Reisetipps Masurische Seen

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Wasserwandern auf der krutynia

Auch wenn die Kajakwanderstrecke auf dem kleinen Fluss Krutynia sehr beliebt ist, müssen Sie selbst in der Sommersaison nicht befürchten, ständig im Kajakstau zu stehen. Entlang der rund 100 km langen Strecke, die auch ohne große Erfahrung gut in acht bis zehn Tagen zu bewältigen ist, exstiert eine gute Infrastruktur - Bootsanleger mit Zeltmöglichkeiten, Imbissbetriebe und dergleichen. Die hier vorgeschlagene Strecke ist für neun Tage auf dem Wasser berechnet und kann durch „Landtage“ verlängert oder durch die Zusammenlegung von Etappen verkürzt werden.

Die Strecke beginnt in Sorkwity (Sorquitten). Hier können Sie sich in der am Ufer des Lampacki-Sees gelegenen Unterkunft der Touristikorganisation PTTK ein Kanu ausleihen und sich dann auf die 16 km lange erste Etappe begeben. Zunächst einmal geht es in südöstlicher Richtung bis zur Mitte des Sees, wo Sie sich in Ufernähe halten sollten, um nicht die kleine Wasserenge zu übersehen, die den Durchgang zum Lampasz-See bildet. An dessen Ende folgen Sie links dem Verlauf des Sobiepanka-Flusses. Wenn der Wasserspiegel niedrig ist, müssen Sie Ihr Kanu hier umtragen. Andernfalls gleiten Sie mit der Strömung in den Kujno-See, steuern dort in Richtung Südosten und erreichen den Fluss Grabienka, der wiederum in den 3,5 km langen Dłużec-See führt. Nun haben Sie die erste Tagesetappe schon fast bewältigt. Ein kleiner Durchgang verbindet den Dłużec-See mit dem Jezioro Białe (Weißer See), wo Sie am rechten Seeufer bereits nach den Spitzdächern der PTTK-Station Bieńki Ausschau halten können, wo Sie übernachten.

Am zweiten Tag können Sie sich Zeit lassen - die Etappe ist nur 10 km lang. Am rechten Ufer des Sees folgen Sie dem Dąbrówka-Fluss 1,5 km lang, bis er in den Gant-See mündet. Am anderen Ende des schmalen Waldsees entspringt der Fluss Babięcka Struga, an dessen Ufer sich auf beiden Seiten das Dorf Babięta erstreckt. Für Sie ist allerdings bereits 500 m vor dem Dorf Schluss für heute: Mit der PTTK-Station Babięta haben Sie das Tagesziel erreicht.

Die 13,5 km lange Etappe des dritten Tages folgt zunächst weiter dem Lauf des Babięcka Struga. Über den Mühldamm müssen Sie Ihr Kanu wieder tragen, dann geht es mit der Strömung in den nördlichen Teil des Großen Zyzdrój-Sees, der sich über 6 km erstreckt und in den Kleinen Zyzdrój-See übergeht. An dessen südlichem Ende gelangen Sie über eine kleine Bucht zu einer Schleuse, die aber nicht mehr in Betrieb ist - Sie müssen Ihr Kanu etwa 100 m weit umtragen, ehe Sie es auf der rechten Seite der Schleuse im Fluss Spychowska Struga wieder einsetzen können. Nach 2,5 km erreichen Sie am linken Ufer die PTTK-Station Spychowo.

Am vierten Paddeltag (11,5 km) geht es zunächst ein kurzes Stück durch den Spychowski-See. Halten Sie sich konsequent links, dann können Sie den Zufluss des Spychowska Struga nicht übersehen. Dem Flusslauf folgend, erreichen Sie nach 5 km den Zdrużno-See, in dem Sie sich rechts halten müssen. Über eine Bucht am östlichen Seeufer gelangen Sie in den Ublik-See, der zu den schönsten auf dieser Strecke gehört. Am nördlichen Seeufer müssen Sie sich erneut rechts halten, um nicht die Wasserenge zu verpassen, die den Ublik-See mit dem Mokre-See verbindet. In nordöstlicher Richtung befindet sich dort nach 1 km die PTTK-Station von Zgon.

Durch den Mokre-See beginnen Sie Ihren fünften Tag im Kanu mit einer 12,5 km langen Tagesstrecke. Mit seinen zahlreichen kleinen Inseln ist der See ein Refugium für viele Vögel. Halten Sie sich in Sichtweite des rechten Ufers. Etwa 1 km vor dem nördlichen Ende des Sees befindet sich eine Bucht, die an einer Sperre endet - hier müssen Sie das Kanu mal wieder umtragen, allerdings nur 20 m weit. Dann haben Sie das Südufer des mitten im Wald gelegenen Krutyński-Sees vor sich. Am östlichen Ende des schmalen Sees erreichen Sie den Fluss Krutynia, auf dem Sie heute aber nur 2 km zurücklegen. Am linken Ufer sehen Sie dann nämlich schon das Dorf Krutyń (Krutinnen,.

Krutynia pur heißt es auf 13,5 km am sechsten Tag der Kajakwanderung. Lediglich ein Mühldamm stoppt bei Krutyński Piecek die Paddelei, und Sie müssen das Boot etwa 100 m weit tragen. Einen Zwischenstopp sollten Sie in Wojnowo (Eckertsdorf) einlegen. Danach kann es weitergehen bis zur PTTK-Station hinter Ukta.

Eine 6 km lange Kanustrecke folgt am siebten Tag weiter dem Lauf der Krutynia. Ziel dieser kurzen Tagesetappe ist die nächste PTTK-Station bei Nowy Most.

Nach 4 km heißt es am achten Tag, Abschied von der Krutynia zu nehmen. Der Fluss mündet in den Gardyńskie-See, in dem Sie sich scharf rechts halten müssen, um nicht den Zufluss in den Malinówko-See zu verpassen. Gleich an den Malinówko-See schließt sich der Jerzewko-See an, von dem Sie über den Fluss Iznota in den wunderschönen Jezioro Bełdany (Beldahnsee) paddeln. Halten Sie Kurs aufs rechte Ufer, dann gelangen Sie nach insgesamt 9,5 km an die PTTK-Station von Kamień.

Den größten Teil der 12,5 km langen letzten Etappe verbringen Sie auf dem Beldahnsee. Kurz vor dessen südlichem Ende halten Sie sich links, bis Sie zur Schleuse von Guzianka kommen. Im Kleinen Guzianka-See angelangt, orientieren Sie sich rechts, damit Sie nicht die Wasserenge versäumen, die in den Großen Guzianka-See führt. Bleiben Sie weiter in der Nähe des rechten Ufers, bis Sie den Bootsanleger der Ausflugsboote von Ruciane-Nida (Niedersee) sehen und 200 m weiter den Kanal erreichen, der den Großen Guzianka-See mit dem Jezioro Nidzkie, dem Niedersee verbindet. Immer am rechten Ufer des Niedersees entlang kommen Sie zu einer engen Bucht, an der der Schlusspunkt der Wanderung, die PTTK-Station von Ruciane-Nida, liegt.

Wanderung im Masurischen Landschaftspark

Mikołajki ist nicht nur ein Ort für Wassersportler. Der Mazurski Park Krajobrazowy, der Masurische Landschaftspark, lockt zum Wandern: So führt ein 10 km langer Rundwanderweg von Mikołajki zum Vogelparadies am Jezioro ŀuknajno, dem Lucknainer See, der von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Dauer: zwei Stunden. Fernglas mitnehmen.

Das 7 km² große Reservat, zu dem Menschen keinen Zutritt haben, steht unter strengem Schutz. Aber von einer Aussichtsplattform aus können Vogelfreunde Höckerschwäne, Blesshühner und sogar Rohrdommeln und Kraniche beobachten. Auch Luchse und Waschbären haben sich im Reservat angesiedelt. Der Weg zu diesem Schutzgebiet beginnt in Mikołajki passenderweise in der ul. ŀabędzia, der Schwanenstraße. Dort wird Ihnen auch klar, warum die Straße so heißt, denn der Lucknainer See beherbergt im Reservat ŀuknajno die größte Ansiedlung von Höckerschwänen in Polen - rund 1000 Schwanenpaare haben den See zu ihrer Heimat erkoren. Kurz vor ŀuknajno kommen Sie an eine schmale Stelle zwischen dem Lucknainer See und dem Spirdingsee. Rechter Hand liegt das Vogelreservat Czapliniec, das Sie ebenfalls besuchen können. Der Weg zum Reservat ŀuknajno zweigt jedoch links Richtung Norden ab. An der ornithologischen Forschungsstation können Sie vom Aussichtsturm mit einem Fernglas die gefiederten Bewohner des Reservats in Augenschein nehmen. Anschließend geht es über Feldwege vorbei am Forsthaus Leśny Dwór nach Wożnice (ausgeschildert) und von dort über ein Stück Landstraße zurück nach Mikołajki.

Radtour rund um mikołajki

Ehrgeizige Radler probieren den 62 km langen Radwanderweg aus, der von Mikołajki (Nikolaiken) über Popielno, Galindia und Iznota wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Mit zum Programm gehört eine kurze „Seefahrt“ mit der Fähre, und wer will unternimmt noch eine Wanderung durch die Johannisburger Heide. Die Fähre über den Beldahnsee verkehrt täglich zwischen 7 und 17 Uhr. Proviant nicht vergessen. Tages- oder Zweitagestour (mit Übernachtung im Zelt oder in Galindia).

Von Mikołajki geht es zunächst zum Fähranleger des Beldahnsees (Fähre alle 45 Minuten). Auf der anderen Seite des Sees führt die Strecke zunächst in das malerische Örtchen Popielno auf der Halbinsel zwischen dem Spirdingsee und dem Beldahnsee. In Popielno ist in einem Speicher ein kleines naturkundliches Museum untergebracht.

Von Popielno aus lässt sich die Johannisburger Heide erkunden: An der Forschungsstation beginnen zwei Rundwanderwege von 6 km (blaue Markierung) und 10 km (rote Markierung) Länge durch den Wald, vorbei an Sümpfen und Moorseen. Und mit ein bisschen Glück sehen Sie sogar die in freier Wildbahn lebenden Tarpane, urtümliche Wildpferde, die in Popielno rückgezüchtet werden.

Der Radwanderweg führt nun von Popielno weiter in Richtung Ruciane-Nida mitten durch eines der schönsten Areale der Johannisburger Heide zwischen dem Beldahnsee (Jezioro Beldany) und dem Warnoldsee (Jezioro Warnołty). Sie können auf der Asphaltstraße über Wejsuny weiterradeln oder nahezu parallel dazu auf der unbefestigten Strecke am Forsthaus Kończewo vorbei ebenfalls in südliche Richtung, kurz vor Ruciane-Nida treffen beide Routen wieder zusammen. Dort biegen Sie nun hinter der Schleuse Guzianka rechts ab und gelangen über Wygryny und Iznota nach Galindia, Ihr mögliches Etappenziel. Von dort führt ein Weg immer nah am Ufer des Beldahnsees entlang wieder zum Fähranleger und wieder zurück nach Mikołajki.

Wanderungen in der Puszcza Piska

Wanderfreunde können von Pisz aus auf unterschiedlich langen und markierten Wegen die Puszcza Piska, die Johannisburger Heide erkunden. Das 1000 km² große Waldgebiet weckt bei Einheimischen und Besuchern Sammlertriebe - Heidelbeeren, Walderdbeeren und Pilze machen die Heide zur reich bestückten Vorratskammer. Zweistündiger Spaziergang bis Karwik, zwei bis drei Tage bis Wejsuny. Camping ist möglich (Zelt und Verpflegung mitnehmen).

Es lohnt sich nicht nur zur Beerenzeit oder wenn im Herbst die Pilze sprießen, bei einer Wanderung ein bisschen genauer hinzusehen. Etwa ein Dutzend Orchideenarten sind in der Heide heimisch, Rehe, Wildschweine und Rothirsche können vor allem in den frühen Abendstunden Ihren Weg kreuzen. Und mit viel Glück sehen Sie sogar einen der seltenen Seeadler oder Schwarzstörche, die nicht so häufig wie ihre weißen Vettern in Masuren nisten.

Ein mit roter Markierung ausgezeichneter Weg führt entlang des Jegliński-Kanals zur 9,5 km entfernten Schleuse von Karwik. Der 1845 erbaute Kanal verbindet den Rosch-See (Jezioro Roś) mit dem Sexter See (Jezioro Seksty). Die Schleuse, ein interessantes Denkmal zur Industriegeschichte mitten in dieser ländlichen Region, gleicht den Höhenunterschied von 1 m zwischen beiden Seen aus. Im Dorf Karwik selbst gibt es Reitmöglichkeiten und Kutschfahrten durch die Heide.

Wenn Ihnen diese Wanderung zu kurz ist, können Sie der rot markierten Strecke noch weiter folgen - zunächst bis nach Niedźwiedzi Róg am südlichen Ufer des Jezioro Śniardwy (Spirdingsee), und dann westlich weiter zum Naturreservat Jezioro Warnołty und nach Wejsuny. Schlappmachen gilt aber nicht: Entlang dieser 30 km langen Strecke können Sie nämlich nur im mitgeführten Zelt an den Campingabschnitten der Seen übernachten.