Reisetipps Venedig

Sehenswertes Venedig Ein steinerner Irrgarten als Gesamtkunstwerk

Prunkvolle Palazzi, Kirchen, die Museen gleichen, weltberühmte Brücken und Museen, dazu stimmungsvolle Plätze

Am Anfang, so schreibt es der millionenfach erprobte Besichtigungskanon vor, steht die Fahrt über Venedigs Prachtboulevard, den Canal Grande.

Man besteigt am Bahnhof oder neben der Autogarage am Piazzale Roma ein vaporetto der Linie 1 - eine jener schwimmenden Straßenbahnen, die angenehm gemächlich von Station zu Station tuckern - und lässt das 2,5 km lange Spalier von Palast- und Kirchenfassaden vorbeidefilieren. Danach beginnt, was viele als das eigentliche Venedigerlebnis preisen: das stundenlange, ziellose Flanieren durch diesen einzigartigen, über ein Jahrtausend gewachsenen Irrgarten aus Stein.

Aus sechs Bezirken besteht das centro storico, das alte Venedig. Auf den ersten, oberflächlichen Blick mag man meinen, deren Gassenlabyrinthe würden einander gleichen. Doch in Wahrheit verströmt jedes der sechs sestieri sein eigenes, ganz spezifisches Flair. Für alle sechs sestieri gilt: Nicht jede Route ist planbar. Sie sollten getrost auch mal für ein paar Stunden dem Zufall die Regie überlassen. Denn nur so, durch - unfreiwillige - Abstecher und Umwege, durch verirrte Blicke in Sackgassen und Hinterhöfe lernen Sie das verborgene, stille und in gewissem Sinne echte Venedig mit seinen unzähligen kleinen Attraktionen kennen. Und fühlt man sich an einer Stelle einmal wirklich verloren, weist nach kurzem Suchen ganz gewiss an einer Hausecke eines der rettenden gelben Schilder den Weg hinaus Richtung „Rialto“, „San Marco“ oder „Ferrovia“ (Bahnhof).

Venedig besitzt, seine von einzigartigen Schätzen strotzenden Kirchen gar nicht mit eingerechnet, mehrere Dutzend Museen - von weltberühmten Kunstschreinen wie der Gemäldegalerie der Accademia, dem Dogenpalast oder der Collezione Peggy Guggenheim bis zu vergleichsweise kleinen, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswerten Sammlungen wie jenen von Muranoglas, Klöppelspitzen, Ikonen oder Judaika.

Diese Fülle verdankt die Serenissima in erster Linie ihrer einstigen Macht. Waren es doch die Dogen selbst, die in ihrer Repräsentier- und Sammellust aus allen Teilen des Seereiches Gemälde und andere Preziosen zusammentragen ließen und daheim in der Lagunenstadt die besten Architekten, Maler und Kunsthandwerker beschäftigten. Doch auch die Adligen und reichen Kaufmannsfamilien trugen mit ihrem Stilgefühl und ihrer Großzügigkeit maßgeblich zu jener Dichte an einzigartigen Kostbarkeiten bei, an der wir Nachgeborenen uns heute erfreuen.

Eine Besonderheit stellen Venedigs scuole dar. Dabei handelt es sich nicht etwa um Schulen, sondern um Bruderschaften, deren Mitglieder sich im Namen auserwählter Schutzheiliger und zum Nutzen weniger privilegierter Bevölkerungsgruppen karitativ betätigten. Einige besonders imposante und kostbare Versammlungshäuser - am berühmtesten: die Scuola Grande di San Rocco - sind heute als Museen öffentlich zugänglich.

Ziemlich unpraktisch ist die Tatsache, dass sowohl Schließtage als auch Öffnungszeiten stark variieren und sich häufig ändern. Auch die Bedingungen für ermäßigte Eintritte sind sehr unterschiedlich. Jedenfalls lohnt es sich, danach zu fragen und gegebenenfalls einen Ausweis dabeizuhaben.

Die Eintrittspreise für die Museen beginnen bei 1,55 Euro (Museo Storico Navale) und gehen bis zu 6,50 bzw. 7 Euro (Accademia bzw. Scuola Grande di San Rocco). Eine günstige Gelegenheit, alle vier an der Piazza San Marco gelegenen Museen preiswert zu erkunden, bietet die drei Monate gültige Museum Card für 12 Euro. Der Museum Pass für 18 Euro schließt zusätzlich sämtliche städtischen Museen ein. Auch die drei staatlichen Museen - Accademia, Galleria Franchetti und Museo d'Arte Orientale - bieten für 11 Euro eine Kombikarte. EU-Bürger unter 18 und über 65 genießen in diesen drei freien, 18- bis 25-Jährige reduzierten Eintritt (5,50 Euro).

Die besten Übersichten im Internet bietet die offizielle Website des Tourismusverbandes | www.turismovenezia.it (auf Englisch, aber leicht zu navigieren). Die elf städtischen Museen präsentieren sich (auch auf Englisch) unter www.museiciviciveneziani.it.

16 der kunsthistorisch bedeutsamsten Kirchen haben sich zur Associazione Chiese di Venezia/Chorus (Tel. 0412750462 | www.chorusvenezia.org) zusammengeschlossen. Der Chorus Pass, ein Sammelticket für 8 Euro (Studenten bis 29 Jahre 5 Euro, Familienpass 16 Euro), berechtigt zeitlich unbegrenzt zum Besuch aller dieser Gotteshäuser. Der Einzeleintritt zu den wichtigen Kirchen liegt meist bei 2,50-3 Euro.

Chiesa degli Scalzi

Die unmittelbar neben dem Bahnhof gelegene Kirche aus dem 17. Jh. ist ein Werk von Baldassare Longhena. Ihre prächtige Barockfassade erstrahlt nach Jahren der Verhüllung durch ein Gerüst seit kurzem in frischem Glanz. Ihr wertvolles Deckenfresko von Giambattista Tiepolo hingegen haben, sieht man von einigen wenigen Fragmenten ab, 1915 österreichische Bomben zerstört. | Anleger: Ferrovia

Fondaco dei Turchi

Erschaffen wurde der Baukomplex gegenüber dem Anleger San Marcuola im 13. Jh. 400 Jahre später diente er türkischen Händlern als Geschäfts- und Wohnsitz, was ihm seinen bis heute gebräuchlichen Namen einbrachte. Eine ziemlich berserkerhafte Generalsanierung im 19. Jh. beraubte ihn der ursprünglichen, venezianisch-byzantinischen Stilmerkmale. Geblieben sind die charakteristischen Seitentürmchen und dazwischen die breite Säulenhalle. | Anleger: San Stae

Palazzo Vendramin-Calergi

In die Geschichte ist dieser großartige, von Mauro Codussi und den Brüdern Lombardo um 1500 erbaute Renaissancepalast als zeitweiliger Wohnsitz und Sterbestätte Richard Wagners eingegangen. Eine Gedenktafel erinnert an jenen denkwürdigen 13. Februar 1883. Heute pilgern vor allem Glücksritter hierher, hat doch hinter den rundbögigen Fenstern das städtische Kasino samt Nachtclub seine Heimstatt gefunden. | Anleger: San Marcuola

San Stae

Das Hauptaugenmerk bei diesem Gotteshaus aus dem 17. Jh. liegt auf der wunderschönen, im Stil Andrea Palladios gestalteten Fassade, die ihr der Schweizer Domenico Rossi im Jahr 1709 vorgesetzt hat. Im Inneren hängen mehrere beachtliche Bilder aus dem frühen 18. Jh., u.a. von Giambattista Tiepolo, Giovanni Battista Piazzetta und Sebastiano Ricci. | Campo San Stae | Mo-Sa 10-17 Uhr | Anleger: San Stae

Ca' Pesaro/Galleria d'Arte Moderna

Selbst wer sich für die hier beheimateten Museen für orientalische sowie moderne Kunst nicht sonderlich interessiert, sollte diesem mächtigen, zwei Kanälchen nach der Station San Stae die Südseite des Canal Grande beherrschenden Barockkomplex mit seiner Marmorfassade Beachtung zollen. Immerhin handelt es sich um das Meisterwerk Baldassare Longhenas, an dem fast 60 Jahre gebaut wurde. Im Innenbereich beeindruckend: der Vorhof und das mächtige Vestibül. Die Galerie der modernen Kunst in der Ca' Pesaro ist nach längerer Restaurierung wieder öffentlich zugänglich. Unter den reichen Beständen: Werke von Max Klinger, Gustav Klimt, Wassily Kandinsky, Max Klee, Auguste Rodin, Marc Chagall und Giorgio De Chirico. Im selben Gebäude sehenswert: die Sammlung fernöstlicher Kunst des Museo d'Arte Orientale. | Tgl. 10-18, Winter 10-17 Uhr | Anleger: San Stae

Ca' d'Oro/Galleria Giorgio Franchetti

Eine filigranere und kostbarere Fassade lässt sich entlang dem Canal Grande, ja in der Stadt überhaupt wohl nicht finden. Das „Goldene Haus“ ist das Meisterstück der venezianischen Spätgotik am Übergang zur Frührenaissance. Seine vor wenigen Jahren aufwendig restaurierte Außenhaut, die ursprünglich noch dazu mit Blattgold und farbigem Marmor dekoriert war, wirkt wie aus Stein gemeißelte Buranospitze. Im Palast ist die Kunstsammlung Baron Franchettis zu Hause. Sie umfasst etliche Meisterwerke, darunter Andrea Mantegnas hl. Sebastian, Tizians Venus, Vittore Carpaccios Verkündigung und Tod der Hl. Jungfrau, Bilder von Giovanni Bellini, Giorgione, Anthonis van Dyck u.a. sowie flämische Gobelins und Möbel aus Gotik und Renaissance. | Di-So 8.15-19.15, Mo 8.15-14 Uhr (Kombikarte mit Accademia und Museo di Arte Orientale) | www.cadoro.org | Anleger: Ca' d'Oro

Pescheria

Das neogotische Gebäude mit seinen Arkaden steht erst seit 1907. Ein Fischmarkt jedoch wird an dieser Stelle bereits seit dem 14. Jh. abgehalten. Den angrenzenden Obst- und Gemüsemarkt gibt es hier, am Südufer des Rialtobezirks, sogar schon seit 1100. | Anleger: Rialtooder Ca' d'Oro und mit der Gondelfähre (traghetto) übersetzen

Fondaco dei Tedeschi

Einst der Sitz der deutschen Kaufleute, der mächtigsten Händlerkolonie in der Stadt, und damit zentraler Umschlagplatz für die Orientwaren auf ihrem Weg über das Meer Richtung Alpen, birgt dieser wuchtige Vierkanter heute Venedigs Hauptpost. Im Erdgeschoss wurden die Güter gewogen, gepackt und gelagert. In den oberen Stockwerken lagen die Speisesäle und rund sechzig, größtenteils von den großen Handelskompanien langfristig angemietete Unterkünfte. | Eingang: Campo San Bartolomeo | Anleger: Rialto

Palazzo Grassi

Der imposante neoklassizistische, von Giorgio Massari entworfene Palast war lange Jahre Schauplatz aufwendig gestalteter, weltweit beachteter Großausstellungen. Sein neuer französischer Eigentümer, François Pinault, präsentiert nun darin in Wechselausstellungen Teile seiner reichhaltigen Sammlung zeitgenössischer Kunst. | Aktuelle Informationen: Tel. 0415231680 | www.palazzograssi.it | Anleger: San Samuele

Ca' Rezzonico/Museo del Settecento Veneziano

Der massige, von Baldassare Longhena und Giorgio Massari erbaute Palast ist selbst für venezianische Verhältnisse ein besonderes Juwel der Renaissancearchitektur. Im 18. Jh. gehörte er eine Zeit lang Carlo Rezzonico, der später als Papst Clemens XIII. Geschichte schrieb. Heute birgt der Bau das Museo del Settecento Veneziano, das den opulenten Lebensstil des Adels zur Spätzeit der Republik eindrucksvoll dokumentiert Über alle drei Etagen erstreckt sich dieses „Museum des 18. Jhs.“. Von Grund auf renoviert, vermittelt es anhand kostbarer Möbel und Dekorstücke, Bilder und Deckengemälde einen authentischen Einblick in die Lebenswelt der reichen Adelsfamilien jener Blütezeit. Prunkstücke sind das geschnitzte Mobiliar und die Lampen tragenden Mohren, diverse Deckenfresken sowie die Kabinettbilder Pietro Longhis mit Szenen aus dem venezianischen Alltagsleben. | Sommer Mi-Mo 10-18, Winter 10-17 Uhr | Eingang: Fondamenta Rezzonico | Anleger: Ca' Rezzonico

Santa Maria della Salute

Das Paradeexemplar einer venezianischen Barockkirche - ein phantastischer, in weißen Marmor gekleideter Bau, entworfen von Baldassare Longhena über achteckigem Grundriss. Die Kirche wurde zum Dank für das Ende einer Pestepidemie errichtet. Eine gewaltige, weithin strahlende - derzeit freilich eingerüstete - Kuppel bekrönt den Bau. Die Sakristei zieren u.a. Altarbilder von Tizian und Tintoretto. Das ganze Jahr über finden Mo-Fr um 16 sowie So um 11 Uhr Orgelmessen und jeden Sa um 16 Uhr bei freiem Eintritt musikalisch hochkarätige Orgelvespern statt. | Tgl. 9-12 und 15-18 Uhr | www.marcianum.it/salute | Anleger: Salute

Basilica di San Marco

Die sinnenbetörende Pracht dieser in ihrem Kern an die 1000 Jahre alten Kirche mit fünf Kuppeln und maßwerkverzierten Bögen und Fenstern ist das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen und Umbauten. Den Kern bildet immer noch jener im 11. Jh. über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtete Bau, in dem seinerzeit die identitätsstiftende Reliquie der Stadt, die in Alexandria entwendeten Gebeine des hl. Markus, aufbewahrt wurde.

Ganze Bibliotheken wurden mit Beschreibungen dieses einzigartigen Kunstschreins gefüllt. Wir müssen uns hier auf die Hauptattraktionen beschränken: die unvergleichlichen, leider überwiegend von Teppichen bedeckten Steinmosaike; im Chorbereich (Zugang gegen ein Extraticket rechts über die Cappella di San Clemente) die reich verzierte Ikonostase; der Hochaltar mit dem Sarkophag des hl. Markus; Sansovinos Sakristeitür sowie seine Bronzefiguren; das kostbarste Kleinod, die Pala d'Oro - ein zwischen dem 10. und 14. Jh. aus Gold und Email gefertigter, mit Aberhunderten Edelsteinen besetzter Altaraufsatz. Und natürlich die grandiosen Mosaike: Sie illustrieren auf über 4000 m² Geschehnisse aus dem Alten und Neuen Testament. Um sie auch im Detail aus der Nähe betrachten zu können, ist es ratsam, vom inneren Hauptportal aus auf die Galerie hochzusteigen.

Den reichsten byzantinischen Gold- und Silberschatz der Welt gibt es im Tesoro, der Schatzkammer, zu sehen (die Eintrittskarte für Chor und Pala d'Oro ist auch hier gültig). Er stammt zum größten Teil aus Konstantinopel, das die Venezianer im Jahr 1204 plünderten. Eine letzte Empfehlung: das auf der Galerie über der Vorhalle installierte Museo Marciano. Es enthält neben kostbarem liturgischem Gerät die Quadriga: vier weltberühmte Bronzepferde, die vermutlich aus dem antiken Rom stammen. Achtung: Mitnahme von Gepäck in die Kirche ist untersagt, Aufbewahrung im Ateneo San Basso (Calle San Basso 315a | Mo-Sa 10 bis 16.30, So 14-16 Uhr). | Basilika tgl. 9.45-17, Winter 9.45-16.45 Uhr | Eintritt frei | Galerien (mit der Quadriga) tgl. 9.45-16.45 Uhr; Pala d'Oro und Tesoro Mo-Sa 9.45-17, Winter 9.45-16.45, So 14-17, Winter 13-16.45 Uhr | www.basilicasanmarco.it | Anleger: San Marco

Biblioteca Nazionale Marciana

Jacopo Sansovino hieß der aus Florenz stammende Architekt dieses monumentalen Renaissancebaus. Der Hauptsaal dieses laut Palladio „vielleicht kostbarsten, reichst dekorierten Gebäudes, das seit der Zeit der alten Griechen und Römer gebaut worden ist“, trägt Gemäldeschmuck von Veronese und Tintoretto, die Decke des Vorraumes ziert ein Werk Tizians. Aus den rund 900 000 Bänden, 13 000 Handschriften und 3000 Inkunabeln umfassenden Beständen ragen u.a. Marco Polos Testament und die berühmte Weltkarte des einst auf Venedigs Friedhofsinsel heimischen Mönchs Fra Mauro hervor. | Tgl. 9-19, im Winter 9-17 Uhr, Kombikarte mit Palazzo Ducale, Museo Correr und Museo Archeologico | Eingang beim Museo Correr | Anleger: Vallaresso

Campanile di San Marco

Mit dem Lift in seine Glockenstube hochzufahren und den Rundblick auf das von Dutzenden Türmen durchsetzte Giebel- und Schindelmeer zu genießen zählt zu den unverzichtbaren Unternehmungen am Beginn jeder Stadterkundung. Denn das Panorama verschafft sowohl eine erste, sehr hilfreiche Gesamtorientierung als auch ein Gefühl für die einzigartige Lage und Struktur der Lagunenstadt. Ursprünglich im 10. Jh. errichtet und im 12. beträchtlich erhöht, stürzte das fast 100 m hohe Wahrzeichen im Jahr 1902 ein, wurde aber aus dem ursprünglichen Material stante pede wieder aufgebaut. | Piazza San Marco | April-Juni tgl. 9.30-17, Juli-Sept. 9.45-20, Okt.-März 9.45 bis 16 Uhr | Anleger: San Marco

Giardini ex Reali

Die einzige, wenn auch sehr kleine Grünoase im sonst so steinernen Herz der Stadt. Kein schlechter Platz zum Durchatmen auf einer schattigen Parkbank. | Anleger: San Marco

Goldoni-Denkmal

Sogar in Bronze gegossen scheint Carlo Goldoni, Venedigs großer Komödienschreiber, noch vor sich hin zu schmunzeln. Was bei dem Standplatz kaum verwundert, dient doch der Campo San Bartolomeo den Venezianern als besonders beliebter Treffpunkt zum Tratschen und Festefeiern bis spät in die Nacht. Geschaffen wurde die charmante Statue 1883 von Antonio del Zotto. | Anleger: Rialto

Museo Civico Correr

Im napoleonischen Flügel und den Procuratie Nuove, also hinter den südwestlichen Fassaden des Markusplatzes untergebracht, lädt dieses immens reich bestückte Stadtmuseum zu einer ausführlichen Exkursion in die Tiefen der venezianischen (Kunst-) Geschichte. In den neoklassizistisch ausgestalteten Räumen des ersten Stockwerks findet man neben etlichen frühen Arbeiten des bedeutenden Bildhauers Antonio Canova umfassend die großen historischen Themen der Lagunenstadt, von Handel und Seefahrt über Politik, Administration und Kriegsgeschichte bis zu den Künsten, Berufsgruppen und Festen dokumentiert. Amtstrachten und Prunkgewänder der hohen Würdenträger sind ebenso ausgestellt wie Münzen und marmorne Markuslöwen, alte See- und Landkarten sowie der um 1500 von Jacopo de' Barbari geschaffene erste detaillierte Plan der Stadt.

Ein Großteil der zweiten Etage ist der Gemäldegalerie vorbehalten: kostbare Bilder und auch Skulpturen aus allen Epochen der Blütezeit, von der veneto-byzantinischen und frühgotischen Zeit bis ins Cinquecento, das goldene 16. Jh. Höhepunkte der mehr als 20 Säle umfassenden Sammlung sind die Arbeiten der Familie Bellini, namentlich von Jacopo und dessen Sohn Giovanni, sowie ihrer Zeitgenossen Alvise Vivarini, Cosmè Tura, Antonello da Messina und des etwa eine Generation später tätigen Lorenzo Lotto. Das mit Abstand berühmteste Exponat des Museums ist Vittore Carpaccios um 1510 entstandenes Bild der beiden „Venezianischen Damen“, das angeblich zwei ziemlich blasiert dreinblickende Kurtisanen in Gesellschaft ihrer Hunde und Vögel zeigt.

Der Gemäldegalerie angeschlossen ist im gleichen Stock das Museo del Risorgimento, das Venedigs Geschicke vom Ende der Republik 1797 bis zu seinem Aufgehen im vereinigten Königreich Italien in den Sechzigerjahren des 19. Jhs. dokumentiert. | Sommer tgl. 9-19, Winter 9-17 Uhr, Kombikarte mit Palazzo Ducale, Biblioteca Marciana und Museo Archeologico | Anleger: Vallaresso

Museo Fortuny

Über 40 Jahre lang hat der in Spanien geborene Künstler Mariano Fortuny in diesem ziemlich düsteren gotischen Palazzo residiert. Als begnadetes Multitalent betätigte er sich als Maler, Bildhauer, Bühnenbildner, Beleuchtungstechniker, Dekorateur und entwarf zudem wunderschöne Seidenstoffe und handbemalte Lampen. Bei Redaktionsschluss wurde das in Fortunys ehemaligem Atelier eingerichtete Museum umgestaltet und war nur im Erdgeschoss für Wechselausstellungen teilweise geöffnet. | Wiedereröffnung voraussichtlich im Lauf des Jahres 2008 | www.museiciviciveneziani.it | Anleger: Sant'Angelo

Palazzo Contarini del Bovolo

Folgt man vom Campo Manin an dessen Südseite einem kleinen gelben Schild, steht man nach zwei, drei Ecken vor diesem entzückenden Konstrukt verspielter Renaissancearchitektur. Das „Schneckenhaus“ (venezianisch bovolo), eine mit eleganten Arkaden versehene Wendeltreppe, führt in einem gemauerten Zylinder an der Fassade des gotischen Palasts der Adelsfamilie Contarini nach oben. | Zzt. wegen Restaurierung nur von außen zu besichtigen | Anleger: Rialto, Sant'Angelo

Palazzo Ducale

Der Palast der Paläste, Machtzentrum der Politik und Gesetzgebung, höchstes Symbol venezianischer Zivilisation und Blickfang jeder Stadtvedute. 120 Dogen haben von hier aus während fast 1000 Jahren die Geschicke der Seerepublik gelenkt. In seiner heutigen, gotischen Form ist der aus drei zwischen 70 und 100 m langen Trakten bestehende Komplex zum größten Teil im 14. und frühen 15. Jh. entstanden.

Schon die kolossale, mit Marmor verkleidete, im unteren Bereich von zahllosen zierlichen Säulen und Bögen durchsetzte Fassade verdient höchste Bewunderung. Beachten Sie die wunderschönen Skulpturengruppen „Adam und Eva“ und die „Trunkenheit Noahs“ an den Ecken des Südflügels sowie die entzückenden Szenen an jedem einzelnen der Dutzenden Säulenkapitelle! Vollends überwältigend ist dann der Rundgang durch das Innere des Dogenpalastes. Er beginnt gegenüber der Loggetta und dem Campanile an seinem hochgotischen Hauptportal, der Porta della Carta. Durch sie betritt man den Innenhof, der von einem zweigeschossigen Triumphtor, dem Arco Foscari, und der Scala dei Giganti beherrscht wird, die zwei von Jacopo Sansovino geschaffene Statuen des Neptun und Mars bewachten. Auf dem nun folgenden Weg durch den Palast schreitet man „durch Wunder über Wunder“, wie der französische Staatsmann François de Chateaubriand, von so viel Prunk geblendet, schwärmte.

An der Ausschmückung der Räumlichkeiten waren die bedeutendsten Maler des 16. Jhs., allen voran Tintoretto, Tizian und Paolo Veronese, beteiligt. Auf ihren meist extrem großformatigen Bildern sind die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte festgehalten, von den Mythen der Gründungszeit bis zu den großen militärischen Erfolgen. Den wohl gewaltigsten Eindruck hinterlässt die Sala del Maggior Consiglio, der 54 × 25 m große Raum, in dem der aus bis zu 1800 Mitgliedern bestehende Große Rat die hohen Staatsbeamten und Männer der Signoria zu wählen pflegte. Den Blickfang stellt Tintorettos Paradiesbild an der Stirnseite dar, das mit 7 × 22 m größte Leinwandbild der Welt. Den Abschluss der Tour bildet der Gang auf der Seufzerbrücke hinüber in den Neuen Kerker. | Sommer tgl. 9-19, Winter 9-17 Uhr, Kombikarte mit Biblioteca Marciana, Museo Correr und Museo Archeologico | Anleger: San Zaccaria

Piazza San Marco

Napoleons Diktum vom „schönsten Salon der Welt“ hat seine Gültigkeit wohl auch 200 Jahre später nicht verloren. Der 175 m lange, leicht trapezförmige Markusplatz ist fürwahr einzigartig, die Vielfalt an Stimmungen, die man auf ihm im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten erleben kann, enorm. Er war Schauplatz unzähliger Prozessionen wie auch sehr weltlicher Feste. Bis heute ist die Piazza Bühne der Eitelkeiten für Einheimische und Zugereiste. Und während der seltenen Stunden an nebligen Wintertagen oder in tiefer Nacht, in denen sie, von den üblichen Massen verwaist, in sich ruht, dient sie vereinzelten Traumwandlern als magische Kulisse. Welche Gebäude dieses in seiner Grundform vor über 800 Jahren angelegte Geviert säumen, steht anderswo in diesem Buch beschrieben. An dieser Stelle sei nur empfohlen, es Generationen von früheren Reisenden gleichzutun, die Arkaden mit ihren Luxusläden entlang- und über den Platz zu flanieren und all das unaufhörliche Menschengewoge mitsamt der einmaligen Kulisse einzusaugen. | Anleger: San Marco

Piazzetta

Die längliche, zwischen Campanile und Canale di San Marco gelegene, im Osten vom Dogenpalast, im Westen von der Biblioteca Marciana begrenzte Fläche hatte im Lauf der Jahrhunderte diverse Funktionen. Eine Zeit lang wurde auf ihr unter freiem Himmel dem Glücksspiel gefrönt, Marktbuden standen auf ihr und Latrinen, sogar öffentliche Hinrichtungen fanden auf ihr statt. Mittlerweile dient sie bloß noch als Treffpunkt für Stadtflaneure und als Revier für Andenkenverkäufer. Beaufsichtigt werden all diese Aktivitäten von Venedigs erstem Schutzpatron, dem von einem Krokodil begleiteten hl. Theodor, und von einem geflügelten Markuslöwen, die von zwei mächtigen Säulen herabgrüßen. | Anleger: San Marco

Ponte dei Sospiri

Fast könnte man glauben, jene Klagen noch zu hören, mit denen einst die Gefangenen ihren Gang vom Gerichtssaal im Dogenpalast durch diesen luftigen, von neugierigen Blicken abgeschirmten Korridor in den Neuen Kerker (Palazzo delle Prigioni) gingen. Wenn, ja wenn nicht das Geplapper der Touristenscharen und das Geklicke ihrer Kameras, mit denen sie vom am Kai gelegenen Ponte della Paglia die Seufzerbrücke ohne Unterlass ablichten, alles andere übertönen würde. | Anleger: San Zaccaria

Torre dell'Orologio/Uhrturm

Der von Mauro Codussi entworfene, um 1500 errichtete Uhrturm markiert mit seiner blauweißen, von einem Markuslöwen bekrönten Fassade und dem großen Zifferblatt die Mündung der Mercerie in den Markusplatz. Von der Dachterrasse schlagen zwei bronzene Riesen auf ohrenbetäubende Weise die vollen Stunden. Der Aufstieg ist nach langjähriger Sperre wegen Renovierung endlich wieder möglich, allerdings nur im Rahmen von - nicht deutschsprachigen - Führungen. | Auskunft und Reservierung Tel. 0415209070 | Piazza San Marco | Anleger: San Marco

Arsenale

Vom 14. bis ins ausgehende 18. Jh. war diese Werft, in der Venedig sämtliche Schiffe seiner riesigen Kriegs- und Handelsflotte fabrizieren ließ und auch Waffen und Pulver lagerte, das Zentrum der größten Seemacht im östlichen Mittelmeer und dementsprechend streng bewacht. Das 320 000 m² große Areal ist für Unbefugte nach wie vor weitgehend unzugänglich. Doch werden in seinen Hallen heute vaporetti, Fähr- und Frachtschiffe repariert, nur einen kleinen Teil hält das italienische Militär in Beschlag. Das Einzige, was Touristen von der einst europaweit ersten Fließbandfabrik zu Gesicht bekommen, ist - mit Ausnahme einiger von der Biennale benutzter Hallen - auch heute noch ihr Ingresso di Terra, der von vier Löwen flankierte Landeingang. | Anleger: Arsenale

Campo di Santa Maria Formosa

Einst fanden auf diesem Platz, der zu den größten und schönsten der Stadt zählt, Theateraufführungen, Feste und Stierkämpfe statt. Die Spektakel sind Vergangenheit. Doch lässt sich hier beim Eis oder Kaffee noch heute besonders schön das Alltagsleben beobachten, wie es rund um die für venezianische Verhältnisse ungewohnt frei stehende Kirche Santa Maria Formosa wogt. | Anleger: San Zaccaria

Colleoni-Denkmal

Der Söldnerführer Bartolomeo Colleoni war ein Schlitzohr: Als er 1475 starb, vermachte er der Republik ein immenses Vermögen - unter der Bedingung, dass ihm vor San Marco ein Reiterstandbild errichtet werde. Gemeint hatte er natürlich die Markuskirche. Doch die Dogen erwiesen sich als noch raffinierter und verewigten den verdienstvollen, aber aus Bergamo stammenden, also ausländischen Mann statt vor der Basilica vor der Scuola gleichen Namens. Was nichts daran ändert, dass das von dem Florentiner Bildhauer Andrea Verrocchio in Bronze gegossene Reiterstandbild zu den prachtvollsten Renaissancedenkmälern in ganz Italien zählt. | Campo Santi Giovanni e Paolo | Anleger: Ospedale

Giardini Pubblici

Rasenflächen und Baumreihen sind in Venedig eine Rarität. Wen es also nach einem Bummel im Grünen gelüstet … | Anleger: Giardini

Museo Querini Stampalia

Im Mittelpunkt jeder Besichtigung dieses prachtvollen Patrizierhauses steht seine eindrucksvolle Gemäldesammlung. Immerhin umfasst sie u.a. Werke von Giovanni Bellini, Palma il Vecchio und Giambattista Tiepolo sowie Pietro Longhis entzückende Genreszenen aus dem venezianischen Alltag. Was den Rundgang durch die insgesamt 20 Räume besonders reizvoll macht, ist der Gesamteindruck des herrlichen Ambiente, in dem reiche Adlige wie die Grafen Querini Stampalia im 18. Jh. zu wohnen pflegten. Da wandelt man unter üppigen Deckenfresken, Rokokostuck und Kronleuchtern aus Muranoglas, zwischen prachtvollen Spiegeln, Lackmöbeln und Bibliothekswänden, deren Regale 200 000 Bände füllen. | Di-Do und So 10-18, Fr/Sa 10-22 Uhr | www.querinistampalia.it | Anleger: San Zaccaria

Museo Storico Navale

Hier findet sich, thematisch passend in einem alten Speicher in unmittelbarer Nähe des Arsenals, die Geschichte der Seerepublik aus der Perspektive der Schifffahrt dokumentiert. Vielerlei Modelle von Kriegs- und Passagierschiffen, Kanonen aus fünf Jahrhunderten, Erläuterungen zum Bau von Gondeln und Festungen, aber auch Fischernetze, Seekarten, Navigationsgerät und Votivbilder, die von wunderbarer Errettung aus Seenot zeugen. Das Highlight ist sicherlich der Bucintoro, jene Prunkbarke, von der aus der Doge einmal jährlich die rituelle Vermählung mit dem Meer vollzog. | Mo-Fr 8.45 bis 13.30, Sa 8.45-13 Uhr | Anleger: Arsenale

San Francesco della Vigna

Für den Besuch dieser Franziskanerkirche in der etwas entlegenen Nordostecke von Castello gibt es einen Hauptgrund: ihre an einen Tempel der Antike gemahnende Fassade, die kein Geringerer als Andrea Palladio entwarf. Bei der Gelegenheit durchaus beachtenswert sind im Inneren die Madonna von Paolo Veronese und die Muttergottes von Giovanni Bellini. | So-Fr 15-19 Uhr | Anleger: Celestia

Santi Giovanni e Paolo

Die Bedeutung, die das offizielle Venedig den Dominikanern als Bauherren dieses größten gotischen Gotteshauses der Stadt beimaß, zeigt sich in der Tatsache, dass nicht weniger als 27 Dogen hier ihre letzte Ruhe fanden. An deren Gräbern lässt sich eindrucksvoll die Entwicklung der örtlichen Bildhauerkunst von der Spätgotik bis in die Barockzeit ablesen. Sie findet in dem gleichsam das ganze innere Kirchenportal umfassenden Grab Alvise Mocenigos ihren kolossalen Höhepunkt. Dessen kaum minder wuchtiges Gegenüber bildet der von Baldassare Longhena konzipierte Barockaltar. Unter den zahlreichen Kunstwerken, die das Innere dieser in ihrer Gesamtheit auffallend asketischen Bettelordenskirche sonst noch bereichern, verdienen u.a. die Bilder von Giovanni Bellini, Lorenzo Lotto, Paolo Veronese und Giovanni Battista Piazzetta Aufmerksamkeit. Näherer Betrachtung würdig ist auch die direkt angrenzende, mit herrlichen Reliefs und Marmorintarsien verzierte Renaissancefassade der Scuola Grande di San Marco, in der heute ein Krankenhaus untergebracht ist. | Häufig wechselnde Zeiten, oft Mo bis Sa 7.30-12.30 und 15.30-19.30, So 15-18 Uhr | Anleger: Ospedale

San Zaccaria

Schon die Marmorfassade dieser nur zwei, drei Gehminuten östlich des Dogenpalastes gelegenen Kirche ist eine Augenweide. Ihr Innenraum enthält etliche bedeutende Kunstwerke, allen voran die berückend schöne „Sacra Conversazione“ (Maria mit Kind), ein Hauptwerk von Giovanni Bellini. Der Campanile stammt aus der im 12. Jh. errichteten Vorgängerkirche und zählt damit zu Venedigs ältesten Glockentürmen. | Tgl. 10-12 und 16-18 Uhr | Anleger: San Zaccaria

Scuola di San Giorgio degli Schiavoni

Die Bruderschaft der Slavonier wurde 1452 von reichen dalmatinischen Kaufleuten zu dem Zweck gegründet, alte, arme Seeleute aus ihrer Heimat zu unterstützen und deren Kinder erziehen zu lassen. Das kleine Oratorium ist einer der ganz wenigen Räume in der Stadt, dessen Malereien noch von den ursprünglichen geschnitzten und vergoldeten alten Wandverkleidungen umrahmt sind. Sein großer Schatz ist der Anfang des 16. Jhs. von Vittore Carpaccio geschaffene Gemäldezyklus. Er zeigt in der für den Maler typischen duftigen Eleganz Szenen aus dem Leben der dalmatinischen Schutzpatrone Georg, Trifon und Hieronymus. | Di-Sa 9-13 und 14.45-18, So 14.45-18, Mo 9-13 Uhr | Anleger: San Zaccaria

Ghetto

Inmitten von Cannaregio gelegen, wird diesem Bezirk im Bezirk die höchst zweifelhafte Ehre zuteil, allen späteren Ghettos der Welt als eine Art Vorbild gedient zu haben. Es geschah Anfang des 16. Jhs., dass die über 5000-köpfige, äußerst erfolg- und einflussreiche jüdische Gemeinde vom Senat dieses Viertel als Wohnort zugewiesen bekam. Das Gebiet, dessen Name von den zuvor hier ansässigen getti, den Metallgießereien, abstammt, war praktischerweise von Kanälen eingefasst. Nun versah man es mit Toren und - christlichen - Wächtern und baute „Hochhäuser“, die man zu Wucherzinsen an Juden vermietete. Die Bezeichnungen der drei Gebietsteile sind irreführend, denn das 1516 gegründete „neue“ Ghetto Nuovo ist 25 Jahre älter als das „alte“ Ghetto Vecchio. Das „neueste“ Ghetto Novissimo ist das Ergebnis einer um 1630 erfolgten Erweiterung.

Sehenswert ist neben den im Inneren teilweise prachtvollen Synagogen das kleine Museo Ebraico (So bis Fr - außer an jüdischen Feiertagen - 10-19, Winter 10-17.30 Uhr | www.museoebraico.it), in dem die reiche Tradition der jüdischen Gemeinde Venedigs anhand von kostbaren Thoraschreinen, Silberleuchtern, Schriften, Textilien, Möbeln und Musikinstrumenten lebendig wird. | Führungen So-Fr (außer an jüdischen Feiertagen) auf Ital./Engl. stündlich 10.30-17.30 (Winter bis 16.30) Uhr auf Deutsch nach Anmeldung Tel. 041715359 | Treffpunkt am Museum | Anleger: Guglie

Madonna dell'Orto

Ein ganz zu Unrecht wenig beachtetes Kunstjuwel: Schon die Backsteinfassade dieser gotischen Kirche mit ihren Apostelstatuen und fein ziselierten Fenstern ist eine Augenweide. Und ihr Inneres schmücken etliche Gemälde der Spitzenklasse - u.a. ein „Johannes der Täufer“ von Cima da Conegliano sowie mehrere Tintorettos, der hier in der Apsis der Kirche begraben liegt. | Mo-Sa 10-17, So 13 bis 17 Uhr | Anleger: Madonna dell'Orto

Palazzo Labia

Der Anfang des 18. Jhs. erbaute Palast birgt einen grandiosen, von Giambattista Tiepolo freskierten Ballsaal. | Zzt. wegen Restaurierung geschl. | Anleger: Guglie

Santa Maria dei Miracoli

Seit Ende der Neunzigerjahre die aufwendige Renovierung dieser wunderbaren Renaissanceschöpfung ihr glückliches Ende fand, kommt der Reiz der Kirche noch besser zur Geltung. Ihr Außenkleid aus verschiedenfarbigen Marmortafeln und die filigranen Steinmetzarbeiten, die den einschiffigen Innenraum großflächig überziehen, sind von seltener Kostbarkeit. | Mo-Sa 10-17 Uhr | Anleger: Rialto

Campo San Polo

Diese von stattlichen Palastfassaden gesäumte zweitgrößte Freifläche der Stadt lädt mit schattigen Bänken und Open-Air-Cafés zur stimmungsvollen Rast. | Anleger: San Silvestro

Frari

Die „Frari“, wie Santa Maria Gloriosa dei Frari meist kurz genannt wird, ist neben der Dominikanerkirche Santi Giovanni e Paolo die zweite große gotische Bettelordenskirche der Stadt. Im Kontrast zu der sich selbst auferlegten Bescheidenheit und zu den sehr schlichten Außenmauern stellten ihre Bauherren, die Franziskaner, ihren Einfluss im Innenraum nicht gerade unter den Scheffel: Beim Rundgang entpuppt sich die Frari als Kunstschrein allerersten Ranges. In dem enormen Langhaus fällt sofort die Grabpyramide des Bildhauers Antonio Canova ins Auge. Vis-à-vis befinden sich das Grab Tizians und dessen sogenannte Pesaro-Madonna. In den Chorkapellen bzw. der Sakristei hängen kostbare Altarblätter von Bartolomeo Vivarini und Giovanni Bellini, steht eine Johannes-Skulptur von Donatello und liegt der Komponist Claudio Monteverdi bestattet.

Den unwiderstehlichen Blickfang bildet freilich die über dem Hochaltar schwebende Assunta („Mariä Himmelfahrt“), ein Geniestreich Tizians, der durch seine famose Farbgebung und die zur Entstehungszeit völlig neuartige, dramatisch himmelwärts strebende Komposition der Malkunst gegen Ende der Renaissance bereits den Weg in Richtung Barock wies. | Mo-Sa 9-18, So 13-18 Uhr | Anleger: San Tomà

Palazzo Mocenigo

Gleich hinter der Ca' Pesaro und der Kirche San Stae gelegen, gibt dieser Prachtpalast aus dem frühen 17. Jh. mit kostbaren Möbeln, Lüstern, Textilien und anderen Dekorobjekten eine gute Vorstellung vom Glanz, in dem der Adel seinerzeit zu schwelgen pflegte. In einem Teil der Prunkräume logiert das Studienzentrum für Textil- und Modegeschichte, dessen Bibliothek ebenfalls zu besichtigen ist. | Palast Di-So 10-17 (Winter bis 16), Studienzentrum und Bibliothek Mi und Fr 8.30-13.30, Di und Do 8.30-16 Uhr | Anleger: San Stae

Ponte di Rialto

Mehr als 400 Brücken, so haben eifrige Statistiker gezählt, helfen in Venedig die rund 150 Kanäle zu überqueren und viele der mehr als 100 Inseln zu verbinden. Manche sind namenlos, viele unscheinbar. Einige sind verkehrstechnisch oder kulturgeschichtlich von besonderer Bedeutung, als Treffpunkt oder Fotomotiv weltberühmt - so vor allem die Rialtobrücke. Hier befand sich über viele Jahrhunderte hinweg das Geschäftszentrum der Handelsmetropole: Hier löschten Fernhändler ihre Waren, hier hatten die wichtigsten Bank- und Handelshäuser ihren Sitz. In ihrer heutigen Form aus istrischem Stein wurde die Brücke, die die Bezirke San Marco und San Polo verbindet, im ausgehenden 16. Jh. als Ersatz für ihre hölzerne und schon recht morsche Vorgängerin errichtet. Sie bildete bis Mitte des 19. Jhs. den einzigen Fußgängerweg über den Canal Grande. Ihr Architekt war ein gewisser Antonio da Ponte, der sich seinerzeit mit seinem zwar recht plumpen, dafür aber sehr soliden und dem Schiffsverkehr genügend Raum lassenden Entwurf gegen prominente Konkurrenten wie Michelangelo, Palladio, Sansovino und Scamozzi durchzusetzen vermochte. | Anleger: Rialto

San Giacomo dell'Orio

Auf einem schattigen, verträumten Platz steht diese bereits im 9. Jh. gegründete und mehrmals erweiterte Kirche, deren Inneres durch eine geradezu archaische Atmosphäre und das wundersame Stilmischmasch bezaubert. Beachten Sie die Altarblätter von Lorenzo Lotto am Hauptaltar und Paolo Veronese im linken Querschiff! | Mo-Sa 10-17 Uhr | Anleger: Riva di Biasio

Scuola Grande di San Rocco

Wem in diesem Versammlungshaus nicht der Atem stockt, den kann wohl kein Kunstwerk der Welt mehr begeistern. Mit nicht weniger als 56 Gemälden hat Jacopo Robusti, genannt Tintoretto, gegen Ende des 16. Jhs. in 18 Jahren die Wände und Decken dieses dem Pestheiligen Rochus geweihten Gebäudes geschmückt. Sie zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Der große Saal im Obergeschoss zählt dank seiner makellosen Proportionen und der grandiosen Kassettendecke zu den kostbarsten Räumen in ganz Italien. Kaum minder beeindruckend: die angrenzende Herberge (Sala dell'Albergo) mit Tintorettos 1565 entstandener „Kreuzigung“, die ähnlich wie Michelangelos Sixtinische Kapelle in Rom für Zeitgenossen wie spätere Lernende eine Quelle der Anregung war. Sehr sehenswert sind auch die acht großformatigen Gemälde zum Leben Mariens an den Wänden der etwas düsteren Eingangshalle im Erdgeschoss. | Sommer tgl. 9-17.30, Winter 10-17 Uhr | Anleger: San Tomà

Campo Santa Margherita

Der lang gestreckte Hauptplatz des Bezirks Dorsoduro bietet stimmungsmäßig eine merkwürdige Mischung: Zum einen ist er Venedigs wohl volkstümlichster Campo - mit Fisch- und Obstmarkt, Weinausschank und einem geradezu dörflichen Alltagsleben. Zum anderen liegt er inmitten der in den letzten Jahren entstandenen, höchst quirligen Jugend- und Studentenszene, die zwischen Campo San Pantalon und Rio di San Barnaba in zahlreichen Bars, Pubs und Kleinkunstbühnen die Nacht zum Tag macht.

Die Carmini-Kirche (Mo-Sa 14.30 bis 17.30 Uhr) des Karmeliterordens bildet mit der zugehörigen, von Giambattista Tiepolo ausgeschmückten Scuola Grande dei Carmini (tgl. 10-17 Uhr) den südwestlichen Abschluss des Campo. Hinter ihrer Backsteinfassade, zu Füßen ihres bedrohlich windschiefen Barockcampaniles, harren eine wunderschöne „Anbetung der Hirten“ von Cima da Conegliano (im zweiten Wandaltar) und, im Altar gegenüber, ein hl. Nikolaus von Lorenzo Lotto der andächtigen Bewunderung. | Anleger: San Basilio, Ca' Rezzonico

Collezione Peggy Guggenheim

Ob Kubisten oder Surrealisten, Actionpainter oder Abstrakte - es gibt keine Strömung der klassischen Moderne, die Peggy Guggenheim, reiche Erbin und Kunstenthusiastin, in ihrem Palazzo Venier dei Leoni nicht zusammengetragen hat. Dementsprechend präsentiert sich der flache Bau als ein Mekka der Kunst des 20. Jhs. Unter den Maler- und Bildhauergrößen: René Magritte, Henri Matisse, Joan Miró, Henry Moore, Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, Georges Braque, Paul Klee, Jackson Pollock und viele mehr. Zu den berühmtesten Gemälden gehören Pablo Picassos „Das Bad“, Marcel Duchamps „Junger Mann im Zug“, Giorgio De Chiricos „Roter Turm“ und Max Ernsts „Entkleidung der Braut“. | Mi-Mo 10 bis 18 Uhr | www.guggenheim-venice.it | Anleger: Accademia, Salute

Galleria dell'Accademia

Bellini, Carpaccio, Giorgione, Tintoretto, Tizian und Veronese, Canaletto, Guardi, Longhi, Piazzetta und Tiepolo … Kaum ein prominenter Repräsentant der mehr als 500-jährigen Geschichte der venezianischen Malerei, der in diesem am Südufer des Canal Grande gelegenen Museum nicht vertreten wäre. Kein Wunder, dass diese Gemäldegalerie zu den bedeutendsten der Welt zählt. Lassen Sie sich von den Besucherschlangen, die sich gelegentlich vor der neoklassizistischen Fassade bilden, nicht abschrecken: Was die Geduldigen in den zwei Dutzend Sälen des geräumigen, aus der ehemaligen Kirche, dem Kloster und der Scuola della Carità gebildeten Gebäudekomplexes erwartet, lohnt längeres Warten allemal. Die Reservierung einer Karte mit Besichtigungstermin (Tel. 0415200345) kostet zwar 1 Euro extra, erspart Ihnen jedoch mögliche lange Wartezeiten.

1817 wurde die Accademia mit dem Ziel gegründet, die durch die Säkularisierung vieler Kirchen und Klöster in alle Himmelsrichtungen verstreuten Schätze wieder unter einem Dach zu vereinen. Außerdem sollte den örtlichen Kunststudenten möglichst umfassendes Anschauungsmaterial geboten werden. Dank privater Schenkungen, Rückerstattungen und Neuerwerbungen ist der Bestand seither massiv gewachsen. Das Resultat: Nirgendwo sonst auf der Welt bekommt man den Werdegang der Malkunst in der Lagunenstadt so lückenlos vor Augen geführt.

Aus den über 800 Meisterwerken seien folgende auf Grund ihrer herausragenden Bedeutung hervorgehoben: mehrere Madonnen Giovanni Bellinis, Gentile Bellinis „Wunder der Kreuzreliquie“, Vittore Carpaccios Bilderzyklus zur „Ursula-Legende“, Giorgiones „Gewitter“ und „Die Alte“, diverse alttestamentarische Szenen und Heiligenporträts von Tintoretto und Paolo Veronese, Alltagsszenen von Pietro Longhi, Landschafts- und Stadtansichten von Canaletto und Francesco Guardi. Und schließlich Tiziano Vecellio alias Tizian: Der Gigant unter den Großmeistern der Renaissance ist u.a. mit einem wunderbaren „Johannes der Täufer“, seinem letzten Werk, der Pietà, und mit dem „Tempelgang Mariae“ vertreten, der sich als einziges von Tizians Bildern noch an jenem Platz befindet, für den es geschaffen wurde. | Di-So 8.15-19.15, Mo 8.15-14 Uhr, Kombikarte mit Galleria Franchetti/Ca' d'Oro und Museo di Arte Orientale | www.gallerieaccademia.org | Anleger: Accademia

Giudecca

Eigentlich besteht diese der Altstadt südlich vorgelagerte Insel aus acht miteinander verbundenen Eilanden. Im Mittelalter lebten hier die aus der Stadt verbannten giudei, die Juden (daher vermutlich der Name). Später bauten reiche Venezianer hier ihre Sommervillen, im 19. Jh. schließlich ließen sich Gewerbe und Industrie nieder. Heute besucht man den verwaltungstechnisch zu Dorsoduro zählenden Stadtteil vor allem der beiden Palladio-Kirchen Redentore und Zitelle wegen. Betuchte Reisende logieren in der Fünf-Sterne-Herberge Cipriani an der Ostspitze. Die 2003 teilweise niedergebrannte ehemalige Kornmühle Mulino Stucky im Westen feierte 2007 als luxuriöses Hilton-Hotel Wiederauferstehung. Siehe auch Kapitel „Stadtspaziergänge“. | Anleger: Zitelle, Redentore, Palanca

Palazzo Zenobio

In dem gegen Ende des 17. Jhs. erbauten Palast unterhalten seit über 150 Jahren armenische Mönche ein Internat. Nach Voranmeldung (Tel. 0415228770), mitunter auch bei spontanen Besuchen, darf man ihren großen Schatz, einen verschwenderisch dekorierten Ballsaal, besichtigen. | Anleger: San Basilio

Ponte dell'Accademia

Eigentlich war diese Holzbrücke, als man 1932 durch sie eine für den vaporetto-Verkehr mittlerweile viel zu niedrige Vorgängerin über den Canal Grande ersetzte, nur als Provisorium gedacht. Doch wie das mit Übergangslösungen oft so ist: Die Venezianer haben sich an das Vorläufige längst gewöhnt, ja möchten es wohl nicht mehr missen und genießen gemeinsam mit den zugereisten Stadtflaneuren den wunderbaren Blick von der Brücke kanalabwärts bis zur Salute-Kirche und in die Gegenrichtung bis zum Palazzo Balbi an der Mündung des Rio Foscari. | Anleger: Accademia

San Pantalon

Hinter der ziemlich schlichten, um nicht zu sagen nackten Fassade wartet eine wenig bekannte Sensation: ein gigantisches, aus 40 Leinwandelementen zusammengesetztes Deckenbild, das dem Betrachter im doppelten Sinn den Kopf verdreht. Gian Antonio Fumiani hieß der Mann, der das barocke Kolossalwerk Ende des 17. Jhs. in 24-jähriger (!) Arbeit schuf. | Mo-Sa 15-18 Uhr | Anleger: San Tomà

San Sebastiano

Wer die heiter-üppigen Bilder Paolo Veroneses und deren leuchtende Farben liebt, dessen Herz wird hier höher schlagen. Denn die auf den ersten Blick recht schlichte Kirche birgt das künstlerische Vermächtnis des Malgenies. Sämtliche Deckenbilder wie auch die Wandmalereien und das Hochaltarblatt stammen von ihm, der unter der Orgel selbst seine letzte Ruhestatt fand. | Mo-Sa 10-17 Uhr | Anleger: San Basilio

Burano

Das für seine fein geklöppelten Spitzen (merletti) berühmte Inselchen wirkt mit seinen winzigen, bunt getünchten Häusern, den Kanälchen und Brückchen wie eine Spielzeugversion Venedigs. Beachtenswert: die Kirche San Martino mit dem „Kalvarienberg“ des jungen Giambattista Tiepolo. Zu empfehlen ist der Besuch einer der Klöppelspitzenschulen bzw. des Museo del Merletto (Sommer Mi-Mo 10-17, Winter 10-16 Uhr). | Anleger: Burano

Cimitero di San Michele

Auf halbem Weg nach Murano harrt Venedigs Friedhofsinsel elegisch gestimmter Besucher. Hinter ihrer Backsteinmauer ruhen zwischen Zypressen neben Tausenden namenlosen Venezianern u.a. der Komponist Igor Strawinsky, der Dichter Ezra Pound und der große russische Tänzer Sergej Diaghilew. | Tgl. 7.30-18 (Winter bis 16) Uhr | Anleger: Cimitero

Murano

Berühmt ist der aus fünf Inseln bestehende, seit rund 1400 Jahren besiedelte Ort (heute knapp 7000 Ew.) wegen seiner Glasindustrie. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb der Besuch in einem der Ateliers sowie im Museo dell'Arte Vetraria (Sommer Do bis Di 10-18, Winter 10-17 Uhr | Anleger: Museo). Anhand von mehr als 4000 Objekten dokumentiert dieses Museum im Palazzo Giustinian die 1000-jährige Geschichte der Glasbläserei auf Murano. Sogar Glas aus römischer Zeit findet sich unter den Exponaten. Für Kunstfreunde interessant ist die romanische ehemalige Kathedrale Santi Maria e Donato. | Verschiedene Anleger

San Lazzaro degli Armeni

Das unweit des Lido gelegene Eiland diente jahrhundertelang als Leprastation. Im 18. Jh. bekamen es Mönche des armenischen Mechitharistenordens zu treuen Händen. Deren Kloster Monastero Mekhitarista, das ein kleines Museum, eine Bildergalerie und eine kostbare Bibliothek besitzt, ist die einzige, aber sehr sehenswerte Attraktion der Insel. | Führungen tgl. 15.25 bis 16.35 Uhr | Anleger: San Lazzaro

Torcello

Hier, inmitten der Lagunensümpfe rund 40 vaporetto-Minuten nordöstlich der Altstadt, stand eine Wiege Venedigs: Im Frühmittelalter lebten hier mehr als 20 000 Menschen, sogar ein Bischof hatte auf Torcello seinen Sitz. Heute ist die Insel weitgehend verlassen, ein Ausflugsziel für Melancholiker - und für Kunstfreunde! Denn die über 1000 Jahre alte Kathedrale Santa Maria Assunta (tgl. 10.30-18, Winter bis 17 Uhr) besitzt großartige byzantinische Mosaiken, das Museo dell'Estuario (Di bis So 10.30-17, Winter bis 16.30 Uhr) Kostbarkeiten aus Torcellos Blütezeit und der römischen Antike. Ein Anlaufpunkt für Gourmets: die Locanda Cipriani (Mo-Abend und Di geschl. | Tel. 041730150 | €€€) am Ende des Hauptkanals. | Anleger: Torcello