Ein Kommentar von Alexander Hagelüken

Britische Clubs dominieren mit viel Geld im Rücken die Champions League. Doch es gibt gute Gründe, weshalb die Deutschen den Fußball nicht völlig kommerzialisieren sollten.

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Wie viel Kommerz der deutsche Fußball verträgt, sollten nicht einfach Vereinsbosse oder Kartellwächter alleine entscheiden - was zählt, ist die Stimme der Fans. Foto: dpa

Diese Woche ging Sulaiman Al Fahim shoppen. Anders als seine Landsleute verschmähte der Milliardär aus Abu Dhabi die Auslagen des Londoner Kaufhauses Harrods; er interessiert sich mehr für Fußball. Erst übernahm er den Durchschnittsklub Manchester City, dann warf er weiter mit Geld um sich: Hier 50 Millionen Euro für einen spanischen Nationalspieler, dort ähnlich viel für einen bulgarischen.

Geld spielt keine Rolle

Als er weder den einen noch den anderen verpflichten konnte, schnappte sich Herr Al Fahim für 40 Millionen Euro den Brasilianer Robinho - das Nachsehen hatte ausgerechnet Roman Abramowitsch, der mehr Geld in Chelsea London gepumpt hat als zuvor je ein Geschäftsmann in einen Klub.

Nach russischen Oligarchen, thailändischen Politikern und amerikanischen Finanzinvestoren hat die britische Fußball-Liga jetzt neue Gönner: Die Araber kommen. "Geld spielt für uns keine Rolle", sagt der Immobilienmann Al Fahim, 31 Jahre alt. Die finanzielle Übermacht der Engländer, die den Fußball ins Bezahlfernsehen verlagern und so gewaltige Einnahmen erzielen, lässt in Deutschland manchen nervös werden.

Magath: Bundesliga braucht mehr Geld

Seit 2002 stand kein deutscher Klub mehr im Finale der europäischen Champions League, das dieses Jahr zwei britische Vereine unter sich ausmachten. Nachdem nun auch noch die Araber aus dem Nichts auftauchten, meldete sich Wolfsburgs Trainer Felix Magath, der immerhin Europas größten Autokonzern VW als Finanzier hinter sich weiß: Die Bundesliga brauche einfach mehr Geld, findet Magath.

Sollen die Deutschen dem britischen Modell nacheifern? Werfen all die Schranken gegen Kommerz die Bundesliga hoffnungslos zurück? Oder erhalten sie dem Sport die Seele?

Britische Fans bezahlen viel

Im Kern geht es um zwei Fragen. In Deutschland können Investoren wegen der 50+1-Regel keine Vereine aufkaufen. Und: Politiker und Kartellwächter verhindern, dass die Vereine wie in Großbritannien maximale Einnahmen von Bezahlsendern kassieren - die Fans sollen die Spiele ohne große Zeitverzögerung im frei empfangbaren Fernsehen anschauen können. Beides sorgt dafür, dass die britischen Fußballklubs pro Saison 2400 Millionen Euro einnehmen und die deutschen "nur" 1400 Millionen.

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