Reisetipps Hamburg

Ausflüge & Touren Hamburg

Radtour zur Kirche von Altenwerder

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hafens sind das Thema dieser außergewöhnlichen Fahrradtour. Nichts für Freunde der reinen Natur, hier geht es auch durch Industriegebiete. Inklusive Hin- und Rückfahrt mit dem Schiff ca. 5 Stunden. Nehmen Sie ein Picknick mit!

Es beginnt mit einer kleinen Schiffsreise. An den Landungsbrücken besteigen Sie die Hadag-Fähre 61. Es reicht ein normales HVV-Ticket, Räder sind kostenlos (nur Mo bis Fr | alle 2 Std. | Abfahrtszeiten: Tel. 31170710 | www.hadag.de). Sie fahren bis zum Anleger Waltershof. Hier ist der alte Hafen zu Hause, Schuten, Kohleberge und Schlepper begegnen Ihnen. Das große, weiße Kuppelgebäude linker Hand ist die Festmacherzentrale: Die Festmacherschiffe sorgen dafür, dass die Riesenpötte fest vertäut an ihren Liegeplätzen liegen, die Arbeit zählt zu den gefährlichsten Jobs im Hafen. Rechts sehen Sie die riesigen Containerbrücken von Eurogate.

Radeln Sie links den Rugenberger Damm bis zum Ende. Schön ist es hier nicht, aber spannend: Sie sind direkt unter der Köhlbrandbrücke! Beim Zollamt Waltershof (Freihafengrenze) geht es in die Finkenwerder Straße. Nach einigen Minuten biegen Sie rechts in den Hornsand. Folgen Sie der Ausschilderung „Neugraben/Finkenwerder“. Bei dem Firmenschild „Paul Günther“ links; ein erstaunlich idyllischer Radweg führt Sie unter der Autobahn bis zur Dradenstraße. Bei der Bushaltestelle BAB Waltershof über die große Kreuzung geht es jetzt Richtung Altenwerder links in die Waltershofer Straße hinein, nach ca. 200 m wieder links in den Altenwerder Hauptdeich. Sehen Sie schon, schräg rechts im kleinen Wäldchen, den roten Kirchturm? Das ist ihr Ziel. Folgen Sie den Hinweisen zur Kirche rechts in den Altenwerder Kirchdeich. Am Ende des Weges, vollkommen einsam, umgeben nur von einem kleinen Wäldchen und einem Friedhof, liegt die ehemalige Dorfkirche von Altenwerder, St. Gertrud. Bedenken Sie: Dies war einst der lebendige Dorfmittelpunkt von 2000 Menschen! 1973 entschied der Senat, das Dorf für die Hafenerweiterung aufzulösen. Alle Proteste blieben wirkungslos, einziges Zugeständnis: St. Gertrud bleibt erhalten. Hochzeiten und Beerdigungen finden immer noch statt, am Heiligabend ist die Kirche voll.

Hören Sie durch die Bäume ein Piepen? Das sind die rein elektronisch geleiteten Containerschlitten von Europas modernstem Containerterminal Altenwerder. Rund herum wird ständig gebaut. Vielleicht ist der Fahrradweg von St. Gertrud bis zum Terminal schon fertig, dann gibt es Aussichtspunkte und Pausenstationen. Sie können nun entweder zurückfahren, oder Sie erweitern Ihre Tour. Einige Kilometer weiter erreichen Sie Moorburg. Auch dieses (noch) so idyllische Dörfchen wird in wenigen Jahren dem Hafen weichen. Über Wilhelmsburg und die Elbbrücken können Sie zurück bis in die City radeln. Dazu brauchen Sie eine gute Karte und ein paar Stunden mehr Zeit. Der Aufwand lohnt: Mit dieser Tour werden Sie zu einem echten Hamburg-Insider!

Zum Eisernen Kanzler in den Sachsenwald

Ein herrlicher Wald, wunderbare Restaurants, zwei Museen und ein Schmetterlingsgarten erwarten Sie auf dieser Tour, die Sie gut mit der Bahn und zu Fuß organisieren können. Ein halber Tag sollte es schon sein. Die S-Bahn Linie 21 bringt Sie vom Hauptbahnhof direkt bis nach Aumühle, Fahrzeit 33 Min. Die Endstation liegt mitten im Sachsenwald.

1871 hatte Kaiser Wilhelm I. dieses größte geschlossene Waldgebiet Schleswig-Holsteins seinem „eisernen Kanzler“ Bismarck zum Dank für dessen treue Dienste geschenkt. Das riesig große Waldgebiet ist noch heute im Besitz der Familie, die immer noch auf Schloss Friedrichsruh lebt. Dieses Schloss erreichen Sie von Aumühle durch den Wald mit einem ganz gemütlichen Spaziergang von ca. 30-40 Min. Rechts aus dem Bahnhof über die Straße in den Wald, der Weg ist ausgeschildert. Schon hier locken die ersten schönen Ausflugslokale, alle mit wunderbaren Terrassen und einer guten Küche.

Laufen Sie los, am Reitstall vorbei. Rechts oberhalb lohnt der Besuch des wunderbaren Eisenbahnmuseums (nur So 11-17 Uhr | Eintritt frei). Große alte Dampfloks wurden liebevoll restauriert. Lassen Sie eine Spende da, die ist verdient! Wenn Sie Schloss Friedrichsruh (Mauer des Schlossparks) erreichen, erblicken Sie als Erstes ein Hinweisschild auf den Schmetterlingsgarten auf dem Gelände der fürstlichen Försterei. Die Idee zu Deutschlands erstem Schmetterlingsgarten soll Fürstin Elisabeth von Bismarck übrigens während ihrer vielen Reisen in die Tropen gekommen sein (20. März bis Ende Okt. tgl. 9-18 Uhr | Eintritt 5 Euro | Tel. 04104/6037 | www.garten-der-schmetterlinge.de). An der Schlossmauer entlang geht es weiter, links die Straße hinunter finden Sie das Bismarck-Museum, wo Sie u.a. die beeindruckenden Schaftstiefel des über 1,90 m großen Altkanzlers bewundern können. Bismarcks Mausoleum liegt einige Gehminuten entfernt (April-Okt. tgl. 10-18, Nov.-März Mi, Sa, So 10-16 Uhr | Eintritt 4 Euro). Ein wenig wie ein Konkurrenzunternehmen wirkt die im ehemaligen Bahnhof untergebrachte Bismarck-Stiftung. Hier heißt die Ausstellung „Bismarck und seine Zeit“, alles ist deutlich weniger auf den Personenkult ausgerichtet als im Museum (im alten Bahnhofsgebäude | März bis Okt. Di-So 10-18, Nov.-Feb. 10-17 Uhr | Tel. 04104/97710).

Nun haben Sie sich eine Pause verdient. Wie wär es mit einem Rehmedaillon im Forsthaus Friedrichsruh? Wo Sie heute speisen, trainierte einst Max Schmeling (tgl. | Tel. 04104/692366 | €€). Von Friedrichsruh fährt eine Regionalbahn mehrmals am Tag zurück nach Hamburg. Oder Sie wandern durch den Wald zurück nach Aumühle, dort fährt dann wieder die S-Bahn.

Apfel, Birne, Kirsche: das Alte Land

Der Besuch in Hamburgs Obstgarten ist am schönsten im Frühling. Dann blühen die Kirschbäume und die Blumen vor den prächtigen alten Höfen. Rechnen Sie für die Autotour ca. 4 Stunden.

Ihre Zahl geht in die Millionen: Apfel- und Kirschbäume, Birnen und Pflaumen - das Alte Land ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet in Mitteleuropa. Das Wort „alt“ hat übrigens nichts mit einer „alten“ Besiedlungsgeschichte zu tun. Die ersten Siedler hier kamen aus Holland, „olland“ hieß das Gebiet zunächst auf Plattdeutsch. Daraus wurde dann vermutlich irgendwann „olles Land“, also „Altes Land“. Die kleinen Orte hier haben so schöne Namen wie Francop, Jork, Ladekop und Cranz und erinnern mit ihren auf Deichen erbauten Häusern wirklich sehr an holländische Küstenstädtchen.

Am einfachsten erreichen Sie das Gebiet über die A7, Abfahrt Waltershof, und dann durch Finkenwerder Richtung Cranz. Auf dieser Fahrt passieren Sie das riesige Airbus-Gelände. Wie schon auf der Tour nach Altenwerder werden auch hier die Wunden, die die Industrialisierung in die schönen alten Kulturlandschaften reißt, bitter deutlich. Ganz besonders hübsch ist das Städchen Steinkirchen mit seinem Zentrum aus Fachwerkhäusern. In der Dorfkirche finden Sie eine wunderschöne Orgel von Arp Schnitger. Der berühmte norddeutsche Orgelbauer starb 1719; begraben wurde er im nahen Neuenfelde, wo man 1971 seine Gruft entdeckte. Neben ihm wirkten noch viele andere Orgelbauer im Alten Land.

Dann folgt das größere Jork. Hier heiratete am 8. Oktober 1776 Gotthold Ephraim Lessing seine Frau Eva König - nach fünfjähriger Verlobungszeit. Fast hätte das große Ereignis nicht stattfinden können: Bei einem Spaziergang über die Obstmarschen war der große Schriftsteller und Philosoph in ein „schlammig Wasser“ gefallen. Erbost wollte er den Ort der Schande vorzeitig verlassen, doch seine spätere Frau überzeugte ihn. Tragisch war ihr Schicksal: Schon ein Jahr später starb sie im Kindbett. Tatsächlich kann man auch heute noch in den Obstwiesen im Schlamm versinken. Zum Spazierengehen sind sie in der Regel nicht geeignet. Doch die blühenden Bäume und vor allem die herrschaftlichen Höfe mit ihren Prunkpforten sind wunderbare Fotomotive. In einem der schönen alten Bauernhäuser finden Sie das Museum Altes Land (April bis Okt. Di-So 11-17, Nov.-März Mi, Sa, So 13-16 Uhr | Eintritt frei | Westerjork 49).

Ein schöner Pausentreff ist der Obsthof Matthies kurz hinter Jork. Im gläsernen Restaurant können Sie sonntags brunchen oder nachmittags Apfeltorte verspeisen. Es gibt Hofführungen und viele regionale Spezialitäten (tgl. | Am Elbdeich 31 | Tel. 04162/91580 | www.obsthof.de). Eines der beliebtesten Hamburger Ausflugslokale ist der Estehof. Dort stehen so schöne Gerichte wie Estebrügger Quarkbüddel auf der Karte: köstliche Wildente üppig mit Rotkohl und Knödeln (Do-Mo 11-19 Uhr | Juli/Aug. wg. Betriebsferien vorher anrufen | Estebrügger Str. 87 | Tel. 04162/275 | €€). Weitere Informationen über das Alte Land: www.3meilenvorhamburg.de

Wölfe und Schweine in den Harburger Bergen

Dieser Ausflug ist nicht nur, aber auch, ein Tipp für Familien mit Kindern. Im Wildpark Schwarze Berge treffen Sie auf Wisente und Füchse, im Freilichtmuseum Kiekeberg können Sie Brot nach alter Tradition backen - unter anderem.

Am bequemsten sind die Harburger Berge mit dem Auto (A7, Abfahrt Marmstorf) zu erreichen, doch auch mit Bahn und Bus landen Sie relativ rasch direkt bei den beiden hier empfohlenen Ausflugszielen (S3 und S 31 bis nach Neuwiedenthal, dann Bus 340, Stationen Wildpark bzw. Museum Kiekeberg | Gesamtfahrzeit ca. 45 Min.). Der Wildpark Schwarze Berge ist ein Paradies für alle Tierfreunde, ob groß oder klein. Es gibt Wölfe, Luchse und Fledermäuse und, am aller aller wichtigsten, die komischen Hängebauchschweine, die Ihnen aufgeregt grunzend hinterhersausen, wenn Sie das richtige Futter gekauft haben. Der Spielplatz mit seinen Riesenschaukeln und Rutschen ist ein Magnet, auch für Stubenhocker. Sie können ihre eigenen Würstchen mitbringen und auf den Grillplätzen im Park grillen. Tgl. 8 bis 18, im Winter 9-17 Uhr | Eintritt 7, Kinder 5 Euro | Tel. 81977470 | Am Wildpark 1 | Rosengarten | www.wildpark-schwarze-berge.de

Das Freilichtmuseum Am Kiekeberg liegt nur einen Katzensprung entfernt. 30 schöne alte Höfe wurden hier restauriert bzw. wieder neu aufgebaut. Das ganze Dorf mit seinen Tieren und manchmal historisch kostümierten menschlichen Bewohnern lebt und lädt zum Mitmachen ein. Erkundigen Sie sich vorher nach Aktionstagen, z.B. Brot backen oder Kerzen ziehen. Klasse ist auch, wenn die Kleinen auf dem Trecker mitfahren dürfen. Im schönen Museumsladen gibt es tolle Mitbringsel. Di-Fr 9-17, Sa/So 10-18 Uhr | Am Kiekeberg 1 | Rosengarten-Ehestorf | Tel. 7901760 | www.kiekeberg-museum.de

Die Umgebung in den Harburger Bergen lädt zum Wandern ein. So hoch sind hier die Höhen, dass sich einige Restaurants Berghütten nennen - nur ein klein bisschen übertrieben!