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21.02.2008    14:41 Uhr Drucken  |  Versenden  |  Kontakt
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Neue Serie: Geheimbünde

Die Templer

Die Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel war eine der mächtigsten Organisationen des Mittelalters. Obwohl der Ritterorden bereits 1312 aufgelöst und viele seiner Mitglieder verbrannt wurden, ist seine Faszination bis heute ungebrochen.


Der letzte Großmeister der Templer war Jacques de Molay.
Foto: oh
 

Im Mittelalter, ab dem 11. Jahrhundert, entstanden im Rahmen der Kreuzzüge christliche Gemeinschaften als Verbindung von Mönchtum und Rittertum. Diese Orden waren karitativen Aufgaben und dem Kampf gegen die Ungläubigen verpflichtet.

Besonders bekannt wurden der Johanniterorden (gegründet um 1050), der Templerorden (gegründet 1119) und der Deutsche Orden (gegründet 1190).

Die Ritterorden waren zunächst eine Art stehendes Heer für die Kreuzzüge – mit gewaltigen Burgen als Stützpunkte. Sie waren hoch angesehen, privilegiert, reich und mächtig, aber sie waren nicht unumstritten.

Gegründet zum Schutz der Pilger

Der Templerorden war ein geistlicher Ritterorden, der um 1119 zum Schutz der heiligen Stätten Palästinas und der christlichen Pilger von Hugo von Payens (um 1080–1136) und sieben weiteren französischen Rittern in Jerusalem gegründet wurde.

Vom Johanniterorden und dem Deutschen Orden, die hauptsächlich karitative Ziele verfolgten, unterschied er sich durch seine militärische Ausrichtung. Die Mitglieder des Ordens gelobten völlige Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Der Orden war streng hierarchisch strukturiert. An der Spitze stand der Großmeister. Die Ordensbrüder waren in Ritter, Kapläne und dienende Brüder eingeteilt. Die Ordenstracht war ein weißer Mantel mit dem sogenannten roten Tatzenkreuz und durfte nur von den Rittern getragen werden.



vergrößern Das Ende des Ordens. Viele Templer wurden auf auf dem Scheiterhaufen verbrannt, so wie hier auf der Seine-Insel Ile aux Juifs.
Foto: oh
 

Die Einweihung fand in einsam gelegenen Gebäuden nachts statt, um das Geheimnis des Ordens zu wahren. Die Kandidaten mussten sich durch einen Eid verpflichten, alle ihnen zu offenbarenden Geheimnisse auf das Strengste zu bewahren. Ohne Erlaubnis durften die Mitglieder den Orden nicht verlassen. Für Verstöße gegen die Ordensregeln gab es einen besonderen Strafkodex, der die Bußen festsetzte.

1127 reisten Hugo von Payens und fünf andere Gründungsmitglieder nach Europa zurück, um für den Orden neue Mitglieder zu werben. Auf der Synode in Troyes 1128 wurde der Templerorden offiziell bestätigt. Die Ordensregeln stellte der heilige Abt Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153), geistiges Haupt des Zisterzienserordens und die damals markanteste Persönlichkeit geistigen Standes im Abendland, auf. Darin erklärte er die Ziele der Templer zum Ideal und Inbegriff aller christlichen Werte.

1139 erließ Papst Innozenz II. (vor 1116–43) eine Bulle, wonach die Tempelritter direkt dem Papst unterstanden. Sie wurden mit besonderen Privilegien ausgestattet, z. B. der Befreiung von allen Steuern, und durften durch eigene Geistliche die Sakramente ausüben. Der Templerorden entwickelte sich vorübergehend zum mächtigsten Ritterorden.

Viele junge Adelige traten der Ritterschaft bei, wodurch dem Orden immer mehr Gelder und Ländereien zuflossen. Schließlich verfügte der Templerorden über gewaltige Reichtümer. Nach dem Fehlschlag der letzten Kreuzzüge und dem Fall von Jerusalem zogen sich die Tempelritter im Jahre 1291 aus Palästina nach Zypern zurück.


Durch seine vielfach nur von weltlichen Interessen bestimmte Machtpolitik geriet der Orden bald in Widerspruch mit seinen Ursprungsidealen und seiner Bestimmung. So brachten Macht und Reichtum die Ordensmitglieder schließlich in Opposition zu dem weltlichen Herrscher Philipp IV. von Frankreich (1268–1314).

Ein Ende mit Schrecken

Dieser strebte die Aufhebung des Ordens an, indem er die Mitglieder der Ketzerei und Unzucht bezichtigte. Papst Klemens V. (um 1260–1314) fügte sich dem Willen des Königs, und 1305 wurden die Mitglieder des Ordens wegen Ketzerei und Sodomie angeklagt. 1307 begann daraufhin die Verfolgung der Templer durch die Inquisition. 1312 wurde der Orden von Papst Klemens V. auf dem Konzil von Vienne aufgelöst.

Die Mehrzahl der Mitglieder wurde ermordet, der letzte Großmeister Jacques de Molay (1250–1314) hingerichtet.

Die wahren Hintergründe für die Verfolgung der Templer ist bis heute ungeklärt, ebenso ihre angeblichen Beziehungen zu gnostisch- esoterischen Lehren und Praktiken.

Es entstanden zahlreiche Legenden und Verschwörungstheorien um das Wirken, die Geheimnisse und die Schätze des Ordens. Tatsächlich existieren keine wissenschaftlich gestützten Belege für diese Behauptungen.

Die am meisten verbreitete Vermutung ist aber, dass der stark verschuldete König Philipp IV. es ganz einfach auf den Reichtum des Ordens abgesehen hatte.

(sueddeutsche.de/mcs)

Nächste Woche: Der Illuminatenorden



Geheimbünde - Wissen leicht gemacht

Dieser Text stammt aus dem Buch:
Geheimbünde
Wissen leicht gemacht
Compact Verlag München
www.compactverlag.de
ISBN 978-3-8174-6085-4
Preis: 4,95 Euro


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