen.

Kościół św. Brygidy/Brigittenkirche

Die Kirche ist in den 80er-Jahren als Zufluchtsort und „Büro“ der Solidarność berühmt geworden. Im unspektakulären Gebäude ein spektakulärer Altar: ein 12 m hoher Bernsteinaltar in Form einer Lilie. ul. Profesorska 2

Motława/Mottlau

Hinter dem Grünen Tor, am Ufer der Motława, legen die Ausflugsschiffe in die Nachbarstädte Sopot (Zoppot) und Gdynia (Gdingen) sowie auf die Halbinsel Hel und nach Westerplatte ab. Weiter nördlich steht das Krantor. Dort sehen Sie die gewaltigen Tret-räder, in denen Hafenarbeiter und Sträflinge Lasten von bis zu 4 t auf die Höhe von 11 m hievten. Heute residiert hier das Meeresmuseum. Ein Teil desselben befindet sich auf der gegenüberliegenden Wyspa Ołowiana (Bleihofinsel), zu der man vom Krantor kostenlos mit der Fähre übersetzen kann. Di-So 10-18 Uhr | Muzeum Morskie | ul. Ołowianka 9-13 | www.cmm.pl

Muzeum Narodowe/Nationalmuseum

Eine der wertvollsten Kunstsammlungen Polens mit Hans Memlings Triptychon „Das jüngste Gericht“ (1472). Di-So 10-16 Uhr | ul. Toruńska 1 | www.muzeum.narodowe.gda.pl

Oskar

Setzen Sie sich am Józef-Wybicki-Platz in Wrzeszcz (Langfuhr) auf die Bank, auf der der bronzene Oskar Matzerath sitzt und auf einige Schauplätze der „Blechtrommel“ schaut. Unweit davon, neben dem Eingang der Mietskaserne (ul. Lelewela 13), erinnert eine Tafel an Günter Grass, der dort mal gewohnt hat.

Ulica Długa/Lange Gasse

Zwischen dem Hohen Tor und dem Langen Markt, auf dem Königsweg, steht ein prächtiges Kaufmannshaus neben dem anderen. In einem der schönsten von ihnen, dem Uphagen-Haus, ist ein Museum eingerichtet, das das Leben in Danzig zur Zeit des Rokoko zeigt. Di-So 10-16 Uhr | Dom Uphagena | ul. Długa 12

Region: Warschau

Altstadt und Neustadt/Stare Miasto/Nowe Miasto

Die beiden „guten Stuben“ der Warschauer wurden zwischen 1949 und 1953 detailgenau wieder aufgebaut. An der Świętojańska-Gasse in der Altstadt, wo einst die reichen Warschauer Kaufleute wohnten, befindet sich die Kathedrale des hl. Johannes aus dem 14. Jh. In der Krypta sind die Grabmäler vieler berühmter Polen zu sehen (Krypta tgl. 10-13 u. 15-17.30 Uhr). Der schöne Marktplatz, von Patrizierhäusern eingefasst, bietet die Gelegenheit, sich in eines der Straßencafés zu setzen und das bunte Treiben ringsherum auf sich wirken zu lassen. Durch die Nowomiejska-Gasse gelangen Sie zu der teilweise rekonstruierten Wehrmauer und zum Neustädtischen Tor mit der Barbakane, einem im 16. Jh. errichteten, vorgelagerten Zwinger.

Dahinter beginnt die Neustadt, wo einst weniger betuchte Handwerker zu Hause waren. Durch die ul. Freta gelangen Sie auf den malerischen Neustädtischen Markt, quer über den Markt führt der Weg an der weißen Sakramentskirche vorbei zur ul. Kościelna, in die man rechts einbiegen sollte, um einen Blick auf die Weichsel zu genießen. Bus u. a. 180, 518, Plac Zamkowy | Zugang zur Neustadt durch die Altstadt

Getto-Gelände

Die wichtigsten Erinnerungsorte an das Warschauer Getto, in das die Nationalsozialisten unter furchtbaren Bedingungen ab Ende 1940 knapp eine halbe Million Juden eingepfercht hatten, befinden sich in der Nähe des von Wohnhäusern umgebenen Platzes an der ul. Zamenhofa, wo sich das 1948 aufgestellte Denkmal der Getto-Helden erhebt. Es soll an den im April 1943 ausgebrochenen Getto-Aufstand erinnern. Im Dezember 1970 machte der damalige deutsche Bundeskanzler Willy Brandt hier seinen berühmten Kniefall. Im Jahr 2000 wurde die Grünanlage mit dem Getto-Denkmal nach ihm benannt (Skwer Willy Brandta) und eine Gedenktafel zu seinen Ehren aufgestellt.

Auf der ul. Zamenhofa gelangen Sie zur ul. Stawki. Das an der Ecke zur ul. Dzika aufgestellte Portal markiert den ehemaligen Umschlagplatz, von dem die Todestransporte ins Vernichtungslager Treblinka abfuhren. Bus 111, 180, Skwer Willy Brandta, Zamenhofa, Nalewki

Grabstätte und Museum des Priesters Jerzy Popiełuszko

Beamte der kommunistischen politischen Polizei SB haben den Arbeiterpriester Jerzy Popiełuszko im Oktober 1984 ermordet. Sein Grab an der Stanisław-Kostka-Kirche im Stadtteil Żoliborz ist heute ein Wallfahrtsort. Ein Museum im Keller der Kirche berichtet eindrucksvoll vom Freiheitskampf der Solidarność, vom Leben und Wirken Popiełuszkos, vermittelt aber auch das Besondere am polnischen Katholizismus. Mi-Fr 10-16, Sa/So 10-17 Uhr | freiwillige Spende am Eingang | ul. Kardynała Stansiława Hozjusza 2 | www.popieluszko.net.pl | Metro Plac Wilsona

Königsschloss/Zamek Królewski

Seit Ende des 16. Jhs. offizieller Sitz der polnischen Könige. Während der Belagerung Warschaus durch deutsche Truppen 1939 nach Bombentreffern ausgebrannt, 1944 von den Nazis gesprengt, bis 1984 aus Spenden der Bevölkerung wieder aufgebaut. Hinter schlichter Fassade verbergen sich schöne Räumlichkeiten, wie das Marmorzimmer, der Senatorensaal, wo am 3. Mai 1791 Europas erste moderne Verfassung verabschiedet wurde, die Kapelle und der Canaletto-Saal mit eindrucksvollen Warschau-Porträts des italienischen Malers. Di-Sa 10-16, So 11-16 Uhr, letzter Einlass eine Stunde vor Ende | pl. Zamkowy 4 | www.zamek-krolewski.com.pl | Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy

Königsweg/Trakt Królewski

Diese Prachtroute verbindet die Königsresidenz Wilanów im Süden Warschaus mit dem königlichen łazienki-Park und dem Königsschloss in der Altstadt. Besonders zu empfehlen ist der letzte Abschnitt, beginnend am Drei-Kreuze-Platz Plac Trzech Krzyży mit der Alexander-Kirche in der Mitte. Sie überqueren das Rondo de Gaulle (das gewaltige graue Gebäude rechts ist der ehemalige Sitz des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, nahebei das De-Gaulle-Denkmal) in Richtung Nowy Świat, Warschaus eleganter Flanier- und Einkaufsmeile. An ihrem Ende überqueren Sie die ul. Świętokrzyska und gelangen geradeaus gehend am klassizistischen Staszic-Palais, dem Sitz der Akademie der Wissenschaften und dem Kopernikus-Denkmal vorbei auf die Straße Krakowskie Przedmieście: auf der linken Seite die Heiligkreuzkirche, schräg gegenüber das Haupteingangstor zur Warschauer Universität. Weiter auf der rechten Seite stoßen Sie auf das Radziwiłł-Palais, den Wohn- und Amtssitz der polnischen Staatspräsidenten. Am Denkmal des Nationaldichters Adam Mickiewicz vorbei gelangen Sie auf den Schlossplatz Plac Zamkowy mit der Sigismundsäule zu Ehren des Königs Sigismund III. Wasa, der Warschau zur Hauptstadt Polens gemacht hat.

Kulturpalast/Pałac Kultury

Fertiggestellt 1955 als Geschenk der Sowjetunion für Polen, galt er bis 1989 als sichtbarstes Symbol der Unterwerfung durch die Sowjets. Mit 230 m bis zur Spitze ist er das höchste Haus Polens: 42 Etagen, 3288 Räume, 1 Mio. m³ umbauter Raum. Der Kulturpalast beherbergt u. a. Theater, Kinos, das Technikmuseum und Institutionen wie das Goethe-Institut. Mit dem Lift gelangen Sie in die 30. Etage in 114 m Höhe mit herrlichem Rundblick auf Warschau. Tgl. 9-20 Uhr | Metro Centrum

ŀazienki-Park

Der Bäderpark, Warschaus schönste und weitläufigste Parkanlage, wurde Ende des 18. Jhs. geschaffen. Sehenswert sind das Palais auf dem Wasser (Pałac na Wodzie), das Amphitheater auf der Insel (Teatr na Wyspie) und die alte Orangerie. Im Süden, am Ende der al. Ujazdowskie, wird der Park vom Belvedere-Palais begrenzt. Von Mitte Mai bis Ende September finden am Chopin-Denkmal jeden Sonntag um 12 und 16 Uhr Chopin-Konzerte unter freiem Himmel statt. Eintritt frei | Bus u. a. 116, 166, 180, 195 ŀazienki Królewskie

Mariensztat

Gehen Sie vom Plac Zamkowy, direkt an der St.-Annen-Kirche, die Steintreppe herunter. Sie kommen auf die ul. Nowy Zjazd, an deren rechter Seite sich die malerische Mariensztat befindet, ein ruhiges Wohnviertel, dessen stiller Marktplatz durchaus an eine italienische Kleinstadt-Piazza erinnert, wo man in einem der Lokale eine Pause nach der Altstadtbesichtigung einlegen kann. Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy

Muzeum Historyczne Warszawy/Stadtmuseum

Dokumentiert die Stadtgeschichte. Di-Sa wird um 12 Uhr im Museumskino ein Dokumentarfilm (auf Englisch) über die Zerstörung Warschaus vorgeführt, der auch die große Wiederaufbauleistung nachvollziehbar macht (deutsche Fassung auf Anfrage). Di/Do 11-18, Mi/Fr 10-15.30, Sa/So 10.30-16.30 Uhr | Rynek Starego Miasta 28-42 | www.mhw.pl | Bus u. a. 180, 518 Plac Zamkowy

Muzeum Katyńskie/Katyń-Museum

Eine ergreifende Darstellung des Schicksals von über 20000 polnischen Armeeoffizieren, Polizei- und Grenzschutzbeamten, die 1940 in Katyń und an einigen anderen Orten der ehemaligen UdSSR von den Sowjets umgebracht wurden. Mi-So 10-16 Uhr, 15. Mai-30. Sept. 11-17 Uhr | ul. Powsińska 13 | Fort Sadyba | Bus 189 Sadyba

Muzeum Kolekcji im. Jana Pawła II/Sammlung Johannes Paul II.

Eine bedeutende Sammlung europäischer Kunst, dem verstorbenen polnischen Papst gewidmet. Malerei u. a. von Albrecht Dürer, Anthonis van Dyck, Francisco José de Goya y Lucientes und Tizian. Di-So 10-17 Uhr (Dez.-März 10-16 Uhr) | pl. Bankowy 1 | www.muzeummalarstwa.pl | Metro Plac Bankowy

Muzeum Narodowe/Nationalmuseum

Große Sammlungen klassischer italienischer und holländischer Malerei, dazu eine bedeutende und interessante Auswahl der Werke polnischer Maler u. v. m. Di/Mi, Fr-So 10-16, Do 10-18 Uhr | al. Jerozolimskie 3 | www.mnw.art.pl | Bus u. a. 180, 518 Foksal

Muzeum Plakatu/Plakatmuseum

Der alte Rennstall Ujeżdżalnia auf dem Schlossgelände in Wilanów beherbergt Europas erstes und größtes Museum der Plakatkunst (55000 Werke), die polnische Grafiker und Maler in der zweiten Hälfte des 20. Jhs. wesentlich mitgeprägt haben. Di-So 10-16 Uhr (Mai-Sept. 10-17 Uhr), Mo 12-16 Uhr | ul. St. Kostki Potockiego 10/16 | www.postermuseum.pl | Bus u. a. 180 Wilanów

Muzeum Powstania Warszawskiego/Museum des Warschauer Aufstandes

Alte Radiosendungen, Fotos, Filmaufnahmen, Interviews und moderne Simulationen vermitteln einen Eindruck von dem 63 Tage dauernden Aufstand der polnischen (Untergrund-)Heimatarmee (AK) gegen die Nazi-Herrschaft im Spätsommer 1944. 200000 Warschauer kamen ums Leben, die Stadt wurde völlig zerstört. Mo/Mi, Fr-So 10-18, Do 10-20 Uhr | ul. Przyokopowa 28 | www.1944.pl | Bus 106, 155 Muzeum Powstania Warszawskiego

Wilanów

Seit Ende des 17. Jhs. Sommerresidenz der polnischen Könige, 10 km südlich vom Zentrum. Schön ausgestattete königliche Wohnräume, eine wertvolle Sammlung polnischer und europäischer Malerei. Umgeben von einem 43 ha großen Park mit Teehaus, Orangerie, Rosengarten, geometrisch angelegten Rasenflächen, schmucken Brunnen und schönen Skulpturen. Schloss: Mai-Mitte Sept. Mo/Mi 9-18, Do/Fr 9-16, Sa 10-16, So 9-18 Uhr, Mitte Sept.-April So-Fr 9-16, Sa 10-16 Uhr, letzter Einlass 1 Std. vor Ende. Park: ganzjährig 9 Uhr bis zur Dämmerung (5 Zł.) | ul. St. Kostki Potockiego 10/16 | www.wilanow-palac.art.pl | Bus u. a. 116, 117, 180, 519 Wilanów

Region: Wrocław (Breslau)

Cmentarz Żydowski/Jüdischer Friedhof

Mit seinen künstlerisch oft ausgefallenen Grabmälern und seinem beeindruckenden Baumbestand zweifelsohne einer der schönsten Friedhöfe in Europa. Hier ruht u. a. Ferdinand Lasalle, einer der Begründer der deutschen Sozialdemokratie. Tgl. 9-18 Uhr | ul. Ślężna

Muzeum Narodowe/Nationalmuseum

Schlesische Kunst und eine hervorragende Sammlung mittelalterlicher schlesischer Skulpturen. Mi, Fr, So 10-16, Do 9-16, Sa 10-18 Uhr | pl. Powstańców Warszawy 5

Ostrów Tumski/Dominsel

Die Wiege der Stadt ist seit dem 19. Jh. durch die Aufschüttung eines Oderarms keine Insel mehr. In fünf großen, unweit voneinander stehenden Kirchen wird hier gepredigt. Sehenswert ist vor allem die imposante Kathedrale des hl. Johannes des Täufers, deren Bau im 10. Jh. begann, mit ihren drei prächtigen Kapellen im Chorumgang.

Panorama von Racławice

Das monumentale Rundbild (120 x 15 m), 1894 im heute ukrainischen Lemberg (Lwów) entstanden, wird in einer eigens dafür gebauten Rotunde ausgestellt. Das eindrucksvolle Panorama zeigt die Schlacht beim Dorf Racławice, unweit von Krakau, wo es polnischen Aufständischen 1794 gelang, kurz vor der dritten Teilung des Landes russische Truppen vernichtend zu schlagen. Di-So 9-15 Uhr | ul. Purkyniego 11

Rynek/Marktplatz

Elf Straßen münden auf den Platz, in dessen Mitte sich das im gotischen und im Renaissancestil erbaute Rathaus befindet. Die schönsten Bürgerhäuser stehen auf der Westseite des Rings (u. a. Nr. 2 das Greifenhaus, Nr. 4 Zum Goldenen Adler, Nr. 6 und Nr. 7 Zur Goldenen und Zur Blauen Sonne). An der nordwestlichen Seite verbindet sich der Markt mit dem Platz vor der Elisabethkirche, vorbei an den zwei charakteristischen kleinen Barockhäusern Jaś und Małgosia („Hänsel und Gretel“). An der südwestlichen Ecke gelangen Sie auf den Salzmarkt (Plac Solny), u. a. mit dem klassischen Gebäude der Neuen Börse und den rund um die Uhr geöffneten Blumenständen in der Mitte.

Universität

Das wuchtige Gebäude des heutigen Collegium Maximum mit einem repräsentativen Barockportal birgt links im Parterre den Longchamps-Saal mit einer interessanten Ausstellung zur Geschichte der Breslauer Universität. Rechts vom Eingang befindet sich der prachtvolle Musiksaal Oratorium Marianum. Im ersten Stock gelangen Sie in die wunderschöne Aula Leopoldina, ein in Gold gekleidetes Gesamtkunstwerk des Barock, bestehend aus Architektur, Skulpturen und Freskenmalereien, das für Konzerte und Universitätszeremonien genutzt wird. Lohnend auch der Aufstieg auf den Mathematischen Turm, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Do-Di 10-15.30 Uhr | pl. Uniwersytecki 1

Region: Krakau

Collegium Maius

Das Museum der Jagiellonen-Universität, zugleich eines der ältesten Universitätsgebäude in Europa, beherbergt in seinen prächtigen Innenräumen eine einmalige Sammlung historischer Forschungsgeräte und gibt einen interessanten Einblick in die mittelalterliche Wissenschaft. Mo -Sa 10-14 Uhr | ul. Jagiellońska 15

Droga Królewska/Königsweg

Gehen Sie nach der Wawel-Besichtigung in die ul. Grodzka. Am Plac św. Marii Magdaleny stellen zur rechten Hand die prächtige barocke St.-Peter-und-Paul-Kirche (Kościół św. Piotra i Pawła) mit den zwölf Aposteln über dem Tor und die karge romanische St.-Andreas-Kirche (Kościół św. Andrzeja) einen interessanten Kontrast dar. Sehr schön auch an der nächsten Kreuzung (zur linken) die gotische Dominikaner- und (zur rechten) die Franziskanerkirche, wo Sie die imponierenden Jugendstil-fenster des Malers und Schriftstellers Stanisław Wyspiański bewundern können. Über den Marktplatz gehen Sie in die ul. Floriańska, eine belebte Fußgängerzone mit reich dekorierten Bürgerhäusern. In Nr. 45 finden Sie die Jama Michalikowa, das schönste Café der Stadt, wo einst Künstler ihre Rechnungen mit Zeichnungen und Karikaturen an den Wänden beglichen. Am Ende der Straße befindet sich das Florianstor (Brama Floriańska) aus dem 14. Jh., dahinter die mächtige Barbakane, ein rundes Vorwerk aus dem 15. Jh., Teil der einstigen Stadtmauer.

Kazimierz

In dem Stadtteil, wo einst Krakaus arme und orthodoxe Juden lebten, sind viele Zeugnisse ihres Lebens erhalten. Der belebte Mittelpunkt des Viertels liegt in der ul. Szeroka. An der Remuh-Synagoge (Sa-Do 9-18, Fr 9-16 Uhr | ul. Szeroka 40) befindet sich der älteste jüdische Friedhof Polens. Über die Geschichte, Kultur und Bräuche der Krakauer Juden informiert das Jüdische Museum (Di-So 9-16, Mo 10-14 Uhr | ul. Szeroka 24). Das Zentrum der Jüdischen Kultur (Mo-Fr 10-20, Sa/So 10-14 Uhr | ul. Meiselsa 17) bietet Literatur und Ausstellungen zum Thema an. Auf dem Getto-Gelände im nahen Stadtteil Podgórze können Sie in der Apteka pod Orłem („Adler-Apotheke“) eine beeindruckende Ausstellung über das Krakauer Getto besichtigen (Di-Sa 9.30-17, Mo 10-14 Uhr | pl. Bohaterów Getta 18). In der ul. Lipowa 4 steht die ehemalige Schindler-Fabrik, wo Steven Spielberg seinen berühmten Film drehte.

Muzeum Czartoryskich-Arsenał

Polens ältestes Museum: mittelalterlicher Schmuck, interessantes Kunstgewerbe, in der Bildergalerie Polens wertvollstes Gemälde: Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“. Di/Do 10-16, Mi/Fr/Sa 10-18, So 10-15 Uhr, Mai-Okt. Di-Sa 1 Std. länger | ul. św. Jana 19

Muzeum Etnograficzne/Volkskundemuseum

Sehr sehenswert sind hier die berühmten Krakauer Weihnachtskrippen. Mo/Mi-Fr 10-17 (Jan.-April bis 15 Uhr), Sa/So 10-14 Uhr | pl. Wolnica 1

Rynek Główny/Hauptmarkt

Mit 200 m langen Seiten einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas. In der Mitte die Tuchhallen aus dem 16. Jh. mit phantastischen Fratzen auf ihrem hohen Giebeldach. In der Marienkirche aus dem 14. Jh. befindet sich der herrliche Marienaltar von Veit Stoß, ein spätmittelalterliches Meisterwerk und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zu jeder vollen Stunde bläst ein Feuerwehrmann vom höheren Turm der Kirche den Alarmruf, der einst Krakau im 13. Jh. vor einem Mongolenangriff bewahrte.

Wawel

Der Gebäudekomplex auf einem Hügel ist ohne Zweifel der wichtigste historische Ort in Polen: Sitz, Krönungsort und Grablege der polnischen Könige. In der Krönungskathedrale (Mo-Sa 9-17, So 12.15-17 Uhr) befinden sich die Sarkophage polnischer Herrscher, von Nationalhelden wie Marschall Józef Piłsudski und der beiden romantischen Dichter Adam Mickiewicz und Juliusz Słowacki. Vom Sigismund-Turm blicken Sie über ganz Krakau, und vom schönen Arkadenhof gelangen Sie in die prächtigen Repräsentationssäle und in die königlichen Gemächer mit der größten Gobelin-Sammlung der Welt, in die Schatzkammer und in eine Ausstellung üppiger türkischer Kriegsbeute, die der polnische König Jan Sobieski 1683 bei Wien gemacht hat. Mo 9.30-12 (ohne königliche Gemächer), Di/Fr 9.30-16, Mi/Do/Sa/So 9.30-15 Uhr | Kombiticket 60 Zł.

Region: Olsztyn (Allenstein)

Altstadt

Südwestlich des Hohen Tores (Wysoka Brama), das zur alten Stadtmauer gehört, beginnt die Altstadt. Auf dem mittelalterlichen Marktplatz steht das wieder aufgebaute Alte Rathaus aus dem 17. Jh., rundherum die restaurierten barocken Laubenhäuser. In einer Seitenstraße (ul. Staszica) befindet sich die Jacobikirche (Kościół św. Jakuba), ein wichtiges Bauwerk der Backsteingotik.

Ordensburg

Die mächtige Anlage wurde zwischen 1350 und 1580 erbaut. Als Kanoniker des ermländischen Domkapitels verteidigte der Astronom Nikolaus Kopernikus 1521 die Stadt gegen die Ritter des Deutschen Ordens. Di-So 9-16 Uhr | ul. Zamkowa 2

Region: Szczecin (Stettin)

Kościół św. Jakuba/Jakobikirche

200 Jahre dauerte der Bau der größten Kirche Pommerns, in der 10000 Menschen Platz haben. Vor dem Dom hängt in einem Holzgestell die 6 t schwere, 1682 gegossene Glocke. Sie wurde, nachdem sie 200 Jahre als verschollen galt, in einer Mauer des Doms bei Restaurierungsarbeiten gefunden. pl. Św. Jakuba 5

Wały Chrobrego/Hakenterrasse

Versäumen Sie nicht, Stettins Prachtpromenade am Ufer der Oder entlangzugehen und den herrlichen Blick auf den Hafen zu genießen. Die Promenade ist einen halben Kilometer lang und von repräsentativen Gebäuden aus der Gründerzeit gesäumt.

Zamek Książąt Pomorskich/Herzogschloss

Hoch über der Oder thront das Wahrzeichen der Stadt, weithin sichtbar durch die helle Fassade im Stil der italienischen Renaissance, das nach dem Krieg originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Die einstige Residenz der Pommerschen Herzöge ist heute das kulturelle Zentrum Stettins, beherbergt u. a. ein Forum zeitgenössischer Kunst. 60 m hoch ist der Uhrenturm, von dem aus Sie ein herrliches Stadtpanorama genießen können. Tgl. 10-17 Uhr | ul. Korsarzy 34 | www.zamek.szczecin.pl

Region: Poznań (Posen)

Altstadt

Eines der schönsten Renaissancegebäude Europas steht auf dem mittelalterlichen Marktplatz Stary Rynek im Herzen der Stadt - das von dem italienischen Meister Giovanni Baptista di Quadro Mitte des 16. Jhs. erbaute Rathaus. Auf dem Rathaus-turm sind Schlag zwölf Uhr mittags zwei kämpfende Ziegenböcke zu sehen. Der Legende nach stürzte sie ihr Zwist ins Unglück bzw. in einen unter ihnen fließenden Bach. Das Motiv findet sich als Mahnung auch im Posener Wappen. Neben dem Rathaus stehen die Tuchhallen aus dem 14. Jh. und die Krämerhäuser mit ihren charakteristischen Laubengängen aus dem 15. und 16. Jh. Bürgerhäuser aus verschiedenen Epochen umgeben den Markt, darunter das Palais der Familie Działyński (1808) mit dem Roten Saal, in dem immer donnerstags Veranstaltungen in der Tradition der literarischen Salons stattfinden. Seit 1915 erinnert die Brunnenfigur „Bamberka“ auf der westlichen Seite des alten Rathauses an den Dreißigjährigen Krieg: Die Bevölkerung Großpolens war dezimiert, und der Posener Rat bot Menschen aus dem Raum Bamberg eine neue Lebensgrundlage an. Vom Markt führt die Seitengasse ul. Gołębia zur dreischiffigen Basilika der St.-Stanisław-Pfarrkirche, einer Perle des polnischen Barocks.

Dominsel

Östlich der Altstadt liegt die Museumsinsel Ostrów Tumski, der älteste Stadtteil Posens. Die Anfänge der erzbischöflichen St.-Peter-und-Paul-Domkirche, des ältesten Baudenkmals der Stadt, gehen auf die Gründung des Posener Bistums im Jahre 968 zurück. Heute befinden sich dort die Gräber von Polens Gründungsherrschern Mieszko I. und Bolesław dem Tapferen. Südlich des Doms, im spätgotischen Psaltergebäude, wurden früher die Sänger des Kathedralenchors untergebracht. Daneben befindet sich die kleine Kirche der hl. Jungfrau Maria. Der spätgotische Bau (1431-47) steht wahrscheinlich an der Stelle der ca. 965 von Dobrawa, der Gattin von Mieszko I., gestifteten Burgkapelle. Nördlich davon sieht man den Renaissancebau der Lubrański-Akademie, der ersten höheren Schule Posens, 1518 gegründet.

Modell Posens aus dem 17. Jh.

Im Kellergewölbe des Franziskanerklosters (Klasztor oo. Franciszkanów) befindet sich eine Nachbildung Posens vom Anfang des 17. Jhs. Die historische Rekonstruktion im Maßstab 1:150 hat eine Größe von über 50 m². Eine (auch auf Deutsch) kommentierte Licht- und Ton-Show dauert ca. 30 Minuten. Tgl. 11 Vorführungen: 9.30-17 Uhr | 9 Zł. | Góra Przemysława, Eingang ul. Ludgardy | www.makieta.poznan.pl

Zentrum

Das heutige Zentrum erstreckt sich vom plac Wolności bis zum plac Mickiewicza (Adam-Mickiewicz-Platz). Viele Gebäude aus dem 19. und vom Anfang des 20. Jhs. verleihen ihm seinen gediegenen Charakter. Neben zahlreichen Kirchen findet man hier das Nationalmuseum, die Raczyński-Bibliothek und die Oper (Teatr Wielki). Auf dem Adam-Mickiewicz-Platz erinnert seit 1981 ein monumentales Mahnmal an den ersten großen antikommunistischen Arbeiteraufstand in Polen, der 1956 in Posen ausgebrochen war. Der im 19. Jh. entworfene Platz gehört zu den renommierten Adressen der Stadt: Hier befinden sich viele öffentliche Gebäude, darunter das Collegium Minus im holländischen Renaissancestil (heute Adam-Mickiewicz-Universität), das Collegium Maius (heute Medizinische Akademie) und das neoromanische Kaiserschloss (heute Kulturzentrum Zamek). Das Schloss ist ein Paradebeispiel für Preußens Spuren im Stadtbild Posens. Das monumentale Gebäude wurde als Residenz für Kaiser Wilhelm II. in den Jahren 1904-10 erbaut.