Reisetipps Kopenhagen

Sehenswertes Kopenhagen Parks, Plätze und Paläste

Die Bauwerke der Könige und Orte, an denen sich das Volk vergnügt und entspannt

Schlendern Sie heute durch Kopenhagen, kommen Sie hauptsächlich an Bauwerken des 18. Jhs vorbei. Das ursprüngliche Kopenhagen ist bis auf wenige Häuser kaum erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte haben drei große Brände die Stadt in Schutt und Asche gelegt.

Rathäuser, Kirchen, die Universität und zahlreiche Wohnhäuser wurden zerstört und immer wieder neu - oft anders - aufgebaut. Tatsächlich alt und nahezu unverändert ist der Grundriss der Stadt. Straßen und Gassen, Parks und Plätze sind dort, wo Könige sie einst anlegen ließen. So fühlt man sich in der Innenstadt an die Zeit der Fuhrwerke und Fußgänger erinnert. Das ganz alte Kopenhagen können Sie in den zahlreichen staatlichen und privaten Museen entdecken, das moderne entlang der Hafenkais dies- und jenseits des Hafenbeckens, das alltägliche in den Brückenvierteln (Brokvater).

Amagertorv

Hier schlägt das Shoppingherz der Strøget. Am Amagertorv lockt Illums Bolighus mit dänischem Design, residieren die Geschäfte von Royal Copenhagen mit dänischem Design, Porzellan, Glas und Silber. Im Sommer, wenn vor dem Café Norden und dem Café Europa Tische und Stühle stehen und die jungen Kopenhagener den Storchenbrunnen (1894) bevölkern, heißt es Sehen und Gesehenwerden. Das schönste Haus ist sicher Nr. 6, 1616 im niederländischen Renaissancestil erbaut. Damals hatten die Giebel noch Kräne, mit denen Waren in Lagerräume gehievt wurden.

Børsen/Börse

Vier ineinander verschlungene Drachenschwänze recken sich vom Dachfirst in den Himmel. Der Turm der Börse mag nicht der imposanteste sein, er ist aber sicher der verspielteste der Kopenhagener Skyline. Dabei dachte zu Bauzeiten (1619 bis 1640) niemand daran, der Börse Drachen aufs Dach zu setzen. In Auftrag gegeben von Christian IV., sollte das Gebäude anfangs als Markthalle und Kontorhaus, später als Börse dienen. Nach Fertigstellung war der König jedoch wenig erbaut. Der Renaissancebau erschien ihm eher langweilig. So erging der königliche Wunsch an die Bauherren Lorenz und Hans von Steenwinckel, die Börse zum Kanal hin mit kleinen Giebeln zu verzieren und dem Dach einen prachtvollen Turm aufzusetzen. Den modernen Börsianern wurde es bald zu eng unter den Drachen. Heute residiert in der Börse die Handelskammer. Børsgade | Bus 19, 48, 2A Børsen

Christiansborg Slot

Wo einst Könige herrschten, regiert heute das Volk. Christiansborg ist Sitz des Folketing, des dänischen Parlaments. Und die Abgeordneten debattieren wahrlich auf historischem Boden. 1167 baute Absalon hier die erste Burg. Archäologen entdeckten 1907 während der Bauarbeiten des jetzigen Schlosses deren Ruinen. In den folgenden Jahrhunderten wurde die spätmittelalterliche Burg zwar immer wieder umgebaut und erweitert, doch für ein Schloss genügte es nicht. Ein englischer Diplomat notierte 1692: „Die Residenz des Königs ist die am schlechtesten gelegene, ärmlichste und unbequemste in der ganzen Welt.“

Christian VI. (1699-1746) setzte dieser Schande ein Ende, ließ das Gebäude 1731 abreißen und baute sich ein Barockschloss, das seinen Namen verdiente: Christiansborg. Doch der Brand von 1794 verwüstete Christiansborg, die Königsfamilie zog nach Amalienborg. Christiansborg II. baute C. F. Hansen im klassizistischen Stil. Auch dieses Schloss brannte nieder, lediglich die Kirche blieb stehen.

Christiansborg III. wurde schließlich in den Jahren 1907-28 gebaut. Der wuchtige Barockturm und die düstere Granitverkleidung verleihen dem Schloss jedoch wenig Glanz. Trotzdem: Hier empfängt Königin Margrethe II. ihre Staatsgäste. Ihre Repräsentationsräume dürfen bei Schlossführungen betreten werden. Auch die Königlichen Ställe - sie wurden von den Flammen 1794 verschont - samt Pferden und Kutschen und das einstige Königliche Hoftheater (1767), heute Requisitenmuseum, können besichtigt werden. Schlossführungen Mai-Sept. tgl. 11, 13 und 15 Uhr, Okt.-April Di-So 15 Uhr | Eintritt 60 dkr | Ruinen unter dem Schloss Mai-Sept. tgl.10-16 Uhr, Okt.-April Di-So 10-16 Uhr | Eintritt 40 dkr | Königliche Theater Di, Mi, Do 11-15 Uhr, Sa und So 13-16 Uhr | Königliche Ställe Mai-Sept. Fr-So 14-16 Uhr, Okt.-April Sa und So 14-16 Uhr | Eintritt 20 dkr | www.slotte.dk | Bus 15, 26, 29, 1A, 2A, 650S Christiansborg

Dansk Design Center

Das Design-Center ist Treffpunkt dänischer und internationaler Designer, die hier ihre Ideen über Formen und Gestaltung austauschen. Dazu wechselnde Ausstellungen über die dänische Designgeschichte. Mo-Di, Do bis Fr 10-17, Mi 10-21, Sa und So 11-16 Uhr | Eintritt 50 dkr, Mi 17-21 Uhr frei | H. C. Andersen Boulevard 27 | www.ddc.dk | S-Bahn und Regionalbahn Hauptbahnhof, Bus 10, 15, 26, 29, 40 Hauptbahnhof

Dansk Jødisk Museum/Dänisch-Jüdisches Museum

Im Oktober 1943 retteten die Kopenhagener etwa 7200 Juden vor der Deportation in deutsche Konzentrationslager. Den Juden gelang die Flucht über den Øresund ins sichere Schweden. Die Geschichte dieser Rettungsaktion, die Kultur und Kunst der in Dänemark lebenden Juden zeigt das Dänisch-Jüdische Museum. Inneneinrichtung und Ausstellungskonzept im Galejhus, einem ehemaligen Bootshaus auf Slotsholmen, stammen von Daniel Libeskind, der auch das Jüdische Museum in Berlin entworfen hat. Libeskind führt den Besucher durch ein Labyrinth schiefer Wände und schräg verlaufender Gänge vorbei an 3000 Exponaten, die aus Privatbesitz stammen oder von den jüdischen Gemeinden Dänemarks zur Verfügung gestellt wurden. Sept.-Mai Di-Fr 13-16, Sa und So 12-17 Uhr, Juni-Aug. Di-So 10 bis 17 Uhr | Eintritt 40 dkr | Christians Brygge/Proviantpassagen | www.jewmus.dk | Bus 48 Det Kongelige Bibliothek

Den Sorte Diamant/Schwarzer Diamant

Gewagt, aber in den Augen der Kopenhagener durchaus gelungen ist der moderne Teil der königlichen Bibliothek am Ufer Christians Brygge. Alles, was in Sachen Stadt und Staat zu Papier gebracht wurde, wird hier verwahrt. Zudem befindet sich hier das Nationalmuseum für Fotografie. Asymmetrisch heißt das Zauberwort der Architekten Morten Schmidt, Bjarne Hammer und John E. Lassen, die 1999 den Bau vollendeten. Mit der ungewöhnlichen Linienführung und den asymmetrischen Fenstern strahlt der 24 m hohe schwarze Kubus etwas Leichtes und Elegantes aus. Nicht gespart haben die Bauherren am Material. Der schwarze Granit aus Simbabwe gab dem Bau seinen Namen. Ausstellungen Mo-Sa 10-19 Uhr | Eintritt 30 dkr | Christians Brygge 9 | www.densortediamant.dk | Bus 48 Det Kongelige Bibliothek

Gammeltorv und Nytorv

Die Strøget trennt diese beiden Plätze, den alten und den neuen Markt. Zusammengelegt nach dem Stadtbrand 1795, hat jeder Platz dennoch seinen Charakter bewahrt: Gammeltorv mit dem verspielten Caritasbrunnen (1608), den Christian IV. den Bürgern stiftete und der zu den schönsten Denkmälern der Renaissance zählt, ist der älteste Platz der Stadt. Schon im 12. Jh. war Gammeltorv der Marktplatz des Dorfes Havn. Hier stand auch Kopenhagens erstes Rathaus, das 1368 zerstört wurde.

Auf der anderen Seite der Strøget liegt der Nytorv mit der strengen Tempelfront des Gerichtsgebäudes, erbaut 1805 von C. F. Hansen. Über dem Portal ist in Stein gehauen zu lesen: Med lov skal land bygge (Mit dem Gesetz soll man das Land bauen). Noch heute hat das Kopenhagener Stadtgericht seinen Sitz hinter den ionischen Säulen. An die Zeit anderer Rechtssprechung erinnert ein Sockel im Asphalt auf dem Nytorv: Hier stand bis 1780 das Schafott.

Beiden Plätzen fehlt es heute ein wenig an Charme, was an ihrer Größe, aber auch daran liegen mag, dass es hier keine attraktiven Geschäfte oder einladenden Cafés gibt. So zieht der Caritasbrunnen vor allem diejenigen an, die ihre Flasche Bier selbst mitbringen.

Holmens Kirke

1619 ließ Christian IV. eine kleine Schmiede auf Bremerholm zur Marinekirche ausbauen. Bald musste das Gotteshaus vergrößert werden und bekam die heutige Form einer Kreuzkirche. Imposant ist die Kanzel. Sie reicht vom Boden bis zur Decke und ist damit die größte in Kopenhagen. Noch heute ist Holmens Kirke die Kirche der Marine und zugleich die Hauskirche der Königsfamilie. Königin Margrethe II. gab hier 1967 ihrem Mann Prinz Hendrik das Jawort. Mo-Fr 9-12 Uhr | Holmens Kanal | www.holmenskirke.dk | Bus 15, 26, 29 Holmens Kirke

Nationalmuseet

Seit 1807 werden im Nationalmuseum dänische Kulturgüter verwahrt und präsentiert. Zur Orientierung in diesem Labyrinth der Geschichte erhält der Besucher einen Lageplan mit den verschiedenen Abteilungen: Dänemarks Vor- und Frühgeschichte mit Funden bis zur Wikingerzeit, das Mittelalter bis zur Renaissance sowie Dänemarks neuere Geschichte (1660 bis 2000) mit einer Abteilung zum täglichen Leben bei Adel, Bürgern, Handwerkern und Bauern, das anhand von Trachten, Möbeln und Silber gezeigt wird.

Im königlichen Münz- und Medaillenkabinett lagern Geldstücke der Wikinger über die Antike bis zur Neuzeit und dänische Goldmedaillen von 1550-2000. Einer Weltreise gleicht der Besuch der 1845 eingerichteten völkerkundlichen Abteilung. Sie ist die erste Sammlung im Nationalmuseum mit Exponaten der grönländischen, afrikanischen, polynesischen und asiatischen Kultur. Di-So 10-17 Uhr | Eintritt frei | Ny Vestergade 10 | www.natmus.dk | Bus 10, 12, 15, 26, 47, 48, 250S Hauptbahnhof

Nikolaj Kirke

Nach dem Stadtbrand 1795 lag die im 13. Jh. gebaute Kirche in Schutt und Asche: Dem Turm fehlte die Spitze, die Mauern waren geborsten. Für den Wiederaufbau fehlte das Geld, und so wurde 1804 die Gemeinde rund um den Nikolaj Plads aufgelöst und der Kirchhof geräumt. Die Reste des Turms nutzte schließlich die Feuerwehr als Wachturm. 1810 bekamen die Stadtschlachter dann die Erlaubnis, ihre Buden im verlassenen Kirchhof aufzubauen. Im Laufe der Jahre entstand hier ein Markt mit 82 Buden; sehr zum Missfallen der Anwohner, die sich über den üblen Geruch beschweren. Erst mit dem Wiederaufbau der Kirche 1917 räumten die Schlachter wieder ihre Buden.

Heute finden in der Nikolaj Kirke regelmäßig Ausstellungen für moderne Kunst statt. Im Seitenflügel hat sich ein Café und Restaurant eingerichtet. Hier können Sie abseits des Trubels der Strøget in besinnlicher Atmosphäre köstliche frokost bekommen. Di-So 12-17 Uhr | Eintritt 20 dkr, Mittwoch frei | Nikolaj Plads | www.nikolaj-ccac.dk | Metro Kongens Nytorv, Bus 15, 19, 26, 1A, 305S Kongens Nytorv

Ny Carlsberg Glyptotek

Berühmt ist dieses Museum für seine etruskische Sammlung, wie es sie sonst nur noch in Italien gibt. Ägyptische, griechische und römische Skulpturen aus der Zeit 3000 v. Chr. bis 500 n. Chr. sind das Herzstück der Abteilung Altertum. In der neueren Abteilung werden Skulpturen und Gemälde dänischer wie französischer Künstler präsentiert. Die Glyptothek verfügt über die größte Sammlung von Arbeiten Auguste Rodins außerhalb Frankreichs, sämtliche Bronzen von Edgar Degas und Bilder von Edouard Manet, Claude Monet, Paul Gauguin und Paul Cézanne. Zu verdanken hat Kopenhagen diese Sammlung sowie das Museum dem Bierbrauer Carl Jacobsen und seiner Frau Ottilia. Die Kunstliebhaber beauftragten 1892 den Architekten Vilhelm Dahlerup, ein Gebäude für ihre Skulpturensammlung - eine Glyptothek - zu bauen. Finanziert wurde und wird das Kunstmuseum noch heute von dem Ny Carlsbergfond, einer Stiftung, die über einen Teil der Gewinne der Carlsberg-Brauerei verfügt.

Wenige Jahre nach der Eröffnung wurde der Bau von dem Architekten Hack Kampmann erweitert. Verbunden sind der alte und der neue Trakt durch einen imposanten Glasdom. Unter der Kuppel können sich Besucher inmitten von Palmen, subtropischem Grün und einem plätschernden Brunnen eine Pause gönnen. Di bis So 10-16 Uhr | Eintritt 50 dkr, So frei | Dantes Plads 7 | www.glyptoteket.dk | Bus 10, 15, 26, 30, 40, 47, 48, 250S Hauptbahnhof

Rådhus/Rathaus

Die kleinen Eisbären auf dem First des Rathauses sind ein nordisches Accessoire zum italienischen Renaissancestil. Der Architekt Martin Nyrop reiste extra ins italienische Siena, um sich dort inspirieren zu lassen. Platz gab es genug für das neue Rathaus. Als man 1850 den Westwall schleifte, entstand ein riesiges Areal in zentraler Lage. Am 28. Juli, pünktlich zur Silberhochzeit von Kronprinz Frederik, wurde der Grundstein gelegt. 1903 konnte die Bürgervertretung einziehen und der 1000 m² große Festsaal eingeweiht werden. Der Mann in Gold über der Rathaustür ist übrigens der Gründer der Stadt, Bischof Absalon (1128 bis 1201). Neben dem Haupteingang tickt Jens Olsens beeindruckende Verdensur (Weltuhr), eine Uhr mit zwölf Laufwerken, die neben den Uhrzeiten in aller Welt den Sonnen- und Sternenverlauf sowie den gregorianischen und julianischen Kalender zeigt.

Der 106 m hohe Rathausturm mit seinen 300 Treppenstufen zählt zu den höchsten Dänemarks. Von hier oben hat der Besucher einen phantastischen Blick über die Stadt. Besichtigung Mo-Fr 8-17 Uhr, Führung Mo-Fr 15 Uhr, Sa 10 und 11 Uhr, Turmführungen Juni-Sept. Mo bis Fr 10, 12 und 14 Uhr, Sa 12 Uhr, Okt.-Mai Mo-Sa 12 Uhr, Weltuhr Mo-Fr 8.30-16.30, Sa 10-13 Uhr | Eintritt Rathausführung 30 dkr, Turmbesichtigung 20 dkr | www.copenhagencity.dk | Bus 10, 12, 14, 26, 29, 33, 48, 68, 69, 250S Rådhuspladsen

Strøget

Auf Stadtplänen werden Sie die Strøget (Strich) meist vergeblich suchen - brauchen Sie auch nicht. Sie zieht jeden Kopenhagenbesucher wie ein Magnet an. Plötzlich sind Sie mittendrin im Shoppingstrom, der sich vom Rådhuspladsen in einer Länge von gut 2 km zum Kongens Nytorv schlängelt. Der Rathausplatz steht dabei für das neue, demokratische Kopenhagen, der Kongens Nytorv für das alte, königliche Kopenhagen. Auf dem Weg zwischen Fredriksberggade, Nygade, Vimmelskaftet, Amagertorv und Østergade verändert die Strøget allmählich ihr Gesicht. In Rathausnähe regieren noch Fastfoodketten, Softeis, Souvenir- und Wechselstuben. Schrill und laut ist es hier. Doch mit jedem Meter weiter in Richtung Kongens Nytorv wird die Strøget eleganter, werden die Auslagen in den Schaufenstern exklusiver, steigen die Preise. Das Ende der Strøget, die Østergade, ist seit jeher Kopenhagens feinste Adresse. Schon Ende des 18. Jhs. wurden hier die Bürgersteige mit Platten belegt, damit die Damenwelt sauberen Fußes flanieren konnte. 1962 wurde die Strøget zur ersten Fußgängerzone Europas erklärt. Bis heute ist sie auch die längste geblieben.

Thorvaldsens Museum

Der Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844) verbrachte die längste Zeit seines Schaffens in Rom. Hier studierte er die antiken Skulpturen, die zu seiner wichtigsten Inspirationsquelle wurden. Sieben Jahre vor seinem Tod kehrte er nach Kopenhagen zurück, wo man ihn zum Ehrenbürger ernannte. Thorvaldsen vermachte der Stadt Kopenhagen nicht nur seine Kunstsammlung, sondern sein gesamtes Vermögen - mit dem Wunsch, man möge für seine Werke ein Museum bauen. Frederik VI. spendete das Baugrundstück auf Slotsholmen, wo sich einst der Wagenhof des Königs befunden hatte. 1848 wurde Dänemarks erstes Kunstmuseum mit Werken Thorvaldsens und aus dessen Kunstsammlung eröffnet.

Zu sehen sind zahlreiche Skulpturen - Originale, Repliken und Entwürfe. Im Innenhof liegt das Grab des bekanntesten dänischen Bildhauers. Di-So 10-17 Uhr | Eintritt 20 dkr, Mi frei | Bertel Thorvaldsen Plads 2 | www.thorvaldsensmuseum.dk | Bus 1A, 2A, 29 Christiansborg

Tivoli

„Wenn sich das Volk amüsiert, politisiert es nicht.“ Mit diesen Worten überzeugte der Journalist Georg Carstensen (1812-57) König Christian VIII., vor den Stadtwällen einen Vergnügungspark bauen zu dürfen. Der König sagte ja, und am 15. August 1843 öffnete das Tivoli. Damals lag der Park mit seinen bunt beleuchteten Zelten, Schießbuden und Karussells noch auf der grünen Wiese. Mit der Eröffnung des ersten Kopenhagener Bahnhofs 1847 in direkter Nachbarschaft des Tivoli kamen immer mehr Besucher, und Carstensens Idee wurde zu einem Erfolg. Nachdem der Stadtwall geschleift worden war, gehörte auch der Wallgraben zum Tivoli - heute der See mitten im Vergnügungspark.

Tivoli gilt als die Attraktion Kopenhagens. Ob zu Recht, darüber muss der Besucher selbst entscheiden. Mit Sicherheit aber bietet das Tivoli eine bunte bis skurrile Mischung an Attraktionen. Das reicht von verrauchten Hallen mit Spielautomaten über Hau den Lukas, Kinderkarussells und Schwindel erregenden Fahrgeschäften bis hin zu feinen Restaurants und Konzerten mit Weltstars im Tivoli Koncertsal oder auf der Freilichtbühne Plænen. Mitte April-Mitte Juni und Mitte Aug. bis Mitte Sept. So-Mi 11-23, Do und Sa 11-24, Fr 11-0.30 Uhr, Mitte Juni bis Mitte Aug. So-Do 11-24, Fr und Sa 11-0.30 Uhr, Mitte Nov.-23. Dez. So-Do 11-22, Fr und Sa 11-23 Uhr | Eintritt 75 dkr | Vesterbrogade 3 | www.tivoli.dk | S-Bahn Hauptbahnhof, Bus 10, 12, 14, 15, 26, 29, 30, 33, 40, 47, 48, 67, 68, 69, 2A, 5A, 6A, 250S Rådhus

Gråbrødretorv

Die große Platane ist der malerische Mittelpunkt des wohl schönsten Platzes der Altstadt. Abseits des Trubels der Købmagergade herrscht hier nahezu besinnliche Ruhe: Auf den Bänken unter der gewaltigen Krone des Baumes wird gelesen, man genießt einfach die Stille oder lauscht Konzerten oder Theateraufführungen im Sommer. Den Platz säumen detailgetreu restaurierte Fassaden und appetitanregende Restaurants.

Gegessen wurde auf dem Gråbrødretorv schon immer gerne: 1238 bezogen Mönche des Franziskanerordens Graue Brüder hier ihr Kloster. 300 Jahren später wurde es aufgelöst. Die Mönche sollen sich mit Völlerei und Ausschweifungen unbeliebt gemacht haben. Die Wirtschaftsgebäude wurden abgerissen. Archäologen fanden Mauerreste in den Fundamenten der Häuser Nr. 11 und 13.

Helligånds Kirke

Märkte und Andachten locken in die Heiliggeistkirche am Rande des Amagertorv: In einem Gewölbe werden antiquarische Bücher verkauft, im Kirchenschiff finden wochentags um12 Uhr Musikandachten statt. Die Kirche wurde im 14. Jh. gebaut und war Teil des Heiliggeistklosters, in dem sich Priester und Ammen um Kranke und Findelkinder kümmerten. Der erhaltene Westflügel der Kirche diente als Krankenabteilung und wurde 1918-57 als Volksbibliothek eingerichtet. Heute finden hier Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt. Helligånds Kirke bekam als erste Kopenhagener Kirche ein holländisches Glockenspiel. Bevor es in den Flammen des Stadtbrandes 1728 schmolz, läutete es: Wende deinen Zorn ab, Herr, Gott der Gnade. Mo-Fr 12-16 Uhr | Amagertorv/Strøget | Metro Kongens Nytorv, Bus 15, 19, 26, 350S Kongens Nytorv

Latinerkvateret

Jahrhundertelang waren die Gassen rund um den Frue Plads das Quartier der Studenten und Professoren. Seit die meisten Institute nach Amager verlegt wurden, erinnern nur noch das alte Universitätsgebäude und die Universitätsbibliothek in der Fiolstræde an Studentenzeiten mit gelegentlichen Prügeleien und Duellen. Lässt sich das Latinerkvateret auch nicht mit dem Pariser Quartier Latin vergleichen, so ist es doch mit seinen zahlreichen Buchhandlungen, Secondhandshops, Antiquariaten, Restaurants und Kneipen das bunteste Viertel im Zentrum Kopenhagens.

Rundetårn/Runder Turm

Peter der Große von Russland soll 1716 auf einem Pferd den Schneckengang im Runden Turm hinaufgeritten sein. Das ist durchaus möglich, denn Christian IV. ließ den 206 m langen Spiralgang so konstruieren, dass der König im Wagen oder zu Pferd hinauf konnte, um in die Sterne zu schauen. Der 36 m hohe, zylindrische Turm wurde 1637-42 als Observatorium und zugleich als Kirchturm für die Studentenkirche Trinitatis gebaut. Nachdem 1950 eine alte Putzschicht abgeschlagen wurde, kann man erkennen, wie die Maurer die holländischen Backsteine wechselweise in gelben und roten Streifen verarbeitet haben.

Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Blick auf die Altstadt. Das schmiedeeiserne Geländer rund um die Plattform wurde 1643 montiert. In sieben der 54 Gitterfelder sind das Monogramm Christian IV. und die Buchstaben RFP geschmiedet. Sie stehen für einen Wahlspruch des Königs: Regna firmat pietas - Frömmigkeit stärkt die Reiche. Okt.-Mai Mo-Sa 10-17, So 12-17 Uhr, Juni-Sept. tgl. 10-20 Uhr | Eintritt dkr 25 | Købmagergade | www.rundetaarn.dk | Bus 14, 42, 43, 184, 185, 5A, 6A, 150S, 350S Nørreport

Skt. Petri Kirke

Verbrannt, zerstört, bombardiert - die Petri-Kirche (1304) blieb von keiner Katastrophe verschont. 1386 vernichteten Flammen das Kirchengebäude samt Glocken. Wieder auf- und zur Kreuzkirche ausgebaut, wurde 1728 das gesamte Inventar von der Feuersbrunst zerstört. 1807 beschädigten englische Bomben die Kirche, der Turm blieb wie durch ein Wunder stehen. Seit 1585 wird in der Kirche auf Deutsch gebetet. Frederik II. überließ den Bau der deutschen Gemeinde, die in Kopenhagen eine eigene Kirche wünschte. Noch heute predigt hier ein deutscher Pastor. Di-Sa 11-15 Uhr, Führungen Sa 12 Uhr | Eintritt 25 dkr | Nørregade 2 | www.sankt-petri.dk | Bus 6A Krystalgade

Vor Frue Kirke/Liebfrauenkirche

Nach der Grundsteinlegung um 1200 wurde der Kopenhagener Dom mehrmals wieder aufgebaut, zuletzt im streng klassizistischen Stil. Entworfen hat die heutige Kirche C. F. Hansen (1756-1845), einer der bedeutendsten dänischen Architekten des Neoklassizismus. Hansen bekam 1807, nachdem englische Bomben die Kirche völlig zerstört hatten, den Auftrag, Pläne für einen neuen Dom zu entwerfen. Die Stadtväter akzeptierten schließlich dessen griechisch-römischen Baustil, nicht zuletzt weil dieser damals gerade modern war. Das Giebeldreieck, die sogenannte Johannesgruppe, an der Tempelfront des Doms und die Apostelfiguren in der Kirche gestaltete der Bildhauer Bertel Thorvaldsen. Mo-Sa 8-17 | Nørregade 8 | www.koebenhavnsdomkirke.dk | Bus 6A Universität/Vor Frue Plads

Christiania

Wenn Sie nur schauen wollen: kein Problem. Fotografieren hingegen ist nicht so gern gesehen in Christiania. Die Bewohner mögen es nicht, wenn Touristen ihren „Freistaat“ wie einen Zoo besuchen. Fristaden Christiania wurde Anfang der siebziger Jahre von Jugendlichen ausgerufen, nachdem sie das vom Militär verlassene Areal im Stadtteil Christianshavn besetzt hatten. In den ersten Jahren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Staat und „Freistaat“. Im folketing (Parlament) stritten die Parteien, ob man die Aussteiger dulden oder das Gelände mit Gewalt räumen sollte. Schließlich einigten sich die Politiker auf die Formel „soziales Experiment“ und legalisierten das „Projekt Christiania“. Nicht ohne Folgen: Der selbst verwaltete Stadtteil lockte all jene an, die meinten, im Freistaat sei alles erlaubt - auch das Dealen mit Drogen.

Anfang der achtziger Jahre erklärten die Bewohner, Christiania solle junkfri werden. Seitdem werden härtere Drogen nicht geduldet und der Handel und Konsum mit Rauswurf geahndet. Haschisch wird immer noch als Genussmittel angesehen, obwohl die Zeiten des Haschmarktes vorbei sind. Einst von der Polizei geduldet, ist der Handel seit 2004 untersagt. In den vergangenen Jahren haben sich die rund tausend Bewohner und die Kopenhagener Behörden arrangiert. Verträge regeln die Strom- und Wasserversorgung, die Bewohner zahlen Abgaben. Selbst konservative Parteien drohen nach 30 Jahren „Freistaat“ nicht mehr ernsthaft mit einer Räumung. Prinsessegade/Bådsmandsstræde | Führungen im Sommer tgl. 15 Uhr (Eingang Prinsessegade) | www.christiania.org

Christians Kirke

Sie wollte eine eigene Kirche in Christianshavn - die deutsche Gemeinde. Als ständiger Bittsteller in der Erlöserkirche fühlten sich die tysker klein und verachtet. König Frederik V. entsprach der Bitte, gab den Baugrund und weihte sie 1759 unter dem Namen Frederiks Tyske Kirke (Friedrichs Deutsche Kirche) ein. Auffällig und vergleichbar mit einem Theater ist die dreistöckige Logenreihe. Diese Logen waren ausschließlich den wohlhabenden Gemeindemitgliedern vorbehalten. Der Altar aus norwegischem Marmor sowie die Kanzel und Orgel aus marmoriertem Holz wurden, wie in reformierten Kirchen üblich, übereinander gebaut.

Im 19. Jh. verkleinerte sich die deutsche Gemeinde in Christianshavn, die Kirche wurde zu einer dänischen Gemeindekirche umdeklariert. Von nun an hieß sie Christians Kirke. März-Okt. tgl. 8-18 Uhr, Nov. bis Feb. tgl. 8-17 Uhr | Strandgade | www.christianskirke.dk | Bus 19, 48, 2A, 350S Christianshavn Station

Opera

Politiker und Kulturschaffende zerbrachen sich lange um die Finanzierung einer neuen Oper den Kopf. Schließlich hatte der Reeder und Milliardär Mærsk-Kinney Møller die Debatte satt und entschloss sich, den Dänen eine Oper zu schenken. Kostenpunkt: 335 Mio. Euro. Noch zum Zeitpunkt des ersten Spatenstichs (Juni 2001) wurde in Kopenhagen gestritten, ob der Architekt Henning Larsen zu monumental geplant habe. Immerhin ist der Arientempel 125 m lang und 24 m hoch. Kritiker befürchteten, dass der königliche Palast direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Sunds, im Schatten der Oper an Größe verlieren könnte. Mit der Übergabe der neuen Oper an das dänische Volk im Januar 2005 haben sich jedoch all diese Bedenken zerstreut. Heute sind die Kopenhagener stolz auf ihr neues Wahrzeichen. Holmen | www.operaen.dk | Hafenbus 901, 902

Vor Frelsers Kirke/Erlöserkirche

Der Turm ist die Attraktion der Erlöserkirche (1692-96) in Christianshavn. Um seine Spitze windet sich eine Treppe mit 150 Stufen. 1750 wurde der Erlöserkirche der Turm mit der Schneckentreppe aufgesetzt, und König Frederik V. - hoffentlich schwindelfrei - durfte als Erster den 90 m hohen Turm besteigen und über die Stadt gucken. Sehenswert in der Kirche sind der Altar mit den Säulen aus rotflammigem Marmor (1732) und die von zwei Stuckelefanten getragene zweigeschossige Orgel (1698). April-Aug. tgl. 11-20, Sept. bis März tgl. 11-15.30 Uhr, Turm nur April-Aug. | Annægade 29 | www.vorfrelserskirke.dk | Metro Christianshavn, Bus 2A, 19, 48, 350S Christianshavn Station

Amalienborg Slot

Hier wohnt die Königin, genauer gesagt, im südöstlichen der vier Paläste. Ist sie zu Hause, weht auf dem Dach der Dannebrog, die dänische Flagge. Es war die Idee Frederik V. (1723 bis 1766), rund um den achteckigen Amalienborger Schlossplatz vier Palais zu errichten. Da der König nicht selber bauen wollte, verschenkte er die Baugrundstücke an den Geheimrat Joachim von Brockdorf, den Grafen von Levetzau, den Baron Severin Løvenskjold und an den Grafen Adam Moltke. Damit nicht genug: Den betuchten Bauherrn wurden für 40 Jahre die Steuern erlassen. 1750 begannen die Bauarbeiten nach den Entwürfen des Hofbaumeisters Nicolai Eigtved. Noch ahnte niemand, dass 50 Jahre später die königliche Familie in die Rokokopalais einziehen würde. Als 1794 Schloss Christiansborg abbrannte und Christian VI. obdachlos wurde, kaufte die königliche Familie die vier Palais. Seitdem ist Amalienborg die Residenz der dänischen Könige.

Besichtigt werden darf das Erdgeschoss des Palais Levetzau, in dem einst Christian VIII. residierte. Nov.-April Di-So 11-16 Uhr, Mai bis Okt. tgl. 10-16 Uhr | Eintritt 50 dkr | www.rosenborg-slot.dk | Bus 1A, 15, 19 Fredericiagade

Botanisk Have/Botanischer Garten

Am Anfang waren es ein paar Kräuterbeete im Garten der Universität, bestellt und gejätet von einem Professor und einem Gärtner. 1871 entschied der Reichstag, in Kopenhagen einen stattlichen botanischen Garten anzulegen, und zwar in den alten Wallanlagen. Gartenbauer und Architekten suchten nach Vorbildern in Belgien und England, wo man bereits Erfahrung mit dem Bau von gläsernen Treibhäusern hatte. So entstanden moderne Gewächshäuser aus Gusseisen, Glas und Holz. Imposant ist das runde, 4000 m² große Palmenhaus. Unter Glas wächst und blüht alles Tropische und Subtropische, während draußen 20000 Blumensorten und die Gewächse des Königreiches, auch aus Grönland und den Färöer-Inseln, Wurzeln schlagen. Garten Mai-Sept. tgl. 8.30-18 Uhr, Okt. bis April Di-So 8.30-16 Uhr, Palmenhaus tgl. 10-15 Uhr | Gothersgade 140/Øster Farimagsgade 2c | Eintritt frei | www.botanic-garden.ku.dk | Bus 14, 42, 43, 184, 5A, 6A, 185, 150S, 350S Nørreport Station

Den Hirschsprungske Samling

Heinrich Hirschsprung (1836 bis 1908) wurde mit Rauchwaren reich. Und der Tabakfabrikant investierte in Kunst. Gemeinsam mit seiner Frau Pauline sammelte er zeit seines Lebens Bilder und gründete schließlich die Sammlung, die er 1902 dem dänischen Staat schenkte. Hier hängt alles, was in der dänischen Malerei des 19. und frühen 20. Jhs. Rang und Namen hat: C. W. Eckersberg, Christen Købke, Kristian Zahrtmann, Vilhelm Hammershøj, Johan Thomas Lundbye, die Skagener Maler Anna und Michael Ancher sowie Peter Søren Krøyer. Mo, Mi-So 11-16 Uhr | Eintritt 50 dkr | Stockholmsgade 20 | www.hirschsprung.dk | S-Bahn Østerport, Bus 6A, 14, 40, 42, 43, 150S Østerport

Den Lille Havfrue/Kleine Meerjungfrau

Welch Skandal! Im Schutze der Nacht sägten Vandalen der Kleinen Meerjungfrau den Kopf ab. Da saß sie nun, Kopenhagens liebliches Frauenzimmer, ohne Haupt und Locken auf ihrem Findling an der Langelinie. Die Mordkommission sollte Kopf und Täter finden. Erfolglos.

Der Vorfall geschah 1964. Da die alten Gussformen von 1913 noch vorhanden waren, konnte schnell ein neuer Kopf gegossen werden. Die Narben sind längst verheilt, und Den Lille Havfrue schaut wieder verliebt, verträumt und ein wenig traurig über den Øresund - so, wie sie der Bildhauer Edvard Eriksen geschaffen hat. Den Auftrag und das Geld hatte der Künstler von dem Bierbrauer Carl Jacobsen erhalten. Der war von Hans Christian Andersens Liebesmärchen der kleinen Seejungfrau und ihrem Prinzen so gerührt, dass er der Stadt ein Wahrzeichen schenken wollte.

Und wer saß Edvard Eriksen Modell? Nicht wie oft behauptet Ellen Price, die Primaballerina am Königlichen Theater - es war die Ehefrau des Bildhauers. Langelinie | Bus 26 Indiakai, Bus 29 Søndre Frihavn

Frihedsmuseet/Freiheitsmuseum

Alles über den aktiven und passiven Widerstand des dänischen Volkes während der deutschen Besatzungszeit, die Sabotageakte einzelner Gruppen und die Fluchthilfe für Juden nach Schweden. Der Fundus des Museums umfasst Schriftstücke, Flugblätter, Fotos, Uniformen, Waffen, illegal gebaute Radiosender und Druckerpressen der Widerstandskämpfer. Mai-Sept. Di-So 10-17 Uhr, Okt.-April Di-Sa 10-15, So 10 bis 16 Uhr | Eintritt frei | Churchillparken | www.frihedsmuseet.dk | S-Bahn Østerport, Bus 15, 19, 26, 29, 1A Østerport

Kastellet/Kastell

Das Kastell ist die letzte erhaltene Wallanlage Kopenhagens. Es wurde zum Schutz gegen die Schweden 1662/63 angelegt. Benannt nach seinem Erbauer Frederik III., heißt es offiziell Citadellet Frederikshavn. Seit 1725 diente das Kastell in der Hauptsache als Gefängnis. Prominentester Häftling war wohl Johann Friedrich Struensee, der Leibarzt des geisteskranken Christian VII. und Liebhaber der Königin. Er übernahm 1770 die Macht, regierte mittels Kabinettsbeschlüssen und wurde 1772 gestürzt. Heute werden die Gebäude innerhalb der Wälle vom Militär als Kaserne genutzt. Wallanlagen tgl. 6 Uhr bis Sonnenuntergang | Eintritt frei | Churchill Parken | Bus 15, 19, 26, 1A Østerport Station

Kongens Nytorv

Kongens Nytorv entwickelte sich 1670 zum neuen Verkehrsknotenpunkt Kopenhagens. Christian V. ließ den Platz pflastern, nicht zuletzt aus militärischen Gründen, denn des Königs neuer Platz eignete sich als Alarmplatz. Von hier aus waren die Wege für die Soldaten zu den Befestigungsanlagen rund um die Stadt fast gleich weit. Natürlich sollte der Kongens Nytorv auch majestätische Pracht ausstrahlen. Deshalb wurden die Grundstücke an Wohlhabende vergeben, von denen man erwarten konnte, dass sie die Bauvorschriften erfüllten: mindestens zweistöckige Gebäude mit massiver Fassade zur Straße hin.

Im 17. Jh. wurden das Schloss Charlottenborg, seit 1754 Kunstakademie, und das gegenüber liegende Thotts Palais, heute Sitz der französischen Botschaft, gebaut. 1749 kam das königliche Theater dazu, 1795 das älteste Hotel der Stadt, das D'Angleterre. Im Zentrum des größten Platzes von Kopenhagen sitzt Christian V. als römischer Imperator hoch zu Ross. Von dem französischen Bildhauer Abraham-César Lamoureux 1687 in Blei gegossen, verlor der stolze König im Laufe der Jahrhunderte an Haltung - der linke Pferdefuß knickte ein unter der Last seines bleiernen Reiters. 1946 wurde ein neuer Guss des Königs enthüllt - diesmal in Bronze. So sitzt Christian V. wieder fest im Sattel - tagtäglich umkreist von einer Heerschar von Autos und Bussen.

Verzaubert wird der Kongens Nytorv im Winter. Dann leuchten in den Baumkronen Tausende kleine Lampen, und rund um Christian V. vergnügen sich große und kleine Kopenhagener auf einer Eisbahn. Metro Kongens Nytorv

Marmorkirken

Pleitebau würde man die Marmorkirche heute nennen. Eine gigantische Zentralkirche sollte sich über dem Stadtteil Frederiksstaden erheben und dem Petersdom in Rom bzw. der Saint Paul's Cathedral in London gleichen. Der Grundstein der Kuppelkirche wurde 1749 gelegt. Während der Fundamentlegung kamen König Frederik V. Zweifel: Ihm erschien der Bau nicht imposant genug, sollte er doch seinen Namen tragen. Deshalb wünschte der Monarch Marmor statt Sandstein. Dies jedoch sprengte die Staatskasse. Die Folge: 1770 wurden die Bauarbeiten von Johann Friedrich Struensee eingestellt. Der neue König hieß Christian VII., und der Hofbaumeister Nicolai Eigtved, der die pompösen Pläne entworfen hatte, war inzwischen gestorben.

Was blieb, war eine Baustelle mit Säulenteilen und 9 m hohen Marmorblöcken. Erst 1847 kaufte ein finanzkräftiger Kopenhagener den gesamten Bauplatz und versprach, die Kirche fertig zu bauen, jedoch bescheidener und kleiner. Immerhin wurde die Kuppel 46 m hoch, doch musste der Architekt Ferdinand Meldahl auf Marmor verzichten und die Kirche mit Sandstein vollenden. Mo, Di und Do 10-17, Mi 10-18, Fr-So 12-17 Uhr, geführte Touren Juni bis Aug. tgl. 13 und 15 Uhr, Sept.-Mai nur Sa, So 13 und 15 Uhr, Aufgang zur Kuppel Juni-Aug. tgl. 13 und 15 Uhr | Eintritt 25 dkr | www.marmorkirken.dk | Frederiksgade 4 | Bus 15, 19, 26, 1A Fredericiagade

Nyboder

Das Wohnquartier mit den gelben Reihenhäusern entstand im 17. Jh., zu einer Zeit, als der Wohnraum in Kopenhagen knapp war. Deshalb ließ Christian IV. außerhalb der Stadtwälle über 600 Wohnungen für Seeleute der königlichen Marine bauen. Doch Mitte des 18. Jhs. war die Siedlung mit den eingeschossigen, einfach ausgestatteten Häuschen überbevölkert. Um noch mehr Wohnraum zu schaffen, wurden die Häuser aufgestockt, weitere zweigeschossige Häuserreihen kamen dazu. Von den ursprünglichen Häusern ist heute nur noch eine Reihe erhalten, in der ein kleines Museum untergebracht ist. Es zeigt die Wohnverhältnisse einer Familie um 1900. Mi 11-14, So 11-16 Uhr | Eintritt 10 dkr | Nyboders Mindestuer | Sct. Paulsgade 24

Nyhavn

König Christian V. ließ den Stichkanal 1671-73 graben. Die Wasserstraße sollte den Hafen mit dem Zentrum verbinden, sodass die Segelschiffe mitten in der Stadt festmachen und gelöscht werden konnten. Nyhavn hat heute wie damals seine zwei Seiten: die sonnige, damals sündige mit den farbigen Häusern, und die schattige, anständige, wo wenig los ist.

Das verruchte Kiezmilieu werden Sie heute vergeblich suchen, auch wenn im Sommer im Neuen Hafen historische Segler festmachen. Nyhavn ist heute eine Kneipen- und Restaurantmeile mit mehrsprachigen Speisekarten und Touristenmenüs. Sind alle Stühle besetzt, ist immer noch ein Platz auf der Kaimauer frei. Das Bier darf man dorthin mitnehmen - und dann in Ruhe den wunderbaren Blick auf die Boote im Hafen und auf die bunten Fassaden der Häuser genießen. Auffällig ist das kleine blaue Haus Nyhavn Nr. 9 mit der Jahreszahl 1681. Hier wohnte nicht, wie oft behauptet, der Dichter Hans Christian Andersen, dieses Haus gehörte wahrscheinlich dem Hafenmeister. Es ist in Form und Größe genau der Haustyp, der das Kopenhagener Stadtbild vor dem Brand 1728 prägte. Übrigens: Andersen wohnte in den Häusern Nr. 18, 20, 67 und 69.

Rosenborg Slot

In historischen Aufzeichnungen wird das 1607 gebaute und in den folgenden Jahren erweiterte Schloss „das neue Lusthaus im Lustgarten seiner Majestät“ genannt. Rosenborg hat sich äußerlich bis heute kaum verändert. Christian IV., ein Freund der Renaissance, ließ das Schloss von niederländisch-flämischen Architekten errichten. Die märchenhafte Ausstrahlung bekommt Rosenborg nicht nur durch die verspielten Giebel und Türme, sondern auch durch den besonders hellen Farbton des Mauerwerks. Die Baumeister verarbeiteten roten Ziegel und verzierten die Fassade mit hellem Sandstein. Imposant ist die Innenausstattung der 24 königlichen Gemächer, denn im Laufe der Jahrhunderte sammelten die Könige hier ihre Kunstschätze.

Täglich um 11.30 Uhr heißt es für die stolzen Königstreuen auf dem Kasernenhof am Schloss Rosenborg: „Still gestanden - im Gleichschritt Marsch!“ Mit ernster Miene zieht die Wachablösung dann durch die City, um pünktlich um 12 Uhr Schloss Amalienborg, den Palast der Königin, zu erreichen.

Seit 1833 ist Schloss Rosenborg ein Museum, in dem das Volk die königlichen Kostbarkeiten bestaunen kann. Im Keller verwahren die Könige seit 1680 ihre Insignien: Krone und Zepter als Symbol für Autorität und Macht, Apfel als Symbol für Himmel und Erdkugel sowie Reichsschwert und Salbgefäß. Jan.-April Di-So 11-16 Uhr, Mai und Sept. tgl. 10-16 Uhr, Juni-Aug. tgl. 10-17 Uhr, Okt. tgl. 11-16 Uhr | Eintritt 65 dkr | www.rosenborg-slot.dk | Bus 5A, 6A, 14, 26, 42, 43, 184, 185, 173E, 150S, 350S Nørreport

Zum Lustwandeln seiner Familie und Gäste ließ Christian V. einen Garten anlegen. Später durfte im Schlosspark Rosenborg Have auch das Volk flanieren. Wurde der Park auch im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu angelegt, so verlaufen die Hauptwege wie zu Christians Zeiten. Der breitere Kavaliers- und Damengang wird gekreuzt von zwei schmaleren Wegen, die zum Schloss führen. An schönen Tagen ist Rosenborg Have der Garten der Kopenhagener. Hier wird geschmust und geschlummert, hier feiern Familien und amüsieren sich Kinder im Marionettentheater. Im Norden des Parks verfolgt Hans Christian Andersen ein wenig versonnen das Treiben. Tgl. rund um die Uhr | Eintritt frei | Gothersgade | Bus 350S Kronprinsessegade, 14, 42, 43, 5A, 6A, 150S, 350S Nørreport

Statens Museum for Kunst

Die ersten Bilder der größten Kunstsammlung Dänemarks stammen aus der königlichen Kunstkammer. Als 1884 Schloss Christiansborg brannte, wurde auch die Königliche Gemäldesammlung obdachlos. Der Architekt Vilhelm Dahlerup, der zur gleichen Zeit die Carlsberg-Glyptothek plante, gab der Sammlung 1896 ein neues Zuhause. 1998 bekam das Gebäude einen modernen Anbau. Die Kopenhagener stritten heftig darüber, ob Alt und Neu zusammen passen würden. Nach wie vor halten viele den Bau für missglückt, für die Kunst jedoch hat diese großzügige Lösung neue Räume geschaffen.

Und in denen sind vor allem Werke dänischer Künstler zu sehen: Zwischen 1816 und 1858 entstandene Gemälde von C. W. Eckersberg, Christian Købke, Constantin Hansen und Wilhelm Bendz, von den Skagenmalern Anna und Michael Ancher sowie der Bornholmer Schule mit Kristian Zahrtmann, Karl Isakson und Oluf Høst. Im Altbau hängen überwiegend Werke aus Frankreich, Italien und den Niederlanden, darunter Bilder von so berühmten Künstlern wie Brueghel, Rubens, Rembrand, Tizian und Matisse. Di, Do bis So 10-17, Mi 10-20 Uhr | Eintritt frei | Sølvgade 48-50 | www.smk.dk | S-Bahn Østerport, Metro Nørreport, Bus 6A, 14, 42, 43, 184, 185, 150S Nørreport Station

Carlsberg-Brauerei

Gegründet 1847 von Jacob Christian Jacobsen, später übernommen und ausgebaut vom Sohn Carl, gehört Carlsberg heute zu den größten Brauereien der Welt (Platz 5). Die Hausmarke Carlsberg ist das meistgetrunkene Bier in Dänemark. Die kleine Schwester Tuborg wird ebenfalls von Carlsberg gebraut. Besichtigung und Bierverkostung: Carlsberg Besøgcentrum, Di-So 10-16 Uhr | Eintritt 40 dkr | Gamle Carlsbergvej 11 | www.visitcarlsberg.com | Bus 26 Valby Åholm Plads

Halmtorvet

Auf dem Halmtorvet (Heumarkt) wartete einst das Vieh, dessen letztes Stündlein geschlagen hatte, heute ist hier das Zentrum einer neuen Szene. Rund um den Platz wohnen und treffen sich Künstler und Kreative. Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde das Viertel saniert, die düsteren Fassaden sandgestrahlt, Straßen neu gepflastert und Plätze begrünt. S-Bahn Hauptbahnhof

Københavns Bymuseum/Stadtmuseum

Wie sah Kopenhagen im Mittelalter aus? Welcher König, welcher Baumeister hat das Gesicht der Stadt geprägt? Im Stadtmuseum gibt es zahlreiche Antworten auf Fragen zur Stadtgeschichte. Stadtmodelle und -pläne zeugen vom Wachstum der Stadt. Der historische Straßenzug vor dem Museum mit Kopfsteinpflaster, Parkbänken (1885), Trambahnhaltestelle (1904) und Telefonhäuschen (1935) versetzt den Besucher in das Kopenhagen von anno dazumal. Do-Mo 10-16, Mi 10-21 Uhr | Eintritt 20 dkr | Vesterbrogade 59 | www.bymuseum.dk | Bus 26 Vesterbro Torv

Tycho Brahe Planetarium

Es sieht aus wie eine riesige, schräg abgesägte Dose: Der 1989 eingeweihte Bau ist Europas größtes Planetarium. Sein Namensgeber, der dänische Astronom Tycho Brahe (1546-1601), entdeckte 1572 einen neuen Stern, den Nova Cassiopeia. Im Planetarium entführt ein computergesteuerter Projektor den Besucher auf einer 1000 m² großen Leinwand in die virtuelle Welt der Sterne und Planeten. Di-Do 9.30-21, Fr-Mo 10.30-21 Uhr | Eintritt 25 dkr | Gammel Kongevej 10 | www.tycho.dk | S-Bahn Vesterport, Bus 14, 15, 29, 30, 40, 47, 67, 68, 5A, 6A Vesterport Station

Øksnehallen

Die Hallen wurden in den zwanziger Jahren als Viehauktionshalle gebaut. Seit 1997 sind sie Ausstellungszentrum für Industriedesign, Mode und moderne Kunst. Die ursprüngliche Architektur wurde weitgehend erhalten, sodass der Besucher noch immer eine Vorstellung davon bekommt, wie hier bis 1960 Vieh versteigert und geschlachtet wurde. Halmtorvet 11 | www.oeksnehallen.dk | S-Bahn, Bus 2A, 5A, 6A Hauptbahnhof

Frederiksberg

Frederiksberg ist als selbstständige Kommune eine Stadt in der Stadt. Hier sind zwar die Mieten höher, doch die Steuern niedriger. Zentrum ist der Frederiksberg Have, ein Park mit Inseln inmitten künstlich angelegter Gewässer. Das Schloss Frederiksberg ist heute Militärakademie und kann nicht besichtigt werden.

Nørrebro

Nørrebro ist ein buntes und alternatives Viertel. Entlang der Nørrebrogade und rund um den Skt. Hans Torv gibt es zahlreiche Restaurants und Läden verschiedener Nationen.

In Nørrebro liegt auch der Assistens Kirkegård, ein ansehnlicher Park mit imposanten Grabmälern. Seinen Ursprung hat er im Mittelalter: War es damals Brauch, die Toten in den Kirchen zu begraben, gab es bald keinen Platz mehr rund um die Altäre. 1711, im Jahr der Pest, mussten bis zu fünf Särge übereinander in den Boden gesetzt werden. Die Konsequenz: Außerhalb der Stadt wurden Hilfsfriedhöfe angelegt. Mitte des 18. Jhs. verschlechterten sich die Verhältnisse in Kopenhagen derartig, dass 1757 die königliche Anordnung erging, einen weiteren Hilfsfriedhof außerhalb der Wälle einzurichten. Jede Kirchengemeinde sollte einen Teil des Friedhofs verwalten und hier ihre Ärmsten und Anonymen begraben. Für die Reichen wurde so Platz im Boden der Kirchenschiffe geschaffen. Erst als ein wohlhabender und angesehener Kopenhagener Bürger 1785 verfügte, er möge auf einem Armenfriedhof seine letzte Ruhe finden, wurden auch die Hilfsfriedhöfe Ruhestätten der feinen Gesellschaft.

Bestattet sind auf dem Assistens Kirkegård der Philosoph Søren Kirkegaard (Abschnitt A), der Dichter Hans Christian Andersen (Abschnitt P), der Maler Christen Købke und der Schriftsteller Martin Andersen Nexø (AbschnittP). Nov.-Feb. tgl. 8 bis 16, März-Okt. tgl. 8-18 Uhr, Führungen am ersten und letzten Sonntag im Monat, 14 Uhr | Eintritt 50 dkr | Nørrebrogade | www.assistens.dk | Bus 5A, 18, 350 S Nørrebros Runddel

Østerbro

Østerbro ist das feinere Brückenviertel im Nordwesten zwischen Østerbrogade und Starndboulevarden. Hier sind die Läden edel und die Restaurants teuer. Die meisten Wohnungen und Villen wurden Anfang des 20. Jhs. gebaut und sind in einem wesentlich besseren Zustand als die Wohnkasernen der anderen Brückenviertel. Hinzu kommt: Østerbro ist mit dem Fælledparken ein grünes Quartier.

Fælled heißt auf Deutsch Gemeindewiese. Historisch gesehen stimmt es: Bis Ende des 19. Jhs. diente die Grünfläche als militärisches Übungsgelände und als Weideland für Pferde und Rinder. Als Park wurde Fælledparken 1908 angelegt. Da sich hier das einfache Volk vergnügte, verzichteten die Gartenbauer auf eine romantische Parkgestaltung. Ein Erlebnis ist der Garten der Sinne. Hier können Kinder wie Erwachsene durch Fühlen, Hören und Riechen ihre Sinne für die Natur schärfen. Tgl. rund um die Uhr geöffnet | Trianglen/Østerallee | S-Bahn Østerport, 42, 43, 150 S Universitätsparken

Arken - Museum for Moderne Kunst

Wie ein gigantischer Schiffsrumpf liegt der Betonbau in den Dünen von Ishøj, südlich von Kopenhagen. Der Architekt Søren Robert Lund hat 1996 wahrhaftig eine Arche der Kunst stranden lassen. Im Inneren orientiert sich der Besucher an einer 150 m langen Kunstachse, die ihn in verschiedene Ausstellungsräume und Galerien führt. Die Sammlung umfasst vorwiegend moderne und zeitgenössische Kunst dänischer und nordischer Bildhauer, Maler, Fotografen und Videokünstler. Einladend ist das Museumscafé mit Blick auf Dünen und Meer. Di, Do-So 10-17, Mi 10-21 Uhr | Eintritt 50 dkr | Skovvej 100 | Ishøj | www.arken.dk | S-Bahn Linie A oder E Ishøj, von dort mit Bus 128 Skovvej/Arken

Karen Blixen Museet

Hier steht die Corona, die Schreibmaschine, auf der Karen „Tanja“ Blixen (1885-1962) Bücher wie „Sieben phantastische Erzählungen“, „Babettes Fest“ oder „Afrika, dunkle lockende Welt“ schrieb. Und hier wird auch das Grammofon aufbewahrt, das sie während ihres Aufenthaltes in Afrika (1914-31) von ihrem Liebhaber Denys Finch Hatton geschenkt bekam. Spätestens seit dem Kinoerfolg „Jenseits von Afrika“ - der Film erzählt von Karen Blixens Jahren als Kaffeefarmerin in Afrika - lockt das Museum in ihrem ehemaligen Wohnhaus zahlreiche Fans. Fotos und Briefe, insbesondere das Arbeitszimmer geben einen Einblick in das Leben der dänischen Schriftstellerin. Mai-Sept. Di-So 10-17 Uhr, Okt.-April Mi-Fr 13-16, Sa und So 11-16 Uhr | Eintritt 45 dkr | Rungsted Strandvej 111 | www.karen-blixen.dk | S-Bahn Rungsted Kyst, Bus 388 Strandvej/Karen Blixen Museet

Louisiana Museum for Moderne Kunst

Louisiana ist ein geniales Zusammenspiel von Kunst und Natur. Es ist die Kulisse des Øresund mit Blick auf die schwedische Küste, die Louisiana so einzigartig macht. Wie zufällig stehen hier Skulpturen von Henry Moore in einer wunderbaren Parklandschaft. Raffiniert haben die Architekten in den Ausstellungsräumen das Zusammenspiel von Licht und Aussicht genutzt, um die Grenzen zwischen Drinnen und Draußen aufzuheben. In dieser Atmosphäre von Weite wird der Ausflug ins Museum zu einem Spaziergang durch die moderne Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. In der ständigen Sammlung sind Künstler wie Victor Vasarely, Alberto Giacometti, Andy Warhol, Anselm Kiefer, Pablo Picasso, Roy Lichtenstein, Jim Dine, Joseph Beuys und Claes Oldenburg vertreten. Außerdem mehrere wechselnde Ausstellungen pro Jahr. Do bis Di 10-17, Mi 10-22 Uhr | Eintritt 80 dkr | Gammel Strandvej 13 | Humlebæk | www.louisiana.dk | Regionalzug nach Helsingør bis Humlebæk, Louisiana Ticket (Rückfahrkarte ab Hauptbahnhof inkl. Eintritt) 141 dkr

Grundtvigs Kirke

Ein wenig gleicht sie einem überdimensionalen Legobauwerk. 6 Mio. hellgelbe Ziegel haben die Maurer nach Anweisung des Architekten Peder Vilhelm Jensen Klint (1853 bis 1930) in der Grundtvigs Kirke vermauert. In Gedenken an den Bischof Nikolai Frederik Severin Grundtvig sollte die Kirche bescheiden wirken und doch zugleich monumental sein. So entstand eine gewaltige Kathedrale in der Form einer dänischen Dorfkirche. 1800 Gläubige finden hier Platz, doch die Ausstattung ist eher karg. Kaare Klint, der nach dem Tod seines Vaters den Bau vollendete, verzichtete auf Schnörkel an der Fassade und Farbe im Inneren. Mo bis Mi und Fr-Sa 9-16, Do 9-18, So 12-16 Uhr | På Bjerget 14B | www.grundtvigskirke.dk | S-Bahn Emdrup, Bus 42, 43, 6A Emdrup Station