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Reiseführer Elba - Toskanischer Archipel:Auftakt

Entdecken Sie Elba!

Auf diesem Fleckchen Erde kann man Ferien machen! Vor den Boutiquen im quirligen Hafen von Portoferraio flattern Strandtücher und bunte Kleidchen, die Rufe der Eisverkäufer und der Duft ofenfrischer Pizza betören die Sinne. Gleich nebenan beginnen schon Elbas schöne Sand- und Kieselstrände, die in ein glasklares Meer abfallen. In den Buchten schaukeln kleine Boote und große Yachten, während im Inselinneren Felsen und duftende, von Wanderpfaden durchzogene Macchia das Landschaftsbild bestimmen. Ob im elegantesten Hotel oder in der einfachsten Unterkunft - überall werden Sie auf Elba gerne aufgenommen und köstlich bewirtet!

Der Toskanische Archipel - die sieben dem toskanischen Festland vorgelagerten Inseln und das sie umgebende Meer - ist nicht nur das größte Naturschutzgebiet Europas, sondern gehört laut International Union Conservation of Nature auch zu den bedeutendsten Naturwundern der Welt. Die größte Insel des Archipels ist Elba. Hier finden Sie alles, was Sie für einen schönen, stressfreien und erlebnisreichen Urlaub brauchen: tiefblaue See, reiche Unterwasserflora und -fauna zum Tauchen, große und kleine Sand- und Kieselbuchten zum Baden und Sonnen. Die Küche Elbas ist so hervorragend wie der regionale Wein. Zudem sind die Elbaner sehr gastfreundlich - in den Touristenorten sprechen und verstehen viele sogar Deutsch. Was wollen Sie mehr?

Schon bald nachdem die Fähre vom Kai in Piombino abgelegt hat, können Sie die Insel entdecken. Elba ist nämlich an dieser Stelle nur 10 km vom Festland entfernt. Ehe Sie den Hafen von Portoferraio erreichen, gleitet das Schiff an den schroffen, steil ins Meer abfallenden Klippen am nordöstlichen Punkt der Insel entlang. Kein Strand, kein Sand weit und breit, vereinzelte Häuser hier und da - aber seien Sie nicht enttäuscht! Der Anblick ändert sich schlagartig, dreht die Fähre bei und läuft in die Bucht von Portoferraio ein. Ein fröhliches Bild bietet sich Ihnen nun: Die ockergelben Häuser der Inselhauptstadt schrauben sich vom Rund des Hafens in die Höhe. Entlang der Hafenpromenade locken Cafés, Bars und Strandboutiquen. Und am ehemaligen Anleger Molo Mediceo schaukeln Segelyachten aller Größen.

Zwischen Juni und September spucken die Fährschiffe fast stündlich neue Gäste aus. Jedes Jahr werden auf dem Archipel rund 8 Mio. Übernachtungen gezählt, knapp ein Drittel von Nichtitalienern. Mit etwa 1 Mio. Übernachtungen reist die größte ausländische Urlaubergruppe aus Deutschland an. Obwohl zu den Gästen noch über 32000 Elbaner hinzukommen, gibt es auf dem nur 223 km2 großen Eiland selbst in der Hauptreisezeit Ecken, in denen Sie keine Menschenseele treffen.

Die Insel hat einen Küstenumfang von gut 150 km. Die großen Badebuchten liegen im Norden gegenüber dem Hafen im Golf von Portoferraio, bei Viticcio, Biodola, Procchio und Marciana Marina, im Süden rund um Marina di Campo, Lacona und am Golfo Stella sowie im Osten zwischen Porto Azzurro, Rio Marina und Cavo. Etliche kleine und kleinste Sand- oder Kieselstrände an anderen Orten sind oft unter Mühen vom Land oder manchmal auch nur mit dem Boot vom Wasser aus zu erreichen. Doch generell ist das Straßennetz der Insel gut, wenn auch alle Straßen eng, kurvenreich und oft sehr steil sind! Die Orte fernab der Strände wurden noch nicht so sehr vom Tourismus vereinnahmt und haben meist ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

Das mächtige Granitmassiv des Monte Capanne, der selbst im Sommer oft sein Haupt in Wolken hüllt, dominiert den Westteil der Insel. Schon in römischer Zeit wurde hier in Steinbrüchen Granit gebrochen, so sind die Säulen im Pantheon von Rom aus Elbaner Granit. Die Insel ist eine Fundgrube für Sammler von Steinen und Mineralien. Zwar ist Eisenerz der häufigste, aber bei weitem nicht der einzige Bodenschatz. Gerade bei den Eisenerzlagern im Osten Elbas, die im Tagbau bearbeitet wurden, finden sich Mineralien und Gesteine, die das Herz jedes Geologen höher schlagen lassen. Aufgrund seines Mineralienreichtums ist Elba bei Forschern in aller Welt berühmt. Auch Hobbygeologen kommen auf ihre Kosten: Zwischen Porto Azzurro und Rio Marina gibt es beträchtliche Pyrit-Vorkommen, auf der Calamita-Halbinsel erhebt sich der Magnetberg über der Südostküste - hier kamen schon häufiger Schiffe vom Kurs ab, weil das schwarze Magnetit die Kompassnadel verrückt spielen ließ.

Im Lauf der Jahrtausende entstanden durch den Einfluss von Wind und Wetter überall Felsenburgen und Riesenhohlblöcke. Die natürliche Erosion ist auch verantwortlich für die Bergtäler, die meist in einer kleinen Sandbucht auslaufen. Ansonsten aber fällt das Gebirgsmassiv steil ins Meer. Die Kliffe haben eine Höhe von bis zu 120 m. An den Hängen hinter Pomonte und Chiessi wächst Wein, sonst regiert die Macchia, durchsetzt von ausgedehnten Kastanienwäldern an der Nordseite des Bergs. Besonders im Frühling - neben dem Herbst eigentlich die ideale Zeit für einen Urlaub auf Elba - entfaltet sich auf der ganzen Insel die Natur in ihren schönsten Farben.

Sind Sie Musikliebhaber? Dann sollten Sie die Insel am besten im September besuchen, wenn sich Elba in die "Musikalische Insel Europas" verwandelt: Elba - Isola Musicale d'Europa. In Kirchen, auf Plätzen und im hübschen Teatro dei Vigilanti in Portoferraio finden dann Konzerte internationaler Solisten und Orchester statt. Die Darbietungen von Jazz- und Rockgruppen, Tanz-, Ballett- und Theaterensembles können Sie während des ganzen Sommers an verschiedenen Spielstätten genießen. Sie werden von der Vielfalt und Qualität des Angebots überrascht sein!

Überraschungen können Sie auch erleben, wenn Sie sich mit der Geschichte der Insel befassen. Schon um 800 v. Chr. hatten die Etrusker das Eiland wegen seines Eisenerzes als Waffenschmiede entdeckt. Vandalen und Ostgoten kamen ab dem 5. Jh., dann machten die Sarazenen den inzwischen eingetroffenen Römern zu schaffen. Christliche Einsiedler suchten in der unwegsamen Landschaft Schutz vor römischer Verfolgung. In den darauf folgenden Jahrhunderten beherrschte die Republik Pisa die Insel, doch immer wieder fielen Sarazenen ein. Viele Ortschaften wurden verwüstet, die Männer niedergemetzelt, Frauen und Kinder verschleppt. Dann kamen die Medici vom toskanischen Festland und verstärkten die Festungsanlagen. Ihnen folgten die Spanier, die Habsburger, die Franzosen - und schließlich Napoleon. Dreihundert Tage verbrachte er hier im Exil, pendelnd zwischen seiner Stadtresidenz hoch über Portoferraio und seinem Sommersitz im kühlen Tal von San Martino. Durch ihn wurde die kleine Insel plötzlich weltweit berühmt. Bis heute ist sein kurzer Aufenthalt ein Segen für die Elbaner. Man begegnet ihm überall. Sein Konterfei dominiert die Andenkenläden, Sie können seine Häuser und Gärten bewundern, seine Totenmaske betrachten und gar an einer alljährlichen Totenmesse teilnehmen. Und wie heißt das Mineralwasser, das Ihnen hier überall angeboten wird? Natürlich Fonte Napoleone! Es fließt aus seiner Lieblingsquelle.

Zwischen Ost und West, Nord und Süd lädt die Insel zur historischen Spurensuche ein. Napoleons Schicksal ist für die meisten Gäste ein willkommenes Beiwerk, das unbeschwertes Strandleben und Freizeitspaß auf der vielseitigen Insel hervorragend ergänzt. Und das gilt nicht für Elba allein, auch die Nachbarinseln sind Paradiese für Wassersportler und Trekkingfans. Giglio, Capraia oder Montecristo bieten Urlaubern neben atemberaubenden Segel- und Tauchrevieren, gut ausgebaute Wanderwegen in unberührten Landschaften sowie natürlich jede Menge italienischen Lifestyle.

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"Elba, das ist der Duft nach Blumen und Meer", sagt die Autorin und Tauchjournalistin, die ihre Insel vor gut 20 Jahren während eines Studienaufenthalts in Italien entdeckte. Seither kommt sie immer wieder, um Freunde zu sehen und für Reisemagazine von den Naturschönheiten über und unter Wasser zu berichten. Und spürt bei ihren Recherchen sogar Ecken auf, die selbst Elbaner nicht kennen.

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Quelle: www.marcopolo.de