Reisetipps Venedig

Highlights Venedig

Region: Canal Grande

Ca' Rezzonico/Museo del Settecento Veneziano

Der massige, von Baldassare Longhena und Giorgio Massari erbaute Palast ist selbst für venezianische Verhältnisse ein besonderes Juwel der Renaissancearchitektur. Im 18. Jh. gehörte er eine Zeit lang Carlo Rezzonico, der später als Papst Clemens XIII. Geschichte schrieb. Heute birgt der Bau das Museo del Settecento Veneziano, das den opulenten Lebensstil des Adels zur Spätzeit der Republik eindrucksvoll dokumentiert Über alle drei Etagen erstreckt sich dieses „Museum des 18. Jhs.“. Von Grund auf renoviert, vermittelt es anhand kostbarer Möbel und Dekorstücke, Bilder und Deckengemälde einen authentischen Einblick in die Lebenswelt der reichen Adelsfamilien jener Blütezeit. Prunkstücke sind das geschnitzte Mobiliar und die Lampen tragenden Mohren, diverse Deckenfresken sowie die Kabinettbilder Pietro Longhis mit Szenen aus dem venezianischen Alltagsleben. | Sommer Mi-Mo 10-18, Winter 10-17 Uhr | Eingang: Fondamenta Rezzonico | Anleger: Ca' Rezzonico

Region: San Marco

Basilica di San Marco

Die sinnenbetörende Pracht dieser in ihrem Kern an die 1000 Jahre alten Kirche mit fünf Kuppeln und maßwerkverzierten Bögen und Fenstern ist das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen und Umbauten. Den Kern bildet immer noch jener im 11. Jh. über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtete Bau, in dem seinerzeit die identitätsstiftende Reliquie der Stadt, die in Alexandria entwendeten Gebeine des hl. Markus, aufbewahrt wurde.

Ganze Bibliotheken wurden mit Beschreibungen dieses einzigartigen Kunstschreins gefüllt. Wir müssen uns hier auf die Hauptattraktionen beschränken: die unvergleichlichen, leider überwiegend von Teppichen bedeckten Steinmosaike; im Chorbereich (Zugang gegen ein Extraticket rechts über die Cappella di San Clemente) die reich verzierte Ikonostase; der Hochaltar mit dem Sarkophag des hl. Markus; Sansovinos Sakristeitür sowie seine Bronzefiguren; das kostbarste Kleinod, die Pala d'Oro - ein zwischen dem 10. und 14. Jh. aus Gold und Email gefertigter, mit Aberhunderten Edelsteinen besetzter Altaraufsatz. Und natürlich die grandiosen Mosaike: Sie illustrieren auf über 4000 m² Geschehnisse aus dem Alten und Neuen Testament. Um sie auch im Detail aus der Nähe betrachten zu können, ist es ratsam, vom inneren Hauptportal aus auf die Galerie hochzusteigen.

Den reichsten byzantinischen Gold- und Silberschatz der Welt gibt es im Tesoro, der Schatzkammer, zu sehen (die Eintrittskarte für Chor und Pala d'Oro ist auch hier gültig). Er stammt zum größten Teil aus Konstantinopel, das die Venezianer im Jahr 1204 plünderten. Eine letzte Empfehlung: das auf der Galerie über der Vorhalle installierte Museo Marciano. Es enthält neben kostbarem liturgischem Gerät die Quadriga: vier weltberühmte Bronzepferde, die vermutlich aus dem antiken Rom stammen. Achtung: Mitnahme von Gepäck in die Kirche ist untersagt, Aufbewahrung im Ateneo San Basso (Calle San Basso 315a | Mo-Sa 10 bis 16.30, So 14-16 Uhr). | Basilika tgl. 9.45-17, Winter 9.45-16.45 Uhr | Eintritt frei | Galerien (mit der Quadriga) tgl. 9.45-16.45 Uhr; Pala d'Oro und Tesoro Mo-Sa 9.45-17, Winter 9.45-16.45, So 14-17, Winter 13-16.45 Uhr | www.basilicasanmarco.it | Anleger: San Marco

Campanile di San Marco

Mit dem Lift in seine Glockenstube hochzufahren und den Rundblick auf das von Dutzenden Türmen durchsetzte Giebel- und Schindelmeer zu genießen zählt zu den unverzichtbaren Unternehmungen am Beginn jeder Stadterkundung. Denn das Panorama verschafft sowohl eine erste, sehr hilfreiche Gesamtorientierung als auch ein Gefühl für die einzigartige Lage und Struktur der Lagunenstadt. Ursprünglich im 10. Jh. errichtet und im 12. beträchtlich erhöht, stürzte das fast 100 m hohe Wahrzeichen im Jahr 1902 ein, wurde aber aus dem ursprünglichen Material stante pede wieder aufgebaut. | Piazza San Marco | April-Juni tgl. 9.30-17, Juli-Sept. 9.45-20, Okt.-März 9.45 bis 16 Uhr | Anleger: San Marco

Palazzo Ducale

Der Palast der Paläste, Machtzentrum der Politik und Gesetzgebung, höchstes Symbol venezianischer Zivilisation und Blickfang jeder Stadtvedute. 120 Dogen haben von hier aus während fast 1000 Jahren die Geschicke der Seerepublik gelenkt. In seiner heutigen, gotischen Form ist der aus drei zwischen 70 und 100 m langen Trakten bestehende Komplex zum größten Teil im 14. und frühen 15. Jh. entstanden.

Schon die kolossale, mit Marmor verkleidete, im unteren Bereich von zahllosen zierlichen Säulen und Bögen durchsetzte Fassade verdient höchste Bewunderung. Beachten Sie die wunderschönen Skulpturengruppen „Adam und Eva“ und die „Trunkenheit Noahs“ an den Ecken des Südflügels sowie die entzückenden Szenen an jedem einzelnen der Dutzenden Säulenkapitelle! Vollends überwältigend ist dann der Rundgang durch das Innere des Dogenpalastes. Er beginnt gegenüber der Loggetta und dem Campanile an seinem hochgotischen Hauptportal, der Porta della Carta. Durch sie betritt man den Innenhof, der von einem zweigeschossigen Triumphtor, dem Arco Foscari, und der Scala dei Giganti beherrscht wird, die zwei von Jacopo Sansovino geschaffene Statuen des Neptun und Mars bewachten. Auf dem nun folgenden Weg durch den Palast schreitet man „durch Wunder über Wunder“, wie der französische Staatsmann François de Chateaubriand, von so viel Prunk geblendet, schwärmte.

An der Ausschmückung der Räumlichkeiten waren die bedeutendsten Maler des 16. Jhs., allen voran Tintoretto, Tizian und Paolo Veronese, beteiligt. Auf ihren meist extrem großformatigen Bildern sind die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte festgehalten, von den Mythen der Gründungszeit bis zu den großen militärischen Erfolgen. Den wohl gewaltigsten Eindruck hinterlässt die Sala del Maggior Consiglio, der 54 × 25 m große Raum, in dem der aus bis zu 1800 Mitgliedern bestehende Große Rat die hohen Staatsbeamten und Männer der Signoria zu wählen pflegte. Den Blickfang stellt Tintorettos Paradiesbild an der Stirnseite dar, das mit 7 × 22 m größte Leinwandbild der Welt. Den Abschluss der Tour bildet der Gang auf der Seufzerbrücke hinüber in den Neuen Kerker. | Sommer tgl. 9-19, Winter 9-17 Uhr, Kombikarte mit Biblioteca Marciana, Museo Correr und Museo Archeologico | Anleger: San Zaccaria

Piazza San Marco

Napoleons Diktum vom „schönsten Salon der Welt“ hat seine Gültigkeit wohl auch 200 Jahre später nicht verloren. Der 175 m lange, leicht trapezförmige Markusplatz ist fürwahr einzigartig, die Vielfalt an Stimmungen, die man auf ihm im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten erleben kann, enorm. Er war Schauplatz unzähliger Prozessionen wie auch sehr weltlicher Feste. Bis heute ist die Piazza Bühne der Eitelkeiten für Einheimische und Zugereiste. Und während der seltenen Stunden an nebligen Wintertagen oder in tiefer Nacht, in denen sie, von den üblichen Massen verwaist, in sich ruht, dient sie vereinzelten Traumwandlern als magische Kulisse. Welche Gebäude dieses in seiner Grundform vor über 800 Jahren angelegte Geviert säumen, steht anderswo in diesem Buch beschrieben. An dieser Stelle sei nur empfohlen, es Generationen von früheren Reisenden gleichzutun, die Arkaden mit ihren Luxusläden entlang- und über den Platz zu flanieren und all das unaufhörliche Menschengewoge mitsamt der einmaligen Kulisse einzusaugen. | Anleger: San Marco

Region: San Polo & Santa Croce

Frari

Die „Frari“, wie Santa Maria Gloriosa dei Frari meist kurz genannt wird, ist neben der Dominikanerkirche Santi Giovanni e Paolo die zweite große gotische Bettelordenskirche der Stadt. Im Kontrast zu der sich selbst auferlegten Bescheidenheit und zu den sehr schlichten Außenmauern stellten ihre Bauherren, die Franziskaner, ihren Einfluss im Innenraum nicht gerade unter den Scheffel: Beim Rundgang entpuppt sich die Frari als Kunstschrein allerersten Ranges. In dem enormen Langhaus fällt sofort die Grabpyramide des Bildhauers Antonio Canova ins Auge. Vis-à-vis befinden sich das Grab Tizians und dessen sogenannte Pesaro-Madonna. In den Chorkapellen bzw. der Sakristei hängen kostbare Altarblätter von Bartolomeo Vivarini und Giovanni Bellini, steht eine Johannes-Skulptur von Donatello und liegt der Komponist Claudio Monteverdi bestattet.

Den unwiderstehlichen Blickfang bildet freilich die über dem Hochaltar schwebende Assunta („Mariä Himmelfahrt“), ein Geniestreich Tizians, der durch seine famose Farbgebung und die zur Entstehungszeit völlig neuartige, dramatisch himmelwärts strebende Komposition der Malkunst gegen Ende der Renaissance bereits den Weg in Richtung Barock wies. | Mo-Sa 9-18, So 13-18 Uhr | Anleger: San Tomà

Ponte di Rialto

Mehr als 400 Brücken, so haben eifrige Statistiker gezählt, helfen in Venedig die rund 150 Kanäle zu überqueren und viele der mehr als 100 Inseln zu verbinden. Manche sind namenlos, viele unscheinbar. Einige sind verkehrstechnisch oder kulturgeschichtlich von besonderer Bedeutung, als Treffpunkt oder Fotomotiv weltberühmt - so vor allem die Rialtobrücke. Hier befand sich über viele Jahrhunderte hinweg das Geschäftszentrum der Handelsmetropole: Hier löschten Fernhändler ihre Waren, hier hatten die wichtigsten Bank- und Handelshäuser ihren Sitz. In ihrer heutigen Form aus istrischem Stein wurde die Brücke, die die Bezirke San Marco und San Polo verbindet, im ausgehenden 16. Jh. als Ersatz für ihre hölzerne und schon recht morsche Vorgängerin errichtet. Sie bildete bis Mitte des 19. Jhs. den einzigen Fußgängerweg über den Canal Grande. Ihr Architekt war ein gewisser Antonio da Ponte, der sich seinerzeit mit seinem zwar recht plumpen, dafür aber sehr soliden und dem Schiffsverkehr genügend Raum lassenden Entwurf gegen prominente Konkurrenten wie Michelangelo, Palladio, Sansovino und Scamozzi durchzusetzen vermochte. | Anleger: Rialto

Region: Dorsoduro

Galleria dell'Accademia

Bellini, Carpaccio, Giorgione, Tintoretto, Tizian und Veronese, Canaletto, Guardi, Longhi, Piazzetta und Tiepolo … Kaum ein prominenter Repräsentant der mehr als 500-jährigen Geschichte der venezianischen Malerei, der in diesem am Südufer des Canal Grande gelegenen Museum nicht vertreten wäre. Kein Wunder, dass diese Gemäldegalerie zu den bedeutendsten der Welt zählt. Lassen Sie sich von den Besucherschlangen, die sich gelegentlich vor der neoklassizistischen Fassade bilden, nicht abschrecken: Was die Geduldigen in den zwei Dutzend Sälen des geräumigen, aus der ehemaligen Kirche, dem Kloster und der Scuola della Carità gebildeten Gebäudekomplexes erwartet, lohnt längeres Warten allemal. Die Reservierung einer Karte mit Besichtigungstermin (Tel. 0415200345) kostet zwar 1 Euro extra, erspart Ihnen jedoch mögliche lange Wartezeiten.

1817 wurde die Accademia mit dem Ziel gegründet, die durch die Säkularisierung vieler Kirchen und Klöster in alle Himmelsrichtungen verstreuten Schätze wieder unter einem Dach zu vereinen. Außerdem sollte den örtlichen Kunststudenten möglichst umfassendes Anschauungsmaterial geboten werden. Dank privater Schenkungen, Rückerstattungen und Neuerwerbungen ist der Bestand seither massiv gewachsen. Das Resultat: Nirgendwo sonst auf der Welt bekommt man den Werdegang der Malkunst in der Lagunenstadt so lückenlos vor Augen geführt.

Aus den über 800 Meisterwerken seien folgende auf Grund ihrer herausragenden Bedeutung hervorgehoben: mehrere Madonnen Giovanni Bellinis, Gentile Bellinis „Wunder der Kreuzreliquie“, Vittore Carpaccios Bilderzyklus zur „Ursula-Legende“, Giorgiones „Gewitter“ und „Die Alte“, diverse alttestamentarische Szenen und Heiligenporträts von Tintoretto und Paolo Veronese, Alltagsszenen von Pietro Longhi, Landschafts- und Stadtansichten von Canaletto und Francesco Guardi. Und schließlich Tiziano Vecellio alias Tizian: Der Gigant unter den Großmeistern der Renaissance ist u.a. mit einem wunderbaren „Johannes der Täufer“, seinem letzten Werk, der Pietà, und mit dem „Tempelgang Mariae“ vertreten, der sich als einziges von Tizians Bildern noch an jenem Platz befindet, für den es geschaffen wurde. | Di-So 8.15-19.15, Mo 8.15-14 Uhr, Kombikarte mit Galleria Franchetti/Ca' d'Oro und Museo di Arte Orientale | www.gallerieaccademia.org | Anleger: Accademia

Region: Inseln

Murano

Berühmt ist der aus fünf Inseln bestehende, seit rund 1400 Jahren besiedelte Ort (heute knapp 7000 Ew.) wegen seiner Glasindustrie. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb der Besuch in einem der Ateliers sowie im Museo dell'Arte Vetraria (Sommer Do bis Di 10-18, Winter 10-17 Uhr | Anleger: Museo). Anhand von mehr als 4000 Objekten dokumentiert dieses Museum im Palazzo Giustinian die 1000-jährige Geschichte der Glasbläserei auf Murano. Sogar Glas aus römischer Zeit findet sich unter den Exponaten. Für Kunstfreunde interessant ist die romanische ehemalige Kathedrale Santi Maria e Donato. | Verschiedene Anleger

Region: Venedig

Do Mori

Über 500 Jahre hat dieses unweit des Fischmarkts am Rialto gelegene bacaro schon auf dem Buckel und ist damit Venedigs ältestes. Von der Decke hängen unzählige Töpfe und Kupferkessel, in der Bar warten mehr als 100 exzellente Weine. Dazu gibts vielerlei tramezzini und andere Snacks. | Mo-Sa 8.30-20.30 Uhr | Calle dei Do Mori 429 | Anleger: Rialto

Interpreti Veneziani

Unter der Bezeichnung „Violins in Venice“ gibt dieses Kammermusikensemble in der ehemaligen Kirche San Vidal an mehr als 200 Tagen im Jahr äußerst hörenswerte Konzerte. Im Mittelpunkt der Programme: Barockwerke von Bach, Vivaldi, Tartini & Co. Auskünfte und Tickets: Tel. 0412770561 | www.interpretiveneziani.com

Teatro La Fenice

Nachdem Venedigs weltberühmtes Opernhaus 1996 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, hatten die Behörden den sofortigen Wiederaufbau versprochen. Doch endlose Rechtsstreitereien verzögerten das Unternehmen auf Jahre. Erst Ende 2003 wurde der alte „Phönix“ wiedereröffnet. Und zwar „dov'era e com'era“, also wo er war und wie er war - nämlich auf dem Campo San Fantin in Form des ehrwürdigen, golden gleißenden Logentheaters. Nun herrscht endlich wieder regulärer Saisonbetrieb mit erstklassig besetzten Opern- und Tanzinszenierungen sowie Konzerten. In Venedig selbst sind Karten an der Theaterkasse erhältlich sowie an den Ve.La.-Kartenbüros am Bahnhof und am Piazzale Roma. | Programminformation und Kartenvorverkauf aus dem Ausland: Tel. 0412424, Tel. 0412418028 | www.teatrolafenice.it. Campo San Fantin | Anleger: Giglio