Reisetipps Chile

Szene Chile

Sven Olsson-Iriarte

Unseren Szene-Scout hat es vor einigen Jahren von Hamburg nach Santiago de Chile gezogen. Dort erkundet er am liebsten das Land, sucht die szenigsten Restaurants oder taucht ins Nachtleben ein. Seine Lieblingsviertel sind Bellavista und Providencia. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach Trends ist, arbeitet er als Geschäftsführer für die Übersetzungs- und Dolmetschagentur Contactchile Comunicaciones.

Wine & Dine

Weingüter bitten zu Tisch

Die Winzer des Landes wollen die Kombination ihrer Tropfen mit Gourmetküche nicht mehr anderen überlassen und kochen die leckersten Kreationen direkt auf ihren Gütern. Miguel Torres ist Vorreiter in Sachen Gastronomie und Wein. Zu seinen erlesenen Weinen serviert er z.B. schwarze Pasta mit Koriander, Ingwer und in Knoblauch geschwenkter Ananas (Viña Miguel Torres, Panamericana Sur,km195, Curicó, www.migueltorres.cl). Hoch am Hang gelegen: das Restaurant des Weinguts Indómita. Von hier blickt man direkt in das Casablancatal, das ideale Terrain für Weißweine und Pinot Noir. Dazu lässt man sich von kreativer Fusionküche begeistern (Viña Indómita ,Ruta 68, km 64). Auch in der Küche des Viña Matetic bereiten Köche die passenden Gerichte für Syrah und Co zu (Fundo Rosario, Lagunillas, Casablanca, www.mateticvineyards.com).

Mit der Natur im Einklang

Nachhaltigkeit ist das Ziel

Tourismus und Umweltschutz gehen jetzt Hand in Hand. Agenturen bieten geführte Trips in unberührte Gegenden und beziehen auch die Dorfbewohner mit ein. Der Ort Cochamó (www.cochamo.cl) geht mit bestem Beispiel voran. Hier setzen sich alle intensiv für nachhaltigen Tourismus ein. Campo Aventura organisiert Ecoturism-Touren durch Patagonien oder in die Anden mit dem Ziel, die Kultur und Natur des Landes zu zeigen und gleichzeitig zu schützen (San Bernardo 318, Puerto Varas, Region de los Lagos, www.campo-aventura.cl). In Cascada de las Animas setzt man nicht nur auf Naturschutz, sondern unterstüzt auch die Region: Die Hütten der Lodge wurden aus Materialien der Umgebung von einheimischen Handwerkern gebaut (Camino al Volcán N°31087, Casilla 57, San Alfonso-Cajón del Maipo, www.cascada.net).

Turntable Rockers

Elektro is back

Keine Szene ist so lebendig wie die elektronische und die trifft sich in Santiago spät. Vor ein Uhr nachts ist in den Hotspots niemand zu sehen. Doch dann wird die Nacht zum Tag gemacht. DJs wie Juan Pablo Bruna aus Santiago (www.myspace.com/juanpablobruna) heizen z.B. im Club Piso 33 ein. Der stylishe Laden lädt regelmäßig die besten Turntable-Profis der Welt ein (Alameda 1966, Metro Los Héroes, www.piso33.cl). Im Ex Fábrica Club (Asunción 426, Ecke Patronato, Recoleta, www.exfabrica.cl) bekommen Jungtalente wie Psychaloid project (www.myspace.com/psychaloidproject) ihre Chance. Bis fünf Uhr morgens groovt die In-Crowd im La Berenjena (Agustinas 676, Santiago Centro, www.laberenjena.cl). Einer der Stamm-DJs des Designclubs La Feria (Constitución 275, www.clublaferia.cl) ist Dorian. Sein Soundmarkenzeichen ist groovy, sehr rhythmisch und basslastig und kommt extrem gut an!

Boutiquehotels

Klein und edel

Seit Kurzem entstehen quer durch das Land kleine Hotels mit Stil und Design, die sich teils abgelegen von den Zentren befinden. Ein surfbegeisterter US-Amerikaner verliebte sich in die Wellen in Buchupureo und eröffnete La Joya del Mare. Nun empfängt er seine Gäste im lässigen Avantgardeambiente direkt am Meer (Buchupureo, VIII. Región, www.lajoyadelmar.cl). Eines der schönsten Minihotels in Valparaíso ist das Ultramar. Das Interior erinnert an die Popart-Ära (Calle Pérez 173, Cerro Cárcel, Valparaíso, www.hotelultramar.cl).

Action & Fun

Seilbahn für Erwachsene

Canopy heißt der neue Sport, der Adrenalinfans zum Strahlen bringt. Gut gesichert saust man an einem Drahtseil von einem Baumwipfel zum nächsten. Die Tour am Trancurafluss ist eine der schönsten. Über drei Kilometer lang und stellenweise bis zu 120 m über dem Boden (Turismo Trancura, Av. O'Higgins 211, Pucón, www.trancura.com/canopy.htm). Mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h geht es bei Canopy Bosque Aventura zur Sache (Pucón). Action pur heißt es auch in Puerto Varas (Turismo Ayacara, Puerto Montt, www.ayacara.cl).

Unter einem Dach

Die neuen Social-Life-Tempel

Restaurant, Kino, Bar, Sportpark und sogar eine Bibliothek: Die neuen Malls sind Allround-Locations, die Ministädten ähneln. Allen voran: Parque Arauco. Neben einer futuristischen Eislaufbahn gibt's hier noch Theater, Ballett, Kino und Bowling (Av. Kennedy 5413, Las Condes, Santiago, www.parquearauco.cl). Das neue La Dehesa liegt im exklusivsten Viertel der Stadt. Klar, dass neben einem Retrokarussell auch Jacuzzi und Konzerte zum Angebot gehören (Av. La Dehesa 1444, Santiago, www.pld.cl). Literaturbegeisterte gehen in die Mall Plaza Vespucio, denn dort finden in der Bibliotheca Lesungen statt (Av. Vicuña Mackenna Oriente 7110, Santiago, www.mallplaza.cl/vespucio).

Viva la Moda

Die Szene feiert sich!

Selbstbewusst und sexy - so präsentieren sich die Kollektionen der upcoming Designer. Vorreiter und international bekannt ist Rubén Campos, der sich selbst als Architekt der Mode sieht. Extrem figurbetonte Schnitte, auffällige Stoffe wie Satin, Samt und Seide sowie aufwendige Details mit Rüschen, Kordeln und Schnürungen sind die Markenzeichen des exzentrischen Chilenen (Eliodor Yanez 1750, Providencia, Santiago, www.rubencampos.com). Das Motto des Shootingstars Juana Díaz ist: Hauptsache unkonventionell. So kreiert sie z.B. Brautkleider im Lagenlook mit einem Farbmix aus rot und weiß (www.juanadiaz.cl). Die Kollektionen gibt es im Duende Capitalista, dem Laden von Rosario Riveros. Der Shop besticht mit freakiger Ausstattung, schließlich hat die Besitzerin sich vorgenommen, der Stadt Glamour zu verleihen (Ismael Valdés Vergara 251, Santiago Centro ,Santiago, www.duendecapitalista.cl).

Kunsträume

Contemporary Boom

Der Mix aus zeitgenössischer Kunst und ungewöhnlichen Räumen kommt an. In urigen Holzhäusern des Museo de Arte Moderno Chiloé werden moderne Skulpturen, Malerei und Installationen gezeigt (Pasaje Diaz 181, Castro, Chiloé, www.mamchiloe.cl). Kunst gibt's auch unterirdisch in den U-Bahnhöfen von Santiago de Chile. Zu sehen sind Werke von Hernán Miranda aber auch von Newcomern. Den genauen Ausstellungsplan findet man unter www.metrosantiago.cl. Innovativ: die Galeria Animal (Av. Alonso Córdova 3105, Vitacura, Santiago, www.galeriaanimal.com), die selbst ein architektonisches Highlight ist. In dem würfelförmigen Ziegelbau mit der ungewöhnlichen Treppenkonstruktion zeigt man experimentelle Kunst, Videoart und Fotografie. Die Kunstkooperation Matacuna 100 hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. In einem orangefarbenen Container können Kunst- und Designnewcomer ihre Sachen ausstellen und verkaufen (Av. Matucana 100, Esq. Moneda, Santiago, www.m100.cl).