Reisetipps Peru & Bolivien

Highlights Peru & Bolivien

Region: Santa Cruz de la Sierra

Samaipata

Knapp drei Fahrstunden (118 km) von Santa Cruz entfernt (Microbusse fahren 13-16 Uhr ab Santa Cruz, Av. Grigotá y 3er Anillo), breitet sich auf 2000 m Höhe die Felsfestung Samaipata aus, eine Anlage aus der Inkazeit. Zum Gelände gehört ein kleines Museum (tgl. 9-12, 14.30-18.30 Uhr | Eintritt 6 Bs). Das Dorf Samaipata ist auch Teil der 4- bis 6-tägigen „Che-Guevara-Tour“, da der Revolutionär hier zwischen 1965 und 1967 Waffen erbeutete. Höhepunkt aber ist der Besuch der Schule von La Higuera, wo der Revolutionär am 8.10.1967 gefangen genommen und am nächsten Tag hingerichtet wurde. Empfehlenswert als Tourveranstalter ist Nature Tours von Michael Blendiger, direkt in Saimapata (gegenüber vom Museum) | Tel. 03/9446227 | www.discoveringbolivia.com

Region: Sucre

Potosí

Drei Stunden mit dem Bus von Sucre (165 km), und die einst reichste Stadt des Kontinents und heute noch höchste der Welt ist erreicht: Sie liegt auf 4070 m am Fuß des Cerro Rico. Diesem „reichen Hügel“ verdankt sie ihre Gründung im Jahr 1545, denn damals entdeckten die Spanier seine ergiebigen Silberadern. Heute leben immer noch viele der gut 100000 Einwohner vom Silberschürfen in Kooperativen, eine harte, gefährliche und kaum einträgliche Arbeit. An den alten Reichtum erinnern in der Stadt noch ein Dutzend reich geschmückter Barockkirchen und viele balkonverzierte Kolonialhäuser. Die Geschichte der Stadt ist in der Casa Real de Moneda dokumentiert (Quijarro/Bolívar | Di-Fr 9-12, 14-18.30, Sa/So 9-13 | Führungen 9, 14 Uhr | 20 Bs), die zugleich zu den sehenswertesten Gebäuden der Stadt gehört. Unterkunft: Hotel Gran Libertador (23 geheizte Zi. | Millares 58 | Tel. 02/6227877 | Fax 6224629 | www.hostal-libertador-potosi.com | €).

Region: Lima

Museo Oro de Perú

An Fülle und Vielfalt der Exponate ist dieses Museum in ganz Lateinamerika unübertroffen. Goldene Kronen, Brustketten oder Zeremonienmesser (tumi) der verschiedensten altperuanischen Kulturen sind zu sehen, darunter das berühmte tumi aus Lambayeque. Webwaren der Paracas dokumentieren die Kunstfertigkeit dieser Kultur. Im Erdgeschoss zeigt das Museo de Armas del Mundo (Museum der Waffen der Welt) u.a. koloniale Waffen, Rüstungen und Gemälde. | Av. Alonso de la Molina 1100 | Monterico | tgl. 11.30-19 Uhr | Eintritt 33 S/. | www.museoroperu.com.pe

Ciudad Sagrada de Caral

Radiokarbonuntersuchungen brachten 2001 Gewissheit: Die peruanische Archäologin Ruth Shady Solís hatte Anfang der 1990er-Jahre die älteste städtische Zivilisation Amerikas gefunden, datierbar auf 2627 v. Chr. Inzwischen sind etliche Gebäude restauriert. Gut erkennbar sind der zeremonielle Herrschaftsbezirk mit sechs Pyramiden und Amphitheater sowie die Aufteilung in Ober- und Unterstadt. Tgl. 9-17 Uhr | an der Cruce Caral-Ambar, Panamericana Norte, bei km 184 rechts (noch 23 km) | Ausflüge ab 80 S/. | www.caralperu.gob.pe

Region: Chiclayo

Lambayeque

Hauptattraktion des kleinen, 11 km nördlich von Chiclayo gelegen Ortes sind seine archäologischen Museen. Aber auch die hübsche Kirche aus dem 16. Jh. und die Casa de la Logia mit ihrem 67 m langen Balkon (Ecke Calles Dos de Mayo/San Martín), dem längsten Perus, lohnen einen Blick.

Von legendärem Ruf ist das Museo Arqueológico Brüning (tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 7,50 S/.). Seinen Namen trägt es nach dem Deutschen Heinrich Brüning, der 1884-1925 in Peru forschte. Inzwischen wird es von seinem neuen Nachbarn übertrumpft: den Museo Tumbas Reales de Sipán. 5 Mio. US $ ließ sich der Staat den modernen, an Moche-Pyramiden orientierten Neubau für die archäologischen Schätze der Region kosten. Auf drei Stockwerken wird die Hinterlassenschaft der Moche-Kultur gezeigt, vor allem natürlich die z.T. massiv goldenen Funde um den „Herrn von Sipán“ und eine Nachbildung des Grabes. | Av. Juan Pablo Vizcardo y Guzmán 895 | Di-So 9-17 Uhr | Eintritt 7,50 S/.

Túcume/Tal der Pyramiden

Ein kleines, hervorragend gestaltetes Museum am Eingang des Geländes (1 km von Lambayeque) bereitet mit anschaulichen Modellen gut auf den Besuch der Pyramidenstadt im Tal des Río La Leche vor, deren Ausgrabungsarbeiten Thor Heyerdahl leitete. Insgesamt wurden 26 zum Teil stark verwitterte, doch in der Form gut erkennbare Adobe-Pyramiden aus der Zeit um 700 gefunden. Die größte, vermutlich das Zeremonialzentrum, ist die Huaca Larga. Vom Aussichtsplatz am Heiligen Berg, auf dem früher Menschen geopfert wurden, kann man die gewaltigen Ausmaße der Stadt überschauen. | Av. Federico Villareal 152 | tgl. 8-17 Uhr | Eintritt 7,50 S/. | www.museodesitiotucume.com

Region: Trujillo

Chan Chan

Das Ruinenfeld der Chimú-Hauptstadt schließt nördlich an das Stadtgebiet Trujillos an (Ausfahrt Huanchaco). Mit 20 km² ist die im 15. Jh. von den Inka unterworfene Stadt die größte archäologische Stätte des Kontinents. Im 12./13. Jh. bewohnten ca. 100000 Menschen die neun ciudadelas (Stadtviertel): Fischer, Bauern, Handwerker, Kaufleute, Krieger, Priester und die Familien der Führungselite. Zzt. ist nur die Ciudadela Tschudi zugänglich (nach dem Schweizer Forscher Johann Jakob von Tschudi, 1818-89). Im Innern wirkt sie mit ihren hohen Mauern und langen Gängen, die zu Gebetsräumen, Wohnbereichen oder Speichern führen, wie ein Labyrinth. Alle Gebäude sind aus Adobe erbaut. Im Museo del Sitio ist die Bauweise erläutert. Ein kompliziertes Bewässerungssystem sicherte die Feldwirtschaft (tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 11 S/.).

Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Besuch der Huaca Arco Iris (5 km nördlich von Trujillo). Der restaurierte Tempel der Chimú verdankt den Namen „Regenbogentempel“ den Motiven an seinen Wänden.

Region: Cuzco

Inka Trail

Die atemberaubendste Anreiseart nach Machu Picchu ist jene zu Fuß: Die 39,6 km lange Wanderstrecke auf der alten Inkastraße Qhapaq Ñan führt von der alten Inkabrücke Kusichaca über den Río Urubamba bis auf 4200 m Höhe. Es wird bei eisiger Kälte gezeltet und in schattenloser, brennender Hochlandsonne gewandert - eine gute Kondition kann da nicht schaden. Gewandert werden darf nur mit Führer, z.B. von Trekperu (Parque Industrial B 15 | Tel. 084/261501 | Tel. 084/252899 | www.trekperu.com) oder einer anderen Agentur. Achtung: Zum Schutz des Trails sind inzwischen täglich nur noch 500 Besucher zugelassen, deshalb rechtzeitig anmelden (mindestens 30 Tage, für Mai-Aug. bis zu drei Monate im voraus!). Im Februar ist der Trail für Reinigungsarbeiten geschlossen. | Eintrittsgebühr 244 S/.

Machu Picchu

Die Ruinen von Machu Picchu („Großer Gipfel“) am Vulkan Huayna Picchu (2743 m) in der Schlucht des Río Urubamba (112 km nordwestlich von Cuzco) wurden 1911 von dem Amerikaner Hiram Bingham entdeckt. Die Ruinen von rund 200 Gebäuden verteilen sich auf etwa 100 ha der Bergkuppe, getrennt durch einen großen Platz (Inti Pampa) in Unter- und Oberstadt. Man passiert die Ackerbauterrassen, Reste einer Stadtmauer und eines Stadttores, die engen Gassen der „zentralen Gruppe“ (Yachay Wasi), sieht das Haus des Inka (Inka Wasi) und - am höchsten Punkt - das Heiligtum Inti Watana (auch als Sonnenwarte interpretiert). Es gab Brunnen und Wasserleitungen und Wohnhäuser; vermutlich lebten rund 2000 Menschen in der Stadt. Doch welche Bedeutung sie einst hatte, ist ebenso wenig geklärt wie die Frage, warum man hier überwiegend weibliche Mumien fand.

Günstige Tickets für die dreistündige Zugfahrt (Abfahrt 6 Uhr, Rückkehr frühestens 15 Uhr des gleichen Tages) und die Busfahrt von bzw. nach Aguas Calientes hinauf auf den Berg zur Ruinenstätte gibt es bei jeder Reiseagentur in Cuzco zu kaufen. Luxuriöse Alternative: der Hiram Bingham-Zug von Perurail/Orient-Express: mit Brunch an Bord und Afternoon Tea in der Machu Picchu Sanctuary Lodge (Tel. 084/211039 | Fax 211053 | Website für Zug und Hotel: http://machupicchu.orient-express.com | €€€) direkt am Eingang der Ruinenstätte. Die Eintrittskarte in die Ruinenstätte kostet | 122 S/. (ca. 32 Euro). | http://machupicchu.perucultural.org.pe

Region: Nazca

Linien von Nazca

Die Scharrbilder im Boden der Pampa Colorada entdeckten 1926 zwei amerikanische Archäologen, bekannt aber wurden sie durch die Deutsche Maria Reiche, die ihr Leben der Erforschung der Linien widmete. Insgesamt zählte man über 100 geometrische Figuren wie Spiralen, Linien oder trapezförmige Flächen und rund 30 Menschen- oder Tierzeichnungen - alle etwa 2000 Jahre alte, alle immer noch unentschlüsselte Botschaften. Maria Reiche hielt sie für eine Art „astronomischen Kalender“. Inzwischen sehen die meisten Wissenschaftler in den Linien Relikte eines Wasserkults. Die größte Figur ist ein abstrahierter Vogel mit gewundenem Hals (110 m lang), die schönste der 70 m große Affe, die drolligste der Marsmensch mit den kugelrunden Augen.

5 km außerhalb liegt das Museo Sitio de Maria Reiche, in dem ihre Arbeit dokumentiert ist (Panamericana Sur | Distrito El Ingenio | tgl. 8.30-18 Uhr | Eintritt 10 S/.). Tickets für die Rundflüge (30-45 Min. | 80 bis 90 US $) verkaufen die Reiseagenturen in der Stadt oder die Fluggesellschaften direkt am Flughafen „Maria Reiche“ (nur für kleine Maschinen). Für Eilige gibt es an km 425 der Panamericana einen Aussichtsturm (tgl. 8-17 Uhr | Eintritt 2 S/.) - doch viel sieht man aus dieser Perspektive nicht.

Region: Puno

Islas Flotantes

Von den legendären dunkelhäutigen Uros, die sich selbst Kotsuña (Seemenschen) nannten und die die Inka nie unterwerfen konnten, blieben Siedlungen auf rund 40 schwimmenden Inseln, auf denen heute noch jeweils 30-50 Uro-Nachfahren leben. Um die Tradition des Schilfinselbaus am Leben zu erhalten, richtete man auf der 64 x 36 m großen Totani Pata und auf dem Wuaca-Wuacani-Inselkomplex Schulen ein, in denen diese Kunst überliefert wird. | 5 km östlich von Puno, 20 Min. mit dem Boot

Region: Puerto Maldonado

Parque Nacional Manú

Mit 1,7 Mio. ha ist der Nationalpark Manú halb so groß wie die Schweiz und dabei das wohl artenreichste Regenwaldreservat der Erde: Allein 200 Baumarten kommen hier pro Hektar vor - in ganz Europa gibt es nur 160 - und 1000 von 9000 insgesamt auf der Welt existierenden Vogelarten. Seit 1987 trägt er das Etikett Unesco-Welterbe. Tor zum Park ist Boca Manú am Zusammenfluss von Río Madre de Dios und Río Manú. Dort landen die Flugzeuge aus Cuzco, und von dort geht's dann weiter zur gebuchten Lodge. Mehrere Lodges im Angebot hat Inkanatura Travel (Plateros 361 | Cuzco | Tel. 084/255255 | Fax 245973 | www.inkanatura.com/deutsch).

Region: La Paz

Tiwanaku

Etwa eine Autostunde von La Paz und rund 20 km vom Ufer des Tititacasees entfernt liegt die Ruinenstätte Tiwanaku (oder Tiahuanaco (etwa 600 v. Chr.-200 n. Chr.). Die präkolumbische Stadt gilt als Wiege der südamerikanischen Kulturen. Zu sehen sind die Reste des Sonnentempels (Kalasasaya) mit dem Sonnentor und Monolith-Gottheiten, außerdem ein tief gelegener Tempel mit 175 Steinköpfen. Zum Komplex gehört ein interessantes Museum. | Tgl. 9-17 | Eintritt 80 Bs