Reisetipps Zypern

Highlights Zypern

Region: Lárnaka

Choirokoitía/Khirokitia

Die besterhaltene von rund 50 für die Jungsteinzeit nachweisbaren Siedlungen auf Zypern versetzt einen in großes Erstaunen. Dass hier schon vor 8000 Jahren Menschen in einem Dorf aus Steinhäusern lebten, ist für Mitteleuropäer eine Überraschung, denn Vergleichbares ist in Westeuropa nicht zu finden.

Gegen Feinde war das Dorf durch eine Stadtmauer geschützt. Auf den Hügel führt ein Pfad. Gegenüber sind Reste der Stadtmauer gut zu erkennen. Die Rundhütten, von denen einige rekonstruiert wurden, standen eng aneinander. Die 1000 Dorfbewohner scheinen eine familienähnliche Gemeinschaft gebildet zu haben. Die größte Hütte hatte einen Durchmesser von fast 10m. Die Mauern waren bis zu 3m dick. In einigen der größeren Hütten weisen steinerne Pfeiler auf ein hölzernes Zwischengeschoss hin. Zum Bau der Häuser nutzte man unbehauene Steine, Stampferde und ungebrannte Lehmziegel. Tgl. 9-17 Uhr (Juni-Aug. tgl. 8-19.30 Uhr) | Eintritt ca. 2 Euro. 31 km von Lárnaka

Halan Sultan Tekke

Am Salzsee von Lárnaka steht das einst wichtigste islamische Heiligtum, heute das beliebteste Fotomotiv der Insel.

Als die Araber 647 Zypern erstmals überfielen, war auch eine edle Frau dabei, die den Propheten Mohammed gut gekannt hatte. An der Stelle, an der heute die Moschee steht, stürzte sie vom Maultier und starb. Ihr Grab wurde später zu einer Wallfahrtsstätte, an die sich die Moslems noch erinnerten, als die Türken die Insel 1571 eroberten. Aber erst 1816 ließ der türkische Statthalter auf Zypern die Moschee erbauen, der dann später einige Pilgerunterkünfte angeschlossen wurden.

Die Moschee ist sehr schlicht. Vom Betsaal (darf nicht mit Schuhen betreten werden) geht man in einen Anbau, wo im Halbdunkel die Grabstätte der verehrten Frau zu finden ist. Tgl. 8-19.30 Uhr (Okt.-Mai bis 17 Uhr) | Eintritt frei. 7 km von Lárnaka

Region: Limassol

Koúrion

Die neben Páfos sehenswerteste archäologische Stätte an der Südküste erstreckt sich über ein Plateau westlich von Limassol. Sie beginnen die Besichtigung am besten im Heiligtum des Apollo Hylates am ehemaligen Westrand der Stadt. Im heiligen Bezirk sieht man die Grundmauern mehrerer Pilgerherbergen, der Priesterwohnung und römischer Thermen sowie einen teilweise rekonstruierten Tempel aus dem 1. Jh. n. Chr.

Auf dem Weg vom Apollon-Heiligtum in Richtung Limassol passiert man das Stadion aus römischer Zeit. Es fasste auf sieben Sitzreihen, von denen ein kleines Stück restauriert wurde, etwa 6000 Zuschauer.

In den Ausgrabungen der Stadt Koúrion (Eingang 4 km vom Apollon-Heiligtum entfernt) besichtigen Sie am besten zunächst das antike Theater, das in dieser Form im 2. Jh. n. Chr. angelegt wurde und 3500 Zuschauern Raum bot.

Neben dem Theater sollten Sie sich die Mosaike im Haus des Eustolios anschauen, die für die Archäologen von Interesse sind, weil sie schon aus christlicher Zeit, nämlich dem frühen 5. Jh., stammen. Damals waren Darstellungen von biblischen Szenen und Heiligen nicht üblich; stattdessen bildete man Vögel und geometrische Muster ab. In Inschriften im Boden ist schon Christus genannt.

Wie die meisten dieser Mosaike stammt auch die große Basilika am anderen Ende der Ausgrabungen von Koúrion aus dem 5. Jh., einer Zeit, in der sich der Wandel vom heidnischen zum christlichen Koúrion vollzog. Die fünfschiffige Basilika war von aufwändiger Pracht, wie Reste von Fußbodenmosaiken, heruntergefallene Dachziegel sowie die Brunnenanlagen in zwei Vorhöfen zeigen.

Gegenüber der Basilika liegt das weitläufige Ruinenfeld der sogenannten Akropolis, sozusagen die Innenstadt des alten Koúrion. Neben vielen Grundmauern und den Überresten der Thermen mit einer Nymphäum genannten Brunnenanlage sind nahe dem Zaun an der Hauptstraße drei römische Mosaike im Boden zu sehen. Eins zeigt Gladiatorenkämpfe, eins den Raub des Ganymed durch Zeus in Gestalt eines Adlers, ein drittes Odysseus, wie er den auf der Insel Skíros von seiner Mutter Thetis versteckten Achilles entdeckt. Tgl. 8-17 Uhr (Juni-Aug. bis 19.30 Uhr) | Eintritt Apollon-Heiligtum 2 Euro, Koúrion 2 Euro. 15 km von Limassol

Region: Famagusta

Golden Beach

Der „Goldene Strand“ ist über 3 km lang und mehrere hundert Meter breit und am Rand mit hohen, zum Teil spärlich bewachsenen Dünen besetzt. Außer in den Monaten Juli und August ist er weitgehend menschenleer, aber selbst im Hochsommer bleibt noch viel Platz für die Meeresschildkröten der Art Caretta caretta, die hier ihre Eier ablegen. Im ganzen weitläufigen Strandgebiet gibt es nur vier Tavernen, die im Hochsommer rund um die Uhr geöffnet sind. Das nächste Hotel mit etwas mehr Komfort liegt 15 km weiter in Richtung Dipkarpaz: das Blue Sea (12 Zi. | Tel. 3722393 | Fax 3722255 | €€). Dessen Wirt nimmt Gäste auch mit zum Fischen hinaus. 102 km von Famagusta

Sálamis

Den besten Überblick über die Ausdehnung des antiken Sálamis gewinnt man von den oberen Rängen des römischen Amphitheaters, das 15000 Zuschauern Platz bot. Eindrucksvoll sind auch die Säulen und Fußböden der römisch-früh-christlichen Palästra, in der eine antike Gemeinschaftslatrine mit Platz für 44 Besucher gut erhalten blieb. Auf dem Ausgrabungsgelände liegen außerdem die Gemäuer zweier frühchristlicher Basiliken und eines antiken Zeus-Tempels. Außerhalb des umzäunten Stadtgeländes fallen links der Straße zum Kloster Barnabas einige merkwürdige Erdhügel auf. Sie markieren den Bereich der antiken Nekropole, deren Gräber anders als die Ruinen der Stadt nicht aus römischer Zeit stammen, sondern schon aus dem 7. und 6. Jh. v. Chr. Mai-Sept. tgl. 9-19 Uhr, Okt.-April tgl. 9-16.45 Uhr | Eintritt Ausgrabungen 6 YTL | Gräber 4,50 YTL | 8 km von Famagusta

Region: Nicosia

Laikí Gitoniá

Viele Häuser in der Altstadt müssten dringend renoviert werden. In einem kleinen Teil hat die Stadt diese Aufgabe übernommen: in der Laikí Gitoniá. Seit 1984 wurde hier ein romantischer Winkel geschaffen, mit mehreren stimmungsvollen Tavernen und einigen Souvenirgeschäften. Hier herrscht die südländische Stimmung, die man im Urlaub sucht und genießt. Zwischen Regaena und Hippocrates Street | Südnicosia

Zypern-Museum

Das schönste und wertvollste, was Archäologen auf Zypern fanden, ist in den 16 Sälen dieses angenehm kleinen Museums ausgestellt. Die Briten erbauten es zu Beginn des 20. Jhs. In zwei Stunden gewinnen Sie einen Überblick über die kulturelle Entwicklung der Insel von der Jungsteinzeit bis zum frühen Mittelalter.

Saal 1 zeigt, dass die Menschen vor fast 8000 Jahren schon gleiche Grundbedürfnisse hatten wie wir. Kreuzförmige Idole aus Andesitgestein, die wahrscheinlich wie Amulette getragen wurden, sollten ihre Besitzer vor übernatürlichem Übel bewahren. Halsketten wie die aus Röhrenmuscheln und Karneol wurden als Schmuck getragen. Schalen aus Stein sowie Schüsseln und Krüge aus Ton dienten als Haushaltsgeräte. Auch diese frühe, 6000 Jahre alte Keramik verdeutlicht, dass der Mensch nicht nur nach funktionstüchtigen, sondern auch schönen Alltagsgegenständen strebte: Schüsseln und Krüge waren rot poliert und bemalt und häufig mit wellenförmigen Linien geschmückt, die mit einem kammartigen Werkzeug in die noch feuchte Farbe geritzt wurden. Man nennt diese frühe Keramikgattung deshalb auch Kammstrichware. Saal 2 verrät etwas aus dem Leben in der frühen Bronzezeit. Drei schöne Terrakottamodelle zeigen Tempelszenen und Bauern beim Pflügen. Die rot glänzenden Keramikgefäße sprechen für ein Denken, das noch nach einer Ordnung suchte. Da sind große Gefäße, die aus bis zu sieben kürbisförmigen Einzelteilen zusammengesetzt sind und andere, deren Ränder mit phantasievollen Menschen- und Tierkopfdarstellungen verziert sind. Saal 3 präsentiert im „Schnelldurchgang“ die weitere Geschichte der zypriotischen Keramik. Man sieht importiere Ware aus Athen, Kreta und Mykene. Prachtexemplare der einheimischen Keramik sind zwei Vasen im Freifeldstil aus dem 7. Jh. v. Chr. Die eine zeigt einen Stier, der an einer geöffneten Lotusblüte schnüffelt, die andere einen stilisierten Vogel, der einen Fisch im langen Schnabel hält. Saal 4 zeigt einen Teil der rund 2000 Votivfiguren, die in einem archaischen Heiligtum an der Nordküste gefunden wurden. Sie werden so präsentiert, wie die Archäologen sie in der Erde entdeckt haben. Die kleinsten sind nur 10 cm hoch, manche erreichen aber auch Lebensgröße. Die menschlichen Figuren sind so individuell, dass sie Porträts der Stifter darstellen könnten, die durch die Hinterlegung ihrer Statue Schutz der Gottheit erhofften. Saal 5 und 6 befassen sich mit der Entwicklung der Großskulptur auf Zypern. Besonders eindrucksvoll sind die archaischen Löwen aus Tamassós. In Saal 7 sind zahlreiche Objekte zu finden, die mit Zyperns Haupteinkommensquelle in der Antike, dem Kupfer, zusammenhängen - darunter Kupferbarren aus der Bronzezeit, die die Form gespannter Ochsenhäute haben, und Kultfiguren aus Kupfer wie der berühmte Gehörnte Gott von Enkomi und der Barrengott, der mit einem Speer bewaffnet auf einem Kupferbarren steht. Saal 8 zeigt in Rekonstruktionen, wie Menschen von der Jungsteinzeit bis zum 5. Jh. v. Chr. bestattet wurden. Im Saal 9 sieht man Grabdenkmäler aus dem 6. bis 3. Jh. v. Chr. Saal 10 präsentiert die Entwicklung der zyprischen Schrift. Saal 11 beherbergt Funde aus den Königsgräbern von Sálamis. Sehenswert sind die Elfenbeinarbeiten an den königlichen Möbeln und ein großer Bronzekessel auf eisernem Dreifuß aus dem frühen 8. Jh. In Saal 12 erhält man anhand mehrerer Dioramen eine Vorstellung von antiker Kupfergewinnung und -verhüttung. Saal 13 präsentiert römische Statuen, die aus Sálamis hierher gebracht wurden. Saal 14 ruft noch einmal mit kleinen Objekten die Welt der vorgeschichtlichen Zeit in Erinnerung. Man sieht Wagenmodelle, die als Kinderspielzeug gedient haben mögen, und Terrakottafiguren gebärender Frauen. Di, Mi, Fr 8-16 Uhr, Do 8-17 Uhr, Sa 9-16 Uhr, So 10-13 Uhr | Eintritt ca. 3 Euro | Museum Street 1 | Südnicosia

Asinoú

Die Mönche des Mittelalters haben die Einsamkeit gesucht. So siedelten sie auch am oberen Ende eines Tals am Rand des Tróodos zwischen Wäldern und Weiden. Von ihrem Kloster Panagía Forviótissa in der Gemarkung Asinoú ist nur noch die Kirche erhalten; die Wohn- und Wirtschaftsräume aus Holz und Lehm sind verschwunden. Die Kirche aber ist einer der größten Kunstschätze Zyperns.

Von außen gleicht der kleine, einschiffige Bau mit seinem weit heruntergezogenen Ziegeldach eher einer Scheune als einem Gotteshaus. Bei genauerem Hinsehen erkennt man unter der Ziegelkonstruktion noch ein zweites, älteres Tonnengewölbe unter dem Kirchenschiff und Kuppeln über dem Vorbau. Das Ziegeldach ist wohl eine Anregung aus der Kreuzritterarchitektur gewesen, das später zum Schutz gegen die Witterung über den Bau gestülpt wurde. Dadurch sind die Wandmalereien im Innern so hervorragend erhalten geblieben. Die ältesten von ihnen stammen schon aus den Jahren 1105/06 - und leuchten nach einer vor 25 Jahren erfolgten Reinigung fast so kräftig wie vor nahezu 900 Jahren.

Zu den besonders interessanten Fresken im Kirchenschiff gehört die Darstellung über der kleinen Nordtür. Sie zeigt rechts ganz klein die Frau des Mannes, der den Kirchenbau bezahlt hat. Er selbst steht, etwas größer dargestellt, vor ihr und übergibt der noch größer abgebildeten Gottesmutter symbolisch ein Modell der Kirche. Ihr gegenüber thront Christus, dem die Kirche geschenkt wird, hinter ihm sind Engel in prächtigen Gewändern zu erkennen.

Nicht minder interessant ist eine Darstellung der 40 Märtyrer von Sebaste in der linken, hinteren Ecke der Kirche. Man sieht 39 spärlich bekleidete, frierende und erschöpfte, aus zahlreichen Wunden blutende Männer auf dem Eis eines zugefrorenen Sees. Der vierzigste ist der Verlockung eines warmen Badehauses am Seeufer erlegen, das derjenige besuchen darf, der dem Christentum abschwört. Seinen Platz nimmt aber schon ein Freiwilliger ein, der auf der anderen Seite der Bogenlaibung herantritt. Über den Märtyrern schweben bereits, von Christus gesandt, 40 Märtyrerkronen. Den Schlüssel zur Kirche verwaltet der Dorfpriester des vor Asinoú gelegenen Dorfes Nikitári. Meist findet man ihn in der Kirche | sonst im Dorf; eine Spende ist üblich. 31 km von Nicosia

Region: Páfos

Mosaike

Nordwestlich des Fischerhafens lag das Zentrum der römischen Stadt. Es war von hohen Mauern umgeben, die nicht mehr erhalten sind. Hier standen großzügige Villen und Verwaltungsbauten, die mit kostbaren Bodenmosaiken verziert waren. Seit ihrer Entdeckung 1962 hat man ein ganzes Bilderbuch der antiken Mythologie freigelegt und restauriert.

Die Mosaike stammen zum größten Teil aus dem 3. und 4. Jh. Sie verteilen sich auf vier verschiedene Häuser, die die Archäologen jeweils nach einem der darin gefundenen Mosaike benannten.

Im Haus des Dionysos ist das große Bildfeld mit den Szenen einer Weinlese besonders schön. Es steckt voller lebendiger Details.

Ähnlich anschaulich erzählen auch die übrigen Mosaike antike Sagen voller Dramatik und Lebenslust. Wer sie kennenlernen möchte, nimmt am besten an einem geführten Ausflug zu den Mosaiken teil oder kauft sich an der Kasse einen deutschsprachigen Führer.

Vom Haus des Dionysos geht es weiter zum Haus des Aion, in dem weitere mythologische Themen dargestellt sind. Danach kommt man zum Haus des Theseus mit einem ganz außergewöhnlichen Mosaik, dessen Zentrum ein großes, rundes Bildfeld einnimmt. Es zeigt in der Mitte den Athener Helden Theseus, der gerade den Stier Minotaurus im Labyrinth auf Kreta besiegt hat. Die Personifikation des Labyrinths ist links unten dargestellt, der Minotaurus liegt rechts unten vor dem Helden. Rechts oben ist die Insel Kreta als König personifiziert; links oben ist die Königstochter Ariadne zu erkennen, deren Faden es Theseus ermöglichte, den Weg aus dem Labyrinth zu finden.

Vom Haus des Theseus kommt man abschließend ins Haus des Orpheus mit drei weiteren Mosaiken. | Im Archäologischen Park

Kloster Ágios Neófytos

Am Hang des 613 m hohen Berges Chárta steht am Ende eines grünen Tals eines der schönsten Klöster Zyperns. Es ist einem zypriotischen Heiligen geweiht, der hier 1159 eine Einsiedelei gegründet hatte, die bald zahlreiche fromme Männer anlockte. Sie lebten in Höhlen in einer Felswand, die schon der Heilige auszubauen begonnen hatte. Sie sind im Auftrag des Heiligen ausgemalt worden. Zwei von ihnen zeigen Neófytos selbst. Einmal steht er zwischen zwei Engeln, ein anderes Mal kniet er vor dem Thron Christi, neben dem auch Maria und Johannes stehen. Die Ursprünge der heutigen Klostergebäude reichen bis ins 15. Jh. zurück. April-Okt. tgl. 9-12 und 14-16 Uhr, Nov.-März tgl. 9-16 Uhr | Eintritt ca. 1 Euro | 8 km von Páfos

Region: Tróodos

Kloster Kýkko

Kýkko ist Zyperns berühmtestes Kloster. Weitab von jedem Dorf liegt es 1140 m hoch einsam am Hang des gleichnamigen Bergrückens. Hinter seinem strengen Äußeren verbergen sich zwei Innenhöfe mit leichten Arkaden und prachtvollen Mosaiken auf Goldgrund, die Kirche, die um 1995 vollständig ausgemalt worden ist, und ein hochmodernes, prachtvoll wie ein Palast gestaltetes Museum mit Kunstschätzen von unermesslichem Wert. Sämtliche Klostergebäude, nach einem Brand 1813 neu entstanden, sind sehr gepflegt.

Das wichtigste Kultobjekt im Kloster ist eine Marienikone, die der Evangelist Lukas auf ein Holzbrett malte, das ihm von einem Erzengel dafür gegeben worden war. Die Ikone, die heute an der Ikonostase hängt und mit Silber und Gold bedeckt ist, hat viele Wunder bewirkt, sagt man. Insbesondere soll sie ganzen Landstrichen, die unter Trockenheit zu leiden hatten, den lang ersehnten Regen gebracht haben. Zum Dank dafür wurde das Kloster immer wieder beschenkt und gelangte so zu Reichtum. Ihm gehören Hotels und Industriebetriebe sowie viele Ländereien auf Zypern; um das Kloster herum stehen hotelähnliche Pilgerherbergen, zahlreiche vom Kloster verpachtete Souvenirstände und ein klostereigenes Restaurant.

Kýkko ist aber nicht nur ein religiöses, sondern auch ein nationales Wallfahrtsziel der griechischen Zyprioten. In der Nähe des Klosters hatte General Grivas, der Führer des Befreiungskampfes gegen die Briten, sein Hauptquartier aufgeschlagen. Die Mönche unterstützten ihn nachhaltig. Zugleich war einer der ihren, nämlich Erzbischof Makários, der geistige Führer der Freiheitsbewegung. Makários wurde nahe dem Kloster bestattet. Eine gute Asphaltstraße führt hinauf auf den 2 km entfernten Berg Throní, wo Soldaten an seinem Grab Ehrenwache halten. In der Nähe des Grabes steht eine kleine Kapelle mit einer modernen Mosaikikone der Gottesmutter von Kýkko. Kloster und Grab tagsüber zugänglich | Eintritt frei (Klostermuseum ca. 3 Euro)

Ómodos

Das Weinbauerndorf an einem Berghang gegenüber von Páno Plátres ist besonders stimmungsvoll. Die große, gepflasterte und von vielen Cafés flankierte Platía ist einer der schönsten Dorfplätze Zyperns; auch für den Souvenirkauf ist Ómodos eine gute Adresse. Schauen Sie mal in den Laden des Glasbläsers in der Gasse zur Weinpresse! Mittelpunkt des Dorfes ist das nicht mehr bewohnte Kloster Stavrós am unteren Ende der Platía. In der Klosterkirche werden die Schädelreliquie des Apostels Philipp sowie Splitter vom Kreuz und Reste von den Fesselstricken Christi verwahrt.

Verlassen Sie das Kloster durch die Nordtür, gelangen Sie auf die Hauptgasse, die Sie an Souvenirgeschäften und zur Besichtigung offen stehenden, traditionell eingerichteten Wohnhäusern vorbei zur mittelalterlichen Weinpresse Línos führt (tagsüber geöffnet | Eintritt frei). Daneben kann in einem anderen alten Gewölbe Wein verkostet und gekauft werden. Auch die Weinkellerei Olympus am Dorfrand steht Besuchern (Mo-Fr 10-16 Uhr) offen.

Region: Kerýneia/Girne

Hafen

Im schönen Hafen von Kerýneia haben schon Schiffe der Byzantiner und der Venezianer gelegen. Mitten in der Hafeneinfahrt erkennt man die Ruinen eines Turms, von dem aus im Mittelalter zum Schutz vor unerwünschten Gästen eine Kette zum heutigen Zollhaus hinübergespannt werden konnte.

Beylerbeyi/Bellapaís

Das schöne Bergdorf, vor 1974 von griechischen Zyprioten bewohnt, kann sich der romantischsten Ruine des Landes rühmen. Augustinermönche gründeten hier 1205 eine Abtei, die schnell Reichtum erlangte. Die prächtigen Spitzbögen des ehemaligen Kreuzgangs zeugen ebenso davon wie das große, intakt gebliebene Refektorium und die Kellerräume im Baustil der Gotik. Eine Besichtigung dauert 30 Minuten (Sommer tgl. 9 bis 19 Uhr | Winter tgl. 9-16.45 | Eintritt 6 YTL). Schöne Aussicht bietet das Restaurant Kybele (tgl. ab 10 Uhr | €€) am Rande des Klostergartens. Gut wohnen kann man am obersten Dorfrand in Bungalows inmitten eines üppigen Gartens mit Pool-Terrasse im Ambélia Tourist Village (60 Zi. | Tel. 8153655 | Fax 8157701 | www.cyprus-ambelia.com | €). 5 km von Kerýneia

Sankt Hilárion

Von den Gipfeln des Kerýneia-Gebirges aus reicht der Blick an klaren Tagen bis zur türkischen Küste. Schon die Byzantiner hatten deshalb auf einigen Bergen Wehrburgen erbaut, um die See zwischen Zypern und Kleinasien zu überwachen. Die Burg Ágios Hilárion ist die größte und am besten erhaltene. März-Sept. tgl. 9 bis 18 Uhr, Okt.-April tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt 6 YTL | 10 km von Kerýneia