Reisetipps Hamburg

Szene Hamburg

Unser Szene-Scout

Katrin Wienefeld liebt ihre Wohnung direkt am Fischmarkt. Von dort ist es nur ein Sprung in die zahlreichen Musikclubs auf dem Kiez, die sie am Wochenende mit Freunden zusammen erkundet. In ihrer Freizeit boxt die Journalistin, beruflich erkundet sie die Trendszene Hamburgs, denn sie schreibt für diverse Reiseführer und Stadtmagazine.

Indie-Konzerte

Live und spontan

Abseits vom Mainstream und jenseits etablierter Musikclubs rockt eine rege Subkulturszene Hamburg. Hip-Hop oder Elektro - die innovativsten Konzerte sind die spontanen Auftritte auch schon mal auf dem Bürgersteig vor der Kneipe. Auch Nachwuchsmusiker stürmen die Bühnen. Orte des Geschehens sind das Kulturhaus 73 (Schulterblatt 73, www.dreiundsiebzig.de), die schräge Kneipe Hasenschaukel (Silbersackstr 17) und natürlich der subversive Hafenklang (Große Elbstr 84, www.hafenklang.org).

Gay&Lesbian

In-Viertel St. Georg

Regenbogenbunt geht es in St. Georg zu. Spätestens seit der Buchladen Männerschwarm (www.maennerschwarm.de) in die Lange Reihe 102 gezogen ist, avanciert das Viertel zum Gay-and-Lesbian-Hotspot. Anregungen zu Diskussionen und ein gutes Netzwerk bietet das Beratungszentrum Hein&Fiete (Pulverteich 21, www.heinfiete.de). Im Café Gnosa (Lange Reihe 93, www.gnosa.de) tratscht die Szene bei Torten und Tee.

Art-Pioniere

Kunst statt Sanierung

Low-Budget-Künstler beleben ein ganzes Viertel und lassen es kulturell aufleben. In der Großen Bergstraße in Altona lässt sich die so genannte Gentrification live erleben. Die ehemalige Fußgängerpassage mit viel 60er-Jahre Beton ist Sanierungsgebiet, günstige Mieten ziehen Künstler an. Foren der Szene sind das Kultwerk West mit Politdiskussionen und Kulturevents (Große Bergstr 162, www.kultwerkwest.de) und der Quartiersladen, der die Entwicklung der Stadt dokumentiert (Große Bergstr 156, www.konsalt.de).

Kochkurse

Ran an den Topf

Es wird selbst gekocht! Doch von wegen Hausmannskost: Auberginenravioli mit rotem Pesto, pochierter Zander in Krebssauce mit Blattspinat - Luxusfood kommt auf die Teller. Die Kochkurse der Szenerestaurants Nil (Neuer Pferdemarkt 5, www.restaurant-nil.de) und Atlas (Schützenstr 9A, www.atlas.at) sind begehrt. Den gleichen Weg beschreitet auch der Buchladen Koch Kontor. Hier lässt Martina Olufs ihre Leidenschaft zu einer rundum sinnlichen Erfahrung werden. Jede Woche werden bei einem Kochkurs die Buchrezepte aus dem Laden durchgekocht (Karolinenstr 27, www.koch-kontor.de).

Schön schräg

Mode und Design

Im angesagten Karolinenviertel werden die Trends von morgen kreiert (www.karolinenviertel.de). Die Designerin Anna Fuchs hat es mit ihren femininen Kleidern für selbstbewusste Frauen unter die deutschen Modestars geschafft (Karolinenstr 27, www.annafuchs.de), Herrenschneider Andreas Linzner begeistert Lifestyler mit coolen Teilen aus Frottee (Marktstr 6, www.andreaslinzner.com). Im Lockengelöt, St. Paulis kreativstem Laden, lautet die Devise: Unnützes gibt's nicht. Alte Waschtrommeln werden zu Nachtschränken umfunktioniert, Vinylplatten zu Pendeluhren, und sogar die Lufthansa ließ dort aus ausgedienten Flugzeugteilen eine Lampe designen (Wohlwillstr 20, www.lockengeloet.org).

Schlagkräftig

Box-Workouts

Der Boxsport boomt. Kein Wunder, schließlich ist Hamburg Weltmeisterstadt: Im Universum-Boxstall werden die meisten Sportler zu Stars. Beim freien Training kann jeder montags und freitags Fightern wie Felix Sturm, Susi Kentikian oder den Newcomern zugucken. Am besten die Autogrammkarten mitbringen (Am Stadtrand 27, www.boxing.de). In vielen Sportvereinen und Fitnessclubs wird bei Fitnessboxen geschwitzt, und der letzte Schrei ist Managerfighting (www.white-collar-boxing.de). Manager gegen Manager! Führungskräfte bauen beim Boxen ihre überschüssige Energie ab. Gut für ihre Mitarbeiter!

Poetry Slams

Literatur auf dem Vormarsch

Hamburg ist Slamburg! Nach amerikanischem Vorbild inszenieren die Dichter des Macht-Clubs (www.macht-ev.de) ihre Literatur. Crossover-Formen und die interdisziplinäre Vernetzung mit Performern und Musikern sind sowohl gewollt als auch begehrt. Eng und heiß wird es dann beim offenen Poetry-Slam im Musikclub Molotow (Spielbudenplatz 5, www.molotowclub.com). Genial gute und genial gruselige Verse gibt's beim Latenight-Slam in den Zeise-Kinos (Friedensallee 7-9, www.zeise.de). Hier ist alles möglich; manche Jungliteraten schaffen es dabei sogar in die Verlage. Vorreiter der unkonventionellen Schreibe sind Schriftsteller des Writers' Room; als Poets on the beach treffen sie sich im Sommer zum Read-in bei der Strandperle an der Elbe (Schulberg 2, Termine unter www.writersroom.de).

Design-Bars

Partytreffpunkt: Hamburger Hotelbars

Die In-Crowd entdeckt die Bars der Designhotels für sich. Nicht zuletzt aufgrund des atemberaubenden Styles und der 250 Drinks hat sich die Yakshi's Bar im East-Hotel (Simon-von-Utrecht-Str 31, www.east-hamburg.de) den Spitzenplatz als Lieblings-Location ergattert. Bei Sushi und Longdrinks entspannt man in der im Retro-Chic gestalteten Bar des angesagten Twenty Five Hours Hotel Hamburg (Paul-Dessau-Str 2, www.25hours-hotel.com). Einen phantastischen Blick über die Stadt genießt die Szene bei einem Sundowner im Le Ciel. Im 9. Stock des Hotels Le Royal Meridien ist die Atmosphäre lässig und man selbst dem Himmel nicht mehr fern (An der Alster 52-56 | www.starwoodhotels.com/lemeridien).