Reisetipps Tokio

Ausflüge & Touren Tokio

Fuji-san

Eine Fuji-Besteigung erfordert einen Zwei-Tages-Ausflug. Er ist nur im Juli und August anzuraten, da nur dann die Berghütten geöffnet sind und die genannten Verkehrsverbindungen bestehen.

Der heilige Vulkan liegt rund 120 km von Tokio entfernt. Früher Ziel von Pilgergruppen, die der Baumblütenprinzessin, der Fuji-Göttin, huldigten, zählt der Aufstieg nun zu den beliebtesten Sommerattraktionen für in- und ausländische Touristen getreu dem japanischen Sprichwort: Einmal im Leben muss man den Fuji besteigen, zum zweiten Mal tut's nur ein Narr!

Die Anfahrt erfolgt entweder über Autobahnbusse (Chūō-kōsoku) der Firmen Fujikyū und Keiō, die vom Busbahnhof am Westausgang des Shinjuku-Bahnhofs abends bis zur 5. Fuji-Station (über 2000 m hoch) verkehren. Oder Sie nehmen ab Shinjuku die Bahn (Chūō-Linie) nach Ōtsuki, von dort die Fujikyū-Linie bis Kawaguchiko und weiter den Berg hoch per Fuji-Bus. Die Anfahrt mit Bus und Bahn bis zur 5. Station dauert ca. drei Stunden.

Der Aufstieg erfolgt über die Nordflanke. Alpine Fähigkeiten sind nicht nötig, wohl aber ein belastbarer Kreislauf, feste Schuhe und warme Regenkleidung, denn auf dem 3776 m hohen Vulkangipfel - der letzte Ausbruch war übrigens 1776 - kann es auch im Hochsommer empfindlich kalt werden. Von der 5. Station aus braucht man für den Aufstieg - je nach Kondition - vier bis sechs Stunden.

Wer auf dem Gipfel übernachten will, sollte sich frühzeitig einen Schlafplatz in einer der Hütten sichern (rund 32 Euro | mit Abendessen ca. 38 Euro | www.city.fujiyoshida.yamanashi.jp/div/english/html/index.html). Um 5 Uhr sollte man am Krater sein - zum Sonnenaufgang. Einsam wird es oben nicht sein: 500000 Japaner pro Jahr stürmen den heiligen Gipfel.

Hakone

Ein Eintagesausflug zum See Ashinoko im Hakone-Gebiet - rund 50 km von Tokio entfernt - bietet vielfältige Natureindrücke und einen tollen Blick auf den Vulkankegel des Fuji-san. Dabei enthebt Sie der Hakone Free Pass aller Organisationsprobleme.

Der Pass umfasst Hin- und Rückfahrt, Bergbahn, Gondelbahn (Dezember bis Mai: Bus), Schiff und Bustransfer. Erhältlich ist er an den Schaltern der Odakyū-Bahn am Bahnhof Shinjuku.

Am beliebtesten ist folgende Route: Ab Hakone mit der Bergbahn nach Gōra, von dort mit der Seilbahn auf den Berg Sōunzan (1137 m) und weiter über die brodelnden Schwefelquellen der Ōwakudani-Schlucht bis Tōgendai, dann mit dem Schiff quer über den See Ashinoko nach Moto-Hakone. Danach entweder per Bus nach Odawara und zurück nach Tokio, oder Sie entscheiden sich für eine Übernachtung, die man freilich besser im Voraus bucht (Infos beim TIC Tel. 32013331).

Die sieben Badeorte mit heißen Quellen im Hakone-Gebiet wurden schon zur Edo-Zeit frequentiert. In der Zollstation an der alten Tōkaidō-Straße, die einst Edo mit Kyoto verband, wurden die Reisenden von 1619 bis 1869 gründlich kontrolliert. Der restaurierten Zollstation ist ein kleines Museum angegliedert. Folgt man der zederngesäumten Tōkaidō Richtung Moto-Hakone, liegt linkerhand das malerische rote torii des Hakoneschreins. Wer gut zu Fuß ist, kann von Moto-Hakone aus auf dem Kopfsteinpflaster der Tōkaidō bis nach Hakone-Yumoto wandern (ca. 90 Minuten, es geht jedoch stetig abwärts). Die Alternative: ein Museumsbesuch in Moto-Hakone. Das Narukawa Museum hat sich auf Nihonga spezialisiert, Gemälde im japanischen Stil. Diese Richtung entstand in der Meiji-Zeit (tgl. 9-17 Uhr | Eintritt ca. 7,50 Euro | 570 Moto-Hakone | Hakonemachi | Kanagawa-ken).

Ein großes Freilichtmuseum - das Hakone Open-Air Museum (tgl. 9-17 Uhr | Eintritt ca. 10 Euro | www.hakone-oam.or.jp) - bei Gōra lockt außerdem mit Werken von westlichen Künstlern wie Leger, Moore, Picasso, Rodin sowie namhaften japanischen Bildhauern. Im Kurort Miyanoshita sollten Sie sich im Fujiya-Hotel einen Kaffee, besser noch einen five o'clock tea gönnen, denn dies ist eine der ersten japanischen Herbergen im westlichen Stil, 1878 eröffnet. Eine Übernachtung dort verspricht einen Rundumgenuss, denn das Hotel wird auch mit Wasser aus einer heißen Quelle versorgt. Achtung: Es gibt einen Sonderpreis für Ausländer an Wochentagen (außer in den Neujahrsferien, Anfang Mai und Mitte August). Er beträgt das Alter des Hotels in US-Dollar! Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. | 359 Miyanoshita | Hakone-machi | Ashigarashimo-gun, 250-0404 Kanagawa | Tel. 46822211 | Fax 46822210 | www.fujiyahotel.jp/english/index.html

Kamakura

Die historische Hauptstadt ist vom Hauptbahnhof Tokio aus mit der Yokosuka-Linie (Gleis 1, unterirdisch) in gut einer Stunde erreichbar.

Das malerische Städtchen an der Sagami-Bucht (170000 Ew.), ca. 50 km von Tokio entfernt, war von 1192 bis 1333 politisches und militärisches Zentrum des Landes. 80 Tempel und Schreine - etliche zählen zu den schönsten Japans - sind beredte Zeugen jener glanzvollen Ära. Stadtinfos: www.city.kamakura.kanagawa.jp/foreign01_english/index.html

Steigen Sie in Kita-Kamakura aus. Hier liegt der 1282 gegründete Zen-Tempel Engakuji. Die Reliquienhalle Shariden aus dem Gründungsjahr ist das älteste Zen-Gebäude Japans. Sie birgt angeblich einen Zahn Buddhas. Tgl. 8-16 Uhr | Eintritt 300 Yen

Der größte Zen-Tempel am Ort ist der Kenchōji, erbaut 1253 für einen chinesischen Priester. Tor und Haupthalle wurden im 17. Jh. nach einem Brand im Stil der Song-Dynastie neu errichtet. Tgl. 8.30-16.30 Uhr | Eintritt 300 Yen

Das Hauptheiligtum der Stadt, der Schrein Tsurugaoka Hachimangū, ist dem als Kriegsgott verehrten Kaiser Ojin aus dem 3. Jh. geweiht. Zu Lebzeiten galt er jedoch als höchst friedfertig.

Einen beschaulicher Anblick bietet der Daibutsu (Große Buddha). Die 700 Jahre alte, 12 m hohe und 93 t schwere Bronzestatue - die zweitgrößte des Landes - stand einst in einer riesigen Tempelhalle, die jedoch 1295 von einer Flutwelle fortgerissen wurde. Tgl. 7-17.30 Uhr | Eintritt 200 Yen

Der wichtigste Schatz des nahen Hase-Kannon-Tempels (Hasedera) ist eine vergoldete Kampferholzstatue der Barmherzigkeitsgöttin Kannon. Sie ist die größte Holzskulptur in Japan und wurde angeblich im Jahr 721 von dem Mönch Tokudo geschnitzt. Neben einer traumhaften Aussicht auf Meer und Küste hat der Tempel noch eine Besonderheit zu bieten: Hunderte von Statuetten des Kindergottes Jizō. Jede kleine Statue verkörpert die Seele eines verstorbenen Kindes, in den meisten Fällen jedoch die eines abgetriebenen Fötus - Abtreibung ist in Japan eine stillschweigend geduldete Form der Familienplanung. Tgl. 8-16.30 Uhr | Eintritt 300 Yen

Sollte Ihre Geldbörse in Kamakuras Souvenirläden - Lackschnitzereien sind eine Spezialität des Ortes - schon arg geschrumpft sein, wird ein Besuch im Zeni-arai-Benten-Schrein helfen. Wäscht man dort sein Geld im Quellwasser, das in einer Höhle am Schrein sprudelt, beginnt es angeblich, sich zu vermehren. Tgl. 8 bis 16.30 Uhr

Kamakura lässt sich gut zu Fuß erkunden. Zu den am Stadtrand liegenden Tempeln Zuisenji und Hōkokuji nimmt man aber am besten ein Taxi. Der Zuisenji lockt mit dem schönsten Zen-Garten der Stadt, der Hōkokuji mit einem zauberhaften Bambushain. Wie die Japaner schwören, soll es hier bei Regenwetter am allerschönsten sein. Beide tgl. 9-16 Uhr | Eintritt 200 Yen

Nikko

Der Eintagesausflug zum Welterbe führt zu den prunkvollsten Bauten der japanischen Architektur, dem Mausoleum eines Militärherrschers.

Los geht's am Asakusa-Bahnhof der Tōbu-Linie. Mit dem Superschnellzug Spacia sind die 130 km nach Nikkō in rund 2 Stunden erreicht. Ein beliebter Abstecher (2 Stunden) führt zum Chūzenji-See (Bus ab Bahnhof Nikkō).

Die Kleinstadt (25000 Ew.) liegt nördlich von Tokio im Nikkō-Nationalpark. Eine Viertelstunde nur geht man vom Bahnhof zur Hauptattraktion, dem Tōshōgū-Schrein. Mit diesem Prachtbau wollte Tokugawa Iemitsu seinem Großvater Ieyasu, dem ersten Tokugawa-Shōgun, ein Denkmal setzen. 1634 beorderte er über 15000 Handwerker und Künstler aus ganz Japan hierher. Allein 2,5 Mio. Lagen Blattgold wurden in der Anlage verarbeitet. Die chinesisch inspirierte barocke Fülle der 22 Gebäude voller Schnitzereien und Bemalungen hat das japanische Sprichwort geprägt: „Sag nie prächtig, bevor du Nikkō gesehen hast“.

Der Rundgang beginnt bei derrot lackierten Shinkyō-Brücke. Sie wurde 1636 für den Shōgun und sein hochgestelltes Gefolge errichtet. Eine Zedernallee führt zum Tempel Rinnōji (gegründet im 7. Jh.), in dessen Haupthalle der Buddha des westlichen Paradieses steht. Eine Steintreppe führt weiter zu einem Granittor, das einst nur die Vornehmen durchschreiten durften: Hier beginnt die Schreinanlage des Tōshōgū. Die fünfstöckige Gojūnotō-Pagode in Rot und Gold trägt am untersten Stockwerk die zwölf Tiere des chinesischen Jahreszyklus. Am Tor Niō- oder Omote-mon betätigen sich zwei grimmige Deva-Könige als Tempelwächter. Der heilige Marstall im ersten Hof ist mit einem weltbekannten Ensemble geschmückt: mit den drei Affen, die nichts Böses hören, sehen noch sagen. Die Bronzelaterne im mittleren Hof war eine Gabe der niederländischen Regierung. Peinlicher Fehler: Das Malvenblätterwappen der Tokugawa steht auf dem Kopf.

Den Gipfel des Prunks bildet das Yōmei-mon, das Tor zum inneren Hof. Um durch seine Einzigartigkeit nicht den Neid der Götter heraufzubeschwören, haben die Erbauer absichtlich einen kleinen Schönheitsfehler eingeplant, denn eine der Säulenverzierungen unterbricht die ansonsten makellose Symmetrie. Geradezu dezent und beruhigend dagegen wirkt das Tor Karamon in Gold und Weiß. Nach drei weiteren Bauwerken - der Gebetshalle Haiden, der Verbindungshalle und der Haupthalle Honden - gelangen Sie zu einem rot lackierten Wandelgang, der Sie zum letzten berühmten Schnitzwerk führt: Es ist eine schlafende Katze, die so natürlich wirkt, dass die Mäuse angeblich lieber das Gelände meiden. Jenseits des reich geschnitzten Tores Sakashita-mon schreiten Sie schließlich über 207 Stufen zum Grabmal des Ieyasu. Tgl. 8-16.30 Uhr | Eintritt 1300 Yen

Beste Reisezeit für Nikkō ist April bis Oktober (Laubfärbung). Im Winter dagegen wird es unangenehm kalt. www.nikko.jp.org/english