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Reiseführer Türkei:Einkaufen

Teppich, Leder, Antiquitäten: Wer in den türkischen Basaren um den Preis feilschen will, muss Geduld und Humor mitbringen

Einkaufen in der Türkei erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Das Feilschen um eine Melone oder einen Sonnenhut im Einzelhandel ist jedoch ebenso unüblich wie in Deutschland – hier gelten Festpreise. Dagegen sind Basarhändler und Inhaber typisch türkischer Andenkenläden meist bereit zu handeln. Ein grober Verstoß gegen die guten Sitten ist es, um eine Ware zu feilschen, an der man kein echtes Interesse hat. Weitere Tipps: Der Käufer sollte niemals als Erster einen Preis nennen und sein Angebot sollte die Forderung des Händlers nicht um mehr als 30–40 Prozent unterschreiten. Bisweilen wird der Besitzer Sie zu einem Glas Tee einladen. Haben Sie ruhig Mut zu verhandeln. Und: Seien Sie hart in der Sache, aber stets freundlich im Umgang mit dem Verhandlungspartner. In moderneren Läden in Großstädten gilt allerdings der Preis wie ausgezeichnet.

Antiquitäten

Zu den beliebtesten Mitbringseln aus der Türkei gehören neben Kupfer- und Messingwaren, Wasserpfeifen, Silber- und Goldschmuck, Keramikarbeiten auch Antiquitäten. Darunter versteht man Stücke, die mehr als 100 Jahre alt sind. Grundsätzlich ist die Ausfuhr von Antiquitäten nur mit amtlichen Begleitpapieren möglich. Manchen Touristen erschien das in der Vergangenheit zu kompliziert – schließlich muss man in der Türkei vielerorts nicht einmal graben, um alte Steine und Münzen zu finden. Spätestens seit dem Fall eines deutschen Urlaubers, der wegen eines unscheinbaren Steins sechs Wochen in Antalya einsaß und der nur freikam, weil er eine Kaution von 6000 Euro zahlte, dürfte den meisten aber die Lust auf Trümmerdiebstahl vergangen sein. Nicht selten erweist sich auch die erworbene angebliche Antiquität bei genauerem Betrachten als Fälschung. Gefakte Altertümer finden sich oft bei den „antiken“ Münzen, die einem im Umfeld der archäologischen Stätten angeboten werden.

Schmuck

Gold & Silber

Bei Goldschmuck gilt wie überall anders auch: je aufwendiger die Verarbeitung, desto teurer wird das gute Stück. Es lohnt sich auf jeden Fall, abseits der touristischen Pfade nach nicht so stark besuchten Juwelieren zu suchen. Der tagesaktuelle Goldpreis muss ausgehängt sein. Und verlangen Sie unbedingt ein Echtheitszertifikat! Die Goldpreise sind zwar auch in der Türkei seit der Finanzkrise 2009/10 angestiegen, sind aber im Vergleich zu Europa immer noch deutlich niedriger. Beim ebenfalls sehr günstigen Silber achten Sie auf den Stempel im Innern oder auf der Rückseite des Schmuckstücks.

Kunsthandwerk & Design

Leder & Baumwolle

Produkte aus Leder und Baumwolle gehören zu den klassischen Souvenirs. Nicht überall jedoch bekommen Sie erstklassige Ware. Das Leder sollte nicht fleckig und gut durchgefärbt sein. Dicke ist nicht Steife: Die Hose oder Jacke muss sich nach einer Weile an Ihren Körper schmiegen können wie eine zweite Haut. Das Leder-Qualitätszeichen schützt vor mangelhafter Ware. Baumwollstoffe bekommen Sie auf fast allen Märkten zu günstigen Preisen. Oft sind die Stoffe naturgefärbt und mit schönen Stickereien verziert.

Teppiche

An zahllosen Webstühlen auf dem Land entstehen sie bis heute: die handgeknüpften türkischen Teppiche. Die besten Exemplare kommen aus Bergama, Konya, Kayseri und Uşak. Beim Kauf eines Teppichs sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten: je mehr Knoten, desto wertvoller. Als Beweis guter Arbeit sollte das Teppichmuster auf dem Rücken ebenso gleichmäßig erscheinen. Naturseide ist kostbarer als Kunstseide, Baumwolle wertvoller als Chemiefasern. Mit einem Geruchstest können Sie überprüfen, ob Kunstfasern beigemischt wurden: ein paar Fasern herausziehen und mit dem Feuerzeug verbrennen. Der Schwierigkeitsgrad eines Teppichs zeigt sich unter anderem daran, ob das Muster einen häufigen Farbwechsel aufweist. Bitte bedenken Sie bei der Beurteilung des Preises auch, dass man für einen Quadratmeter hochwertigen Teppich rund 100 Knüpftage rechnet!

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Unsere Autoren leben und arbeiten seit 12 Jahren in der Türkei. Während Zaptçioğlu (Studium der Geschichte und Politik in İstanbul und Göttingen) in İstanbul geboren wurde, ist Gottschlich (Studium der Philosophie und Publizistik in Berlin) ein echter Einwanderer. Beide arbeiten als Schriftsteller und Journalisten, die Zeitungen und Sender in Deutschland mit Nachrichten aus der Türkei versorgen.

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Quelle: www.marcopolo.de