bedeckt München

Reiseführer Bangkok:Einkaufen

Stadt der Trendsuche und Schnäppchenjagd: Seien Sie gewarnt und ergeben Sie sich – in Bangkok droht akute Kaufrauschgefahr

In gigantischen Einkaufszentren, in zahllosen Ladengeschäften, auf labyrinthischen Wochenmärkten haben Sie die Qual der Wahl. Und nicht zu vergessen die Brigade der fliegenden Gehsteighändler, die ganze Straßenzüge zu Shoppingmeilen machen. Und fast alles ist deutlich billiger als zu Hause. Das gilt nicht nur für klassische Thailand-Mitbringsel wie Textilien, Lederwaren oder Kunsthandwerk. Auch internationale Mode und Accessoires, Brillen, Gewürze, Medikamente, Digitalkameras, Computer und selbst Geschirr bekommen Sie in Bangkok oft wesentlicher günstiger als etwa in Berlin oder Bern.

Handeln ist fast überall Pflicht. Nur in Kaufhäusern und Supermärkten ist Feilschen nicht möglich – aber dort wird ständig mit Sonderaktionen geworben. Bei Ladengeschäften ist ein Rabatt praktisch immer drin. Als Faustregel gilt: Man nennt einen Preis etwa 50 Prozent unter dem des Händlers und einigt sich bei etwa zwei Dritteln des ursprünglich geforderten Betrags. Um ein Gefühl für akzeptable Preise zu bekommen, sollten Sie erst drei oder vier Angebote von verschiedenen Anbietern einholen, bevor Sie zugreifen. Das gilt ganz besonders auf den Märkten und bei Straßenhändlern in den Touristengegenden. Übrigens: Man sollte nicht noch um den letzten Baht schachern. Jemand, der einen Preis stärker herunterhandelt, als er letztlich zahlen könnte, verletzt damit in den Augen der Thais die Pflicht des Höhergestellten, dem Ärmeren zu helfen.

Kaufhäuser, Shoppingzentren und Läden öffnen von 10 bis 21 Uhr, viele auch bis 22 Uhr – und das täglich. Die meisten Straßenhändler bieten ihre Waren vom Nachmittag bis spät in die Nacht an.

Ein Einkaufsbummel im tropischen Bangkok kann bei den großen Entfernungen ziemlich stressig werden. Muss aber nicht: Denn da gibt es ja den Skytrain oder die U-Bahn, mit denen Sie klimatisiert und in Minutenschnelle fast alle wichtigen Shoppinggegenden erreichen.

Antikes

Antiquitäten gibt es an jeder Ecke. Aber nicht alles, was alt aussieht, hat deswegen auch schon ein paar Hundert Jahre auf dem Buckel. In Thailand lebt eine ganze Industrie vom Kopieren. Nach Schätzungen sind bis zu 80 Prozent der erhältlichen Antiquitäten Fälschungen. Antiquitätenkauf in Bangkok ist also etwas für Experten. Zudem dürfen die Stücke nicht ohne Genehmigung ausgeführt werden. Das gilt auch für Reproduktionen. Ein seriöses Geschäft wird die Ausfuhrgenehmigung für Sie beschaffen. Wer sich das amtliche Papier auf eigene Faust besorgt, muss eine Wartezeit von rund zwei Wochen einkalkulieren. Informationen beim Department of Fine Arts Naphratad Road beim National Museum 02 2214817

Kunsthandwerk & Design

Es gibt sie überall. In Antiquitätengeschäften für Tausende von Euro oder bei Straßenhändlern und in Souvenirshops für wenig Geld. Aber: Offiziell ist die Ausfuhr solcher Statuen für Nichtbuddhisten ohne Genehmigung verboten. Die Ausfuhr historisch wertvoller Buddhas ist generell nicht erlaubt. Ein korrekter Händler wird Sie darauf hinweisen bzw. die behördliche Genehmigung für Sie besorgen. Erfahrungsgemäß sind die Kontrollen bei der Ausreise nicht streng. Aber wer mit einer Buddhastatue erwischt wird, besonders wenn sie wertvoll ist, muss mit Beschlagnahmung und erheblicher Strafe rechnen.

Schmuck

Thais legen ihre Ersparnisse gern in Goldschmuck zu 23 Karat an. Gewichtseinheit ist der Baht (nicht zu verwechseln mit der Landeswährung), der 15,16 Gramm entspricht. Für die Verarbeitung werden auf den Materialwert nur ca. 10 Prozent erhoben. Dieses fast reine Gold bekommen Sie nur in speziellen Goldshops. Der Preis orientiert sich am aktuellen Goldwert. Das Zentrum des Goldhandels befindet sich in Chinatown, vor allem in der Yaowarat Road und in der Charoen Krung Road.

Thailand ist weltweit ein Zentrum für die Herstellung von Juwelenschmuck. Leider gibt es in der Branche auch viele schwarze Schafe, die ihren Kunden synthetische oder minderwertige Steine zu überhöhten Preisen andrehen. Eine ganze Brigade von Schleppern hat sich darauf spezialisiert, Touristen in solche Geschäfte zu locken. Im Betrugsfall wenden Sie sich am besten an die Touristenpolizei (Hotline 1155). Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen. Als seriös gelten die Juweliere in den Shoppingarkaden der teuren Hotels. Nachteil: Sie müssen dort mit höheren Preisen rechnen. Den Wert der Steine können Sie z. B. bei der Juweliersvereinigung Thai Gem & Jewelry Traders Association Jewelry Trade Center 02 63013907 www.thaigemjewelry.or.th Skytrain Sala Daeng U-Bahn Silom schätzen lassen.

Mode

Ein paar Faustregeln: Lassen Sie sich Anzug oder Kleid nicht erst kurz vor der Heimreise schneidern. Vereinbaren Sie mindestens zwei Anproben, und lassen Sie abändern, was Ihnen nicht gefällt. Begleichen Sie niemals die Rechnung im Voraus, sondern leisten Sie nur eine Anzahlung (ca. die Hälfte). Vorsicht bei Schneidern, die Schlepper auf die Straße schicken und für sehr wenig Geld sehr viel versprechen.

Möbel & Einrichtung

Viele Geschäfte organisieren den Transport per Seefracht. Gerade handgearbeitete Möbel sind trotz der Frachtkosten billiger als zu Hause – falls dort so erlesene Stücke überhaupt zu haben sind.

Stoffe & Leder

Original-Thaiseide ist handgewebt und deshalb mit feinen Knötchen durchsetzt. „100 % pure thai silk“ wird Ihnen an jeder Ecke angeboten, aber für ein paar Baht werden Sie nur synthetisches oder gemischtes Material bekommen. Kaufen Sie im Zweifelsfall besser in Fachgeschäften, die sich in der Silom, der Surawong und der Sukhumvit Road konzentrieren.

Weiter zu Kapitel 6

Als der Journalist Wilfried Hahn 1978 zum ersten Mal in Thailands Hauptstadt kam, standen dort noch keine Hochhäuser. Heute lebt er jedes Winterhalbjahr in Thailand und besucht Bangkok regelmäßig. „Diese Stadt“, sagt er, „ist unglaublich spannend. Bangkok kann man nicht erobern, Bangkok erobert Sie!“ Für MARCO POLO schreibt Wilfried Hahn auch die Bände Thailand, Ko Samui, Krabi und Phuket.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de