Reisetipps Gran Canaria

Ausflüge & Touren Gran Canaria

Einmal Rund um Gran Canaria

Bei der Fahrt rund um die Insel zeigt sie sich in ihrer ganzen Vielfalt. Vor allem im Nordwesten hat Gran Canaria ein Gesicht, das Urlauber nur selten zu sehen bekommen. Es ist grün und traditionell. Die Bewohner fernab der Tourismuszentren leben von Landwirtschaft und Fischfang. Sie können geheimnisvolle Höhlen besichtigen, den besten Käse der Kanarischen Inseln probieren, ein stilles Tal besuchen und - vorausgesetzt, Sie sind schwindelfrei - Steilküsten erklimmen.

Etwa 240 km lang ist diese Tour. Sie dauert einen ganzen Tag, denn es gibt viele Kurven und viel zu sehen. Außerdem finden Sie eine Menge Rastplätze, die zu Pausen einladen.

Auf der Südautobahn geht es Richtung Las Palmas. Folgen Sie vor der Stadt der Umgehung GC 3 und später GC 23 Richtung Gáldar bis zur GC 2. Von der nördlichen Küstenschnellstraße GC 2 haben Sie einen schönen Blick zurück auf die Hauptstadt und den Hügel der Isleta. Die Küste ist zerklüftet, der Ozean brandet mit Wucht ans Ufer.

Kurz vor Guía biegen Sie etwas umständlich (Abfahrt Guía/Moya, links durch den Tunnel, beim Kreisverkehr Richtung Cuesta de Silva) ab und fahren die GC 291 hinauf zum Cenobio de Valerón. Die Höhle ist im Morgenlicht besonders eindrucksvoll. Nach deren Besuch geht es auf demselben Weg zurück zur Kreuzung und dort links nach Guía. Beim Stadtbummel sollten Sie sich die Hauptkirche und die umliegenden Straßen ansehen. Der witzige Käseladen von Eduardo Gil befindet sich direkt an der Durchgangsstraße.

Kurz vor Gáldar geht der Blick nach rechts zum bizarren Pico de Gáldar, zu den weiten Bananenplantagen und auf die nördliche Cumbre. Gáldar selbst hat einen großen Marktplatz. Im Patio des Rathauses (links) steht der größte Drachenbaum Gran Canarias (Besichtigung nur zu Büroöffnungszeiten bis 13 Uhr).

Zurück auf der GC 292 geht es weiter Richtung Agaete. Beim Kreisverkehr nach der Brücke können Sie rechts einen Abstecher zum Fischerdorf Sardina del Norte machen. Von dort geht es zurück. Folgen Sie dann der Landstraße GC 293 Richtung Agaete, liegt kurze Zeit später links in einer Felsenbucht die Höhle Cueva de las Cruces.

Agaete ist ein hübscher, noch sehr ländlicher Ort. Von hier geht die Fahrt auf der GC 231 in den Barranco de Agaete, wo sich bald das abgeschiedenste Tal der Insel öffnet. Entlang der Straße wachsen viele einheimische Pflanzen. Auch die Autofahrt nach Los Berrazales hat ihren Reiz. Wieder in Agaete, fahren Sie weiter in Richtung Süden. Hinter der Brücke führt rechts ein Abstecher nach Puerto de las Nieves. In dem kleinen Fischerort empfiehlt es sich, im Dedo de Dios einzukehren, einem Restaurant gegenüber der vom Tornado Delta 2005 abgebrochenen Felsnadel „Finger Gottes“.

Zurück auf der GC 200, beginnt nun der wildeste Küstenabschnitt Gran Canarias. Die Berge reichen im Westen bis an den Ozean heran und brechen dann fast senkrecht in die Tiefe ab. In mühsamer Arbeit wurden die Serpentinen in den Fels geschlagen. Dörfer gibt es hier keine. Eine Stunde lang fahren Sie zwischen Himmel und Erde. Am Mirador de Balcón haben Sie von der Aussichtsplattform einen tollen Blick auf die dort zackig ins Meer abfallenden Berge.

San Nicolás de Tolentino ist eine weitläufige Kleinstadt ohne große Sehenswürdigkeiten. Wer mag, kann dem Fischerort Puerto de San Nicolás einen Besuch abstatten.

Die Rückfahrt, vorbei am Kaktuspark Cactualdea, beginnt mit einem zunächst langsamen, dann immer steileren Aufstieg in die Berge. Im Tal bilden die von gewaltigen Plastikplanen gegen den Wind geschützten Tomatenplantagen ein seltsames Mosaik. Auf der Degollada de la Aldea liegt der Pass in 700 m Höhe. Von hier aus windet sich rechts eine kleine Straße um den Berg hinab zum Weiler Tasartico. In drei Stunden kann man von Tasartico aus die abgelegenen Strände Güigüí Grande und Güigüí Chico erwandern.

Vom Pass führt die Bergstraße hinab in den trockenen Südwesten, bis links die Felsformation der azulejos (d.h. Kacheln) auftaucht. Adern aus verschiedenfarbigem Tuffstein stoßen wie ein Wasserfall bis zur Straße vor. Auf einem Parkplatz können Sie einige Erfrischungen kaufen.

Danach gelangen Sie nach Mogán und in den gleichnamigen Barranco. An der Küste liegt Puerto de Mogán mit dem wie ein Schwalbennest am Hang klebenden Fischerort. Ein Bummel durch dessen steile Gassen ist sehr schön; gegenüber vom Dorfplatz gibt es in der Freidruia Al'pescao fangfrische, leckere Fischtapas und den wohlverdienten cortado.

Auf der Küstenstraße GC 500 führt der Weg zuerst zur Playa Amadores und danach nach Puerto Rico, das wegen seines geschützten Strandes viele Tagesgäste aus Playa del Inglés anzieht. Als Nächstes folgt Arguineguín, ein Fischerort, dem die vielen Feriensiedlungen in seiner Nähe nicht gut getan haben. Betulich geht es hingegen auf der kleinen Werft zu. Je nach Saison frühmorgens oder abends versammeln sich die Händler an der Mole, um den heimkommenden Fischern das Meeresgetier abzukaufen. Von Arguineguín geht es zurück Richtung Playa del Inglés, entweder über die Autobahn GC 1 oder über die Küstenstraße, die an einer großen Bananenplantage und der Siedlung El Pajar vorbeiführt, wo Sie einfach und gut zu Abend essen können.

Durch die wilde Cumbre

In die Bergwelt Gran Canarias führt diese 140 km lange Tour, für die Sie einen Tag reservieren sollten. Denn die Straßen sind eng und kurvig, stundenlanges Fahren ist daher anstrengend. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die herrliche Aussicht zu genießen, entspannt zu Mittag zu essen und die Insel einmal von ihrer stillen, urtümlichen Seite kennenzulernen. Denken Sie an Pullover und Kopfbedeckung! In den Bergen ist es oft kälter und nicht so sonnig wie an der Küste.

Von Playa del Inglés geht es durch San Fernando auf der GC 60 hinauf in die Cumbre. Der Barranco de Fataga zeigt sich in dürrem Ocker. Nach dem Besuch des Mundo Aborigen und des Parque Arqueológico fahren Sie auf der gewundenen Straße über einen Pass (Aussichtsplattform) und wieder ins Tal hinab nach Fataga, dem malerischsten Dorf der südlichen Cumbre. Kurz davor liegt links ein Dromedargehege, das Ausritte anbietet.

Die nächste Station, San Bartolomé de Tirajana, liegt bereits knapp 900 m hoch. Vor Ihnen erheben sich jetzt die senkrechten Wände der Cumbre. Die Landschaft wird üppiger, es werden Aprikosen und Kartoffeln angebaut. Kurz nach Cruz Grande ist mit 1260 m erst einmal der höchste Punkt erreicht. Über einen Pass kommen Sie in den nächsten Barranco. Aus der Ferne blitzt das Wasser des gut gefüllten Embalse de Chira in der Sonne. Kurze Zeit später taucht der Weiler Ayacata zwischen vielen Mandelbäumen (herrlich ist deren Blüte im Januar/Februar) auf.

Danach geht es in nordöstlicher Richtung auf der GC 600 weiter. Nach einigen Serpentinen taucht der Roque Nublo auf, ein 80 m hoher Monolith, der von vielen Punkten der Cumbre aus zu sehen ist und dabei scheinbar immer wieder Aussehen und Größe verändert. Durch weitläufige Pinienwälder und an Obstplantagen vorbei kommen Sie an die Kreuzung von Cueva Grande und biegen rechts ab (GC 130) Richtung Pico de las Nieves. Die „Schneespitze“ ist mit 1949 m der höchste Punkt der Insel. Im Dezember und Januar schneit es hier tatsächlich gelegentlich; an geschützten Stellen können die weißen Tupfer wochenlang überstehen.

Rechts geht es auf der geteerten Straße zum höchsten Aussichtspunkt, immer am Zaun der militärischen Horchanlage entlang, deren Kuppeln schon von weitem zu erspähen sind. Lassen Sie den Superblick in Ruhe auf sich wirken! Nach Süden und Osten ist es schroff und felsig, nach Norden und Westen dicht bewaldet. Bei gutem Wetter reicht die dichte Passatwolkendecke bis etwa 1700 m Höhe und schiebt sich in die Kerben der Barrancos und zwischen die Berge. Am anderen Ende stößt unvermittelt der wuchtige Kegel des Teide auf Teneriffa durch die Wolkendecke. Er ist mit 3718 m der höchste Berg Spaniens.

Nun geht es zurück zur Kreuzung von Cueva Grande und von dort geradeaus (GC 150) hinab nach Cruz de Tejeda. In dunstiger Ferne liegt Las Palmas. Cruz de Tejeda ist eine touristische Exklave in sonst verträumter Umgebung. Hier werden Souvenirs aller Art verhökert. Kinder können auf niedlichen Eseln reiten; und wer mag, isst im Restaurant.

Die Abfahrt nach Tejeda (GC 15) führt durch Eukalyptusalleen; links lugt der Roque Bentaiga (1412 m) zwischen den Bäumen hindurch. Tejeda ist wegen seiner Lage in 1050 m Höhe und Unverfälschtheit wohl der malerischste Ort Gran Canarias mit Minigassen, Treppen, Plätzen und einer Kirche. Der Stadtrundgang ist deshalb ein besonderes Vergnügen.

Weiter geht es auf der GC 60 Richtung Süden. Nach etwa 4 km biegen Sie rechts zum Roque Bentaiga ab. Zu Fuß gelangen Sie zum heiligen Basaltfelsen. In ihm sind Rillen zu sehen, in die Flüssigkeiten als Opfergabe gegossen wurden. In den Bergwänden befinden sich mehrere Höhlenwohnungen, die größte von ihnen ist die Cueva del Rey.

Dann folgen Sie der Straße weiter in Richtung Ayacata. Kurz vor Ayacata heißt es, scharf rechts auf die GC 605 zum Embalse Cueva de las Niñas abzubiegen. Auf der wenig befahrenen Straße spürt man viel von der Einsamkeit der kanarischen Bergwelt. Der „Stausee der Mädchenhöhle“ ist sicher der anmutigste auf Gran Canaria; an seinem Ufer können Sie Pause machen, picknicken und sogar campen. Am Wochenende kommen viele kanarische Familien extra dazu hier herauf.

Abenteuerlich geht es dann auf dem letzten Teil der Tour zu. Die steile Straße in den Barranco de Mogán fordert fahrerisches Geschick. Mogán selbst ist ein netter, aber verschlafen wirkender Ort mit einigen Lokalen. Die anschließende Fahrt zur Küste führt durch das schönste Tal im Süden, den Obst- und Gemüsegarten Gran Canarias. Zur Zeit der Orangenblüte Ende März liegt ein betörender Duft über dem Tal. Pflanzenfreunde statten der großen Gärtnerei Viveros Mogán am Ende der Schlucht einen Besuch ab und erwerben ein Urlaubssouvenir. Auf Küstenstraße und Autobahn geht es dann zurück nach Playa del Inglés.