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Reiseführer Dublin:Erlebnistouren

Städte haben viele Facetten. Wenn Sie Lust haben, diese verschiedenen Gesichter mit all ihren einzigartigen Besonderheiten zu entdecken, wenn Sie jenseits bekannter Pfade geführt oder zu grünen Oasen, ausgewählten Restaurants oder typischen Aktivitäten geleitet werden wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Dublin perfekt im Überblick

09:00

Der Spaziergang beginnt mit einem Frühstück in Bewley's Café in der Grafton Street. Ernest Bewley hat das Café 1927 eröffnet und sich dabei von Wiener Kaffeehäusern und orientalischen Teestuben inspirieren lassen. Bewley's ist CO2-neutral und serviert viele organische Produkte. Probieren Sie den Bio-Porridge oder die süßen Pfannkuchen.

10:00

Folgen Sie der Grafton Street in nördlicher Richtung, vorbei an der Statue von Molly Malone Statue , die tagsüber Fisch und abends ihren Körper verkaufte. Rechts liegt der Haupteingang zum Trinity College mit der alten Bibliothek und dem Book of Kells , zu dem Sie einen Abstecher machen. Bei dieser detailliert bebilderten Handschrift der vier Evangelien aus dem Jahr 800 wird täglich eine Seite umgeblättert. Danach geht es weiter die Dame Street entlang, vorbei am alten Parlamentsgebäude und der neuen Zentralbank. Dahinter liegt das Szeneviertel Temple Bar, doch das heben Sie sich für den Abend auf. Am Ende der Dame Street und ihrer Verlängerung, der Lord Edward Street, werfen Sie einen kurzen Blick in die frühgotische Christ Church Cathedral , eine der beiden protestantischen Kathedralen Dublins. Beachten sie die Vitrine in der Krypta mit mumifizierter Ratte und Katze, die in einer Orgelpfeife gefunden wurden.

12:00

Schon wieder Hunger? Gegenüber der Kathedrale, am Anfang der Werburgh Street, liegt Leo Burdock , der berühmteste "Chipper" Irlands. Hier haben sich schon Mick Jagger, Liam Neeson, Rod Stewart, Tom Cruise, Bruce Springsteen und selbst Edith Piaf die Hände an Fish and Chips fettig gemacht. Gestärkt geht es weiter, vorbei an Dublinia und St Audoen's Church, einer Kirche für polnische Katholiken aus dem 12. Jh., die Bridge Street hinunter. Am Ende, kurz vor der Liffey, liegt der älteste Pub Dublins, The Brazen Head, mit schiefen Wänden und Einschusslöchern, die vom Osteraufstand 1916 stammen; aber für ein Pint ist es noch zu früh. Sie gehen weiter über die Father Mathew Bridge, links an den Four Courts vorbei und die Church Street entlang bis zur St Michan's Church . Hier lohnt ein Stopp. Auf der Orgeltastatur, die im Foyer der Kirche steht, soll Händel seinen Messias gespielt haben. In den Gewölben unter der Kirche befinden sich Kammern voller Leichen, von denen viele fünfhundert, manche sogar achthundert Jahre hier liegen. Die gerbsäurehaltige Luft verhindert die Verwesung. Es leuchtet ein, dass Bram Stoker hier zu seinem Dracula inspiriert worden ist.

14:00

Danach gehen Sie ein paar Schritte zurück und biegen links in die Chancery Street ein. Die führt Sie, vorbei am viktorianischen Dublin Corporation Fruit and Vegetable Market von 1892, zur Abbey Street. Lassen Sie das National Leprechaun Museum, das sich ausschließlich der irischen Feengestalt widmet, links liegen, gehen Sie weiter die Abbey Street hinunter und biegen rechts in die Liffey Street ein. Rechts liegt The Bakehouse , eine Bäckerei, die das traditionelle Handwerk hochhält. Kaufen Sie herzhaftes oder süßes Gebäck und packen Sie die Ware in Ihren Rucksack - für später. Weiter geht es die Liffey Street hinunter zum Fluss Liffey. Dort biegen Sie rechts ab und zwischen La Taverna und Bar Italia wieder rechts in die kleine Gasse Bloom Lane. Werfen Sie einen Blick auf Dublins letztes Abendmahl des Künstlers John Byrne, der mit dieser irischen Version von da Vincis Meisterwerk die Veränderungen der irischen Gesellschaft illustriert hat. Gehen Sie wieder zurück, überqueren Sie die gusseiserne Halfpenny Bridge und gehen auf der anderen Seite der Liffey links bis zur Ecke Westmoreland Street.

15:00

Steigen Sie an der Haltestelle 4720 in den Bus 69 (Richtung Rathcoole) und fahren Sie bis zur Haltestelle 2640 (Inchicore Road/Kilmainham Jail). Von dort sind es nur noch 30 m zum Eingang des Kilmainham Gaol . Eine Führung durch das alte Gefängnis ist wie ein Schnellkurs in irischer Geschichte, denn hier waren ab 1796 bis zur Schließung 1924 Irlands Rebellen inhaftiert. Vergessen Sie nicht, dem Gefängnismuseum einen Besuch abzustatten. Anschließend nehmen Sie sich ein Fahrrad - eine Station von Dublin Bikes finden Sie vor dem Gefängnis. Sie fahren rechts die Inchicore Road entlang und biegen links in die South Circular Road ab. Sie überqueren die Liffey und fahren am Ende der Straße rechts in die Conyngham Road ein kurzes Stück bis zur Parkgate Street.

17:00

Biegen Sie in den Haupteingang des Phoenix Park ein, des größten Stadtparks Europas, in dem auch der irische Präsident, der US-Botschafter und jede Menge Damwild wohnen. Steuern Sie das Wellington-Denkmal an, den Obelisken linker Hand, und nehmen Sie dort Ihr High-Tea-Picknick ein, dessen Zutaten Sie bei Ichiman gekauft haben. Nach dem Picknick radeln Sie die Chesterfield Avenue hinauf bis kurz vor dem Kreisverkehr. Werfen Sie rechts durch den Zaun einen Blick auf den Präsidenten-Palast. Schlagen Sie einen nordöstlichen Bogen über North Road, dann rechts über Spa und Polo Road zurück auf die Chesterfield Avenue und zum Parktor, wo Sie auf der gegenüberliegenden Seite an der Parkgate Street das Rad wieder abgeben. Gehen Sie zurück zur Haltestelle 1473 neben dem Haupteingang des Parks. Von dort bringen Sie die Busse 25, 26, 66, 66a, 66b oder 67 zurück ins Stadtzentrum.

18:30

Steigen Sie an der Haltestelle 315 (Bachelors Walk/Liffey Street) aus, gehen Sie ein paar Schritte zurück, an der Lower Liffey Street vorbei, und hinein in The Winding Stair zu einem Abendessen, das Sie so schnell nicht vergessen werden. Der Name stammt aus einem Gedicht des Nobelpreisträgers William Butler Yeats, das Bier aus Mikrobrauereien, und das Essen mit irischem Schwerpunkt ist um diese Zeit (Pre-Theatre Menu 17.30-20.15 Uhr) preiswerter als später am Abend.

20:15

Kurz nach acht müssen Sie den Tisch geräumt haben. Nun ist es Zeit für ein schwarzes Bier und traditionelle irische Musik in The Cobblestone am Smithfield Square, Dublins größtem kopfsteingeplasterten Platz, zu dem Sie zwei Stationen mit der Straßenbahn Luas fahren. Wer danach noch fit ist, zieht weiter in Richtung Liffey, links am Nordufer entlang und über die Halfpenny Bridge ins Viertel Temple Bar . Dort geht es in den Pubs und Bars bis spät in die Nacht weiter.

Auf der Spur der irischen Freiheitskämpfer

9:00

In der Straßenmitte von College Green steht eine Statue von Henry Grattan. Der Politiker erreichte 1782 die Unabhängigkeit des irischen Parlaments von der Londoner Regierung. Mit erhobenem rechten Arm schaut er auf das Trinity College , die Kaderschmiede der protestantischen Herrschaft über das mehrheitlich katholische Irland. Gehen Sie kurz hinüber, bevor Sie zum Parlamentsgebäude links von Grattan weiterschlendern, das heute die Bank of Ireland beherbergt. Keine 20 Jahre dauerte damals die irische Unabhängigkeit. Der Rebellion von 1798 folgte die erneute Angliederung des irischen an das britische Parlament. Gehen Sie an der Ampel über die Westmoreland Street, gelangen Sie zur Statue von Thomas Moore (1779-1852). Den berühmten Schriftsteller feiern die Iren als ihren Nationaldichter. Anschließend gehen Sie weiter, links zur O'Connell Bridge. Auf der Nordseite der Brücke fällt Ihnen das imposante Daniel O'Connell Monument gleich ins Auge. Daniel O'Connell (1775-1847), den sein Volk als Befreier ansah, setzte die katholische Emanzipation durch. 1841 wurde er als erster katholischer Bürgermeister Dublins ins Amt gehoben. Die vier geflügelten Frauenfiguren um sein Standbild repräsentieren Irlands Provinzen. Eine von ihnen trägt - sehr anschaulich - seit dem Osteraufstand 1916 ein Einschussloch in der Brust. Bleiben Sie weiter südlich der Liffey. An der nächsten Brücke, der Rosie Hackett Bridge, biegen Sie rechts in die Hawkins Street und dann links in die Poolbeg Street ein. Nach der Querstraße Corn Exchange Place liegt links das Wirtshaus Mulligan's , eines der ältesten Pubs Irlands. John F. Kennedy frequentierte diese Kneipe, als er in Dublin als junger Journalist arbeitete, und James Joyce erwähnte Mulligan's in einer Kurzgeschichte. Der Pub ist für sein Guinness berühmt, aber falls es Ihnen zu früh für ein Pint ist, können Sie dort auch eine Tasse Kaffee oder Tee trinken. Wenn Sie den Pub verlassen, gehen Sie links und biegen gleich links in die Tara Street ein. Überqueren Sie die vor Ihnen liegende Butt Bridge und gehen nach rechts über die Straße. Hinter der Eisenbahnbrücke haben Sie einen herrlichen Blick auf das Custom House . 1921 brannten Rebellen das Gebäude, in dem Teile der britischen Verwaltung saßen, nieder. Zurück geht's unter die Eisenbahnbrücke, überqueren Sie die Uferstraße und gehen Sie einige Schritte weiter zur Statue von James Connolly . Connolly war Oberkommandant der 1916er-Rebellion, er wurde bei der Besetzung der Hauptpost (GPO) schwer verletzt. Im Kilmainham Gaol richtete man ihn hin. Überqueren Sie Beresford Place zur Abbey Street und zum Abbey Theatre. Gegenüber markieren drei Denkmal irische Nationalfahne auf kleinen Säulen die Stelle, an der 1848 die irische Nationalfahne erstmals enthüllt wurde. In der Trikolore steht Grün für Irland, Orange für die königstreuen protestantischen Oranier und Weiß für die Hoffnung auf Versöhnung.

11:00

Biegen Sie nun rechts in die O'Connell Street ein. Nach einigen Minuten stehen Sie auf der rechten Straßenseite gleich nach der Earl Street N. vor dem besten Eiscremeladen Dublins: Gelato di Natura . Machen Sie eine kurze Pause mit einer Tüte Eis aus dunkler Schokolade. Schräg gegenüber liegt das General Post Office (GPO) , Hauptquartier der Rebellen von 1916. Besuchen Sie das kleine Museum General Post Office, in dem es nicht nur um Postgeschichte, sondern auch um den Osteraufstand geht. Ostermontag 1916 verbarrikadierte sich eine kleine Truppe im GPO und hielt vier Tage lang aus, zuletzt in brennenden Ruinen unter Artilleriebeschuss. Die Überlebenden flüchteten entlang der Henry Street (am GPO links abbiegen) und der Moore Street (rechts). Die Gasse rechts am nördlichen Ende der Moore Street kurz vor der Stelle, an der die Rebellen kapitulierten, heißt O'Rahilly Parade . An der Mauer erinnert eine Tafel an den Rebellen Michael O'Rahilly und den letzten Brief, den der tödlich Verwundete hier an seine Frau schrieb: "Es war jedenfalls ein guter Kampf. Auf Wiedersehen, Liebste". Militärisch war der Aufstand 1916 unbedeutend, aber die Härte der Vergeltungsmaßnahmen machten die Rebellen zu Märtyrern, das GPO zum Schrein der Nation, den Kampf um die Unabhängigkeit zur Bewegung mit breiter Unterstützung in der Bevölkerung. Gehen Sie die Moore Street bis zum Ende und biegen links in die Parnell Street ein. Nehmen Sie sich ein Fahrrad von Dublin Bikes und fahren Sie die Dominick Street hoch. An der nächsten Ampelkreuzung geht es rechts in die Dorset Street, auf der Sie anderthalb Kilometer bleiben. Haben Sie den Royal Canal überquert, biegen Sie links in die Whitworth Road, fahren bis zum Ende und dann rechts in die Prospect Avenue. An der Gabelung halten Sie sich links und erreichen nach 250 m den Haupteingang vom Prospect Cemetery , Irlands größtem Friedhof. Schon von Weitem sehen Sie den Rundturm, das Grab Daniel O'Connels. Besorgen Sie sich eine Friedhofskarte und klappern Sie die Gräber berühmter Persönlichkeiten ab, die bei Irlands Kampf um Unabhängigkeit eine bedeutende Rolle spielten (Michael Collins, Brendan Behan, Eamon de Valera, Charles Stewart Parnell).

13:00

Das Tower Café hinter dem Friedhofsbuchladen bietet sich für die Mittagspause an. Der Kaffee stammt aus biologischem Anbau und ist fair gehandelt. Bis 12 Uhr gibt es ein preiswertes irisches Frühstück, dann wird bis 15 Uhr Lunch serviert. Anschließend bringt Ihnen das Glasnevin Museum im Untergeschoss interaktiv die Geschichte des irischen Totenkults nahe. Der Friedhof ist übrigens an der Nordostseite mit dem Botanischen Garten verbunden, in den Sie einen Abstecher machen können. Wenn Sie genug gesehen haben, verlassen Sie Friedhof und Freiheitskämpfer durch das Prospect Gate an der Ostseite und radeln zurück zur nächstgelegenen Dublin Bikes Station Eccles Street , um das Rad abzugeben.

Die Anfänge der Hauptstadt

10:00

Die Tour beginnt am St Patrick's Park , wo Rasen und Blumenrabatten den hübschen Rahmen zum Blick auf die St Patrick's Cathedral bilden. An einem Brunnen in der Südwestecke des Parks soll der Nationalheilige Patrick Mitte des 5. Jhs. Menschen zum Christentum bekehrt und getauft haben. Die Kathedrale entstand auf einer Insel im heute unterirdischen Fluss Poddle, dessen dunkles Wasser einen "schwarzen Pfuhl" bildete, auf Gälisch Dubh Linn, und der der Stadt ihren Namen gab. Schauen Sie in den Innenraum der Kathedrale, wo der Satiriker und Dekan Jonathan Swift beerdigt ist, bevor Sie die Patrick Street überqueren und über Hanover Lane die Francis Street mit ihren Antiquitätenhändlern erreichen. Dort locken Geschäfte mit Keramik, Uhren und mehr, aber der Weg führt weiter nach rechts in Richtung Norden. Rechts sehen Sie die 1832 vollendete Church of St Nicholas , die erst nach der Abschaffung antikatholischer Gesetze entstehen durfte. Etwas weiter steht das verzierte Backsteinmauerwerk des 1907 errichteten Iveagh Market, der im Stil des Londoner Covent Garden in den nächsten Jahren restauriert werden soll. Gegenüber liegt das Tivoli Theatre.

11:00

An der Ecke zum Cornmarket gibt es im Caffé Noto guten Kaffee. Der Laden ist sehr geräumig mit hohen Decken. Statt eines verpackten Sandwiches bestellen Sie lieber einen Brownie, dazu einen großen Americano. Dieser Stadtteil, The Liberties, befindet sich im Wandel. Die kleinen Läden an der Thomas Street und der Meath Street richten sich an Leute mit bescheidenem Einkommen. Studenten des nahen College of Art and Design verleihen dem Viertel ein kreatives Flair, und auch der Einfluss von Zuwanderern aus Osteuropa macht sich bemerkbar. Schauen Sie mal in den NCBI Shop hinein, ein Secondhandshop des irischen Blindenhilfswerks. Das Angebot reicht von Kleidung über Bücher und CDs bis hin zu Haushaltswaren und einigen Merkwürdigkeiten - alles zu günstigen Preisen. Beim Abstecher nach links zur künstlichen Felsgrotte hinter der Kirche St Catherine's in der Meath Street und zum kitschig-bunten Interieur der Augustinerkirche in der Thomas Street erleben Sie, wie hier die Volksfrömmigkeit zum Ausdruck kommt.

12:00

Jetzt sind Sie in Riechweite der Guinness-Brauerei. Sie gehen ein Stück weiter und biegen links in die Crane Street ein, am Ende der Straße rechts in die Market Street, und Sie stehen vor dem Guinness Storehouse , wo Ihnen die Geschichte und die Geschichten der Brauerei nähergebracht werden. Am Ende erhalten Sie selbstverständlich eine Kostprobe. Gehen Sie zurück zum Cornmarket und weiter nach Osten. Rechts an der Ecke zur Lamb Alley sehen Sie ein erhaltenes Stück der mittelalterlichen Stadtmauer. In der nächsten Gasse rechts, Back Lane, steht nach 100 m links Taylor's Hall , ein charmanter Backsteinbau von 1706. Das Zunfthaus der Schneider ist ein seltenes Überbleibsel im ehemaligen Handwerkerviertel. Überqueren Sie an der Ampel die Kreuzung. Der Straßenzug Cornmarket, High Street bis östlich zur Dame Street markiert die Anhöhe, auf der im 10. Jh. Wikinger eine Handelssiedlung gründeten. Zwischen hohen Steinmauern geht es herunter zum Stadttor von 1275, St Audoen's Gate , und dem 100 m langen erhaltenen Stück der Stadtmauer. Folgen Sie der Cook Street nach rechts und gehen links in die Winetavern Street. Das Bürohaus der Stadtverwaltung rechter Hand wurde trotz höchstrichterlichen Verbots auf die einstige Wikingersiedlung gebaut. Vor dem Bau bargen Archäologen hier lauter Dinge des Wikingeralltags - Haushaltsgeräte, Werkzeug, Kämme, Münzen -, die heute im National Museum - Archaeology zu sehen sind.

13:00

Gehen Sie links den Merchants Quay bis zur Father Matthew Bridge , die Sie überqueren. Der mit dem Brückennamen geehrte Pater predigte im 19. Jh. Abstinenz. Auf der anderen Seite sehen Sie die Four Courts mit der markanten grünen Kuppel, die immer noch in den Fernsehnachrichten auftaucht, obwohl das Strafgericht seit Jahren am Phoenix Park residiert. Sie laufen am Gerichtsgebäude vorbei, den Inns Quay und den Ormond Quay entlang bis zur Grattan Bridge, wo sie links in die Capel Street einbiegen. Die Straße wird von Dublinern und Touristen noch immer unterschätzt. Sie ist noch nicht komplett modernisiert worden, bietet eine vielfältige Mischung von Läden für neue Kleider und für Secondhand-Mode, eine Computer- und eine Zoohandlung, Schickes und Schäbiges. Es gibt sogar eine Filiale (Nr. 39) des Modedesigners Louis Copeland. Der Model Shop (Nr. 13) ist ein Paradies für kleine und große Jungs. Hier gibt es alles für den Modellbau, und selbst wenn Sie nichts kaufen wollen, lohnt ein Besuch, denn der Besitzer verwickelt einen gern ins Gespräch und sprüht geradezu vor Enthusiasmus. Auch für Gaumen und Unterhaltung ist in der Capel Street bestens gesorgt, es gibt Restaurants für jeden Geldbeutel, Pubs und Bars. Die erkunden Sie lieber ein andermal, denn nun gönnen sich Ihren Lunch im Brother Hubbard . Sie werden es nicht bereuen, Salate und Suppen sind hausgemacht, schmecken vorzüglich und machen Ihre Tour erst so richtig rund.

Dublins Docklands

12:00

Von der O'Connell Bridge gehen Sie am Nordufer der Liffey entlang Richtung Hafen, vorbei am Custom House und dem International Financial Service Centre (IFSC), dem Symbol für Irlands Aufstieg und Niedergang. Am Ufer davor lohnen die Famine Statues und der World Poverty Stone , der an den von der UN ausgerufenen Internationalen Tag gegen Hunger in der Welt gemahnt, eine genauere Betrachtung. Die Skulpturen stehen für die große Hungersnot Mitte des 19. Jhs. und an die Millionen Iren, die vor dem Hunger nach Übersee geflohen waren - zum Beispiel auf der Jeanie Johnston . Eine originalgetreue Replika der Jeanie Johnston mit einem Famine Museum ankert ein Stück weiter. Die lebensgroßen Figuren unter Deck sind damaligen Passagieren nachgebildet.

13:30

Nach der Besichtigung gehen Sie weiter und biegen kurz danach links in den Excise Walk ab. Am Ende nach 250 m steigen Sie am Mayor Square in die Straßenbahn Luas Richtung The Point und fahren zwei Stationen bis zur Endhaltestelle. Nun sind Sie im Point Village, einem neuen Viertel, für das große Pläne existierten, die aber im Zuge der Wirtschaftskrise heruntergeschraubt werden mussten. Fertig wurden der große unterirdische Parkplatz, ein Kino und The Gibson Hotel , das Sie linker Hand sehen. Es ist Zeit für eine Pause, und die machen Sie auf der beheizten Terrasse dieses supermodernen Hotels. Von dort haben Sie einen guten Überblick über das Hafengelände. Probieren Sie einen Cocktail - es gibt alleine acht verschiedene Sorten Gin! Gehen Sie ein kleines Stück zurück auf der Upper Mayor Street und biegen links in die Castleforbes Road ab, die Sie bis zur Liffey laufen. Dort gehen Sie rechts den North Wall Quay entlang, vorbei am architektonisch bemerkenswerten Convention Centre, und links über die kühn konstruierte Samuel Beckett Bridge . Am Ende der Brücke biegen Sie links und dann gleich rechts ab in die Cardiff Lane. Hinter dem Postamt gehen Sie links in den Misery Hill. Der "Elendshügel" verdankt seinen Namen einem Lepra-Hospiz, das früher hier stand. Sie kommen zum Grand Canal Square mit dem von Daniel Libeskind entworfenen Bord Gáis Energy Theatre. Der Platz selbst ist von der US-Architektin Martha Schwartz entworfen worden und birgt eine Art "roten Teppich" aus Lichtstäben, der bis ans Dock reicht und von einem "grünen Teppich" aus Gras und Pflanzen gekreuzt wird.

14:30

Sie gehen den Grand Canal Quay entlang, biegen an der Pearse Street links ab, dann wieder links zur South Dock Road, die Sie bis zum Wasser laufen. Hier gibt man Ihnen die Ausrüstung für das Wakeboarding . Es ist eine Art Wasserski ohne Boot. Sie werden an einem Seil zwischen zwei Türmen hin- und hergezogen. Keine Bange: Sollten Sie ins Wasser fallen, fährt der Anlagenbediener Ihren Haltegriff zu Ihnen, und Sie können sich wieder aufrappeln. Sind Sie nach dieser Erfrischung wieder trocken, geht's zurück zum Grand Canal Quay, den Sie links hinuntergehen, bis Sie nach wenigen Schritten linker Hand das Waterways Ireland Visitor Centre sehen, das auf dem Wasser schwimmt. Hier beobachten Sie, wie man eine Barke steuert, oder Sie nehmen an einem Quiz über Irlands Wasserwege teil.

17:00

Nach dem Wakeboarding haben Sie garantiert Hunger. Gehen Sie weiter auf dem Grand Canal Quay zur Verlängerung, der Clanwilliam Terrace, und zum italienischen Restaurant Osteria Lucio . Versuchen Sie als Vorspeise die über einem Holzfeuer gerösteten Oliven mit Orange, Fenchel und Rosmarin sowie als Hauptgang eine Holzofenpizza mit 20 Monate gereiftem Schinken, Mozarella und zwei Jahre altem Parmesan. Bei gutem Wetter können Sie draußen speisen. Nach dem Essen gehen Sie weiter auf der Clanwilliam Terrace, biegen links in die Grand Canal Street und wieder links in St Lotts Road ab. Kurz vor dem Ende der Straße liegt rechts im gleichnamigen Park das Shelbourne Park Greyhound Stadium . Hier verbringen Sie den Abend beim Windhundrennen, und wenn Sie Glück haben, können Sie zum krönenden Abschluss Ihrer Tour auch noch am Wettschalter Ihren Gewinn abholen.

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Der gebürtige Berliner reiste 1974 zum ersten Mal nach Irland. Zwei Jahre später zog er nach Belfast, wo er als Deutschlehrer arbeitete. Anfang 1985 ließ sich der Wirtschaftspädagoge mit seiner irischen Frau und zwei Kindern in Dublin nieder. Seitdem berichtet er für die taz und die Tageszeitung über irische Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und vor allem über den manchmal skurrilen Alltag in Irland.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de