Reisetipps Dublin

Stichworte Dublin

Craic

In Irland steht der Pub im Mittelpunkt des Lebens. Er ist viel mehr als nur ein Ort, an dem Bier getrunken wird. Denn hier pflegen die Iren zwei wichtige Elemente ihrer Kultur: Musik und Gespräche. Die Bedeutung der traditionellen Musik, die in Kneipen immer noch am besten gedeiht, ist bekannt. Fast noch wichtiger aber ist den Iren eine gute Unterhaltung, denn sie sind ein redegewandtes, witziges Volk. Ihr wortgewaltiges Talent heimst nicht nur Nobelpreise für Literatur ein - allabendlich kommt es auch am Tresen zur Geltung. Wo gelacht und geredet wird, dort fällt das Wort „craic„, das nur unzureichend mit „Spaß„ zu übersetzen ist. „What's the craic?„ bedeutet „Was ist los?„, „Was gibt's heute für Tratsch?„. Die Frage ist eine Aufforderung, etwas Unterhaltsames zu erzählen. Nach einem gelungenen Abend im Pub heißt es dann: „It was great craic!„ - „Wir hatten viel Spaß!„

Gälisch

Irlands Westen ist das Gebiet der gälischen Muttersprachler. Im Osten tut man sich schwerer damit. Junge Dubliner empfinden das Pflichtfach Gälisch in der Schule oft als lästig, und sie vergessen die Sprache ihrer keltischen Vorfahren schnell wieder. Dennoch begegnet der Tourist ihr in Dublin auf Schritt und Tritt. Straßennamen, Wegweiser und Websites sind zweisprachig. Bei Führungen, vor allem in nationalen Institutionen wie dem Dublin Castle, werden die Besucher oft in Gälisch begrüßt, um die eigene Identität zu unterstreichen. Zwei Begriffe stechen im Stadtbild besonders ins Auge: „Baile Atha Clia„ - der gälische Name der Stadt Dublin; „An lar„ steht auf dem Zielschild vieler Busse und bedeutet, dass sie durch die Stadtmitte fahren.

Georgian

„Georgian„ bezeichnet die Epoche von 1714 bis 1830, in der vier aufeinander folgende britische Könige - allesamt aus dem deutschen Fürstenhaus von Hannover - Georg hießen. Als zweitwichtigste Stadt nach London im aufstrebenden britischen Handelsimperium blühte Dublin in dieser Zeit. Die Bevölkerung wuchs von 60000 auf 224000 Einwohner, und für die Wohlhabenden entstanden neue Stadtteile mit breiten Straßen, repräsentativen Plätzen und Wohnhäusern in einem eigenen klassizistischen Stil. Augenfälligstes Element jener georgianischen Architektur sind stets die Türen, die berühmten „Georgian Doorways„. Sie sind der dekorative Kontrast zu den schlichten Backsteinfassaden, die in der Regel nur durch kleine gusseiserne Balkone in Höhe der ersten Etage verziert sind. Die Türen dagegen verwöhnen das Auge mit vielen Details. Einfache oder doppelte Säulen mit ionischen oder dorischen Kapitellen rahmen sie. Über dem Türsturz gewähren halbrunde Fenster mit fächerförmiger Verzierung, die so genannten fan-lights, einen Blick auf die dahinter liegenden Stuckdecken. Die Türen selbst werden außen in allen kräftigen Farben lackiert, so dass man selten zwei gleiche auf einen Blick sieht. Auf Hochglanz polierte Messingelemente - Klopfer, Knäufe, Briefschlitze, Namensschilder und Beschläge - runden das edle Gesamtbild ab.

Harfe und Shamrock

Zwei Nationalsymbole sind in Dublin allgegenwärtig. Die zwölfsaitige Harfe steht für den Barden und damit zugleich für Musik und Literatur. Wenn im Phoenix Park die Fahne mit der gelben Harfe auf blauem Grund weht, dann ist die Präsidentin (seit 1997 Mary McAleese) zu Hause, in ihrer Residenz mitten auf dem grünen Parkgelände. Die Harfe schmückt steinerne Wappen an den Fassaden repräsentativer Gebäude, am häufigsten aber ist sie als Logo der Firma Guinness zu sehen - dann allerdings spiegelverkehrt, denn auch in Irland wäre es anmaßend, die Staatsharfe auf einem Bierglas abzubilden.

Ein weiteres Symbol der Iren ist das Kleeblatt: Für Botaniker trifolium dubium, im Volksmund einfach shamrock. Am Nationalfeiertag St. Patrick's Day (17. März) haben die Gärtnereien Hochkonjunktur, jeder Dubliner trägt das patriotische Grün im Knopfloch.

Der Legende nach hat Patrick bei der Missionierung Irlands im 5. Jh. den dreiblättrigen Klee zur Hand genommen, um die Lehre der Dreifaltigkeit zu erklären. Wann immer es darum geht, für das Land Flagge zu zeigen, am Trikot der irischen Fußball- und Rugbymannschaften oder im Logo der Tourismusbehörde, erscheinen die drei Blätter der Shamrock-Pflanze.

Northside, Southside

Dublins Fluss teilt die Stadt nicht nur geografisch, sondern auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Einfluss und gesellschaftlicher Status sind auf der Southside konzentriert. Regierungsviertel, Institutionen wie die Nationalbank, die beste Einkaufsgegend, die feinsten Stadtplätze - all das liegt südlich der Liffey. Die vornehmen Wohnviertel sind auf der Southside, vor allem entlang der Bahnlinie DART zu finden. Zwar besitzt auch die Northside ihre glänzenden Höhepunkte wie O'Connell Street und den Botanischen Garten, aber es sind vor allem die Arbeiterviertel, die den Charakter von Dublins Norden prägen.