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Reiseführer Athen:Am Abend

Sternstunden für Nachtschwärmer: Im Sommerhalbjahr spielt sich das Nachtleben häufig im Freien ab

Zentren des jungen Nachtlebens sind die Viertel Psirrí, Thissío, Gázi und Exarchía. Wer es lieber etwas ruhiger mag, geht in ein Sommerkino, in eines der über 100 Theater oder in eine Bouát, eine Kleinkunstbühne, wo griechische Lieder zu Piano- und Gitarrenbegleitung gesungen werden. Ein kulturelles Highlight ist Athens moderne Konzerthalle. Für Touristen gibt es zudem ein besonderes Angebot: Vorführungen griechischer Tänze in traditionellen Trachten.

Disko

Athener Diskotheken sind meist ausgesprochen modern und aufwendig gestaltet. Vor 23 Uhr ist nirgends etwas los; Getränke kosten ab etwa 10 Euro.

Junge Leute mögen aktuelle Musik aller Richtungen, die in griechischem Musikstil interpretiert wird. Die Lokale sind riesengroß, die Preise hoch, die Atmosphäre super.

Freilichtkino

Viele Athener Sommerkinos liegen inmitten von Straßenschluchten, überraschen aber mit kleinen Gärten und Snackbars, an denen Bier und Limonade sowie die für moderne Athener fast obligaten Pommes frites zu bekommen sind. Manche dieser Kinos sind so interessant, dass man der Umgebung fast mehr Aufmerksamkeit widmet als dem Film. Gezeigt werden ältere und aktuelle Filme in Originalfassung. Die Vorstellungen – meist zwei pro Abend – beginnen erst nach Einbruch der Dunkelheit.

Konzertsaal

Konzerte finden in Athen an fast jedem Abend des Jahres statt. Die klassische Musik hat ihre feste Adresse, die Auftrittsorte griechischer und internationaler Größen aus Rock und Pop wechseln.

Sonstige Unterhaltung

Ein Zwischending – auch preislich gesehen – zwischen normaler Taverne und Bouzoúkia sind die Musiktavernen. Während man in eine Bouzoúkia nie Kinder mitnehmen würde, da ihnen oft der Hauch des Anrüchigen anhaftet, sieht man in den Musiktavernen durchaus Familien. Dort findet man als Ausländer am ehesten die griechische Musik und Atmosphäre, die man erwartet. Touristisch aufbereitet wird sie vor allem in den Musiktavernen in der Pláka, besonders an der Odós Mnisikléous. Programm meist ab 20 Uhr.

Die Rembétiko-Musik stammt von den Griechen Kleinasiens. Populär wurde sie aber erst nach deren Vertreibung aus der Türkei 1922. Damals entstanden in den Flüchtlingsvierteln und im Halbweltmilieu Athens zahlreiche Rembétiko-Orchester, die die Musikszene der Hauptstadt bis zum Zweiten Weltkrieg beherrschten.

In Rembétiko-Lokalen tanzen manchmal die Gäste, garantiert ist das aber nicht. Als Ausländer sollte man auf jeden Fall nur mittanzen, wenn man dazu aufgefordert wird (was manchmal weit nach Mitternacht der Fall ist). Das Preisniveau ist relativ hoch, mit 35 Euro pro Person für Wein und kleine Gerichte muss man mindestens rechnen.

In eine Bouzoúkia gehen Griechen mit möglichst vielen Freunden, wenn sie etwas feiern wollen. Das Standardgetränk ist Whisky, der flaschenweise bestellt wird (ab 90 Euro pro Flasche). Eine Band mit verschiedenen Sängern und Sängerinnen spielt griechische Musik so laut wie möglich. Wer tanzen will, bestellt ein Lied seiner Wahl, die Freunde bilden einen Kreis um den Tänzer, feuern ihn an, werfen Blumen und Papierservietten massenweise vor seine Füße. Eine Garantie, dass man Derartiges miterlebt, hat man jedoch nie. Es gibt Abende, da herrscht in einer Bouzoúkia gähnende Leere, während an anderen Tagen die Tanzfläche kaum einmal leer wird. Vor 23 Uhr ist selten etwas los. Im Hochsommer sind die meisten Bouzoúkias geschlossen, die Musiker treten dann lieber auf den Inseln auf.

In eine Bouzoúkia geht man als Ausländer am besten nur in Begleitung griechischer Freunde. Sie geben Ihnen auch das Zeichen, wo und wann Sie mittanzen können und wo besser nicht – denn willkommen ist das durchaus nicht immer.

Sonstiges Theater

Mehr als 140 Bühnen spielen alles, was das internationale Repertoire zu bieten hat. Bühnensprache ist fast ausnahmslos Neugriechisch. Antike Tragödien werden aber manchmal im altgriechischen Original gespielt. Theatersaison ist von Oktober bis April; im Sommer wird vorwiegend auf Freilichtbühnen und bei Festivals gespielt.

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Der Bremer Autor Klaus Bötig kennt Athen seit 1972 und hält sich dort jedes Jahr mehrmals auf. Er liebt Athens Nähe zum Meer, das Nebeneinander von Antike und Moderne, das brodelnde Leben und das reiche kulturelle Angebot. Jahrgang 1984 ist die Athener Journalistin Elisa Hübel, die ihn jetzt bei seinen jährlichen Aktualisierungen unterstützt und viele aktuelle Tipps beisteuert.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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