Reisetipps Dubai

Stichworte Dubai

Architektur

Höher, teurer, neuer - so heißen heute die Regeln erfolgreichen Bauens am Arabischen Golf. Etwa 30 Jahre halten die aus Glas, Beton und Marmor errichteten Hochhäuser, dann machen sie Platz für neue. Die Bevölkerung wohnt in aufwendigen Häusern, umgeben von hohen Mauern. Für Gastarbeiter wurden moderne Wohnsiedlungen geschaffen. Nur auf dem Land existieren noch Lehmdörfer alten Gepräges. Doch zunehmend besinnt man sich auf das nationale Erbe, restauriert mit Naturstein und Lehmziegeln Forts und Paläste aus vergangenen Zeiten.

Beduinen

„Sein Leben ist Luft und Wind, Sonne und Licht, Weite und Leere …, nur der Himmel über ihm und die unberührte Erde unter seinen Füßen“ wusste T. E. Lawrence, „Lawrence von Arabien“, über die Beduinen zu berichten. Noch immer ist die Wüste ihre Heimat, hinzugekommen sind die Segnungen des Fortschritts, die es erlauben, Kamele auf dem Pick-up zu transportieren oder Kontakte per Mobiltelefon zu pflegen, das Wasser liefert heute ein Tankwagen. Von der Regierung geschaffene Retortensiedlungen zur Sesshaftmachung stehen häufig leer - die Beduinen bevorzugen selbst gewählte Lager am Rand der Wüste.

Erdöl

Vor Millionen Jahren entstand in den Meeren der Welt aus abgestorbenen Lebewesen, die sich auf dem Grund ansammelten, eine Schlammschicht, die mangels Sauerstoff nicht verwesen konnte, sondern zu flüssigem Kohlenwasserstoff wurde. Durch Bewegungen der Erdoberfläche schoben sich Gebirge über diesen Kohlenwasserstoff und drückten ihn durch die darunter liegenden durchlässigen Schichten aus Ton und Sedimentgestein in riesige Hohlräume, die von festem, undurchlässigem Gestein umgeben waren. Diese Erdölbecken liegen heute zum Teil zufällig direkt unter der Erdoberfläche - gehäuft am Arabischen Golf. Dort sprudelt nun das Öl. Nach Saudi-Arabien, Kuwait und Irak verfügen die VAE mit 12,8 Mia. t über die größten bekannten Erdölreserven der Welt.

Expatriates

Der sprunghafte Übergang vom Mittelalter zur Ölregion war nur zu bewältigen durch expatriates, Ausländer, die ihr Wissen und ihre Arbeitskraft gegen gutes Geld zur Verfügung stellten. Nirgendwo sonst auf der Welt ist ihr Anteil an der Bevölkerung so hoch wie in den Emiraten (80 Prozent von ca. 4,5 Mio. Ew.): Indische Straßenkehrer, Maurerkolonnen aus Pakistan, ägyptische Ärzte und Lehrer, Hausmädchen aus Sri Lanka, thailändische Köche und Kellner - an manchen Tagen begegnet man fast ausnahmslos Gastarbeitern. Sie kommen gern in die Golfregion, da ihr Einkommen dort höher ist als im Heimatland. Um Probleme zu vermeiden, herrscht ein striktes Reglement: Jeder Gastarbeiter benötigt einen einheimischen sponsor, der für ihn bürgt; bei Verstößen gegen das Gesetz wird die Aufenthaltsgenehmigung sofort entzogen. Ausländischen Geschäftsinhabern ist stets ein einheimischer Teilhaber (mit Anteilsmehrheit) zugeordnet.

Falaj

Die Wüste lebt, auch auf der Arabischen Halbinsel, wo seit Jahrtausenden Oasenwirtschaft betrieben wird. Lebenswichtig war die Kunst, das kostbare Wasser über Kilometer hinweg zu Palmhainen und Gemüsefeldern zu transportieren. Die ältesten dieser in Stein geschlagenen und aus äußerst haltbarem Zement geformten Kanäle, falaj genannt, sind über 2500 Jahre alt. In den Emiraten wird dieses Bewässerungssystem noch heute genutzt, für Besucher sichtbar in den Oasen von Al-Ain und Al-Dhaid, im Wadi Hatta und in Buraimi.

Falken

Ein archaisches Ritual der Scheichs und Beduinen ist die Falkenjagd. Die Abrichtung der gefangenen Raubvögel nimmt viele Monate in Anspruch, in denen sich das Tier zunächst an die Stimme des Falkners und seine Hand gewöhnen muss. Vom Falkner, dem der Vogel immer verbunden bleibt, wechselt er zum neuen Herrn, wenn er zur Jagd mit dem Menschen bereit ist. Von dessen ausgestrecktem Arm schwingt er sich in die Lüfte und stößt hinab, wenn er ein Beutetier erspäht hat, um danach reglos auf seinen Herrn zu warten. Die kostbarsten Falken sind bis zu 1 Mio. Dirham (ca. 210000 Euro) wert und werden von ihren Besitzern auch mit ins Ausland auf die Jagd genommen.

Geografie

Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen im Südosten der Arabischen Halbinsel, eines im Westen durch das Rote Meer, im Osten durch den Arabischen Golf und im Süden durch den Indischen Ozean (Golf von Oman) begrenzten Gebiets, das mit den umliegenden Staaten als Naher Osten bezeichnet wird. Die VAE nehmen zusammen eine Fläche von etwa 86000 km² ein, ihr Anteil am das nordöstliche Hinterland prägende Hajargebirge ist klein. Sie bestehen zum großen Teil aus Sand- und, an der Westküste, aus Salzwüste.

Islam

Islam, Staatsreligion der Emirate, bedeutet „Unterwerfung unter den Willen Gottes“. Festgeschrieben ist dieser Wille im Koran („Feierliche Lesung“), dem Propheten Mohammed zu Beginn des 7. Jhs. offenbart und nach dessen Tod niedergeschrieben. Zu den Elementen der Religion gehören das fünfmalige tägliche Gebet (freitags in der Moschee), der Fastenmonat Ramadan und die Pilgerfahrt (hadj) nach Mekka.

Kalligrafie

Die Kunst des schönen Schreibens wird als bedeutendster Beitrag der islamischen Kunst nach der Architektur bezeichnet. Schrift als Begegnung mit dem Transzendenten, im Lauf der Jahrhunderte zur Meisterschaft entwickelt. Harmonie zwischen dem gesprochenen und dem geschriebenen Wort war das Ziel, entwickelt aus der Verantwortung, die Worte Mohammeds niederzuschreiben - in einer Gesellschaft, die der gesprochenen Poesie bereits höchste Wertschätzung zuerkannte. So war die Geburt des Islam der Ursprung dieser Kunst, und heute noch sind es vornehmlich Verse des Koran, die kalligrafisch umgesetzt werden. Zwei Buchstaben des Wortes Allah, nämlich Alif und Lam, entwickelten sich zum Zentrum aller kalligrafischen Darstellung.

Kamel

Das einhöckrige Dromedar oder Arabische Kamel wird in Arabien camel genannt. Statussymbol, Verkehrsmittel, Lastenträger, Milch- und Fleischlieferant, als Rennkamel Liebesobjekt und Geldanlage: Tausend Jahre vor der Zeitrechnung, Jahrhunderte vor den Pferden domestizierte man hier das Dromedar. 40 km kann es am Tag zurücklegen, dabei bis zu 300 kg tragen, mehrere Tage kommt es ohne Nahrung und Wasser aus.

In den Emiraten sind Kamelrennen ein beliebter Zuschauersport. Die Siegerpreise sind hoch, und so repräsentieren die Rennkamele einen beachtlichen Wert. Während der Wintersaison herrscht auf den Rennplätzen immer Betrieb, am Wochenende finden die Rennen statt. Das Antreiben während des Rennens übernehmen seit 2006 Roboter. Immer werden die Kamele von den Geländewagen der Trainer und Besitzer begleitet, die ihre Lieblinge anfeuern.

Moschee

Zentrum religiösen und sozialen Lebens im Orient: In der Moschee wird gebetet, Koranunterricht erteilt, geplaudert und geruht. Während in den Emiraten der Hof der Moschee gelegentlich auch von Nichtmoslems betreten werden darf, ist das Innere, der Betraum, mit wenigen Ausnahmen Gläubigen vorbehalten. Die Gebetsnische (mihrab) ist stets nach Mekka ausgerichtet, rechts davon steht die Kanzel (mimbar), von der freitags die Ansprache gehalten wird.

Politik

Die Regierung der VAE setzt sich zusammen aus dem Rat der Herrscher (Emire oder ruler) der sieben Emirate, die Kabinett und Nationalversammlung ernennen. Präsident ist der Emir von Abu Dhabi (Sheikh Khalifa al-Nahyan), Stellvertreter und Ministerpräsident der Emir von Dubai. Die feudalistisch ausgerichteten Staatssysteme in den Emiraten, in denen alle Macht vom Emir ausgeht, sind gekennzeichnet durch großzügige Gaben an die Landeskinder: kostenlose Bereitstellung von Unterkunft, Wasser und Strom; Alte, Behinderte, Witwen und unverheiratete Frauen über 40 Jahre leben auf Staatskosten.

Sprache

Die arabische Sprache, mit 28 Konsonanten und drei Vokalen, wird von rechts nach links geschrieben. Da die Aussprache der Vokale (lang/kurz, hell/dunkel) mit den vor und nachgehenden Konsonanten variiert, ist die Transkription (nach Gehör) in lateinische Buchstaben schwierig und daher auch unterschiedlich. Hocharabisch - die Sprache des Koran - verwendet man heute in der Wissenschaft und in der Presse; im Übrigen findet man in den arabischen Ländern unterschiedliche Dialekte, so auch in den Emiraten.

Wüste

Eine Ironie des Schicksals nennen es die Einheimischen, dass ihr Land, das so reich gesegnet ist mit einem der begehrtesten Güter, nämlich Erdöl, so arm ist am notwendigsten Gut: Wasser. Die Emirate liegen in der Trockenzone der Erde, am Rand der Wüste Rub al-Khali. Mit großen technischen Anstrengungen versucht man derzeit, der weiteren Ausbreitung der Wüste entgegenzuwirken. Für die nationals ist die Wüste oftmals ihr erweiterter Wohnraum - so am Wochenende, wenn Familien in die Einsamkeit fahren, irgendwo ein Zelt aufbauen und unter freiem Himmel ihre Mahlzeiten einnehmen.