Reisetipps Kärnten

Insider Tipps Kärnten Ein Interview mit MARCO POLO Insider Horst L. Ebner

Horst L. Ebner zog nach seinem Studium in Wien nach Klagenfurt. Er arbeitet für das ORF-Studio Kärnten vor allem im Kulturressort.

Wieso haben Sie Kärnten als Lebensmittelpunkt gewählt?

Ich lebe da, wo andere Urlaub machen. Die Vorzüge Kärntens liegen auf der Hand: großartige Natur, Lebensqualität im Übermaß, zwei Stunden Autofahrt ans Meer ...

Was stört Sie an Kärnten?

Die Deutschtümelei, die von rechter politischer Seite immer wieder als Wahlkampfinstrument hervorgekramt wird. Diese engstirnige Geisteshaltung, auch gegenüber der slowenischen Volksgruppe im Land, steht im Gegensatz zu durchaus gelebter Weltoffenheit. Ein kärntentypisches Paradoxon.

Was prädestiniert Sie als MARCO POLO Autor?

Ich hoffe, dass meine umfassende Kenntnis des Landes sich in diesem Band niederschlägt. Es geht ja nicht nur darum, die wichtigsten Wahrzeichen wie Hochosterwitz oder Heiligenblut vorzustellen. Durch meinen Job bin ich ja in allen Tälern und auch den hintersten Winkeln des Landes unterwegs. Deshalb kann ich nur jedem, der ein wenig abenteuerlustig ist, raten, die touristischen Trampelpfade zu verlassen und sich auf das Kärnten hinter der Prospektidylle einzulassen. Auch das ist erlebenswert.

Wo leben Sie in Kärnten?

Ich wohne seit einigen Jahren in Klagenfurt-Viktring. Eine recht ruhige Gegend im Südwesten der Landeshauptstadt. Mit dem Auto ist man in 10 Minuten im Stadtzentrum, mit dem Bike in 5 Minuten im Wald oder in 15 Minuten am See. Klingt irgendwie privilegiert, oder?

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

An einem freien Tag finden Sie mich wahrscheinlich bis über die Hüften in einem Bach stehend und die Fliegenrute schwingend. Also ich fische, sowohl mit der Fliege wie auch mit üblichen Angeln an diversen Seen. Und ich fotografiere und reise. Ich bin gerade aus Nordvietnam zurückgekehrt. China, Tibet, Nepal, Australien und die Sahara waren auch schon Ziele.

Mögen Sie die Kärntner Küche?

Jeder Kärntner liebt die Kasnudel. Allerdings diejenige, mit der man aufgewachsen ist. Heißt übersetzt: die Kasnudel von Muttern. In den letzten Jahren hat sich in Kärnten glücklicherweise auch die Fischküche deutlich verbessert. Wenn der richtige Koch fangfrische Fische aus Flüssen und Seen in die Hände bekommt, dann greife ich gerne zu.