Reisetipps Kopenhagen

Highlights Kopenhagen

Region: Frederiksstaden

Amalienborg Slot

Hier wohnt die Königin, genauer gesagt, im südöstlichen der vier Paläste. Ist sie zu Hause, weht auf dem Dach der Dannebrog, die dänische Flagge. Es war die Idee Frederik V. (1723 bis 1766), rund um den achteckigen Amalienborger Schlossplatz vier Palais zu errichten. Da der König nicht selber bauen wollte, verschenkte er die Baugrundstücke an den Geheimrat Joachim von Brockdorf, den Grafen von Levetzau, den Baron Severin Løvenskjold und an den Grafen Adam Moltke. Damit nicht genug: Den betuchten Bauherrn wurden für 40 Jahre die Steuern erlassen. 1750 begannen die Bauarbeiten nach den Entwürfen des Hofbaumeisters Nicolai Eigtved. Noch ahnte niemand, dass 50 Jahre später die königliche Familie in die Rokokopalais einziehen würde. Als 1794 Schloss Christiansborg abbrannte und Christian VI. obdachlos wurde, kaufte die königliche Familie die vier Palais. Seitdem ist Amalienborg die Residenz der dänischen Könige.

Besichtigt werden darf das Erdgeschoss des Palais Levetzau, in dem einst Christian VIII. residierte. Nov.-April Di-So 11-16 Uhr, Mai bis Okt. tgl. 10-16 Uhr | Eintritt 50 dkr | www.rosenborg-slot.dk | Bus 1A, 15, 19 Fredericiagade

Den Hirschsprungske Samling

Heinrich Hirschsprung (1836 bis 1908) wurde mit Rauchwaren reich. Und der Tabakfabrikant investierte in Kunst. Gemeinsam mit seiner Frau Pauline sammelte er zeit seines Lebens Bilder und gründete schließlich die Sammlung, die er 1902 dem dänischen Staat schenkte. Hier hängt alles, was in der dänischen Malerei des 19. und frühen 20. Jhs. Rang und Namen hat: C. W. Eckersberg, Christen Købke, Kristian Zahrtmann, Vilhelm Hammershøj, Johan Thomas Lundbye, die Skagener Maler Anna und Michael Ancher sowie Peter Søren Krøyer. Mo, Mi-So 11-16 Uhr | Eintritt 50 dkr | Stockholmsgade 20 | www.hirschsprung.dk | S-Bahn Østerport, Bus 6A, 14, 40, 42, 43, 150S Østerport

Den Lille Havfrue/Kleine Meerjungfrau

Welch Skandal! Im Schutze der Nacht sägten Vandalen der Kleinen Meerjungfrau den Kopf ab. Da saß sie nun, Kopenhagens liebliches Frauenzimmer, ohne Haupt und Locken auf ihrem Findling an der Langelinie. Die Mordkommission sollte Kopf und Täter finden. Erfolglos.

Der Vorfall geschah 1964. Da die alten Gussformen von 1913 noch vorhanden waren, konnte schnell ein neuer Kopf gegossen werden. Die Narben sind längst verheilt, und Den Lille Havfrue schaut wieder verliebt, verträumt und ein wenig traurig über den Øresund - so, wie sie der Bildhauer Edvard Eriksen geschaffen hat. Den Auftrag und das Geld hatte der Künstler von dem Bierbrauer Carl Jacobsen erhalten. Der war von Hans Christian Andersens Liebesmärchen der kleinen Seejungfrau und ihrem Prinzen so gerührt, dass er der Stadt ein Wahrzeichen schenken wollte.

Und wer saß Edvard Eriksen Modell? Nicht wie oft behauptet Ellen Price, die Primaballerina am Königlichen Theater - es war die Ehefrau des Bildhauers. Langelinie | Bus 26 Indiakai, Bus 29 Søndre Frihavn

Nyhavn

König Christian V. ließ den Stichkanal 1671-73 graben. Die Wasserstraße sollte den Hafen mit dem Zentrum verbinden, sodass die Segelschiffe mitten in der Stadt festmachen und gelöscht werden konnten. Nyhavn hat heute wie damals seine zwei Seiten: die sonnige, damals sündige mit den farbigen Häusern, und die schattige, anständige, wo wenig los ist.

Das verruchte Kiezmilieu werden Sie heute vergeblich suchen, auch wenn im Sommer im Neuen Hafen historische Segler festmachen. Nyhavn ist heute eine Kneipen- und Restaurantmeile mit mehrsprachigen Speisekarten und Touristenmenüs. Sind alle Stühle besetzt, ist immer noch ein Platz auf der Kaimauer frei. Das Bier darf man dorthin mitnehmen - und dann in Ruhe den wunderbaren Blick auf die Boote im Hafen und auf die bunten Fassaden der Häuser genießen. Auffällig ist das kleine blaue Haus Nyhavn Nr. 9 mit der Jahreszahl 1681. Hier wohnte nicht, wie oft behauptet, der Dichter Hans Christian Andersen, dieses Haus gehörte wahrscheinlich dem Hafenmeister. Es ist in Form und Größe genau der Haustyp, der das Kopenhagener Stadtbild vor dem Brand 1728 prägte. Übrigens: Andersen wohnte in den Häusern Nr. 18, 20, 67 und 69.

Rosenborg Slot

In historischen Aufzeichnungen wird das 1607 gebaute und in den folgenden Jahren erweiterte Schloss „das neue Lusthaus im Lustgarten seiner Majestät“ genannt. Rosenborg hat sich äußerlich bis heute kaum verändert. Christian IV., ein Freund der Renaissance, ließ das Schloss von niederländisch-flämischen Architekten errichten. Die märchenhafte Ausstrahlung bekommt Rosenborg nicht nur durch die verspielten Giebel und Türme, sondern auch durch den besonders hellen Farbton des Mauerwerks. Die Baumeister verarbeiteten roten Ziegel und verzierten die Fassade mit hellem Sandstein. Imposant ist die Innenausstattung der 24 königlichen Gemächer, denn im Laufe der Jahrhunderte sammelten die Könige hier ihre Kunstschätze.

Täglich um 11.30 Uhr heißt es für die stolzen Königstreuen auf dem Kasernenhof am Schloss Rosenborg: „Still gestanden - im Gleichschritt Marsch!“ Mit ernster Miene zieht die Wachablösung dann durch die City, um pünktlich um 12 Uhr Schloss Amalienborg, den Palast der Königin, zu erreichen.

Seit 1833 ist Schloss Rosenborg ein Museum, in dem das Volk die königlichen Kostbarkeiten bestaunen kann. Im Keller verwahren die Könige seit 1680 ihre Insignien: Krone und Zepter als Symbol für Autorität und Macht, Apfel als Symbol für Himmel und Erdkugel sowie Reichsschwert und Salbgefäß. Jan.-April Di-So 11-16 Uhr, Mai und Sept. tgl. 10-16 Uhr, Juni-Aug. tgl. 10-17 Uhr, Okt. tgl. 11-16 Uhr | Eintritt 65 dkr | www.rosenborg-slot.dk | Bus 5A, 6A, 14, 26, 42, 43, 184, 185, 173E, 150S, 350S Nørreport

Zum Lustwandeln seiner Familie und Gäste ließ Christian V. einen Garten anlegen. Später durfte im Schlosspark Rosenborg Have auch das Volk flanieren. Wurde der Park auch im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu angelegt, so verlaufen die Hauptwege wie zu Christians Zeiten. Der breitere Kavaliers- und Damengang wird gekreuzt von zwei schmaleren Wegen, die zum Schloss führen. An schönen Tagen ist Rosenborg Have der Garten der Kopenhagener. Hier wird geschmust und geschlummert, hier feiern Familien und amüsieren sich Kinder im Marionettentheater. Im Norden des Parks verfolgt Hans Christian Andersen ein wenig versonnen das Treiben. Tgl. rund um die Uhr | Eintritt frei | Gothersgade | Bus 350S Kronprinsessegade, 14, 42, 43, 5A, 6A, 150S, 350S Nørreport

Region: Kopenhagen

Café Sommersko

Der Klassiker unter Kopenhagens Bar-Café-Restaurants: Hier können Sie am Tresen einen schnellen Espresso trinken oder in Ruhe die Zeitung lesen. Auf der Galerie gibt es kleine Speisen an gedeckten Tischen. Kein Ruhetag | Kronprinsensgade 6 | Metro Kongens Nytorv, Bus 15, 19, 26, 350S Kongens Nytorv

Illums Bolighus

Wer seine Wohnung im dänischen Design einrichten möchte, bekommt hier die nötigen Möbel und Accessoires. Auf mehreren Etagen finden Sie alles vom Brieföffner bis zum Bett. Im Erdgeschoss lässt sich bestimmt auch ein hübsches Souvenir entdecken. Amagertorv 10 | Metro Kongens Nytorv, Bus 15, 19, 26, 350S Kongens Nytorv

Region: Ausserhalb

Arken - Museum for Moderne Kunst

Wie ein gigantischer Schiffsrumpf liegt der Betonbau in den Dünen von Ishøj, südlich von Kopenhagen. Der Architekt Søren Robert Lund hat 1996 wahrhaftig eine Arche der Kunst stranden lassen. Im Inneren orientiert sich der Besucher an einer 150 m langen Kunstachse, die ihn in verschiedene Ausstellungsräume und Galerien führt. Die Sammlung umfasst vorwiegend moderne und zeitgenössische Kunst dänischer und nordischer Bildhauer, Maler, Fotografen und Videokünstler. Einladend ist das Museumscafé mit Blick auf Dünen und Meer. Di, Do-So 10-17, Mi 10-21 Uhr | Eintritt 50 dkr | Skovvej 100 | Ishøj | www.arken.dk | S-Bahn Linie A oder E Ishøj, von dort mit Bus 128 Skovvej/Arken

Louisiana Museum for Moderne Kunst

Louisiana ist ein geniales Zusammenspiel von Kunst und Natur. Es ist die Kulisse des Øresund mit Blick auf die schwedische Küste, die Louisiana so einzigartig macht. Wie zufällig stehen hier Skulpturen von Henry Moore in einer wunderbaren Parklandschaft. Raffiniert haben die Architekten in den Ausstellungsräumen das Zusammenspiel von Licht und Aussicht genutzt, um die Grenzen zwischen Drinnen und Draußen aufzuheben. In dieser Atmosphäre von Weite wird der Ausflug ins Museum zu einem Spaziergang durch die moderne Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. In der ständigen Sammlung sind Künstler wie Victor Vasarely, Alberto Giacometti, Andy Warhol, Anselm Kiefer, Pablo Picasso, Roy Lichtenstein, Jim Dine, Joseph Beuys und Claes Oldenburg vertreten. Außerdem mehrere wechselnde Ausstellungen pro Jahr. Do bis Di 10-17, Mi 10-22 Uhr | Eintritt 80 dkr | Gammel Strandvej 13 | Humlebæk | www.louisiana.dk | Regionalzug nach Helsingør bis Humlebæk, Louisiana Ticket (Rückfahrkarte ab Hauptbahnhof inkl. Eintritt) 141 dkr

Region: Südlich der Strøget

Dansk Jødisk Museum/Dänisch-Jüdisches Museum

Im Oktober 1943 retteten die Kopenhagener etwa 7200 Juden vor der Deportation in deutsche Konzentrationslager. Den Juden gelang die Flucht über den Øresund ins sichere Schweden. Die Geschichte dieser Rettungsaktion, die Kultur und Kunst der in Dänemark lebenden Juden zeigt das Dänisch-Jüdische Museum. Inneneinrichtung und Ausstellungskonzept im Galejhus, einem ehemaligen Bootshaus auf Slotsholmen, stammen von Daniel Libeskind, der auch das Jüdische Museum in Berlin entworfen hat. Libeskind führt den Besucher durch ein Labyrinth schiefer Wände und schräg verlaufender Gänge vorbei an 3000 Exponaten, die aus Privatbesitz stammen oder von den jüdischen Gemeinden Dänemarks zur Verfügung gestellt wurden. Sept.-Mai Di-Fr 13-16, Sa und So 12-17 Uhr, Juni-Aug. Di-So 10 bis 17 Uhr | Eintritt 40 dkr | Christians Brygge/Proviantpassagen | www.jewmus.dk | Bus 48 Det Kongelige Bibliothek

Strøget

Auf Stadtplänen werden Sie die Strøget (Strich) meist vergeblich suchen - brauchen Sie auch nicht. Sie zieht jeden Kopenhagenbesucher wie ein Magnet an. Plötzlich sind Sie mittendrin im Shoppingstrom, der sich vom Rådhuspladsen in einer Länge von gut 2 km zum Kongens Nytorv schlängelt. Der Rathausplatz steht dabei für das neue, demokratische Kopenhagen, der Kongens Nytorv für das alte, königliche Kopenhagen. Auf dem Weg zwischen Fredriksberggade, Nygade, Vimmelskaftet, Amagertorv und Østergade verändert die Strøget allmählich ihr Gesicht. In Rathausnähe regieren noch Fastfoodketten, Softeis, Souvenir- und Wechselstuben. Schrill und laut ist es hier. Doch mit jedem Meter weiter in Richtung Kongens Nytorv wird die Strøget eleganter, werden die Auslagen in den Schaufenstern exklusiver, steigen die Preise. Das Ende der Strøget, die Østergade, ist seit jeher Kopenhagens feinste Adresse. Schon Ende des 18. Jhs. wurden hier die Bürgersteige mit Platten belegt, damit die Damenwelt sauberen Fußes flanieren konnte. 1962 wurde die Strøget zur ersten Fußgängerzone Europas erklärt. Bis heute ist sie auch die längste geblieben.

Tivoli

„Wenn sich das Volk amüsiert, politisiert es nicht.“ Mit diesen Worten überzeugte der Journalist Georg Carstensen (1812-57) König Christian VIII., vor den Stadtwällen einen Vergnügungspark bauen zu dürfen. Der König sagte ja, und am 15. August 1843 öffnete das Tivoli. Damals lag der Park mit seinen bunt beleuchteten Zelten, Schießbuden und Karussells noch auf der grünen Wiese. Mit der Eröffnung des ersten Kopenhagener Bahnhofs 1847 in direkter Nachbarschaft des Tivoli kamen immer mehr Besucher, und Carstensens Idee wurde zu einem Erfolg. Nachdem der Stadtwall geschleift worden war, gehörte auch der Wallgraben zum Tivoli - heute der See mitten im Vergnügungspark.

Tivoli gilt als die Attraktion Kopenhagens. Ob zu Recht, darüber muss der Besucher selbst entscheiden. Mit Sicherheit aber bietet das Tivoli eine bunte bis skurrile Mischung an Attraktionen. Das reicht von verrauchten Hallen mit Spielautomaten über Hau den Lukas, Kinderkarussells und Schwindel erregenden Fahrgeschäften bis hin zu feinen Restaurants und Konzerten mit Weltstars im Tivoli Koncertsal oder auf der Freilichtbühne Plænen. Mitte April-Mitte Juni und Mitte Aug. bis Mitte Sept. So-Mi 11-23, Do und Sa 11-24, Fr 11-0.30 Uhr, Mitte Juni bis Mitte Aug. So-Do 11-24, Fr und Sa 11-0.30 Uhr, Mitte Nov.-23. Dez. So-Do 11-22, Fr und Sa 11-23 Uhr | Eintritt 75 dkr | Vesterbrogade 3 | www.tivoli.dk | S-Bahn Hauptbahnhof, Bus 10, 12, 14, 15, 26, 29, 30, 33, 40, 47, 48, 67, 68, 69, 2A, 5A, 6A, 250S Rådhus

Region: Christianshavn

Opera

Politiker und Kulturschaffende zerbrachen sich lange um die Finanzierung einer neuen Oper den Kopf. Schließlich hatte der Reeder und Milliardär Mærsk-Kinney Møller die Debatte satt und entschloss sich, den Dänen eine Oper zu schenken. Kostenpunkt: 335 Mio. Euro. Noch zum Zeitpunkt des ersten Spatenstichs (Juni 2001) wurde in Kopenhagen gestritten, ob der Architekt Henning Larsen zu monumental geplant habe. Immerhin ist der Arientempel 125 m lang und 24 m hoch. Kritiker befürchteten, dass der königliche Palast direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Sunds, im Schatten der Oper an Größe verlieren könnte. Mit der Übergabe der neuen Oper an das dänische Volk im Januar 2005 haben sich jedoch all diese Bedenken zerstreut. Heute sind die Kopenhagener stolz auf ihr neues Wahrzeichen. Holmen | www.operaen.dk | Hafenbus 901, 902

Vor Frelsers Kirke/Erlöserkirche

Der Turm ist die Attraktion der Erlöserkirche (1692-96) in Christianshavn. Um seine Spitze windet sich eine Treppe mit 150 Stufen. 1750 wurde der Erlöserkirche der Turm mit der Schneckentreppe aufgesetzt, und König Frederik V. - hoffentlich schwindelfrei - durfte als Erster den 90 m hohen Turm besteigen und über die Stadt gucken. Sehenswert in der Kirche sind der Altar mit den Säulen aus rotflammigem Marmor (1732) und die von zwei Stuckelefanten getragene zweigeschossige Orgel (1698). April-Aug. tgl. 11-20, Sept. bis März tgl. 11-15.30 Uhr, Turm nur April-Aug. | Annægade 29 | www.vorfrelserskirke.dk | Metro Christianshavn, Bus 2A, 19, 48, 350S Christianshavn Station