Reisetipps Venedig

Insider Tipps Venedig MARCO POLO Autor Walter M. Weiss im Interview

Walter M. Weiss (www.wmweiss.com) lebt als freier Autor in Wien. Venedig kennt er von unzähligen Aufenthalten wie seine Westentasche.

Sie reisen seit 25 Jahren immer wieder nach Venedig. Wie ist es dazu gekommen?

Ich lebe in Wien und von dort lag die Lagunenstadt immer schon nah, auch vor der Ära der Billigflieger. Auf ein langes Wochenende nach Bella Venezia zu fahren, um Schönheit und Melancholie zu tanken, gehört da von Jugend an gewissermaßen zum guten Ton. Hinzu kommt, dass man mit einem Bad oder Strandspaziergang am Lido zugleich die ständige Sehnsucht des Binnenländers nach dem Meer stillen kann.

Was reizt Sie an Venedig?

Die Allgegenwart des Wassers und gleichzeitig die Abwesenheit des Automobils. In keiner anderen Stadt der Welt lässt es sich so herrlich flanieren!

Und was mögen Sie an Venedig nicht so?

Leider merkt man nicht wenigen Kellnern, Händlern, Gondolieri an, dass der extreme Massentourismus bisweilen nerven kann. In vielen Trattorien werden Touristen ziemlich lieblos abgespeist. Und in einigen Fällen ist einfach das Preisniveau zu hoch.

Wo und wie leben Sie in Venedig?

Ich suche mir absichtlich jedesmal ein anderes Hotel, weil ich dadurch mit immer anderen Stadtbezirken auf Tuchfühlung gehe. So lerne ich stets neue Adressen kennen - ein Insiderwissen, das unmittelbar und aktuell ins Kapitel „Übernachten“ einfließt. Manchmal wohne ich aber auch bei Freunden.

Was machen Sie beruflich?

Ich lebe als Selbstständiger vom Schreiben im Grenzbereich zwischen Journalismus und Schriftstellerei. Zu meinen Arbeitgebern zählen Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage im gesamten deutschen Sprachraum.

Kommen Sie viel in Venedig herum?

Ein, zwei Venedigaufenthalte zählen für mich seit gut 25 Jahren zur festen - und wunderschönen - Routine im Jahreslauf. Auch, weil jede Saison ihre ganz speziellen Reize hat.

Mögen Sie die venezianische Küche?

Ein Schlaraffenland für Schlemmer ist die Lagunenstadt immer noch. Man muss bloß die Fast-Food-Fallen mit ihren vielsprachigen Touristenmenüs meiden. Besonders gerne koste ich mich durch das reiche örtliche Angebot an Meeresgetier. Nicht widerstehen kann ich auch, wenn mir der Wirt in einem bacaro zum Glas Weißwein einen Teller voll pikanter cicheti, der venezianischen Antwort auf die Tapas, vor die Nase hält.