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Ausflüge & Touren Island

Der Goldene Ring

Der Goldene Ring ist sicher die beliebteste Tour in Island, die zwar von etlichen Veranstaltern im Land angeboten wird, die sich aber auch gut selber fahren lässt, da fast alle Strecken asphaltiert sind. Sie kommen am Haus von Halldór Laxness vorbei, besuchen das Nationalheiligtum der Isländer, þingvellir, und erleben die Naturkräfte der Geysire und des Wasserfalls Gullfoss. Auf dem Rückweg machen Sie einen Abstecher nach Skálholt, das von 1056 bis 1785 Bischofssitz und kulturelles Zentrum war. Um die Besichtigungen entlang der rund 220 km zu genießen, sollten Sie zwei Tage einplanen und Verpflegung mitnehmen.

Die Tour führt zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern, eine Art „Best of“ für jeden Islandreisenden, auch wenn Sie nur wenige Tage im Land sind. Sie fahren auf der Nr. 1 von Reykjavík in Richtung Norden bis Mosfellsbær - 9 km entfernt. Fast am Ortsausgang geht rechts die Nr. 36 ab, die Sie nach Þingvellir bringt. Nach wenigen Kilometern liegt links der Hof Laxness, auf dem der Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness aufwuchs und nach dem er sich benannte. Unweit davon sehen Sie rechts sein Wohnhaus Gljufrasteinn, wo er mit seiner Familie von 1945 an lebte. Das voller Geschichten steckende Haus ist heute ein Museum (tgl. 10-17 Uhr | 500 ISK | www.gljufrasteinn.is).

Wenn Sie auf der Hochebene Mosfellsheiði sind, können Sie den größten See Islands, Þingavallavatn, schon sehen, an dem der Nationalpark Þingvellir liegt. Nach rund 30 km geht es rechts ab zum Informationszentrum und zum Aussichtspunkt, von dem Sie weit ins Hochland blicken können. Entweder wandern Sie von hier aus durch den Nationalpark, oder Sie fahren die Nr. 36 weiter bis zur Nr. 362. Zahlreiche markierte Wege führen von den Parkplätzen zum Lögberg, zum Wasserfall des Öxará und zur Almannagjá.

Zurück auf der Nr. 36 fahren Sie jetzt nach etwa 8 km auf der Piste 365 nach Laugarvatn. Die 16 km lange Strecke führt durch ein reizvolles Lavagebiet, die Ausläufer eines alten Schildvulkans. Der Ort Laugarvatn ist während der Sommermonate ein beliebtes Ausflugsziel mit seinen Waldgebieten und zahlreichen Sommerhäusern. Ansonsten ist Laugarvatn ein Schulort, mit dem Bezirksinternat, einer Hausfrauenschule und einer Sporthochschule. Die heißen Quellen werden vor allem für den Ausbau von Gewächshäusern genutzt. Im Hótel Edda - ML Laugarvatn (99 Zi. | Tel. 4444000 | Tel. 4444810 | www.hoteledda.is | €-€€), das nahe am See und dem Dampfbad liegt, fühlt man sich trotz seiner Größe wohl. Touristeninformation am Zeltplatz (Tel. 4861155)

In nordöstlicher Richtung geht es zunächst auf der Nr. 37 und anschließend auf der Nr. 35 weiter nach Geysir im Haukadalur - schon von Ferne erkennen Sie die Fontäne des Geysirs Strokkur. Mit seinem Hotel, dem Zeltplatz und den schönen Wandermöglichkeiten ist Geysir ein guter Ort für einen längeren Aufenthalt. Nur 7 km weiter liegt der beeindruckende Wasserfall Gullfoss.

Die Rückfahrt erfolgt auf der Nr. 35, vorbei an dem kleinen Ort Reykholt, in dem die zahlreichen Gewächshäuser auffallen. Typisch in dieser Region sind die warmen Quellen, die vor allem landwirtschaftlich genutzt werden. Außerdem ist es ein beliebtes Wochenendgebiet mit guten Angelflüssen. 25 km von Gullfoss kommen Sie zur Nr. 31, die Sie zum Bischofssitz Skálholt führt.

Zurück auf der Nr. 35 geht es gen Süden. Nach 18 km liegt links der 3000 Jahre alte Explosionskrater Kerið, 55 m tief, mit einem See am Boden. Kurz bevor Sie auf die Ringstraße nach Reykjavík stoßen, kommen Sie an Fjallstún am Fuß des Ingólfsfjall vorbei, hier soll der erste Siedler Ingólfur Arnarson einen seiner ersten Winter im Land verbracht haben. Von der Abzweigung sind es noch rund 50 km bis nach Reykjavík, und zur Stärkung empfiehlt sich ein Stopp in Hveragerði.

Am Gletscher entlang: Kjalvegur

Eine ideale Wanderung - auch für Anfänger - von insgesamt 50 km, für die Sie vier Tage einplanen sollten. Die Etappen sind relativ kurz, ohne gravierende Höhenunterschiede und gut markiert. Sie laufen zu Füßen des zweitgrößten Gletschers Islands, des Langjökull, inmitten einer abwechslungsreichen Lavalandschaft. Übernachten können Sie zwar in Hütten, aber Zelt, Schlafsack, Verpflegung und gute, wetterfeste Ausrüstung sind ein Muss. Außerdem brauchen Sie eine aktuelle Wanderkarte. Täglich fahren in den Sommermonaten die Busse von Reykjavík und Akureyri über die Hochlandpiste Kjölur. Sagen Sie beim Einsteigen, dass Sie nach Hvítárnes wollen, der Busfahrer lässt Sie entsprechend aussteigen.

Am ersten Tag folgen Sie der 8 km langen Piste bis zur Hütte Hvítárnes am See Hvítárvatn am Ostrand des Langjökull. Hier kalbt der Gletscher Nyrðriskriðjökull in den See, auf dem immer kleine Eisberge schwimmen. Die Hütte mit dem roten Dach wurde 1930 errichtet, und direkt neben ihr sind noch die Ruinen eines Hofes zu sehen. Vermutlich haben sich hier schon im 9. Jh. Siedler niedergelassen, da der See ein guter Fischgrund war.

Am zweiten Tag wandern Sie 12 km bis zur Hütte Þverbrekknamúli. Zunächst orientieren Sie sich an den Steinwarten östlich der Hütte, die den alten Kjalvegurmarkieren. Sie folgen dem gut zu erkennenden Weg in nordöstlicher Richtung entlang des Flusses Fúlakvísl. Besonders beeindruckend in der Weite ist der Tafelberg Hrútfell (1410 m), im Osten fällt der Gebirgszug Kerlingarfjöll auf. Nachdem Sie das Sumpfgebiet Þverbrekknaver durchquert haben, führt eine Brücke über den Fluss, und Sticks leiten Sie zur Hütte. Þverbrekknamúli ist ein guter Ausgangspunkt für Bergtouren auf den Hrútfell oder auch zur 15 km entfernten Felsformation Fjallkirkja auf dem Langjökull. Dort steht die Hütte Kirkjuból des isländischen Vereins für Glaziologen.

Die Etappe des dritten Tages beträgt 15 km. Zurück zur Brücke und dann weiter den alten Kjalvegur entlang. Da Sie keine weiteren Flüsse queren werden, sollten Sie Wasser von den Bächen an der Hütte mitnehmen. Der Weg geht zunächst parallel zum Fúlakvísl, der hier in einer engen Schlucht fließt. Im weiteren Verlauf orientieren Sie sich nördlich auf den Berg Þjófafell (960 m) hin. Sie gelangen zu dem Bach Þjófadalaá mit seinen grünen Ufern. Der Bach führt Sie in das Tal Þjófadalir westlich des Berges, wo die nächste Hütte steht. Das geschützte Tal war in früheren Zeiten ein beliebtes Versteck für Diebe und Wegelagerer, daher sein Name „Tal der Diebe“. Von hier aus können Sie Wanderungen auf den Rauðkollur (1060 m) oder zum Krater Strýtur unternehmen.

Am vierten Tag müssen 12 km zurückgelegt werden. Zunächst auf den Pass Þröskuldur, wo Sie auf die Jeepspur nach Hveravellir stoßen. Der einfachste Weg ist, ihr zu folgen. In Hveravellir können Sie sich dann von den Mühen der Wanderung bei einem Bad in Thermalquellwasser erholen, aber auf dem gut ausgestatteten Zeltplatz mit Hütte gibt es auch Duschen.

Faszinierende Einöde: Öskjuleið

Die Strecke zählt zu Islands schönsten Hochlandrouten durch die schwarzgraue Ödnis der Lavawüste Ódáðahraun, die dominiert wird von der „Königin der Berge“, dem Tafelberg Herðubreið. Sie kommen zu grünen Oasen, können eines der beeindruckendsten Naturmonumente Islands erkunden, die Askja, und tauchen ein in die Welt der Eishöhlen. Für die rund 300 km lange Strecke rechnen Sie drei Tage. Diese Hochlandpiste ist nur für versierte Geländewagenfahrer geeignet, die Erfahrung mit dem Durchqueren von Flüssen haben. Wenn Sie noch nie einen Geländewagen gesteuert haben, dann nehmen Sie besser den Bus, um die beeindruckende Lavalandschaft stressfrei zu genießen. Der Bus startet sowohl von Akureyri als auch vom Mývatn aus. Während der dreitägigen Tour (in der Zeit vom 9. Juli bis zum 20. Aug.) übernachten Sie in der Hütte Sigurðurskáli am Kverkfjöll, Verpflegung müssen Sie mitnehmen. Preis: 21500 ISK | www.sba.is

Die Jeepspur F 88 beginnt rund 40 km östlich vom Mývatn. Zunächst kommen Sie an dem Krater Hrossaborg vorbei, dessen teilweise eingefallener Rand 40 m emporragt. Sie fahren parallel zum Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum, der vom Vatnajökull kommt und weiter im Norden als mächtiger Wasserfall Dettifoss in die Tiefe stürzt, dem Sie sich jedoch nur an wenigen Stellen auf dieser Fahrt nähern.

Die erste Furt führt über die Grafarlandaá, und ab hier beginnt das Naturschutzgebiet, das sich über eine Fläche von 170 km² bis nach Herðubreiðarlindir erstreckt. Bevor Sie diese schöne Oase mit ihren sprudelnden Bächen und vielfältigem Grün erreichen, fahren Sie noch durch den Fluss Lindaá. Lohnend ist ein Gang über das nahe gelegene Lavafeld aus Stricklava, die aus dünnflüssiger, gasarmer Lava entsteht.

Die weitere Fahrt führt vorbei an einem 8 km langen Tuffrücken südlich vom Berg Herðubreið, dem 1059 m hohen Herðubreiðartögl. Hier besteht der Untergrund vor allem aus hellen Bimssteinen und deren Asche, die bei Stürmen Hunderte von Kilometern weit getrieben wird.

Das Vulkanmassiv Dyngjufjöll, dessen Gipfel sich 600-700 m über die Umgebung erheben, ist mit seiner Caldera Askja das nächste Ziel. Inmitten der Caldera liegt der See Öskjuvatn und an ihrem Nordrand der Explosionskrater Víti. Trotz des schwefligen Geruchs genießen viele das Bad in dem warmen, milchigen Wasser des Kratersees. Lohnend ist ein Gang in die Schlucht Drekagil mit ihren bizarren Lavagebilden, die an Drachenköpfe erinnern. Der Eingang der Schlucht liegt hinter der Wanderhütte Dreki, die nordöstlich des Gebirgsmassivs Dyngjufjöll steht.

Um zur Hütte Sigurðurskáli zu gelangen, geht es zunächst rund 20 km zurück und dann auf der F 910 nach Osten. Kurz nach der Brücke über die Jökulsá á Fjöllum führt eine Spur nach Süden, die F 902. Schon von Weitem ist das Kverkfjöll zu sehen, das zwischen den beiden Talgletschern Dyngjujökull im Westen und Brúarjökull im Osten 1929 m emporragt. Faszinierend sind die Eishöhlen, die sich am Gletscherrand aufgrund der heißen Quellen bilden. Von der Hütte führt ein gut ausmachbarer Pfad am Ostrand der Gletscherzunge Kverkjökull auf 1840 m, von wo Sie einen guten Panoramablick über das Hochland haben.

Die Rückfahrt führt über die östlichere Piste F 903, auf die Sie nach rund 15 km stoßen. Sie bringt Sie zu einer anderen Oase, Hvannalindir, wo Sie die Kreppa überqueren und nach 10 km wieder auf die F 910 gelangen, der Sie nach Norden folgen. Etwa 60 km sind es nun noch bis zur Ringstraße. Nachdem Sie an den beiden Bergen von Arnardalsfjöll vorbei sind, biegt die F 910 nach Osten, und Sie fahren auf der F 905 weiter, bis Sie nach Möðrudalur kommen, dem höchstgelegenen Hof Islands. Hier können Sie eine Rast im Café machen und noch einmal die Aussicht auf Herðubreið und Kverkfjöll genießen. Bis vor wenigen Jahren führte die Ringstraße hier vorbei, nun hat man sie weiter nach Norden verlegt. Über die alte Straße und dann wieder weiter über die Ringstraße geht die Rückfahrt nach Akureyri vorbei an dem reizvollen Mývatngebiet.