hgn

Die Furcht vor einer auch für den Menschen gefährlichen Variante der Vogelgrippe ist groß. Ökonomen haben die möglichen Auswirkungen untersucht.

Ein Soldat im Schutzanzug am Desinfektionspunkt in Stralsund. Die Bundeswehr hat an der einzigen Zufahrt zur Insel Rügen eine zweispurige Desinfektionsanlage im Kampf gegen die Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus' H5N1 aufgebaut. (Foto: ddp)

Ein Team um den australischen Ökonomen Warwick McKibbin habe verschiedene Varianten einer Grippe-Pandemie modelliert, berichtet die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Montagsausgabe.

Grundlage dafür sei ein mathematisches Modell gewesen, das McKibbin 2003 zur Analyse der Auswirkungen der Sars-Krise auf die Weltwirtschaft erstellt hatte.

Gestützt auf die Erfahrungen aus den Grippe-Pandemien des 20. Jahrhunderts hätten die Forscher Szenarien analog zur Hongkong-Grippe von 1968/69 («mild»), zur Asien-Grippe von 1957 («mässig») und zur spanischen Grippe von 1918/19 («schwer») erstellt.

Katastrophe für Entwicklungsländer

Überdies sei eine Variante durchgespielt worden, die noch heftiger als die spanische Grippe («ultra») verlaufe.

Schon bei einem milden Verlauf müsse mit dem Verlust von 1,4 Millionen Menschenleben und einer Einbusse von 0,8 Prozent der weltweiten Produktion - umgerechnet rund 330 Milliarden Dollar - gerechnet werden, heiße es in der Studie.

Eine Pandemie gemäß dem «Ultra»-Szenario würde mehr als 140 Millionen Tote fordern. Vor allem in Entwicklungsländern könne die Wirtschaft um bis zu 50 Prozent schrumpfen. Weltweit müsse mit einem Wachstumseinbruch von knapp 13 Prozent - rund 4,4 Billionen Dollar - gerechnet werden.

Die Autoren gingen davon aus, dass der Dienstleistungssektor besonders stark betroffen wäre, weil die Leute versuchten, Kontakt mit anderen Menschen so weit wie möglich zu reduzieren, berichtet die NZZ weiter.

Daher würden Wirtschaftsräume mit einem grossen Dienstleistungssektor, etwa Hongkong, unverhältnismässig stark in Mitleidenschaft gezogen, während die Folgen in anderen Branchen, beispielsweise Bergbau und Energie, vergleichsweise gering wären.

Bemerkenswert seien auch die möglichen Folgen für die Finanzmärkte: Durch die übermäßige Belastung der Entwicklungsländer und Emerging Markets sei es wahrscheinlich, dass im Katastrophenfall Kapital aus diesen Ländern abgezogen und in den sichereren Häfen Nordamerika und Europa geparkt werde.

ANZEIGE


Themen

Weitere Artikel in Wirtschaft

Leserkommentare (0)



Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


 

Wer gehört zu wem? Wer gehört zu wem?
Wer wie und wo beteiligt ist

Bankenkompass Der Banken-Kompass
Helfen Sie Ihrem Geld!


Schreiben Sie es auf: Sparen? Kein Problem!

Börse für Newbies - machen Sie Ihr Gelddiplom!

Deutsche Bahn, Foto: getty
Fahrkarten, Sitzplatzreservierung, Bahncard 50 - alles wird ab Dezember teurer. Ist der Aufschlag gerechtfertigt?
Generation D, Grafik SZ
Wie bringen wir Deutschland voran? Ein Überblick über die besten Einfälle von Studenten der Generation D.
Opel, Getty
Das große Opel-Spezial - Hintergründe, Analysen, Kommentare und Bilder.
Arcandor, Karstadt, Reuters
Arcandor und der Kampf ums Überleben: Analysen, Kommentare und Hintergründe - hier im Spezial.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
Manager, Geld, istock
Prämien in guten und schlechten Zeiten - ist das in Ordnung? Sagen Sie es uns!
Spitzengehälter
Muss Ihr Chef verdienen wie ein Popstar? Schreiben Sie es auf!
Kaufwut
Kaum gekauft und schon geärgert? Erzählen Sie!
Familienunternehmen; iStock
Die Familienunternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft. Eine Serie.
Sagen Sie mal ...
Ständig drängen sich in der Ökonomie große und kleine Fragen auf. Jetzt wollen wir Antworten haben!

ANZEIGE

Die großen Spekulanten
Kapitalismus in der Krise
Der Glaube an die Selbstregulierungskräfte des Kapitalismus ist längst verschwunden. Ein Spezial.