Reisetipps Berlin

Sehenswertes Berlin Die immer neue Stadt

Das Tempo, in dem sich Berlin verändert, ist atemberaubend. Neue Museen, Straßen, Bauten machen die Stadt zur Wundertüte, auch für Einheimische

Selbst die Berliner kennen ihre Stadt oft nicht wieder. Wer ein paar Monate keinen Fuß in die Innenstadt gesetzt hat, findet plötzlich neue Gebäude vor, wo gestern noch Brache war, fährt über Brücken, die es früher nicht gab, und betritt respektvoll ein neu eröffnetes Museum. Keine Stadt Europas wandelt sich so schnell!

Längst hat der Bauboom auch den Westteil der Stadt ergriffen, neue Hotels entstehen allerorten, marode Bauten am Kurfürstendamm, etwa das berühmte Kranzlereck, wurden kurzerhand abgerissen und durch moderne Architektur ersetzt. Das Regierungsviertel zieht den Betrachter mit seinen luftigen Bauten in Bann, und vor dem Reichstagsgebäude mit der gläsernen Kuppel stehen die Besucher Schlange. Platz für Visionen und neue Ideen ist nach wie vor reichlich vorhanden. So entsteht etwa am Ostbahnhof eine riesige Arena, das Stadtschloss soll wieder aufgebaut werden, der Palast der Republik am gleichen Platz wurde bereits abgerissen. Der Lehrter Bahnhof ist nun Hauptbahnhof und gilt als größter Bahnhof Europas. Ein Großteil der Züge fährt unterirdisch ab. Entworfen wurde der Bahnhof vom Hamburger Architektenbüro Meinhard von Gerkan.

Nach und nach zeigt sich die Innenstadt von ihrer besten Seite, und wer einmal das restaurierte Brandenburger Tor durchschreitet, wird sich kaum vorstellen können, wie wüst der Pariser Platz dahinter einst war. So sehen viele Gäste eine Stadt, die es so vor zehn Jahren noch gar nicht gab, und merken es nicht einmal. Denn das ist den Architekten, egal ob am Potsdamer Platz oder in der Friedrichstraße, gelungen: Die assimilierende Architektur der Postmoderne hat sich fast überall perfekt ins Stadtbild gefügt, und nur wenige belächeln, dass Berlin noch immer keine Wolkenkratzer aufweist. Die Berliner lieben es eher überschaubar, und für ein Geschäftszentrum wie etwa in Frankfurt am Main fehlt es in Berlin nach wie vor an Wirtschaftskraft.

Kultur hingegen wird in Berlin groß geschrieben. Mit über 200 Museen, Sammlungen und Archiven bietet Berlin eine Museumslandschaft der Superlative. Malerei, Alltagskultur, Technik- und Heimatgeschichte gibt es in so großer Vielfalt zu besichtigen, dass es Monate bräuchte, um sich auch nur annähernd einen Überblick zu verschaffen. Und es kommt immer noch Neues hinzu.

Der Mut zum kulturellen Aufbruch hat Tradition in Berlin. Welche Stadt besitzt schon ein Museum, das eigens für einen ausgegrabenen Altar gebaut wurde? Nicht umsonst ist das 1930 eröffnete Pergamonmuseum mit rund 850000 Besuchern jährlich eines der beliebtesten der Stadt. Und das strahlt auf die gesamte Museumsinsel aus. Das Ensemble aus fünf Museen birgt Kunstschätze, wie sie weltweit nur der Louvre in Paris oder die Petersburger Eremitage zu bieten haben. Die Idee zu einem Zentrum der Kunst und Geschichte hatte Kronprinz Friedrich Wilhelm. Zwischen 1825 und 1930 entstanden das Alte Museum (Kupferstichkabinett), das Neue Museum, das Bodemuseum, die Nationalgalerie (europäische und deutsche Malerei des 19. Jhs.) und das Pergamonmuseum (Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst, Zentralarchiv und -bibliothek). Das Neue Museum soll in den kommenden Jahren nach einem Entwurf des britischen Architekten David Chipperfield rekonstruiert werden und später die Sammlung des Ägyptischen Museums, die bis 2009 im Alten Museum gezeigt wird, aufnehmen. Das Bodemuseum erstrahlt bereits in neuem Glanz; seit 2006 sind dort Exponate des Museums für Byzantinische Kunst und die Skulpturensammlung zu besichtigen. Aus der Gründung des "königlichen Museums" Friedrich Wilhelms III. ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hervorgegangen, zu der die Staatlichen Museen Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut sowie das Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumenten-Museum gehören. Letzteres ist am Kulturforum angesiedelt, dem westlichen Pendant zur Museumsinsel. Der Eintritt zu den Häusern der Staatlichen Museen Berlin beträgt 4 bis 8 Euro. Bei Sonderausstellungen, etwa in der Neuen Nationalgalerie, werden aber auch schon mal deutlich höhere Preise verlangt. Infos zu allen Museen, zu Führungen und Sonderausstellungen bei der Museumsinformation: Tel. 24749888 oder im Internet unter www.mdberlin.de.

Berliner Dom

1894-1905 unter Federführung des Architekten Julius Carl Raschdorf erbaut, wurde der Dom im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Erst Mitte der 1990er-Jahre war die Haupthalle für Gottesdienste wiederhergestellt. Vom vorherigen Dom, der hier an gleicher Stelle seit 1750 stand, stammen noch der Altar mit Apostelwand, der Taufstein und zwei Kandelaber. Die Hohenzollerngruft beherbergt ca. 90 zum Teil reich verzierte Särge von Monarchen und Adeligen Preußens. | April-Sept. Mo bis Sa 9-20, So 12-20, Okt-März Mo-Sa 9-19, So 12-19 Uhr, Andachten tgl. 12-12.30, 18-18.30, Gottesdienste So 10, 18 Uhr (Führungen mehrmals tgl.) | Eintritt 5 Euro | Am Lustgarten | S-Bahn | HackescherMarkt | Bus 100 | HaltestelleSchlossplatz

Blindenwerkstatt Otto Weidt

Bewegende Ausstellung über das Leben jüdischer und nichtjüdischer Behinderter, die der Kleinfabrikant Otto Weidt in seiner Blindenwerkstatt vor den Nationalsozialisten versteckte. | Tgl. 10-20 Uhr | Rosenthaler Str. 39 | www.blindes-vertrauen.de | S-Bahn | HackescherMarkt

DDR-Museum

Bei ehemals Betroffenen dürfte die Rückschau auf den DDR-Alltag in dem 2006 eröffneten Museum zwiespältige Gefühle hervorrufen: fehlende Lebensmittel, peinliche Jeans, FKK-Urlaub, die Schreibmaschine Modell "Erika" und die Musik von Karat oder City, die man sich über Kopfhörer ins Gedächtnis rufen kann. DDR-Alltagsgeschichte auf 400 Quadratmetern. | Tgl. 10-20, Sa bis 22 Uhr | Eintritt 5 Euro | Karl-Liebknecht-Str. 1 | Spreepromenade | www.ddr-museum.de | S-Bahn | Hackescher Markt

Denkmal der Bücherverbrennung

Auf dem Bebelplatz an der Staatsoper erinnert das Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullmans an die Bücherverbrennung des 10. Mai 1933. Werke von Erich Kästner, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und anderen den Nazis nicht genehmen Autoren flogen ins Feuer. Das Mahnmal in einem ehemaligen Straßenbahntunnel ist als ausgeräumte Bibliothek mit Platz für 20000 Bücher konzipiert. Durch eine Glasplatte, die oben in den Boden eingelassen wurde, fällt der Blick auf leere Regale. | Mitte | Unter den Linden | Bus 100 | HaltestelleStaatsoper

Deutsche Guggenheim Berlin

Ausstellungen mit moderner Kunst von internationalem Rang. Eine Kooperation der Deutschen Bank mit der Solomon R. Guggenheim Foundation. | Tgl. 11-20, Do bis 22 Uhr | Unter den Linden 13 | www.deutsche-guggenheim.de | U6 | Französische Straße

Deutsches Historisches Museum

Den Kern der Dauerausstellung, die 2006 im Zeughaus wiedereröffnet wurde, bilden so genannte Epochenräume. Darin "wandern" Besucher von den Anfängen der deutschen Geschichte bis in die Gegenwart. In dem von Ieoh Ming Pei entworfenen Neubau werden auf drei Etagen wechselnde Ausstellungen gezeigt. | Tgl. 10-18 Uhr | Zeughaus (Altbau) | Unter den Linden 2 | www.dhm.de | S-Bahn | Hackescher Markt

Dokumentationszentrum Berliner Mauer

Ein Stück Originalmauer steht noch, Sehschlitze geben den Blick "nach drüben" frei. Auf diese Weise können Besucher die Teilung der Stadt nachempfinden. Im Dokumentationszentrum informiert eine Ausstellung über den Maueralltag an der Bernauer Straße, die schon zum Bezirk Wedding gehört. | Di-So 10-18, im Winter bis 17 Uhr | Bernauer Str. 111 | www.berliner-mauer-dokumentationszentrum.de | S 1 und 2 | Nordbahnhof

Dorotheenstädtischer Friedhof

Viele Größen aus Kunst und Kultur haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. In jüngster Zeit wurde der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau zu Grabe getragen. Außerdem liegen hier Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Helene Weigel, Anna Seghers, Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottlieb Fichte sowie Georg Wilhelm Friedrich Hegel unter der Erde. Innerhalb des Friedhofs befinden sich auch noch die Reste des Französischen Friedhofs, der 1780 für die Hugenotten angelegt worden war. Durch den alten Baumbestand ein lauschiger Ort, um in der Hektik der Großstadt ein wenig Luft zu holen. | Chausseestr. 126 | U 6 | Zinnowitzer Straße

Fernsehturm und Alexanderplatz

Als zweithöchster Fernsehturm Europas gilt der "Telespargel" neben dem Brandenburger Tor als das Wahrzeichen der Stadt. Mit 365 m Höhe ist der 1966-69 erbaute Turm mit seiner verglasten Kugel fast von jedem Innenstadtbezirk aus zu sehen. Auf der Plattform in 203 m Höhe tummeln sich an wolkenlosen Tagen so viele Gäste, dass sich vor den Fahrstühlen lange Schlangen bilden. Eine Stunde Wartezeit muss man mitunter in Kauf nehmen, bevor einen der Lift in nur 40 Sekunden nach oben katapultiert. Das Telecafé über der Aussichtsplattform dreht sich zweimal pro Stunde um die eigene Achse. Bei guter Sicht kann man bis zu 40 km weit sehen (tgl. 9-24 Uhr | Eintritt 8 Euro | Panoramastr. 1a).

Der Alexanderplatz zu Füßen des Fernsehturms ist seit 1805 nach Zar Alexander I. benannt und wurde einst als Exerzier- bzw. Marktplatz genutzt. Heute tummeln sich auf der weitläufigen Fläche Einkaufsbummler und Fernsehturmbesucher. Nach einer Sanierung des Platzes, der völligen Umgestaltung des Kaufhauses Kaufhof und dem Einzug von C&A in das denkmalgeschützte Berolinahaus (1929) von Peter Behrens hat sich der Platz komplett verändert. Nur die Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft erinnern noch an alte DDR-Zeiten.

In der Nähe des Roten Rathauses steht der Neptunbrunnen: Als wolle er sich mehr Überblick verschaffen, balanciert Meeresgott Neptun mit seinem Dreizack - daher auch der Spitzname "Forkenbecken" - auf einer großen Muschel. Unter ihm lagern vier Frauen, die die Flüsse Oder, Weichsel, Rhein und Elbe verkörpern. Als Kaiser Wilhelm II. den von Reinhold Begas geschaffenen Brunnen geschenkt bekam, ließ er ihn vor dem Stadtschloss aufbauen. Erst nach der Restaurierung 1969 erhielt er seinen heutigen Platz in der Nähe des Roten Rathauses. | Alexanderplatz | Bus 100 | Haltestelle Spandauer Straße | U-/S-Bahn | Alexanderplatz

Friedrichstrasse

Schon in den 1920er-Jahren war die Friedrichstraße dem Amüsement verpflichtet. Theater, Varietés und Bars begleiteten ihren 3,5 km langen Weg von Nord nach Süd durch den Bezirk Mitte. Vor der Wende schnitt die Mauer die Straße in zwei Teile. Der berühmte Checkpoint Charlie war der Grenzübergang. Heute zeugen nur noch einige aufgeschichtete Sandsäcke sowie ein Abfertigungshäuschen von den alten Zeiten. Schicke Bürobauten und Geschäftshäuser ragen in den Himmel, etwa das Quartier 206 mit ausgesuchten Boutiquen. Auch die Galeries Lafayette mit dem verglasten Atrium sind ein architektonisches Highlight. Der Friedrichstadtpalast war schon zu DDR-Zeiten berühmt für seine Revuen. U-/S-Bahn | Friedrichstraße

Friedrichswerdersche Kirche

Mit dem 1824-30 errichteten Gotteshaus schuf Schinkel ein Hauptwerk der deutschen Neugotik. Im Inneren sind Skulpturen des frühen 19. Jhs. ausgestellt. Schwerpunkt ist die klassizistische Bildhauerei mit Werken von Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch u.a. | Tgl. 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei | Werderscher Markt | U 2 | Hausvogteiplatz

Gendarmenmarkt

Er gilt mit seinen Bauten aus dem 18./ 19. Jh. als schönster Platz der Stadt. Eingerahmt vom Französischen und vom Deutschen Dom steht das von Schinkel 1818-21 erbaute Schauspielhaus mit Schillerdenkmal, das heute als Konzerthaus dient. Im Krieg stark beschädigt, wurde der Französische Dom 1983 wiederaufgebaut. Er war 1701-05 für die 8000 Hugenotten in der Stadt erbaut worden. Eine Ausstellung im Dom informiert über das Leben dieser Migranten. Der 70 m hohe Turm kam erst 1780-85 hinzu. Nach dem Ende der Sanierung haben Besucher jetzt wieder einen schönen Blick auf den Gendarmenmarkt (Di-So 12-17 | Turm tgl. 9-19 Uhr | Gendarmenmarkt 5). Der gleichaltrige Deutsche Dom am anderen Ende des Platzes wird nicht mehr als Kirche genutzt; er beherbergt eine Ausstellung zur Deutschen Geschichte. U6 | Stadtmitte

Hackesche Höfe

Berühmt wegen der verwinkelten Architektur sind die 1905-07 erbauten Hackeschen Höfe. Hier haben sich Kneipen, Kinos, Galerien, Varietés und Boutiquen etabliert. Rund um die angrenzende Sophienstraße mit ihrer Handwerks- und Einzelhandelstradition wohnten vor dem Krieg viele Juden. Davon zeugt noch die teilweise wiedererrichtete Neue Synagoge in der Oranienburger Straße. S-Bahn | Hackescher Markt

Hamburger Bahnhof

In dem zum Museum umgebauten Bahnhof wird auf einer Fläche von 13000 m² Kunst der letzten 60 Jahre gezeigt, die zu großen Teilen der Sammler Erich Marx zur Verfügung gestellt hat. Den Grundstock der Sammlung bilden Werke von Andy Warhol, Cy Twombly, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, Anselm Kiefer und Joseph Beuys. In Sonderausstellungen werden zudem Werke aus der Flick-Kollektion gezeigt. | Di-Fr 10-18, Sa 11-20, So 11-18 Uhr | Eintritt 8 Euro | Invalidenstr. 50 | www.smb.spk-berlin.de/hbf/ | S 5, 9 und 75 | Hauptbahnhof

Karl-Marx-Allee

Als längstes Baudenkmal Deutschlands weist die Allee nicht nur architektonisch gen Moskau. Sozialistischer Realismus, auch als "stalinistischer Zuckerbäckerstil" tituliert, rahmt die 90 m breite Prachtstraße ein, die 1952-60 erbaut wurde. Von der einstigen Frankfurter Straße waren durch den Krieg nur Trümmer übrig geblieben. Wahrzeichen dieser beeindruckenden Allee mit zahlreichen bis zu 300 m langen und bis zu neun Etagen hohen Wohnblöcken sind die beiden Türme am Frankfurter Tor, die den Türmen der Dome am Gendarmenmarkt nachempfunden wurden. Die Gebäude in Ziegelbauweise wurden überwiegend aus Resten zerbombter Häuser gebaut. Am 17. Juni 1953 brach auf der bis 1961 "Stalinallee" getauften Straße der legendäre Arbeiteraufstand aus, der blutig niedergeschlagen wurde. | Friedrichshain | U 5 | FrankfurterTor

Kunstwerke

Zeitgenössische Kunst und Design auf hohem Niveau. Vom 1. Stock aus können Besucher an der Hauswand entlang durch eine Röhre nach unten rutschen. | Di-So 12-19, Do bis 21 Uhr | Eintritt 6 Euro | Auguststr. 69 | Tel. 2434590 | www.kw-berlin.de | S 1 und 25 | Oranienburger Straße

Museum für Kommunikation

Das Museum gilt als das älteste Postmuseum der Welt. Seit der Renovierung (1996-2000) erwartet die Besucher eine faszinierende Dauerausstellung mit Computergalerie, interaktiven Exponaten, Robotern und den ersten Telefonapparaten von Philip Reis und den berühmtesten Briefmarken der Welt: der Roten und Blauen Mauritius. | Di-Fr 9-17, Sa/So 11-19 Uhr | Eintritt 3 Euro | Leipziger Str. 16 | www.museumsstiftung.de/berlin | U 2 und 6 | Stadtmitte

Museum für Naturkunde

Die Sammlung mit über 25 Mio. zoologischen, paläontologischen, mineralogischen und geologischen Objekten hat Weltklasse. Das berühmte Originalskelett des Brachiosaurus brancai mit 23m Länge und 12m Höhe ist seit der Restaurierung wieder in ganzer Pracht zu sehen. Hunderte von Tierpräparaten geben einen Einblick in die Vielfalt der heimischen Tierwelt. | Di-Fr 9.30-17, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 3,50 Euro | Invalidenstr. 43 | www.naturkundemuseum-berlin.de | U 6 | Zinnowitzer Straße

Museumsinsel

Im Alten Museum werden Kunst und Skulpturen der Griechen und Römer gezeigt. Die Kunst der Etrusker, das Herzstück der Sammlung, wird erst nach der Generalsanierung des Hauses zu sehen sein. Bis dahin sind die griechischen Kunstwerke im Hauptgeschoss ausgestellt. Steinskulpturen und Figuren aus Ton und Bronze, Friese, Vasen, Goldschmuck und Silberschätze zeugen von einer prachtvollen Kultur. Info-Inseln informieren über griechische Mythen, antike Stadtkultur und über die Ausgrabungsstätten der Berliner Museen. Im 1. Obergeschoss wird bis 2009 die weltberühmte über 3000 Jahre alte Büste der ägyptischen Königin Nofretete sowie Kunst und Kunsthandwerk Altägyptens gezeigt.

Der ganze Stolz der Berliner ist das frisch restaurierte Bodemuseum mit der Skulpturensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst (mit Bildwerken vom frühen Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jh.) sowie dem Münzkabinett mit 500000 Raritäten.

Die Nationalgalerie ist nach der Grundsanierung eines der schönsten Berliner Museumsgebäude mit wertvollen Gemälden und Skulpturen des 19. Jhs. Anhand der Werke, u.a. von Menzel, Schadow, Blechen, erfährt man viel über die einstige Bebauung der Stadt, die Mode und den Geist der Kaiserzeit.

Das Pergamonmuseum wurde eigens für den Pergamonaltar, den der Ingenieur Carl Humann im 19. Jh. in der Türkei ausfindig gemacht hatte und 20 Jahre lang rekonstruieren ließ, 1910-30 erbaut. Der 113 m lange Skulpturenfries zählt zu den Meisterwerken hellenistischer Kunst und zeigt den Kampf der Götter mit den Giganten. Im Saal nebenan ist das prachtvolle Markttor von Milet (130 n. Chr.), ein Glanzstück römischer Architektur, zu sehen. Auch die Sammlungen für Islamische sowie für Vorderasiatische Kunst sind weltweit einzigartig. Herausragend: die 30 m lange geziegelte Prozessionsstraße von Babylon mit den kunstvollen Löwenmalereien.

Alle Museen: Di-So 10-18, Nationalgalerie und Pergamonmuseum Do bis 22 Uhr | S-Bahn | Hackescher Markt

Neue Synagoge

Bei ihrer Einweihung 1866 war sie mit 3200 Sitzplätzen die größte Synagoge der Welt, heute dient das Gebäude in der Oranienburger Straße nur noch als Ausstellungs- und Andachtsort. Wer die strengen Sicherheitskontrollen passiert hat, steht schnell vor einer großen Glasfront, die den Blick auf den ehemaligen Kirchenraum freigibt, heute ein kiesbestreuter Freiplatz. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 entging die Synagoge dank des Eingreifens eines couragierten Berliner Polizisten der Brandstiftung. 1943 sorgte dann aber ein Bombenangriff für ihre fast völlige Zerstörung. Die Fassade und die mächtige goldene Kuppel, zu der eine Treppe hinaufführt, wurden seit 1988 wieder instandgesetzt. | April-Sept. So/Mo 10-20, Di-Do 10 bis 18, Fr 10-17, Okt.-März So-Do 10-18, Fr 10-14 Uhr | Eintritt 3, Kuppel 1,50 Euro | Oranienburger Str. 30 | S 5, 9, 75 | Oranienburger Straße

Nikolaiviertel

Das Nikolaiviertel mit der Nikolaikirche südöstlich vom Alexanderplatz gilt als Wiege der Stadt; hier standen im 13. Jh. die ersten Häuser. Die jetztige Bebauung ist nur auf den ersten Blick Architektur des 18./19. Jhs., in Wahrheit entstand sie erst in den 1980er-Jahren. U 2 | Klosterstraße

Rotes Rathaus

Schon von weitem leuchtet der rote Backstein des 1861-70 errichteten Gebäudes über den Alexanderplatz. Während der Baukörper größtenteils im Stil der italienischen Hochrenaissance gehalten ist, ähnelt der Glockenturm dem der Kathedrale im französischen Laon. Auf Höhe der ersten Etage erzählen 36 Tafeln von je 6 m Länge von der Geschichte Berlins. Im letzten Weltkrieg stark zerstört, wurde das Rathaus nach 1958 Sitz des Ost-Berliner Magistrats, währenddessen der West-Berliner Senat im Schöneberger Rathaus Platz nahm. Seit der Wiedervereinigung ist das Rote Rathaus wieder das Rathaus von ganz Berlin. | Rathausstr. 15 | Tel. 90260 | www.berlin.de | U-/S-Bahn | Alexanderplatz

St.-Hedwigs-Kathedrale

Zu Beginn des 18. Jhs. lebten nur 700 Katholiken in Berlin. Kaum 30 Jahre später waren es aber schon rund 10000 - wegen der Schlesischen Kriege hatten sie die Flucht ins liberale Berlin angetreten. Deshalb wurde 1747 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, die der Architekt Jean Legeay zusammen mit dem königlichen Baudirektor Johann Boumann d.Ä. entwarf. Erst 1773, also fast 30 Jahre nach Baubeginn, war die Kirche jedoch nutzbar. Sie ist dem Pantheon in Rom nachempfunden. Im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff stark zerstört, wurde die Kathedrale 1952-63 wieder aufgebaut. | Mo-Fr 10-17, Sa 10-16.30, So 13-17 Uhr | Bebelplatz | U 2 | Hausvogteiplatz | Bus 100 | Haltestelle Staatsoper

Unter den Linden

Als geistiges und künstlerisches Zentrum Berlins hat die Allee, die am Brandenburger Tor beginnt und am Berliner Dom endet, nicht zuletzt wegen der Museumsinsel auch heute noch eine große Bedeutung. Seit dem 18. Jh. entstanden u.a. das Kronprinzenpalais, das Zeughaus sowie die Staatsoper und die jetzige Humboldt-Universität. Ende des 19. Jhs. wurde der Berliner Dom im wilhelminischen Stil errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Boulevard verwüstet. Mit Ausnahme des Stadtschlosses, dessen Reste Ost-Berlins Stadtregierung 1950 sprengen ließ, wurden die verbliebenen Gebäude wieder restauriert. Anstelle des Schlosses wurde am Ufer der Spree der Palast der Republik gebaut, zu DDR-Zeiten ein Kulturzentrum von nationaler Bedeutung, spöttisch "Palazzo Prozzi" genannt. Nach seinem Abriss soll an dieser Stelle das Berliner Stadtschloss wieder aufgebaut werden. | Mitte | S 1 und 25 | Unter den Linden

Bauhaus-Archiv

Tolle Sammlung zur Geschichte des Bauhauses: Möbel, Malerei, Design von Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius u.a. Letzterer entwarf das Museum 1964. | Tgl. 10-17 Uhr, Di geschl. | Klingelhöfer Str. 14 | www.bauhaus.de | U-Bahn | Nollendorfplatz

Botschaftsviertel

Südlich des Tiergartens sind zahlreiche Botschaften wiederauferstanden. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg residierten hier die Diplomaten, wovon nur noch die renovierten Botschaften Japans und Italiens zeugen. Architektonische Glanzlichter sind die Vertretungen von Schweden, Norwegen, Island, Dänemark und Finnland. Sie teilen sich einen Gebäudekomplex ("Botschaften der Nordischen Länder") mit einem öffentlichen Gemeinschaftshaus, einem Restaurant und Ausstellungsräumen. Die Botschaft Mexikos nebenan wiederum gibt sich avantgardistisch mit einem 18 m hohen Foyer, Dachgarten und einer markanten Fassade. All diese Botschaften legen Wert auf ein öffentlich zugängliches Kulturprogramm. So finden hier regelmäßig Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen statt. | Botschaft der Nordischen Länder | Rauchstr. 1 | Tel. 50502000 | www.nordischebotschaften.org | Gemeinschaftshaus Mo-Fr 10-19, Sa/So 11-16 Uhr. | Botschaft der Vereinigten Staaten von Mexiko | Klingelhöfer Str. 3 | Tel. 2693230 | www.embamex.de | Ausstellungssaal Mo-Fr 9-13 Uhr | Bus 100 | Haltestelle Nord-Botschaften

Brandenburger Tor

Als das Berliner Wahrzeichen nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten am 3. Oktober 2002 enthüllt wurde, jubelten eine Million Zuschauer. Die Berliner hängen an ihrem Stadtsymbol, das übrigens niemals die Funktion als Tor innehatte. Seit 1791 ziert das 20 m hohe Monument den Pariser Platz, erbaut nach Plänen des Architekten Carl Gotthard Langhans, der sich die Propyläen auf der Athener Akropolis zum Vorbild genommen hatte. Die Siegesgöttin, die vier Pferde antreibt, gilt als Friedensbringerin. Napoleon demütigte nach seinen erfolgreichen Kriegszügen die Berliner und nahm die Quadriga 1806 mit nach Paris. Erst acht Jahre später thronte sie als Folge der Befreiungskriege wieder an ihrem angestammten Platz. Die Viktoria wurde mit Eisernem Kreuz, Lorbeerkranz und preußischem Adler geschmückt, um an den Kampf gegen Napoleon zu erinnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Brandenburger Tor stark beschädigt. Nach alten Gipsmodellen wurde die Quadriga nachgebildet, gemeinsam von den Stadtverwaltungen Ost- und West-Berlins. Nach dem Willen der DDR-Regierung fielen Eisernes Kreuz und der preußische Adler jedoch weg, stattdessen bekam die Siegesgöttin einen Stab mit Eichenlaubkranz in die Hand. Erst nach der Wiedervereinigung kamen die alten Symbole wieder in Amt und Würden. | Mitte | Pariser Platz | S 1 und 25 | Unter den Linden

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Im Mai 2005 wurde das Mahnmal eingeweiht. 2700 verschieden hohe Betonpfeiler, Stelen genannt, wurden nach Plänen des New Yorker Architekten Peter Eisenman auf einem 19000 m² großen Gelände angeordnet. Man kann von allen Seiten in diese begehbare Struktur eintauchen, deren wellenförmige Gestalt von jedem Standort aus anders wahrgenommen wird. Im Untergeschoss befindet sich ein Informationszentrum. | Wilhelmstraße/Behrenstraße | U-/S-Bahn | Potsdamer Platz

Filmmuseum Berlin

Von den Anfängen des deutschen Films bis zur Gegenwart werden Kostüme, Filmausschnitte und vieles mehr gezeigt. Moderne Filmanimation, Spezialeffekte und virtuelle Welten bilden einen eigenen Schwerpunkt. Neu ist das integrierte erste deutsche Fernsehmuseum. | Di-So 10-18, Do bis 20 Uhr | Potsdamer Str. 2 | www.filmmuseum-berlin.de | U-/S-Bahn | Potsdamer Platz

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Eine Dauerausstellung zeigt eindrucksvoll, wie sich einzelne Menschen und Gruppen 1933-45 gegen die Nazi-Diktatur gewehrt und ihre Handlungsspielräume genutzt haben. | Mo-Mi, Fr 9-18, Do 9-20, Sa/So 10 bis 18 Uhr | Stauffenbergstr. 13 | www.gdw-berlin.de | U 2 | Mendelssohn-Bartholdy-Park

Hauptbahnhof

Der größte Bahnhof Europas wurde nach den Entwürfen des Hamburger Architekturbüros Gerkan & Partner gebaut. Glas und Stahl dominieren den mehrstöckigen Prachtbau mit zahlreichen Ladenpassagen und unterirdischen Gleisen in Nord-Süd-Richtung. Über 1000 Züge kommen hier täglich an. | Europaplatz | S-Bahn | Hauptbahnhof

Haus der Kulturen der Welt

Die 1957 zur Internationalen Bauausstellung erbaute ehemalige Kongresshalle erregte wegen ihrer gewagt ausschwingenden Dachkonstruktion internationales Aufsehen und handelte sich bei den Berlinern den Beinamen "schwangere Auster" ein. Seit 1989 wird das Gebäude von der Bundesregierung als "Haus der Kulturen der Welt" genutzt. Mit Kulturfestivals und Länderschwerpunkten hat es sich internationale Anerkennung erworben. | John-Foster-Dulles-Allee 10 | Bus 100 | Haltestelle Haus der Kulturen der Welt

Kulturforum

Alle Museen: www.smb.spk-berlin.de | U-/S-Bahn | Potsdamer Platz

In der 1998 eröffneten Gemäldegalerie sind einige der bedeutendsten Werke europäischer Malerei vom 13. bis 18. Jh. versammelt. 72 Säle und Kabinette mit 1400 Gemälden präsentieren einzelne Kunstlandschaften und Epochen. Sammlungsschwerpunkte bilden die italienische Malerei vom 14. bis 18. Jh. (u.a. Caravaggio, Botticelli, Raffael) und die niederländische Malerei des 15./16. Jhs. | Di-So 10-18, Do bis 22 Uhr | Stauffenbergstr. 40

Im Kunstgewerbemuseum sind Kostbarkeiten aus barocken Kunstkammern, Delfter Fayencen und barocke Gläser nur einige der Glanzlichter der Sammlung. Außerdem gibt es europäisches Porzellan - vor allem Meißen und KPM -, Zier- und Tischgerät von Rokoko über Klassizismus bis Jugendstil, wertvolle Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie Kostüme und Seidenstoffe zu sehen. | Di-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr | Tiergartenstr. 6

Im Musikinstrumentenmuseum werden seit 1984 rund 800 der insgesamt über 3000 Instrumente europäischer Kunstmusik des 16.-20. Jhs. gezeigt. Die Sammlung der Blasinstrumente aus St. Wenzel zu Naumburg aus der ersten Hälfte des 17. Jhs. gilt als einzigartig, ebenso das Bach-Cembalo. Verschiedene Instrumente dürfen ausprobiert werden. Jeden Samstag um 12 Uhr gibt es eine Vorführung der über 70 Jahre alten Wurlitzer Kino-Orgel. | Di-Fr 9-17 (Do bis 22), Sa/ So 10-17 Uhr | Tiergartenstr. 1

In der Neuen Nationalgalerie, einem von Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Flachbau, sind europäische Malerei und Plastik des 20. Jhs. von der klassischen Moderne bis zur Kunst der 1960er-Jahre Thema der Ausstellung. Zu betrachten sind Arbeiten u.a. von Kirchner, Picasso, Klee, Feininger, Dix und Kokoschka. Schwerpunkte der Sammlung: Kubismus, Expressionismus, Bauhaus und Surrealismus. | Di-Fr 9-18 (Do bis 22), Sa/So 11-18 Uhr | Potsdamer Str. 50

Potsdamer Platz

Am westlichen Rand des Potsdamer Platzes, dessen ursprüngliche Bebauung im Krieg zerstört wurde, befindet sich seit 1995 ein neues Stadtviertel mit Shoppingcenter, Kinokomplexen, Musicaltheater, Spielbank, Hotels und einem Filmmuseum. Beeindruckend ist das zeltähnliche, von Helmut Jahn entworfene Dach des Sony-Centers. Wetterunabhängig kann man hier flanieren oder auf einer der Caféterrassen Platz nehmen. Im Daimler-Chrysler-Gebäude (Architekt Hans Kollhoff) hievt der schnellste Fahrstuhl Europas Besucher in nur 20 Sekunden auf die Aussichtsplattform (tgl. 11 bis 20 Uhr | 3,50 Euro) in 93m Höhe. | Mitte | www.panoramapunkt.de | U-/S-Bahn | Potsdamer Platz

Regierungsviertel

Rund um den Reichstag scharen sich moderne Parlamentsgebäude, die sich spangenartig von Westen nach Osten ziehen. Das Ensemble wird "Band des Bundes" genannt. Das Bundeskanzleramt im Nordwesten wurde nach Plänen der Architekten Axel Schulte und Charlotte Frank errichtet, die auch das Gesamtkonzept für das Regierungsviertel entwarfen. Wegen seiner boxartigen Gestalt wird das 2001 fertig gestellte Kanzleramt im Volksmund "Bundes-" oder "Kanzlerwaschmaschine" genannt. Vor dem Portal symbolisiert die 5,50 m hohe Stahlplastik "Berlin" des 2002 verstorbenen baskischen Künstlers Eduardo Chillida mit vier ineinandergreifenden Armen die deutsche Einheit. Nördlich vom Reichstag steht das Paul-Löbe-Haus, benannt nach dem Reichstagspräsidenten der Jahre 1924-32. Es beinhaltet u.a. 550 Räume für 275 Abgeordnete und deren Mitarbeiter. Auf der gegenüberliegenden Seite der Spree zeigt als Pendant das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus gen Osten. Es wurde nach einer Reichstagsabgeordneten benannt und beherbergt u.a. die Parlamentsbibliothek, die als drittgrößte ihrer Art in der Welt gilt. Architektonisch interessant sind auch die so genannten Ministergärten mit etlichen Landesvertretungen nordöstlich des Potsdamer Platzes.

Reichstagsgebäude

Seit der 1884-94 nach Plänen von Paul Wallot errichtete Parlamentsbau Mitte der 1990er-Jahre mit einer gläsernen Kuppel versehen wurde, gilt der Bau als Publikumsmagnet. Besucher nehmen langes Anstehen (je nach Tageszeit) in Kauf, um einmal mit dem Fahrstuhl aufs Dach fahren und dann den spiralförmig angelegten Weg in die Spitze der Kuppel begehen oder auf der Dachterrasse des Restaurants Käfer Platz nehmen zu können. Von oben hat man einen phantastischen Blick auf das neue Regierungsviertel, den neuen Hauptbahnhof und das übrige Berlin. Besonders spektakulär ist der Blick nach Einbruch der Dunkelheit. Im Geschoss darunter debattieren derweil seit 1999 die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die man durchs Glasdach dabei beobachten kann. Nach dem Reichstagsbrand 1933 und den Kämpfen um Berlin war das Gebäude 1961-72 wieder aufgebaut worden und beheimatete eine Ausstellung zur deutschen Geschichte, die jetzt im Deutschen Dom zu sehen ist. 1990 konstituierte sich hier der erste Bundestag des wiedervereinigten Deutschland. Um den Bau für den Bundestag nutzen zu können, wurde er nach Plänen des Architekten Sir Norman Foster komplett entkernt und mit der Glaskuppel gekrönt. | Kuppelbesichtigung tgl. 8 bis 24 Uhr, letzter Einlass 22 Uhr, Besucherdienst Deutscher Bundestag (Führungen und Teilnahme an Plenarsitzungen) | Tel. 22732152 | Platz der Republik | Bus 100 | Haltestelle Reichstag

Siegessäule

Einst zierte das 67 m hohe Nationaldenkmal den Platz vor dem Reichstag. Um mehr Platz für die "Reichshauptstadt Germania" zu gewinnen, ließ Hitler die auch als "Gold-Else" betitelte goldene Viktoria auf den Großen Stern inmitten des Tiergartens versetzen. Die Siegessäule wurde 1864-73 nach Plänen von Heinrich Strack errichtet, um des Sieges über die Dänen zu gedenken. Die Aussichtsplattform bietet einen schönen Blick über die Stadt. | April-Okt. Mo-Fr 9.30-18.30, Sa/ So, 9.30-19, Nov.-März Mo-Fr 10 bis 17, Sa/So 10-17.30 Uhr | Eintritt 2,20 Euro | www.monument-tales.de | Straße des 17. Juni | Bus 100 | Haltestelle Großer Stern

Eastside Gallery

Zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke erstreckt sich die größte Openairgalerie der Welt. 118 Künstler aus 21 Ländern haben sich hier auf einem 1316 m langen Stück der Berliner Mauer verewigt. Die bekanntesten Werke sind der "Bruderkuss" von Dimitri Vrubel sowie "Berlin-New York" von Gerhard Lahr. | Friedrichshain | Mühlenstraße | www.eastsidegallery.com | U-/S-Bahn | Warschauer Straße

Kulturbrauerei

Die ehemalige Schultheiss-Brauerei hat sich erfolgreich als Kulturzentrum des Bezirks etabliert. Ein großes Kino mit mehreren Sälen, Konzert- und Veranstaltungseinrichtungen sowie eine Vielfalt an Clubgastronomie und Einzelhandel belebt das 25000m² große Hofensemble Tag und Nacht. Gebaut wurde das für Berlin typische, gelbfarbene Backsteingebäude 1890-1910 nach Plänen des Königlichen Baurats Franz Schwechten, der auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche entwarf. | Prenzlauer Berg | Knaackstr. 75-97 | U 2 | Eberswalder Straße

Mauerpark

Weite Wiesen, viele Hunde und noch mehr Erwachsene und Kinder tummeln sich täglich in dem Park an der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Ein Stück Mauer dient heute noch Graffitikünstlern in spe zum Üben. Highlight sind die riesigen Schaukeln im Süden sowie ein Kinderbauernhof am nördlichen Ende. | Prenzlauer Berg | Eberswalder Straße | U2 | Eberswalder Straße

Molecule Men

Vor den "Treptowers", den Zwillingstürmen des Allianz-Konzerns, stehen seit 1999 die Molecule Men. Die 30 m hohen Figuren des US-Künstlers Jonathan Borofsky in der Spree sollen das friedliche Aufeinanderzugehen an der Schnittstelle von Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg symbolisieren. | Treptow | Eichenstraße | S-Bahn | Treptower Park

Volkspark Friedrichshain

Im 52 ha großen Volkspark Friedrichshain im Norden toben sich Jugendliche auf einer Halfpipe aus, während die Eltern mit den kleinen Geschwistern am Märchenbrunnen ausruhen. Nicht nur Kinder lieben die 1913 erstmals gefluteten Wasserspiele im Volkspark Friedrichshain. Neun Rundbögen umrahmen Steinschalen mit Fontänen, Grimmsche Märchenfiguren und Ballustraden mit Tierfiguren. Der Brunnen ist mit seinem herrlich kitschigen Flair zum Szenetreffpunkt erholungshungriger Berufsjugendlicher, Familien und Liebespärchen geworden. | Am Friedrichshain | U-/S-Bahn | Warschauer Straße

Berlinische Galerie

Im neuen Landesmuseum für Berliner Kunst brillieren Werke der Neuen Wilden um Rainer Fetting neben Expressionisten wie Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner. Die neue Sachlichkeit ist mit Otto Dix und George Grosz vertreten. | Mi-Mo 10-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Alte Jakobstr. 124-128 | www.berlinischegalerie.de | U 1, 6 und 15 | Hallesches Tor

Deutsches Technikmuseum

Die Sammlung historischer Fahrzeuge, Handwerksgeräte und Erfindungen begeistert Jung und Alt. Um die Lokschuppen mit historischen Zugmaschinen oder die Abteilung Schifffahrt mit rund 1500 Exponaten zu besichtigen, braucht es eigentlich mehr als einen Tag. Spannend: Im Spectrum klären 250 Experimente anschaulich über technische Funktionsprinzipien auf. Seit 2005 gibt es die neue Sektion Luftfahrt mit echten Flugzeugen. | Di-Fr 9-17.30, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Trebbiner Str. 9 | www.dtmb.de | U 1, 2 und 15 | Gleisdreieck

Friedhöfe am Halleschen Tor

Bekannt für seine großartigen Kapellen und mausoleumsartigen Grabstätten reicher Familien, die jedoch mehr und mehr dem Verfall ausgesetzt sind. Etliche Berliner haben Patenschaften für einzelne Grabstätten übernommen, um den Friedhof in seiner alten Pracht zu bewahren. Bekannteste Ruhende sind E.T.A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso sowie die Familie Mendelssohn-Bartholdy. | Tgl. 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit | Mehringdamm | U 6 | Mehringdamm

Haus am Checkpoint Charlie

Dauerausstellung zum Mauerbau und zur Teilung der Stadt. Dokumentation verschiedener ge- und missglückter Fluchtversuche sowie diverse Fluchtobjekte: vom Mini-U-Boot bis zum Heißluftballon. | Tgl. 9-22 Uhr | Eintritt 9,50 Euro | Friedrichstr. 43 | www.mauer-museum.com | U 6 | Kochstraße

Jüdisches Museum Berlin

2000 Jahren jüdischer Kultur widmet sich die Dauerausstellung in dem spektakulären Museumsbau des New Yorker Architekten Daniel Libeskind. Mittels Multimediatechnik, Lichteffekten und den bizarren Grundrissen der Ausstellungsräume wird ein emotionaler Bezug zwischen Besuchern und Exponaten erzeugt. Thema ist u.a. die Geschichte und Verfolgung der Juden in Deutschland vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. | Mo 10-22, Di-So 10-20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Lindenstr. 9-14 | www.jmberlin.de | U 1, 6 und 15 | Hallesches Tor

Martin-Gropius-Bau

Ursprünglich als Kunstgewerbemuseum konzipiert, dient der 1877-81 nach Plänen von Martin Gropius (einem Großonkel von Walter Gropius) und Heino Schmieden errichtete Prachtbau mit schönen Reliefs und Mosaiken als stimmungsvoller Präsentationsraum für wechselnde Ausstellungen zu Kunst und Geschichte. | Mi-Mo 10-20 Uhr | Niederkirchner Str. 7 | S-Bahn | Anhalter Bahnhof

Topographie des Terrors

Auf dem Gelände des einstigen Machtzentrums des nationalsozialistischen SS- und Polizeistaates informiert eine Freiluftausstellung über die Gräueltaten, die von diesem Ort aus geplant und organisiert wurden. Auf Wandtafeln werden u.a. hingerichtete Politiker und Widerstandskämpfer portraitiert. 2007-09 wird hier ein neues Dokumentationszentrum gebaut. | Okt.-April tgl. 10-18, Mai-Sept. tgl. 10-20 Uhr | Niederkirchner Str. 8 | www.topographie.de | S 1 und 25 | Anhalter Bahnhof

Funkturm

Dem Pariser Eiffelturm nachempfunden, galt das Berliner Pendant, das 1926 auf dem Messegelände errichtet wurde, lange Zeit als modernes Wahrzeichen Berlins. Besonders zu Mauerzeiten diente der 138 m "Lange Lulatsch", wie er im Volksmund genannt wird, den West-Berlinern als Stadtsymbol. In 55 m Höhe befindet sich ein Restaurant, 71 m darüber die Aussichtsplattform. Der Sendemast auf der Turmspitze wird für den Polizeifunk genutzt. | Tgl. 10-23 Uhr | Eintritt 4 Euro | Charlottenburg | Messedamm | S-Bahn | MesseNord | U 2 | Kaiserdamm

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Wie ein mahnender Zeigefinger ragt die Turmruine der 1891-95 zum Gedenken an Wilhelm I. gebauten Kirche gen Himmel. Nach der fast vollständigen Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg entschieden die Kirchenoberen, wenigstens den Turm stehen zu lassen. Daneben entstand 1958-61 ein von Egon Eiermann entworfener moderner Kirchenraum in Form eines Achtecks aus blauen Glasbausteinen. Im Erdgeschoss des Turms ist eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche zu sehen. | Tgl. 9-19 Uhr, Sa 18 Uhr Kirchenkonzert | Charlottenburg | Breitscheidplatz | U-/S-Bahn | Zoologischer Garten

Kurfürstendamm

Vor der Wende der Einkaufsboulevard der West-Berliner und Inbegriff für Großstadtflair. Heute kaufen vor allem Japaner und Russen in den zahlreichen Boutiquen ein. In den letzten Jahren sind etliche Bausünden aus den 1960er-Jahren verschwunden, u.a. wurde das neue Kranzlereck mit Büros, Geschäften und einem neuen Café eröffnet. 1883-86 als 3,5 km langer Reitweg angelegt, zeugen noch etliche Häuser von der opulenten Bebauung zur vorletzten Jahrhundertwende. | Charlottenburg | U 9 und 15 | Kurfürstendamm

Olympiastadion

Rund 75000 Zuschauer passen in Deutschlands zweitgrößtes Stadion. 1936 anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin nach Plänen von Werner March erbaut, kicken heute hier vor allem die Profis von Hertha BSC den Ball über das Fußballfeld. Die nationalsozialistische Architektur hat stark gelitten, weshalb das Stadion zur WM 2006 grundlegend saniert wurde. Alle Zuschauerplätze wurden überdacht. | Tgl. 9-19, im Winter bis 16 Uhr | Eintritt 4 Euro, Stadionführungen tgl. 11, 13 und 15, im Sommer auch 17 Uhr, 8 Euro | Charlottenburg | Olympischer Platz 3 | Tel. 2546900 | Tel. 25002322 | www.olympiastadion-berlin.de | U2 | Olympiastadion

Sammlung Berggruen

Werke von Pablo Picasso und Paul Klee bilden den Schwerpunkt dieser einzigartigen Sammlung, die der Kunsthändler Heinz Berggruen zusammengetragen hat. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" werden auf drei Etagen des prächtigen Stüler-Baus faszinierende Frühwerke sowie Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier gezeigt. | Di-So 10 bis 18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Charlottenburg | Schloßstr. 1 | www.smb.spk-berlin.de/smb/ | U 7, | Richard-Wagner-Platz

Schloss Charlottenburg

Die über 300 Jahre alte Sommerresidenz der Kurfürstin Sophie Charlotte beeindruckt nicht nur durch französisch inspirierte Gartenarchitektur mit stramm stehenden Buchsbäumchen, sondern vor allem durch herrschaftliche Architektur des 17./18. Jhs. Die Wohnräume Friedrichs I. und seiner Gemahlin können besichtigt werden. Im hinteren Teil des Parks befindet sich das Mausoleum der Königin Luise, der Frau Friedrich Wilhelms III. | Di-So 9-17, Mausoleum April-Okt. Di-So 10-17 Uhr, Belvedere (KPM-Porzellansammlung) Di bis Fr 12-17, Sa/So 10-17 Uhr, Schinkelpavillon (Kunst und Kunstgewerbe der Romantik) Di-So 10-17 Uhr | Charlottenburg | Spandauer Damm | Eintritt: Schloss 6, Kombikarte 10, Belvedere und Schinkelpavillon 2, Mausoleum 1 Euro | Tel. 320911 | Bus 145 | Haltestelle Luisenplatz

The Story of Berlin

Wie auf einer Zeitreise bewegen sich die Besucher durch 24 Erlebnisräume, um die Geschichte Berlins zu erfahren. Hightech und Multimedia faszinieren vor allem junge Leute. | Tgl. 10-20, Einlass bis 18 Uhr | Eintritt 9,80 Euro | Charlottenburg | Kurfürstendamm 207 | www.story-of-berlin.de | U 15 | Uhlandstraße

Weltkugelbrunnen

Der Berliner Bildhauer Joachim Schmettau schuf 1983 mit dem Brunnen auf dem Breitscheidplatz einen umstrittenen, doch mittlerweile sehr beliebten Kunsttupfer im Windschatten von Gedächtniskirche und Europacenter. Wegen seiner Wuchtigkeit betiteln ihn die Berliner als "Wasserklops". Dabei ist die durch vielerlei Bögen aufgebrochene Granitkugel keineswegs plump, sondern brilliert durch ein einmaliges Zusammenspiel von Wasserströmen über Treppen, Paradiesfiguren sowie Kaskaden. | Charlottenburg | Breitscheidplatz | U-/S-Bahn | Zoologischer Garten

Zoologischer Garten

Der 160 Jahre alte Tierpark ist der älteste zoologische Garten Deutschlands und gilt mit 13300 Tieren in über 1437 Arten als artenreichster der Welt. Ein Höhepunkt: das Aquarium mit Krokodilhalle. | Tgl. 9-8.30, im Winter bis ca. 17 Uhr | Eintritt Zoo und Aquarium 16,50 Euro | Charlottenburg | Budapester Str. 5 | www.zoo-berlin.de | U-/S-Bahn | Zoologischer Garten

Alliiertenmuseum

Thema ist die Geschichte der Westmächte und Berlins in der Zeit von 1945-94. Eindrucksvoll wird die Berliner Luftbrücke 1948/49 dokumentiert; u.a. kann man ein Transportflugzeug, einen der so genannten Rosinenbomber, auf dem Freigelände besichtigen. | Do-Di 10-18 Uhr | Eintritt frei | Zehlendorf | Clayallee 135 | www.alliiertenmuseum.de | U 1 | Oskar-Helene-Heim

Botanischer Garten

Die ganze Welt der Natur vereint auf 43 Hektar: Sibirisches Steppengras, japanische Kirschbäume und deutsches Gartengemüse gedeihen in nächster Nachbarschaft. Highlights sind die riesigen Tropenhäuser, u.a. mit Riesenseerosen, Bambus und Palmen; toll die Orchideenhalle und die Kaktussammlung. | Tgl. 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Eingänge Unter den Eichen | Eintritt 5 Euro | Steglitz | Königin-Luise-Straße | www.botanischer-garten-berlin.de | S 1 | Botanischer Garten

Brücke-Museum

Idyllisch am Grunewald gelegen, bietet der Bungalow die weltweit umfangreichste Sammlung an Werken jener Expressionisten, die sich 1905 in Dresden als Brücke-Künstler zusammenschlossen, u.a. Karl Schmitt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein und Emil Nolde. | Mi-Mo 11-17 Uhr | Eintritt 4 Euro | Dahlem | Bussardsteig 9 | www.bruecke-museum.de | Bus 115 | Haltestelle Pücklerstraße

Chinesischer Garten

Europas größter chinesischer Garten bietet auf 2,7 ha u.a. eine Felslandschaft mit Wasserfällen, einen See mit Brücken und landestypische Pavillons. Beeindruckend: die Teezeremonie im "Berghaus zum Osmanthussaft". Auf dem gleichen Areal befinden sich auch ein japanischer, ein islamischer und ein balinesischer Garten. | Tgl. 9 Uhr bis Sonnenuntergang | Eintritt 2 Euro | Führungen (April-Okt. Tel. 5129498) sowie Teezeremonien (5 Euro Tel. 0179/3945564) nach Anmeldung | Marzahn | Eisenacher Str. 99 | U 5 Cottbusser Platz dann Bus 195 | Haltestelle Erholungspark Marzahn

Flughafen Tempelhof

Als größtes Bürogebäude Europas mit einer Länge von über 1200 m und 5000 Räumen vermittelt der Flughafen Tempelhof heute noch eine Ahnung von der Monumentalarchitektur im Nationalsozialismus. 1936 anlässlich der Olympischen Spiele eröffnet, sollte hier nicht nur ein internationales Flugkreuz entstehen, sondern auch das Luftfahrtministerium eine Bleibe erhalten. Heute fliegen nur noch kleine Maschinen den von Ernst Sagebiel konzipierten Flughafen an; in den Bürogebäuden sind Teile der Berliner Verwaltung und der Polizei untergebracht. | Tempelhof | Platz der Luftbrücke | U 6 | Platz der Luftbrücke

Glienicker Park

Ein wunderbarer Ort zum Flanieren wie in alten Zeiten, als Kurfürsten und Prinzessinnen unter Eichenlaub Händchen hielten und den phantastischen Blick über die Havel genossen. Zu Beginn des 19. Jhs. von Lenné und Schinkel gestaltet, bietet die 116 ha große Parklandschaft gepflegten Baumbestand, ein Schloss, italienisch inspirierte Pavillons, Fontänen, Laubengänge und Arkaden. Besonders gelungen ist der von Schinkel 1835 entworfene Rundtempel mit korinthischen Säulen. Auf der Glienicker Brücke nach Potsdam am Südende des Parks fanden während des Kalten Krieges die spektakulären Agentenaustausche statt. | Wannsee | Königstraße | Bus 316 | Haltestelle Glienicker Brücke

Grunewald

Als größtes Waldgebiet im Westteil der Stadt war der Grunewald zu Mauerzeiten das Naherholungsziel schlechthin. Heute geht es selbst an Wochenenden ruhiger zu. Mehrere idyllische Seen wie z.B. der Teufelssee sowie die Havel laden zum Baden ein. Am Teufelssee liegt auch das Ökowerk (Tel. 3000050) mit lehrreichem Naturgarten, Bienenstöcken zum Anschauen und Survivalkursen für Kinder. Am Ufer des Grunewaldsees bietet das Jagdschloss Grunewald aus dem 16. Jh. eine wertvolle Gemäldesammlung sowie ein Jagdmuseum (Mitte Mai-Mitte Okt. Di bis So 10-17 Uhr | im Winter nur Sa/So und feiertags mit Führungen um 11, 13 und 15 Uhr). Der 120 m hohe Teufelsberg im Norden entstand aus 21 Mio. Kubikmetern Bauschutt der kriegszerstörten Stadt. Der Berg bietet Berlins einzige Skiabfahrt. Am Wochenende treffen sich auch Drachenfans. | Grunewald | S 7 und 9 | Grunewald

Haus der Wannseekonferenz

In der Villa mit Seeblick verhandelten am 20. Januar 1942 Regierungsvertreter und SS darüber, wie sich der beschlossene Völkermord an den Juden organisatorisch durchführen ließe. Im Erdgeschoss informiert eine ständige Ausstellung über die Konferenz, die Vorgeschichte und die schrecklichen Folgen. | Tgl. 10-18 Uhr | Wannsee | Am Großen Wannsee 56 | Tel. 8050010 | www.ghwk.de | S-Bahn Wannsee dann Bus 114 | Haltestelle Haus der Wannseekonferenz

Jüdischer Friedhof Weissensee

Über 115000 Berliner Juden wurden hier zu Grabe getragen. Damit gilt die 1880 entstandene Ruhestätte als größter jüdischer Friedhof Europas. Die gelben Backsteingebäude sowie die Grabfelder entwarf Hugo Licht. Ein Gedenkstein erinnert an die 6 Mio. von den Deutschen ermordeten Juden. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die hier begraben wurden, zählen die Verleger Samuel Fischer und Rudolf Mosse sowie der Maler Lesser Ury. Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen (kann ausgeliehen werden). | April-Okt. So-Do 7 bis 17, Fr 7-15, Nov.-März bis 16, Fr bis 15 Uhr | Weißensee | Herbert-Baum-Str. 45 | S 8, 41 und 42 | Greifswalder Straße

Pfaueninsel

Ursprünglich befand sich auf dem 67 ha großen Eiland ein Zoo, den Friedrich Wilhelm III. zu Beginn des 19. Jhs. anlegen ließ. Heute zeugen nur noch die frei laufenden Pfauen und der romantische Park von der einstigen Bestimmung. Das rührend-kitschige weiße Schlösschen wirkt wie eine Filmkulisse. Es war für die Geliebte Friedrich Wilhelms II., Wilhelmine Enke, erbaut worden. | Wannsee | Pfaueninselchaussee | Fähre Nov. bis Feb. tgl. 10-16, März-Okt. 9-17 Uhr, Schloss April-Okt. Di-So 10 bis 17 Uhr | Bus 218 | Haltestelle Pfaueninsel

Sowjetisches Ehrenmal

Inmitten des Treptower Parks liegt einer der größten sowjetischen Soldatenfriedhöfe Deutschlands. Beeindruckend sind nicht nur die unzähligen Grabplatten, die 5000 gefallener Soldaten gedenken, sondern auch die monumentale, 12 m hohe Bronzeskulptur eines Soldaten, der ein gerettetes deutsches Kind trägt, sowie die gleichfalls gigantische Granitskulptur "Mutter Heimat". Das Ehrenmal wurde 1947-49 erbaut. | Treptow | Alt-Treptow 1 | S-Bahn | Treptower Park

Stasigefängnis Hohenschönhausen

Graue Bauten, hohe Mauern und Stacheldraht vermitteln eine Ahnung davon, wie sich politische Gefangene gefühlt haben müssen, die hier ohne Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft einsitzen mussten. Zeitzeugen führen durch die Gefängnisgebäude und machen deutlich, wie Menschen hier zu DDR-Zeiten psychisch gefoltert wurden.

Führungen Mo-Fr 11 und 13, Di-Do auch 15 Uhr, Sa/So stündlich 10-16 Uhr | Mo Eintritt frei, sonst 3 Euro | Hohenschönhausen | Genslerstr. 66 | Tram 5, 6 | Genslerstraße

Tierpark Friedrichsfelde

Der Tierpark Friedrichsfelde mit ca. 8000 Tieren fasziniert durch die Weitläufigkeit des von Lenné ursprünglich als Schlosspark angelegten Geländes. Das um 1690 errichtete Schloss kann besichtigt werden (Di bis So 10-18 Uhr). | Tgl. 9-18.30, im Winter bis ca. 17 Uhr | Eintritt 11 Euro | Lichtenberg | Am Tierpark 125 | Tel. 515310 | U 5 | Tierpark

Wuhlheide

Besonders Familien lieben die waldartige grüne Lunge mit Parkeisenbahn, Spielplätzen und dem Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ). Zahllose Veranstaltungen bieten die Gelegenheit, z.B. Theater oder Musik zu spielen, Kunsthandwerkstechniken zu erlernen oder im Raumfahrtzentrum den Raketensimulator zu testen. Auch Tiergehege, Ponyreiten, Skateboardanlage, Spielgeräteverleih. | Treptow | Eichgestell | Tel. 53071504 | S 3 | Wuhlheide