Reisetipps New York

Insider Tipps New York Ein Interview mit MARCO POLO Autorin Alrun Steinrueck

Alrun Steinrueck lebt seit 1997 in New York und liebt die Stadt, weil man sich in ihr so lebendig fühlt.

Wieso leben Sie in New York?

Ich traf bei einem Urlaub in New York einen Freund, der mich zu einer Diaschau in eine Fotoagentur einlud. An diesem Abend bat mich der Chef der Agentur zu einem Bewerbungsgespräch und nach zwei Tagen rief er mich im Hotel an, um mir den Job anzubieten. Da musste ich mich erst einmal hinsetzen. Überwältigt sagte ich zu!

Wie geht es Ihnen dort?

Ich kam, um ein Jahr zu bleiben und habe mich dann wider Erwarten in die Stadt verliebt. Ich fühle mich hier lebendiger, unternehmungslustiger, risikofreudiger und glücklicher als in Deutschland. Hier wird einem erst einmal eine Menge zugetraut, berufliche Risiken gehören zum Alltag. Das vitalisiert.

Und was mögen Sie nicht so?

Die grosse Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft sind angenehm, haben aber auch negative Begleiterscheinungen wie Oberflächlichkeit und Unehrlichkeit. Wenn die Menschen, die einem nahe sind, zu höflich werden, weiß man nicht, was echt und was Fassade ist. Außerdem leben viele Amerikaner in Armut, ohne Krankenversicherung und haben keine gute Ausbildung. Diese sozialen Härten fallen auf in der Stadt und schmerzen.

Wo leben Sie?

Ich bin nach Brooklyn gezogen, wo es ruhiger und nachbarschaftlicher zugeht. Mein Büro liegt in Manhattan.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin freie Journalistin und arbeite für den deutschen Markt - für Reisemagazine, Tageszeitungen und Wochenzeitschriften. Zwischendurch schreibe ich auch mal an einem Buch oder kuratiere ein Filmfestival. Hier bleibt man flexibel, denn die Stadt ist teuer und erfordert einen großen Einsatz.

Mögen Sie die New Yorker Küche?

Ich liebe sie! Es gibt hier einfach alles: jemenitischen Sauerteig, amerikanische Eggs-over-easy oder Boston-Sushi-Rollen. Für alle Geschmacksrichtungen und jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

Könnten Sie wieder in Deutschland leben?

Deutschland liegt mir nach wie vor am Herzen. Da ich hier keine unbegrenzte Aufenthalterlaubnis besitze, kann es sein, dass ich die USA irgendwann verlassen muss. Ich würde sicher zuerst nach Deutschland zurückgehen - aber dann vielleicht auch wieder ein anderes Land ins Auge fassen.