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Reiseführer Griechische Inseln - Ägäis:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Reise zu den griechischen Inseln

Anreise

Im Sommerhalbjahr sind zahlreiche Flughäfen in den deutschsprachigen Ländern direkt mit den Inseln Chíos, Lesbos, Rhodos, Kos, Kárpathos, Mykonos, Sámos, Santorin und Skiáthos verbunden. In der kälteren Jahreshälfte werden sie nur von Athen und teilweise auch von Thessaloníki aus angeflogen. Insgesamt verfügen 21 griechische Inseln über Verkehrsflughäfen. Interinsulare Verbindungen sind – außer von und nach Kreta – selten. Das Flugzeug spielt interinsular ansonsten nur noch von Rhodos aus zu den Inseln Kastellórizo, Kárpathos, Kássos und Kos eine Rolle. Eventuelle weitere insulare Verbindungen suchen Sie am besten bei Sky Express ( www.skyexpress.gr ). Innergriechisch sind außerdem die Fluggesellschaften Aegean ( www.aegeanair.com ), Olympic ( www.olympicair.com ) und Athens Airways ( www.athensairways.com ) tätig.

Es gibt keine direkten Fährverbindungen von Italien zu den Ägäischen Inseln. Zahlreiche Fährschiffe verbinden die italienischen Häfen Ancona, Bari, Brindisi und Venedig aber mit dem griechischen Festland, insbesondere mit Igumenítsa und Pátras.

Einige innergriechische Fähren können Sie schon in Deutschland buchen. Für die Hauptsaison ist das empfehlenswert, wenn Sie mit Auto reisen oder einen Kabinenplatz wünschen. www.greek-islands-ferries.gr

Die Kykladen und die Inseln der östlichen Ägäis erreichen Sie am besten mit der Autofähre ab Piräus. Nach Kéa kommen Sie nur von Lávrion, nach Ándros nur von Rafína aus. Von Rafína und Lávrion bestehen ebenfalls Verbindungen zu einigen Kykladeninseln sowie nach Lesbos.

Die Inseln Skiáthos und Skópelos erreichen Sie am besten von Vólos, seltener auch von Thessaloníki und Ágios Konstantinós aus. Nach Límnos verkehren Fähren ab Piräus, Thessaloníki und Kaválla, nach Thássos ab Kaválla und Keramóti, nach Samothráki ab Alexandrúpolis. Zu den Inseln Skiáthos und Skópelos fahren u. a. Tragflächenboote. Fähren verbinden auch Rafína mit Ándros, Tínos, Mykonos, Páros, Náxos, den Erimoníssia, Santorin und Amorgós.

Die Fahrpläne richten sich nach der Jahreszeit, der Größe und der touristischen Bedeutung der Inseln. Es gibt keine gedruckte Gesamtübersicht. Sie müssen die Fahrpläne im Internet recherchieren, z. B. unter www.greek-islands-ferries.gr oder www.gtp.gr . In den jeweiligen Abfahrtshäfen stellen Reisebüros oft Kreidetafeln auf, auf denen die aktuellen Abfahrtstermine und Zielorte für die jeweilige Woche angegeben sind. Es empfiehlt sich, stets in mindestens zwei Reisebüros Fahrplanauskünfte einzuholen. Alternativ kann auch die Hafenpolizei der jeweiligen Insel kontaktiert werden.

Fahrkarten erhalten Sie von Reedereiagenturen in Hafennähe, nicht an Bord. Für Tragflügelboote und Katamarane sind immer Platzreservierungen notwendig. Für Autofähren sind sie nur im August erforderlich, und falls man eine Kabine wünscht. An Bord größerer Schiffe gibt es meist drei Klassen. In der 1. und 2. Klasse steht den Passagieren bei Nachtfahrten ein Bett in einer Kabine zu, in der 3. Klasse hingegen nicht. Häufig werden auch verstellbare Flugzeugsessel gegen Aufpreis angeboten. Auf fast allen Schiffen gibt es Snackbars und meist auch Schnellrestaurants.

Auskunft

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr

  • Frankfurt/Main Holzgraben 31 60313 069 2578270
  • Wien Opernring 8 1010 01 5125317

Baden

Badeschuhe können Sie fast überall gebrauchen. Sandstrände können sehr heiß werden, an vielen Stränden ist zumindest der Übergang ins Wasser häufig kieselig. Die Überwachung durch geprüfte Rettungsschwimmer ist zwar für die Hauptsaison an viel besuchten Stränden gesetzlich vorgeschrieben, wird aber nicht immer gewährleistet. Hinweise auf gefährliche Strömungen und Badeverbote sollten auf jeden Fall strikt beachtet werden.

Bus

Linienbusse verkehren auf fast allen Inseln. Die Fahrpreise sind niedrig. Die Busse nehmen Gepäck mit, aber keine Fahrräder. Ausgedruckte Fahrpläne erhalten Sie zumeist an den zentralen Busbahnhöfen. Flughafenbusse verkehren nur auf wenigen Inseln und dann auch meist nur zu An- und Abflügen innergriechischer Verbindungen.

Camping

Wildes Zelten ist auf den Inseln verboten, an einsamen Stränden aber üblich. Auf vielen Inseln gibt es offizielle Campingplätze, die meist nur zwischen Mai und September geöffnet sind. Eine Übersicht über alle offiziellen Campingplätze geben www.camping-in-greece.gr und www.greececamping.org .

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Odós Karaolí ke Dimitríou 3 Athen 2107285111 www.athen.diplo.de

Österreichische Botschaft

Leofóros Vasilíssis Sofías 4 Athen 2107257270 www.bmeia.gv.at/athen

Schweizer Botschaft

Odós Iassiou 2 Athen 2107230364 www.eda.admin.ch/athens

Einreise

Zur Einreise genügt ein gültiger Personalausweis. Kinder unter 16 Jahren müssen im Pass eines mitreisenden Elternteils eingetragen sein oder benötigen einen Kinderausweis (ab zehn Jahren mit Lichtbild). Kinder können auch mit einem Kinderpass einreisen. Er wird bis zum zwölften Lebensjahr ausgestellt und ist maximal fünf Monate gültig.

FKK

Offiziell ist das Nacktbaden in ganz Griechenland verboten. Die beiden einzigen de facto tolerierten Nacktbadestrände finden sich bei Faliráki auf Rhodos und bei Léfkos auf Kárpathos. Oben ohne wird überall toleriert, wo ausländische Touristen überwiegen.

Geld & Preise

Euro erhalten Sie am günstigsten per EC-/Maestro-Karte aus den zahlreichen Bargeldautomaten der Banken. Weit höher sind die Gebühren, wenn Sie dafür Ihre Kreditkarte nutzen. Banken und Postämter lösen Reiseschecks ein und wechseln Devisen.

Das griechische Preisniveau ist im Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise stark gestiegen. 2011 haben viele Wirte und Hoteliers noch versucht, die durch mehrere Mehrwertsteuererhöhungen und gestiegene Energiepreise verursachten Kostenerhöhungen aufzufangen, 2012 ist aber eine Preisexplosion möglich. Auf jeden Fall teurer als bei uns sind Lebensmittel und Benzin, preiswerter Hotels und öffentliche Verkehrsmittel.

In Museen und archäologischen Stätten kostet der Eintritt meist zwischen 2 und 4 Euro. Schüler und Studenten haben freien Eintritt, Senioren ab 65 Jahren erhalten eine Ermäßigung.

Gesundheit

Eine medizinische Grundversorgung ist auf größeren Inseln gewährleistet. Die Ärzte sind gut ausgebildet, es mangelt jedoch an apparativen Hilfen. Bei ernsthaften Erkrankungen empfiehlt sich eine frühzeitige Heimreise, deren Kosten durch eine Versicherung gedeckt sein sollten. Zwischen Deutschland und Griechenland besteht ein Sozialversicherungsabkommen, sodass Sie sich auf den Inseln theoretisch auch gegen Vorlage der European Health Card bei Vertragsärzten der griechischen Krankenkasse IKA behandeln lassen können. Diese sehen allerdings lieber Bargeld. Darum empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung. Die Notfallbehandlung in Krankenhäusern ist für alle Ausländer kostenlos.

Apotheken gibt es in den größeren Inselorten; auf kleineren Inseln hält der Arzt Medikamente für den Notfall bereit.

Internet

www.ekathimerini.com – E-Ausgabe der großen griechischen Tageszeitung Kathimeriní (englischsprachig)

www.gnto.gr – Portal der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr

www.grhotels.gr – Website der griechischen Hoteliersvereinigung

www.griechische-botschaft.de – Portal der Botschaft in Berlin mit Meldungen und Informationen zu Links

www.griechenland.net – Website der deutschsprachigen Wochenzeitung mit vielen aktuellen Infos

www.gtp.gr – Fahrplanauskünfte für den innergriechischen Schiffsverkehr, Infos zu nahezu allen griechischen Hotels

www.guestinn.com – Vermittlung von Pensionen und Ferienhäusern abseits des Massentourismus mit Wirtsleuten, die sich sehr um ihre Gäste kümmern

www.holidayislands.com – Spezialreisebüro für die nördlichen Sporaden, u. a. Frühbucherrabatte

Internetcafés & WLAN

Internetcafés oder zumindest Internetterminals in Cafés und Bars gibt es inzwischen auf fast allen Inseln. Meist zahlt man pro Stunde 3–6 Euro. Manche arbeiten mit Münzautomaten im Fünf-Minuten-Takt; in anderen müssen Sie Zeitkarten kaufen (min. 30 Min., müssen nicht zusammenhängend genutzt werden), oder die Zeit wird mit dem Blick auf die Wanduhr abgerechnet.

WLAN-Zugang bieten die meisten Hotels ihren Gästen. In preisgünstigeren Unterkünften sowie in Cafés ist er meist kostenlos, teurere Hotels erheben Gebühren.

Klima & Reisezeit

Die griechischen Inseln eignen sich nur im Sommerhalbjahr als Urlaubsziel. Da sie fast alle vom Tourismus abhängen, sind zwischen Mitte Oktober und April viele Geschäfte, Restaurants und Hotels geschlossen. Die Verkehrsverbindungen sind dann stark eingeschränkt, das Wetter kann dank Sturm und Regen äußerst ungemütlich sein. Wer sich daran nicht stört, wird im April und auch noch im Mai die schönste Blütenpracht erleben. Von Juni bis September fällt kaum Regen, Blumen und Felder verdorren.

Im Meer baden können Sie zwischen Mai und Oktober. Mit starken Winden ist immer zu rechnen; sie können selbst im Hochsommer die Schifffahrt für viele Stunden lahmlegen. Legen Sie daher die Rückkehr nach Athen oder zu der Insel, von der aus Sie den Heimflug antreten, nie auf den letzten Tag!

Mietfahrzeuge

Auf fast allen Inseln werden Mopeds und Autos vermietet. Mopeds und Motorräder sind manchmal in schlechtem Zustand; ungeübte Fahrer verursachen viele Unfälle. Auf den viel besuchten Inseln gibt es auch Fahrräder und Mountainbikes. Mietwagen bieten viele Unternehmen an. Der Fahrer muss mindestens 21 Jahre alt sein; der nationale Führerschein genügt. Ein Kleinwagen kostet 30–40 Euro pro Tag.

Post

Postämter gibt es in allen Städten und auf fast allen Inseln; sie sind Mo–Fr von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Die Postlaufzeit nach Mitteleuropa beträgt drei bis fünf Tage.

Rauchen

Obwohl viele Griechen starke Raucher sind, ist auch hier das Rauchen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, in Büros, auf Flughäfen und in Cafés und Tavernen strikt verboten. Hohe Bußgelder sorgen für die Einhaltung der Vorschriften. Trotzdem sind nationale und internationale Zigarettenmarken sowie Drehtabak natürlich an den vielen Kiosken und in Supermärkten erhältlich. Zigarettenautomaten gibt es nicht.

Sprache

Die Griechen sind stolz auf ihre Schrift, die von keinem anderen Volk der Welt geschrieben wird (die Slawen benutzen das nur teilweise ähnliche kyrillische Alphabet). Für Aufschriften und Ortsschilder wird inzwischen häufig zusätzlich unsere lateinische Schrift verwendet. Trotzdem ist es hilfreich, die griechischen Buchstaben zu kennen.

Die richtige Betonung ist für die Verständigung wichtig. Betont wird immer der Vokal, der den Akzent trägt. Bei eingedeutschten Namen (z. B. Santorin statt Santoríni) wurde auf Akzente verzichtet. In diesem Reiseführer sind die Worte so geschrieben, wie sie der Aussprache am nächsten kommen. Vor Ort variieren die Schreibweisen stark – sogar innerhalb eines Orts. Etwas Pfadfindergeist ist gefragt!

Strom

220 Volt Wechselstrom. Zweipunktsteckdosen wie bei uns.

Taxi

Taxis fahren auf allen Inseln. Nur in den größeren Städten sind sie mit Taxametern ausgerüstet. In allen anderen Fällen wird das Taxi als agoréon bezeichnet und der Preis nach Kilometern berechnet. Eine Entfernungs- und Preistabelle muss in jedem agoréon ausliegen. Zuschläge werden für Fahrten zu Häfen und Flughäfen, für Gepäck und zwischen 0 und 5 Uhr erhoben.

Telefon

Münztelefone gibt es nicht mehr. Stattdessen sind Kartentelefone selbst im kleinsten Dorf zu finden. Telefonkarten mit aufgedrucktem Gültigkeitsdatum gibt es in den OTE-Büros, an Kiosken und in vielen Supermärkten. Ein vergünstigter Tarif gilt Samstag und Sonntag ganztags sowie werktags von 22 bis 8 Uhr.

Mobiltelefone sind in Griechenland weit verbreitet. Die Flächendeckung ist sehr gut. Auf den Inseln vor der kleinasiatischen Küste sucht sich Ihr Handy öfter einmal türkische Provider als Roaming-Partner. Das kann ins Geld gehen. Für die Türkei gelten noch nicht die EU-Gebührenregeln! Geben Sie in diesem Fall die Netzvorwahl manuell ein. Wenn Sie öfter mit dem Handy telefonieren wollen, lohnt sich der Kauf einer griechischen SIM-Karte mit griechischer Telefonnummer. Möglich ist das in den zahlreichen Agenturen der Mobilfunkanbieter wie Cosmote, vodafone oder Wind. Beim Kauf ist der Personalausweis oder Reisepass vorzulegen.

Vorwahlnummern: Griechenland: 0030, Deutschland: 0049, Österreich: 0043, Schweiz: 0041; für D und A anschließend die Ortsvorwahl ohne die Null.

Toiletten

Benutztes Klopapier gehört in Hellas nicht ins Toilettenbecken, sondern in den Eimer daneben. Diese Regel gilt auch in Restaurants und Hotels der gehobenen Kategorien.

Trinkgeld

Handhabung wie bei uns; Beträge unter 50 Cent werden als beleidigend empfunden. Das Trinkgeld lässt man auf dem Tisch liegen.

Zeit

In Griechenland ist es ganzjährig eine Stunde später als bei uns.

Zeitungen

In allen Urlaubszentren auf den griechischen Inseln hat man sich gut auf Touristen eingestellt. Hier bekommen Sie viele internationale Zeitungen und Zeitschriften. Dort erhalten Sie meist auch die deutschsprachige „Griechenland-Zeitung“, die wöchentlich jeweils am Mittwoch erscheint.

Zoll

EU-Bürger dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch in beliebigem Wert ein- und ausführen, Zigaretten aber pro Person höchstens 800, Wein höchstens 90 l. Für Schweizer gelten weiterhin Obergrenzen, so beispielsweise 1 l Schnaps, 200 Zigaretten. Weitere Informationen finden Sie unter www.zoll.de .

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Der Bremer Reisejournalist Klaus Bötig bereist die ägäische Inselwelt seit 1973. Seitdem besucht er sie jährlich, kennt fast alle Dörfer, Klöster und Strände, viele Tavernen und Kaffeehäuser und schätzt die Vielseitigkeit der Inseln und ihre landschaftliche Schönheit. Bisher schrieb er rund 70 Bücher über Griechenland und berichtete in Rundfunksendungen, Zeitungen und Magazinen von seinen Reisen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de