Reisetipps Nordseeküste Schleswig-Holstein

Highlights Nordseeküste Schleswig-Holstein

Region: Niebüll

Charlottenhof

Kultur- und Tagungshaus, 13 km nordwestlich von Niebüll; Theater, Musik, Lesungen, Kunstmärkte. Der historische Vierkanthof ist nur während der Veranstaltungen zu besichtigen. | Osterklanxbüll 4 | Klanxbüll | Tel. 04668/92100 | www.dercharlottenhof.de

Nolde-Museum

Wie eine Trutzburg steht das Haus und ehemalige Atelier des Expressionisten Emil Nolde auf einer Warft in der Kooglandschaft, 17 km nördlich von Niebüll. Ausgestellt sind hier insgesamt ca. 170 Werke: Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken. Hinter dem Haus Ada und Emil Noldes Garten: zur Blütezeit ein Farbenmeer! | März-Nov. tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 8 Euro | Neukirchen/Seebüll | www.nolde-stiftung.de

Wer von Noldes Landschaft, Bildern und Farben träumen möchte, kann sich im Gästehaus Seebüll einquartieren. In den Bauernhöfen der Noldestiftung Seebüll Hof und Seehof gibt es zwei Apartments und sieben Zimmer. Die Zimmer mit allem Komfort sind skandinavisch schlicht eingerichtet; an den weiß getünchten Wänden hängen farbige Noldedrucke, auf dem Nachttisch liegt Emil Noldes Biografie „Mein Leben“. | Dez.-Feb. geschl. | Neukirchen/Seebüll | Tel. 04664/983970 | gaestehaus@nolde-stiftung.de | €€

Im neuen Museumsgebäude findet sich neben Shops, Kinosaal und Atelier für Amateurmaler das Restaurant Seebüll. Man sitzt hinter bodentiefen Fenstern mitten in Noldes Landschaft und genießt die sehr gute moderne Küche oder einfach nur einen Kaffee. | März-Dez. tgl. 9-23 Uhr (Dez. eingeschränkt) | Tel. 04664/983970 | €€-€€€

Tønder

Bis 1920 war Tondern (13000 Ew., 20 km nördlich von Niebüll) eine deutsche Kleinstadt und stand in den Jahrhunderten zuvor mal unter dänischer, mal unter deutscher Herrschaft, dann beendete die Volksabstimmung den Streit um das Herzogtum Schleswig. Tondern wurde wieder vereint mit dem dänischen Königreich.

Wer mit dem Auto fährt, passiert die verwaisten Zollhäuschen an der dänischen Grenze. Europa lässt grüßen. Lange waren die Gleise zwischen Niebüll und Tønder verrostet, doch nun fährt er wieder: Der Zug zwischen Niebüll und Tønder verkehrt im Zweistundentakt. Angekommen, werden Sie denken: Ja, das ist Dänemark - auf dem Markt die Pølserbude, in den engen Gassen liebevoll gepflegte, bunte Häuser, keine Gardinen; gemütlich - auf Dänisch „hyggelig“ - geht es hier zu.

Folgen Sie den Parkplatzhinweisen und Fußgängerströmen, erreichen Sie den Marktplatz und die Fußgängerzonen Storegade und Vestergade. Hier können Sie shoppen und dänische Köstlichkeiten probieren. Die roten Pølser gibt es in der Bude auf dem Markt, dänisches Øl (Bier) vom Fass, kleine Speisen und das gemütliche dänische Lebensgefühl im Café Victoria (tgl. | Storegade 9 | €€). Kaum hundert Meter weiter lockt die Auslage des Bäckers Vor Bager (Mo-Fr 6.30-18, Sa 6.30-14 Uhr | Vestergade 8). Marzipan, Schokolade, Marmelade, Nuss- und Mandelsplitter, dies alles auf und zwischen Blätterteig: „Wienerbrød“ heißt die süße Sünde. Sie können sie entweder aus der Tüte oder im Café mit Blick auf die Straße genießen.

Ein besonderes Haus ist die Alte Apotheke: Hier gibt es alles, was man nicht braucht, aber aus dem Urlaub gern mitbringt: Kerzen, Seife, Karten, Kunsthandwerk. Und im Keller warten Weihnachtswichtel auf die heilige Nacht. Zwölf Monate im Jahr heißt es hier „Oh, du fröhliche!“ Warum nicht den Weihnachtsbaumschmuck im Sommer kaufen? Det Gamle Apotek | März-Jan. tgl. 9.30-17.30 Uhr | Østergade 1 | www.det-gamle-apotek.dk

Die Patrizierhäuser in den Fußgängerzonen mit den kunstvollen Portalen zeugen vom Wohlstand der Spitzenhändler im 18. Jh. Sie schufen die schleswigsche Klöppelindustrie. Noch heute lebt die Tradition dieses alten Handwerks. So findet alle drei Jahre ein internationales Klöppelfestival statt. Den Klöpplerinnen bei ihrer filigranen Arbeit zuschauen können Sie im Drøhses Hus (Storegade 14).

Alte Spitzen und Arbeiten der Silberschmiede aus der Zeit von 1750 bis 1825 sind im Tønder Museum ausgestellt. Zu den Museumsgebäuden gehören auch das Sønderjyllands Kunstmuseum und der alte Wasserturm von 1902. Im Museum werden die verschiedenen Strömungen der nordeuropäischen Kunst des 20. Jhs. gezeigt. Von der obersten, rundum verglasten Etage des Turms hat man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und über die Marsch. | Museen in Tønder: Juni-Aug. tgl. 10-17 Uhr, Sept.-Mai Di-So 10-17 Uhr | Kongevej 51 | www.sonkunst.dk

Wollen Sie für eine Weile der Shopping- und Schlemmermeile entfliehen, finden Sie Ruhe rund um die und in der Christuskirche zwischen Nørregade und Storegade | (Mo-Sa 10-16 Uhr). Sie wurde 1592 erbaut; den größten Teil des Inventars haben die reichen Vieh- und Klöppelspitzenhändler der Kirche im 17. und 18. Jh. geschenkt. Besonders sehenswert sind die 14 sorgfältig restaurierten Epitaphien (aufrecht stehende, verzierte Grabplatten). Tønder Turistbureau | Torvet 1 | Tel. 0045/74721220 | www.visittonder.dk

Region: Bredstedt

Andresens Gasthof

Die feine Adresse an der B5 in Bargum (zwischen Bredstedt und Niebüll). Hier wird in geschmackvollem Ambiente geschlemmt und geschwelgt für entsprechendes Geld. Tisch bestellen! Wer bleiben möchte: Es gibt auch 5 Zimmer. | Mo, Di geschl. | Dörpstr. 63 | West-Bargum | Tel. 04672/1098 | www.andresensgasthof.de | €€€

Region: Husum

Nordsee-Museum Husum

Im größten Museum an der Nordseeküste, untergebracht im Ludwig-Nissen-Haus, erfährt man alles über Deichbau und Sturmfluten, über den Kampf gegen den „Blanken Hans“. Zu verdanken haben die Husumer diese Sammlung Ludwig Nissen. Geboren 1855, wanderte er nach Amerika aus, wo er vom Tellerwäscher zum wohlhabenden Diamantenhändler wurde. Er starb 1924 und vermachte sein Vermögen seiner Geburtsstadt Husum. | April-Okt tgl. 10-17, Nov.-März Di-So 11-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Herzog-Adolf-Str. 25 | Tel. 04841/2545 | www.museumsverbund-nordfriesland.de/nordseemuseum

Region: Tönning

Multimar Wattforum

Dem Katzenhai ins Maul schauen, dem Wattwurm in seine Wohnröhre folgen, Quallen schweben sehen und Deichgraf spielen: seinen Deich bauen, um das Hinterland vor Fluten zu schützen. Das Multimar Wattforum ist einzigartig an der Nordseeküste und viel mehr als ein Museum. Aquarien wie Kino erleben: 36 m² misst die Panoramascheibe des größten der 30 Aquarien. Montags und freitags jeweils um 15 Uhr kann man einem Taucher bei der Fütterung der Fische in diesem 250000 l fassenden Domizil zuschauen. Star im Wattforum ist ein Pottwal, 1997 vor der dänischen Insel Rømø gestrandet, 45 t schwer und zum Zeitpunkt seines Todes etwa 30 Jahre alt. Sein 18 m langes Skelett hängt an Drahtseilen unter der Decke im extra gebauten Walhaus. Hier kann man dem Riesen Auge in Auge gegenüberstehen. | April-Okt. tgl. 9-19, Nov.-März 10-17 Uhr | Eintritt 8 Euro | Am Robbenberg | www.multimar-wattforum.de

Roter Haubarg

Von Süden - also von Tönning - kommend, müssen Sie durch das 10 km nördlich liegende Witzwort hindurchfahren, nach 3 km und einer scharfen Rechtskurve erreichen Sie den Adolfskoog. Und dann können Sie ihn sehen - den schönsten und stattlichsten Haubarg Eiderstedts, einen mächtigen Hof (750 m² Grundfläche) mit einer riesigen Reethaube, versteckt hinter dem Wind trotzenden Bäumen. Nur rot ist er nicht. Nun, das war einmal, im 17. Jh., als die roten Backsteinmauern noch unverputzt waren. Inzwischen sind die Außenwände weiß getüncht.

Die mächtigen Höfe auf Eiderstedt sind einzigartig. Die Idee: alles unter einem Dach. Kernstück eines Haubargs ist der „Vierkant“. Vier mächtige Eichenpfähle, die auf Findlingen im Erdreich stehen, tragen das wuchtige, bis zu 20 m hohe Reetdach. In diesem Vierkant wurde das Heu „geborgen“ (daher Haubarg), drum herum wurde das Getreide gedroschen, das Vieh versorgt, die Arbeitspferde gehalten; und im Südteil, auf der Sonnenseite, lebte die Familie. Vor 200 Jahren gab es auf Eiderstedt 400 Haubarge. Heute stehen noch ca. 50.

Wie einst die Besucher des Bauern müssen auch Sie durch die Diele. Schauen Sie mal ans Deckengebälk - hier nisten Schwalbenfamilien. Wollen Sie sich erst mal stärken, dann bekommen Sie im Südteil, wo einst die Herrschaft wohnte, delikate Spezialitäten und köstliche Kuchen serviert (tgl. | Tel. 04864/845 | €-€€). Sind Sie neugierig auf das, was sich unter der Haube verbirgt, führt eine unscheinbare Tür in den Vierkant. Heute beherbergt dieser Wirtschaftsteil des Roten Haubargs ein Museum, in dem es all das zu sehen gibt, womit die Haubargbauern einst ihren Acker bestellten und ihr Vieh versorgten. | www.roter-haubarg.de

Region: Brunsbüttel

Brunsbütteler Schleusen

Von einer Aussichtsplattform aus lässt sich das Schleusen dicker Pötte beobachten. Wann welches Schiff die Schleusen passiert, erfahren Sie unter Infotel. 04852/885122. Im Atrium, dem Museum, sind Schiffs- und Schleusenmodelle zu sehen, und hier sind Entstehung und Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals dokumentiert. | Plattform tgl. von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, Atrium Mitte März-Mitte Nov. tgl. 10.30-17 Uhr | Eintritt 2 Euro | Gustav-Mayer-Platz

Region: Friedrichskoog

Kutterhafen

Ist der Hafen voll, liegen hier über 30 Kutter. Wer das Ein- und Auslaufen der Kutter und das Anlanden des Fangs erleben will, sollte vorher in den Gezeitenkalender gucken. Die Kutter kommen und gehen bei Hochwasser. Drückt zudem der Ostwind das Wasser hinaus ins offene Meer, bleibt das Hafenbecken leer. Fischer, die am Hafenkiosk beieinander stehen, wissen, wann es im Hafen etwas zu sehen gibt. In den Sommermonaten finden hier regelmäßig Fischmärkte statt.

Seehundstation Friedrichskoog

Hier werden Heuler - junge Seehunde -, die mutterlos gefunden wurden, aufgepäppelt, bis sie so weit sind, sich selbst ernähren zu können - dann werden sie in die Freiheit entlassen. Besucher können sich in der Station über das Leben der Robben und Wale informieren, Seehunde bei der Fütterung beobachten, Felle und Knochen anfassen und sich die Rufe der Heuler anhören. Wer noch mehr wissen will, für den gibt es ein umfangreiches Angebot. | März-Okt. tgl. 9-18 Uhr, Fütterung 10.30, 14, 17.30 Uhr; Nov., Dez. tgl. 10-17.30 Uhr, Fütterung 10.30 u. 16 Uhr; Jan., Feb. tgl. 10-16 Uhr, Fütterung 10.30 u. 14 Uhr | Eintritt 5 Euro | An der Schleuse 4 | Tel. 04854/1372 | www.seehundstation-friedrichskoog.de

Windenergiepark Westküste

Wie wird Wind zu Strom? Wie funktionieren die Windmühlen? Im Informationszentrum Kaiser-Wilhelm-Koog - 8 km südlich von Friedrichskoog - gibt es Antworten anhand von Videovorführungen und anschaulichen Modellen. | April-Sept. tgl. 10-17 Uhr | Sommerdeich 14a | Kaiser-Wilhelm-Koog | Info-Tel. 04856/519

Region: Vor dem Deich

Wattführungen

An der Westküste gibt es etwa 100 Wattwanderführer. Eine Übersicht über Wanderungen und Erkundungen an der Nordseeküste erhalten Sie bei den folgenden Verbänden:

Nationalpark-Wattführerinnen und Wattführer (Touren an der gesamten Westküste, spezialisiert auf Gruppen): Tel. 04861/61670 | www.wattenmeer-nationalpark.de

Schutzstation Wattenmeer (Führungen an der gesamten Westküste, viele Angebote für Kinder und Jugendliche): Tel. 04331/23622 | www.schutzstation-wattenmeer.de

Anmeldung und Treffpunkte in Ihrer Urlaubsregion (Wanderziele und -zeiten sind, abhängig vom Gezeitenkalender, auf Holztafeln an folgenden Treffpunkten angeschlagen):

Region: St. Peter Ording

Westerhever Leuchtturm

Der rot-weiße Turm mit den beiden Wärterhäuschen am Fuß ist 37 m hoch, inklusive der Warft, auf der er steht, sogar 41,5 m. Er wurde 1907 auf einem Fundament aus Baumstämmen errichtet, um ein Absacken zu verhindern. Der Turm (10 km nördlich von St. Peter) kann nach Absprache (Tel. 04865/1206) oder Anmeldung bei der Tourismuszentrale Eiderstedt besichtigt werden. Für Paare, die hier oben einander Ja sagen möchten, führen 140 Stufen in den Ehehimmel. Ob es Glück bringt? Wer weiß. Informationen: Tourismuszentrale Eiderstedt | Garding | Tel. 04862/469