Reisetipps Wien

Szene Wien

Unsere Szene-Scouts

Für die beiden ist Wien das Zuhause einer digitalen Boheme. Als junge Kreative erfinden sie sich immer wieder neu und verzichten dafür auf die Sicherheiten einer Festanstellung. Catherine Ludwig ist Medienkünstlerin (www.nocti-luca.com), Wolf Leeb (www.wolfleeb.com) ist Architekturfotograf und Architekt.

Off-Spaces

Neue Galerien für neue Kunst

Nonprofit-Galerien mischen die Kunstszene auf und veranstalten regelmäßig Vernissagen und Events. Die Off-Spaces To be continued (Lerchenfelderstraße 65, www.tobecontinued.at) und die Kunsthalle Meidling (Ehrenfeldgasse 2, www.kunsthallemeidling.com) gehören zu diesen neuen Kunsträumen. Aber auch etablierte Galerien wie Meyer Kainer (www.meyerkainer.com), Krobath Wimmer (beide Eschenbachgasse 9, www.krobathwimmer.at), Martin Janda (Eschenbachgasse 11) oder Mezzanin (Getreidemarkt 14/Ecke Eschenbachgasse, www.mezzaningallery.com) fungieren als Sprungbrett für junge, avantgardistische Kunst. Und die gibt es in dieser Stadt mit ihren zwei Kunstakademien zur Genüge!

Shop wird Club

Nostalgieläden werden zu In-Treffs

Der Einzelhandel leidet, die Clubszene lebt - neuerdings entstehen Bars und Clubs in ehemaligen Läden, die dem Druck der großen Vorstadt-Shoppingmalls wichen. Die Stadt steht Pate und fördert die Gebäudemieten. Vorzeige-Exemplare sind die Bar-Clubs Werkzeug H (Schönbrunner Straße 61, www.werkzeugh.at) und Elektro Gönner (Mariahilferstraße 101, www.elektro-g.at) sowie Mini-Restaurants mit Wohnzimmer-Feeling wie das Aromat (Margaretenstraße 52, www.arom.at).

Good Connections

Passagen und Unterführungen im Fokus

Die neuen Wiener In-Places bilden Verbindungswege. Schwer angesagt seit der Eröffnung ist die Passage, ein Club in der ehemaligen U-Bahn-Station Babenberger Passage (Burgring 1, www.sunshine.at). In der Künstlerhaus Passage - kurz K/Haus Passage - (Karlsplatz) finden unregelmäßig Clubbings statt, z.B. gastiert die Partyreihe ICKE MICKE (www.ickemicke.at) immer wieder dort. Sehr angesagt ist auch das FLUC + FLUC_WANNE (Praterstern 5, www.fluc.at), das sich ebenfalls in einer ehemaligen Passage angesiedelt hat. Auch die kreative Szene setzt auf gute Verbindungen: In der Schulhofpassage (6. Bezirk, Verlängerung der Hirschengasse) siedeln sich zunehmend kleine Design- und Architekturbüros an.

Hybrid-Geschäfte

Multitasking-Shops made in Austria

In Wien befriedigen immer mehr Geschäfte mehrere Bedürfnisse gleichzeitig: Glanz und Gloria (Schottenfeldgasse 77, www.unartig.com) ist Boutique und Friseursalon in einem, im In-Treff Transporter (Kettenbrückengasse 1, www.transporterbar.com) werden zum kühlen Drink wechselnde Exponate junger Künstler serviert, im Kochbuchladen-Restaurant Babette's (Schleifmühlgasse 17, www.babettes.at) gibt es 2500 Kochbücher und eine feine Auswahl an Gewürzen zu kaufen. Wie es nach der Zubereitung schmeckt, erfährt der werte Kunde ebenfalls gleich vor Ort: In der Testküche werden ständig neue Rezepte angerührt - die frischen Food-Kreationen eignen sich hervorragend zum Lunchen.

Junge Labels

Shoppen beim Designernachwuchs

Quer durch Wien fertigen geniale Köpfe auffallend andere Kleider. Offroad-Labels wie Gegenalltag (Museumsplatz 1, www.gegenalltag.at) und Violett says (Lange Gasse 10, www.violettsays.at) bieten Fashion Vienna-made, während Disaster Clothing (Kirchengasse 19 und Neubaugasse 7, www.disasterclothing.at) Einzelstücke internationaler Design-Entdeckungen anbietet. Der MILCH.Laden (Yppenplatz 5, http://milch.mur.at) schließlich lockt stilsichere Kundschaft, u.a. mit eigenen Catwalks.

Alternative Wohnformen

K.u.K.-Paläste ade, willkommen in der Gartenlaube

Die Wiener leben lieber ungewöhnlich! Das Wohn- und Kulturprojekt Sargfabrik erfreut sich seit zehn Jahren immer größerer Beliebtheit (Goldschlagstraße/Matznergasse, www.sargfabrik.at). Seit der Legalisierung des ganzjährigen Schrebergarten-Wohnens ist das Leben im Häuschen auf der eigenen Parzelle der letzte Schrei. Klar, dass die Gartenhäuschen umgestaltet werden - vor allem junge Architekten wie planhaus (www.planhaus.at) stürzen sich auf die Objekte im Grünen. 32000 Kleingärten umgeben die Stadt wie ein grüner Gürtel, fast zwei Drittel davon werden bereits ganzjährig bewohnt.

Kugelspiele Open Air

Boule und Pétanque überall in Wien

Im 16. Jh. noch als Heilmittel gegen Rheuma eingesetzt, sind Kugelspiele derzeit Trendsport in Österreich (www.boule.at). Pétanque spielen die Wiener tagsüber bei gutem Wetter an der Salztorbrücke, im Sommer auf dem Gelände der Summer-stage am Donaukanal (U-Bahn-Station Roßauer Lände, www.summerstage.co.at) und im Volksgarten Pavillon (Burgring 1, http://pavillon.volksgarten.at). Auch im Augarten wird geboult, hier steigen auch Turniere (Obere Augartenstraße 1a). Das Museumsquartier (Museumsplatz 1/5, www.mqw.at) hat ganze vier Bahnen angelegt. Erwartungsgemäß wurden die Spielflächen zum lässigen Treffpunkt - Sandaufschüttungen und Bars sorgen für Hawaii-Party-Gefühle.

Sound of Vienna

Wien remixt, was die Töne hergeben

Nach Kruder & Dorfmeister (www.kruderdorfmeister.com) sind Dzihan & Kamien (www.couchrecords.com) das international erfolgreiche Wiener DJ-Duo der Stunde. Sofa Surfers (www.sofasurfers.net), MUM und Enduro oder Mad Professor setzen Sound-Highlights, unerreichte Originale wie die Waxolutionists (www.waxos.com) werden inzwischen selbst kopiert. Auf dem Vormarsch sind wilde Ost-Beats mit Balkan-Zigeunertimbre und Gypsy-Crossover-Musik, zu hören beispielsweise im Club Ost (Schwindgasse 4, www.ostklub.at) oder auf einer der Russen- und Balkanpartys im Nachtwerk (Dr.-Gonda-Gasse 9, www.nachtwerk.at).