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Ausflüge & Touren Costa del Sol

Durch Málagas und Marbellas Hinterland

Diese knapp 150 km lange Tagestour führt durch eine Furcht einflößende Felsschlucht und zu einem Naturschutzgebiet, in dem Sie Flamingos beobachten können. Start ist in Málaga, das Ziel Monda im Hinterland von Marbella.

In Málaga entscheiden Sie sich zunächst für eine rasche Ausfahrt und wählen die A 357 westwärts Richtung Cártama. Bei der Ausfahrt Campanillas wechseln Sie auf die Landstraße A 6106 Richtung Pizarra. Die Großstadt ist urplötzlich zu Ende, die Provinz beginnt. Bei Álora nehmen Sie die Straße Richtung Ardales, um gleich darauf auf eine noch kleinere Straße abzubiegen.

Bald ist die ausgeschilderte Garganta del Chorro erreicht, eine Ehrfurcht gebietende Felsschlucht, die der Río Guadalhorce durchschäumt und die zu den spektakulärsten Zielen in ganz Andalusien gehört. Die Felswände steigen bis zu 400 m auf. Am Berg führt der Caminito del Rey, das heute nicht mehr begehbare „Königsweglein“, an einer Steilwand entlang.

Richtung Norden ist dann nach ein paar Minuten das Naherholungsgebiet Parque de Ardales erreicht. Smaragdgrün blinken drei aus Bergquellen gespeiste Stauseen inmitten ausladender Pinienwälder. Obgleich nur eine gute Stunde Fahrt von Málaga entfernt, sind sie abgeschieden und von fast alpenländischem Flair. Nördlich dieses künstlich geschaffenen Seengebiets liegt der größte natürliche See Andalusiens, Fuente de Piedra. Sie erreichen ihn, indem Sie die kleine Straße über den Ort Estación de Bobadilla wählen. Der komplett unter Naturschutz stehende See ist der einzige Binnensee Europas, an dem Flamingos brüten. Bis Mitte des 20. Jhs. wurde hier noch Salz gewonnen; heute machen sich die rosa gefiederten Vögel die verkrusteten Randflächen zunutze. Die besten Chancen zur Flamingobeobachtung bieten sich im Frühjahr und Sommer. Es gibt auch ein Besucherzentrum (Centro de Visitantes | Tel. 952111715 | Mo geschl.). Wer etwas länger bleiben und sich in der Gegend einquartieren will, trifft im Ortskern von Fuente de Piedra mit dem Dreisternehotel Fuente de Piedra (14 Zi. | Avenida Andalucía 1 | Tel./Fax Tel. 952736014 | www.hotelfuentepiedra.com | €) eine gute Wahl. Weitere Infos, auch zu Landhausunterkünften, unter www.fuentepiedra.es.

Ab Fuente de Piedra geht es zunächst nordwestwärts ein kurzes Stück über die Schnellstraße A 92, dann südlich über Sierra de Yeguas bis nach Campillos. Dort fahren Sie ab auf die kurvenreiche A 357, die sich durch das Gebirge windet, bis nach Cártama. Von Cártama aus auf der A 355 ist schnell Coín erreicht, der Verkehr wird stärker. Sie umfahren Coín und gelangen in ein Tal mit Orangen- und Zitronenhainen, das gekrönt ist von dem Ort Monda. Dem örtlichen Kastell, heute ein Hotel, hauchten einst die Mauren ein prachtvolles Leben ein.

Wüstenflair und Westernkulissen

In Almerías Hinterland ist der Tourismus noch nicht allzu dominierend. Die Region zeigt sich auf dieser Tagestour über rund 250 km von ihrer stillen Seite.

Vom quirligen, umtriebigen Almería geht es auf einer Schleife ans Cabo de Gata - dabei werden gleichsam Kontinente durchmessen: Die Sierra de Gata ist ein Stück Afrika in Europa, das unwirtlichste Gebiet der ganzen Iberischen Halbinsel. Nirgendwo in Europa ist die Niederschlagsmenge derart gering: um 150 mm im Jahr. Nach der blühenden Pracht plötzlich eine mit Agaven und Kakteen besetzte Steppenlandschaft im Regenschatten der mächtigen Sierra Nevada, die vor Hitze flimmert. Zerklüftete Cañons und ausgetrocknete Flusstäler sind ihre markanten Merkmale. An der Küste liegen herrliche Strände, die Meeresfauna ist äußerst vielgestaltig.

Es lohnt sich allein deshalb, in diese Ecke - mit rund 60 km Länge der größte naturbelassene Küstenstreifen des spanischen Mittelmeers - zu fahren, weil der Blick über den Golf von Almería faszinierend ist, vor allem bei Dunkelheit, wenn sich der Hafen der Stadt als vieltausendfach gepunktete Lichterkurve durch die Bucht zieht. Wo die Straße sich bergauf schlängelt, steht über der schroffen Felsküste der Leuchtturm am Kap, von dessen Mirador de las Sirenas man über bizarre Felsnasen hinweg eine phantastische Sicht hat.

Markantester Ort ist San José, wo Sie einige Pensionen finden und eine Runde um den Sporthafen drehen können. Die Straße zwischen dem Leuchtturm und dem Ort San José ist für den motorisierten Verkehr gesperrt. Wer San José ansteuern will, muss zurückfahren bis zur Kreuzung vor Ruescas und ab dort durch das Hinterland in weiter Schleife nach San José fahren. Hilfreiche Informationen zum Naturpark und zu Unterkünften unter www.parquecabodegata.com.

Von San José geht es dann über eine schmale Straße nach Norden in die Sierra de Alhamilla. Sie fahren Richtung Níjar und biegen später ab auf die Straße nach Tabernas. Dort stoßen Sie in einem praktisch vegetationslosen Terrain auf den Kulissenort Mini-Hollywood mit gezimmerten Haus- und Saloonfassaden. In dieser Gegend werden immer wieder Western gedreht. Der alte Westernkulissenort - heute zusammen mit einem Zoo auch als Oasys Parque Temático bekannt - lockt mit Westernshows (im Sommer tgl. 12, 17 und 20 Uhr, im Winter in der Regel nur am Wochenende | www.minihollywood.es | 19 Euro).

Die Sierra de Alhamilla ist die einzige echte europäische Wüste - zerklüftet, baum- und nahezu pflanzenlos. Die Luft ist extrem trocken und besonders rein - eine Wohltat für die Lunge. Diese Klimabedingungen machen sich auch Astronomen zunutze, die auf dem 2168 m hohen Calar Alto eine Sternwarte betreiben.

Über die Straßen 92 und 348 geht es anschließend weiter bis Alcolea. Dort fahren Sie ab auf die A 347 und erreichen in südlicher Richtung bald Berja. Das Städtchen ist eingebettet in ein Tal, dessen Hänge voller Rebstöcke sind. Für die Rudimente der Stadtmauern und arabischer Zisternen reicht ein Blick. Aber ziellos durch die Gassen streifen und Stille, Frieden, Gelassenheit tanken: Das sollten Sie sich gönnen, bevor Sie über die Küstenautobahn zurückkehren nach Almería.