Reisetipps San Francisco

Insider Tipps San Francisco MARCO POLO Korrespondent Roland Austinat im Interview

Roland Austinat lebt und arbeitet in San Francisco als freier Journalist und US-Korrespondent für diverse Fach- und Computerzeitschriften.

Wie kamen Sie nach San Francisco?

Weil ich beruflich in die USA gezogen bin, hatte ich die Wahl, mir eine beliebige Stadt auszusuchen. In San Francisco war ich davor schon oft beruflich und privat - die Stadt begeistert mich seit 1993 mit ihrer wilden Mischung aus bewahrter Historie und dem ständigen Drang, sich selbst neu zu erfinden.

Was reizt Sie hier besonders?

Ich liebe die Mischung aus verrückten Typen und der entspannten Atmosphäre, aus Sehenswürdigkeiten und obskuren Geschäften. Und ich liebe das Wasser - in 15 Minuten Fußweg stehe ich am Aquatic Park. Als Küsten- und Hafenstadt ist San Francisco außergewöhnlich international, was Bevölkerung, Restaurants und die Offenheit für Neues angeht. Wenn ich nach einer Reise wieder hier ankomme, mich ein wildfremder Mensch grüßt und einen lockeren Spruch vom Stapel lässt, bin ich daheim.

Und was gefällt Ihnen hier nicht so?

Ich kann mich nicht erinnern, ein richtig schweres Gewitter erlebt zu haben, Regenbogen inklusive. Dafür hängt von Juni bis August oft ein dicker Nebelschleier über der Stadt, das müsste nicht unbedingt sein. Ach ja, und die Dreistigkeit mancher Obdachloser, die einen selbst am Geldautomaten ansprechen, ist mir manchmal etwas zuviel.

Warum schreiben Sie für MARCO POLO?

Als Journalist interessieren mich nicht nur Offensichtlichkeiten, sondern auch die Hintergründe. Deswegen liebe ich es, tagtäglich meine Stadt und ihre versteckten Kleinode aufzuspüren - und dann andere an meinen Entdeckungen Teil haben zu lassen.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann wieder in Deutschland zu leben?

Eine Rückkehr nach Deutschland hinge etwas von der politischen Situation im Land und auf der Welt ab - wenn die USA sich zukünftig noch mehr Feinde machen, wäre das sicher eine Überlegung wert. Ein anderer Grund wären eigene Kinder - sollen die vielleicht besser in Deutschland eine etwas breitere und gleichzeitig tiefgreifendere Schulbildung genießen?

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Gerne treffe ich mich mit Freunden, gehe mit ihnen essen, ins Kino, spazieren oder hänge mit ihnen in einem Café ab. Und als „Sound Guy“ stehe ich in der Christian City Church San Francisco hinter dem Mischpult und sorge dafür, dass unsere zwölfköpfige Band nicht lauter als 95 Dezibel wird.