Reisetipps Kalifornien

Ausflüge & Touren Kalifornien

Der Raue Norden: ein Paradies für Abenteurer

Von San Francisco aus in die Welt des Weins, der Redwoods, Vulkane, Goldgräber und in den Yosemite National Park. Dauer: acht Tage, ca. 1800 km (1100 Meilen).

Von San Francisco aus führt nur ein Weg nach Norden: der über die berühmte Golden Gate Bridge. Weiter nördlich, jenseits der San Pablo Bay, erreichen Sie über den Hwy. 37 den Hwy. 29. Er zieht sich durch das bedeutendste Weintal der Vereinigten Staaten - Napa Valley, Symbol und Zentrum des Spitzenweinanbaus in Kalifornien. Etliche der besten Winzer säumen die Straße, darunter - noch vor Yountville - die Weingüter Trefethen (Chardonnay) und Domaine Chandon (Rosésekt), Robert Mondavi bei Rutherford, Freemark Abbey und Clos Pegase hinter St. Helena.

In Calistoga, einem Kurbad mit heißen Quellen, das 1859 gegründet wurde, geht es weiter bis nach Geyserville und über den Hwy. 128 zur Pazifikküste und ins Künstlerstädtchen Mendocino, in dem noch viele der Holzhäuser aus dem 19. Jh. erhalten sind und das die Kulisse für den James-Dean-Film „Jenseits von Eden“ bot. In Fort Bragg lohnt sich ein Ausflug mit dem Skunk Train durch die Redwoodwälder nach Willits. Kurze Zeit später zwingt die Undurchdringlichkeit der Berge der Lost Coast den Hwy. 1 zurück auf den Hwy. 101 und führt hinter Garberville zur Avenue of the Giants, die zusammen mit den riesigen Bäumen des Humboldt Redwoods State Park ein gigantisches Naturschauspiel bietet.

Bei Rio Dell lohnt noch ein Abstecher in das viktorianische Städchen Ferndale, dann geht es auf den Hwys. 36, 3, 299 und I-5 landeinwärts zur nächsten grandiosen Naturattraktion: dem schneebedeckten, 4317m hohen Vulkangipfel des Mount Shasta mit dem Örtchen Shasta zu seinen Füßen. Die Urlandschaft von Nordkalifornien lässt sich am besten mit einem Hausboot auf dem Lake Shasta erkunden.

Welche Gewalt die Erde entfalten kann, erleben Sie, wenn Sie über Redding und den Hwy. 44 den Lassen Volcanic National Park ansteuern. Hunderte von Quadratkilometer vulkanisches Gebiet durchziehen den Park, bizarres Gestein, umgeben von brodelnden Thermal- und Schwefelquellen, erinnert daran, dass unser Planet noch immer nicht zur Ruhe gekommen ist.

Ganz anders verhält es sich mit dem Rausch jener, die 1848 und 1849 in den Bergen nach Gold und Silber suchten. Ihre Spuren sind beinahe verwischt. Nur südlich des National Parks findet sich die eine oder andere Hinterlassenschaft des Gold Country. Insbesondere entlang des Hwy. 49, der über die pittoreske alten Minenstadt Nevada City nach Grass Valley führt. Sehenswert: die Empire Mine, die im Lauf von 100 Jahren Bergbau ca. 5,8 Mio. Unzen Gold produzierte.

In Coloma erinnert der Marshall Gold Discovery State Historik Park an die historische Episode. Angel's Camp, der Columbia State Historic Park, Sonora und das sehr authentisch gebliebene Wildweststädtchen Jamestown bieten weitere Reminiszenzen an das einstige Goldabenteuer.

Nach Jamestown biegen Sie ostwärts auf den Hwy. 120 ab und erreichen so den Yosemite National Park, das landschaftliche Juwel in der High Sierra, das 1890 unter Naturschutz gestellt wurde. Der Park mit seinen fast senkrecht emporragenden Felswänden, Wasserfällen und Granitfelsen, die sich majestätisch über die Fichtenwälder erheben, ist der populärste der 58 amerikanischen Nationalparks.

Der Weg aus der Abgeschiedenheit zurück in den großstädtischen Trubel führt durch das flache San Joaquin Valley, dann über den Hwy. 5 nach Norden und schließlich die Interstate 80 wieder nach San Francisco, das Sie diesmal über die Oakland Bay Bridge erreichen.

Highway 1: Traumstrasse der Welt

Immer an der Küste entlang geht es von San Francisco nach Los Angeles. Dauer der Tour: vier Tage, ca. 725 km (450 Meilen).

Vom Flughafen San Francisco aus nehmen Sie den Hwy. 101 nach Südosten, zweigen in Salinas auf den Hwy. 68 ab und fahren in Richtung Monterey, das 1849 als erste Hauptstadt in Kaliforniens Geschichte einging. Sehenswert: das Monterey Bay Aquarium, die spanisch geprägte Altstadt sowie die von alten Konservenfabriken gesäumte Cannery Row (John Steinbecks berühmte „Straße der Ölsardinen“) und Fisherman's Wharf, einst Anlaufstation von Segelschiffen aus aller Welt. Heute birgt der Pier zahlreiche Boutiquen und Restaurants.

In Pacific Grove zweigt der berühmte 17-Mile-Drive von dem Hwy. 68 ab, eine gebührenpflichtige, 27 km lange Straße, die die zypressenbestandene Halbinsel Monterey umringt und einen atemberaubenden Blick auf den Pazifischen Ozean und seine postkartenschönen Sonnenuntergänge bietet. Am Südende des 17-Mile-Drive sollten Sie sich Carmel ansehen, ein herausgeputztes Städtchen mit ornamentreichen Holzhäusern.

Von dort aus folgen Sie dem Hwy. 1 nach Süden vorbei am Point Lobos und weiter nach Big Sur, berühmt als Künstlerkolonie und Hippietreffpunkt, hoch über der Gischt des Ozeans. Nepenthe, einst das Sommerhaus von Orson Welles und Rita Hayworth, ist heute ein Restaurant und bietet einen herrlichen Blick aufs Meer. Nur etwa 400 m südlich des Lokals erinnert linker Hand hinter Bäumen versteckt die Henry Miller Library (Do-So, im Sommer Mi-Mo 11-18 Uhr | Eintritt frei, Spende erbeten) an den berühmten Schriftsteller. Der frühere Privatsekretär Millers, der Österreicher Emil White, richtete die Gedenkstätte ein, in der heute auch Kunstausstellungen und Lesungen stattfinden.

Der nächste Stopp, Hearst Castle, eine gute Autostunde südlich von Big Sur, gehört in die Abteilung „typisch amerikanisch“. Die Villa des Zeitungsverlegers William Randolph Hearst mit ihren 100 Räumen im Haupthaus und dem säulenumsäumten Swimmingpool war in den 1940er-Jahren Schauplatz wilder Hollywoodpartys.

Am Morro Rock nahe San Luis Obispo, 32 km weiter südlich, ist davon nichts mehr zu spüren. Der höchste der schwarzen vulkanischen Felsen, die im Schutz der Morro Bay die Küste markieren, wird Sie daran erinnern, wie sehr das Gesicht Kaliforniens von der Natur geprägt ist.

Das gilt auch für die Hügellandschaft landeinwärts rund um das Universitätsstädtchen San Luis Obispo. Unmittelbar südlich von San Luis Obispo sind im Edna Valley (Hwy. 227) mehrere weniger bekannte, aber recht anspruchsvolle Weingüter zu besichtigen, etwa Tolosa Winery, Edna Valley Vineyard oder Laetitia Winery.

Der Hwy. 1 führt weiter nach Santa Barbara, einer attraktiven Küstenstadt am Fuß der Santa Ynez Mountains. Die lehmfarbenen Häuser mit ihren traditionell roten Dachziegeln sind ein Erbe der spanischen Kolonialherren. Vorbei an Stränden wie Leo Carillo State Beach und Point Dume Beach, Treffpunkte der Surfer aus Los Angeles, führt der Hwy. 1 nach Malibu, wo sich die Hollywoodstars direkt am Strand niedergelassen haben, und weiter in die Küstenvororte von Los Angeles: Santa Monica und Venice Beach.

Vorne Surf, hinten Sand: der heisse Süden

Dieser Weg führt von Los Angeles nach San Diego und durch die Wüste von Coachella Valley. Dauer: fünf Tage, ca. 925 km (575 Meilen).

Wenn Sie aus dem Dickicht der Autobahnen von Los Angeles herausgefunden haben, steuern Sie über die Interstate 5, den Santa Ana Freeway, zunächst Disneyland an. Danach geht es auf der Interstate 5 weiter nach Süden und von Santa Ana über den Hwy. 55 Richtung Westen bis nach Newport Beach. Dort liegen im Yachthafen bis zu 10000 Boote vertäut vor Anker. Balboa ist eine der acht vorgelagerten Inseln und Ausgangspunkt für Ausflüge nach Santa Catalina Island, einst Domizil des Kaugummimillionärs William Wrigley. Der Hwy. 1, der Pacific Coast Highway, führt weiter nach Laguna Beach, früher Künstlerkolonie, das eine anregende Mischung aus Galerien, Restaurants und Boutiquen besitzt.

Weiter auf dem Hwy. 1 folgen Sie dann der Küste bis Dana Point, wo die Del Obispo Street landeinwärts nach San Juan Capistrano abzweigt. Unbedingt sehenswert: die bereits 1776 gegründete Mission. Von hier bringt Sie dann die I-5 weiter nach Süden. Es lohnt sich noch für das letzte Stück Fahrt vor San Diego bei Carlsbad abzubiegen und entlang der Küste weiterzufahren: Elegante Villen und lange Strände reihen sich hier am Hwy. 1 bis La Jolla, den schicken Strandvorort von San Diego. Neben dem Stadtzentrum mit dem Shoppingcenter Horton Plaza, dem Gaslamp Quarter und dem Vergnügungsviertel Balboa Park bietet die Metropole einen der schönsten Zoos der Welt, unter anderem mit einem Paar der seltenen Pandabären.

Richtung Binnenland verlassen Sie San Diego auf der Interstate 8, um zunächst auf dem Hwy. 79 nach Norden und dann auf dem Hwy. 78 nach Osten den Anza Borrego Desert State Park zu durchfahren. Dessen karge Kakteenlandschaft blüht im März in den Farben zahlloser Wildblumen dramatisch auf. Auf dem Hwy. 86 lassen sich weiter nördlich Salton Sea, ein künstlicher See, dessen Wasser salziger ist als das des Pazifiks und das Coachella Valley erkunden, ein sonniges Wüstental mit großen Dattelpalmen, in dem sich auf weniger als 50 km² an die 90 Golfplätze befinden. Indian Wells, Palm Desert, Rancho Mirage und Palm Springs bilden die attraktiven Oasen für Kaliforniens wohlhabende Bevölkerung, die hier wegen des trockenen, warmen Klimas überwintert.

Auf keinen Fall sollten Sie Living Desert versäumen, ein Natur- und Tierpark, der das Wüstenleben anschaulich erklärt. Ebenso wenig in Palm Springs die Aussicht von San Jacinto, per Seilbahn mit rotierenden Gondeln in 20 Minuten zu erreichen, von der aus Sie an klaren Tagen mehr als 100 km weit blicken können. Den Kontrast zum Naturprogramm bildet in der Stadt die zum Flanieren sehr nette Shoppingmeile Palm Canyon Drive.

Via Interstate 10 fahren Sie Richtung Osten bis zur Cottonwood Springs Road, folgen dieser weiter nach Norden und erreichen so die Wüste und den Südeingang des Joshua Tree National Park. Am Ocotillo Patch und dem Cholla Cactus Garden vorbei folgen Sie dann der Queen Valley Road durch den westlichen Teil des Parks, in dem die über 12 m hohen Yuccapflanzen, denen der Park seinen Namen verdankt, wachsen.

Die Quail Springs Road führt aus dem 2400 km² großen Parkgelände heraus. Von Keys View ergibt sich noch einmal ein weiter Blick über das Coachella Valley bis hin zu den San Jacinto Mountains. Hwy. 62 und Interstate 10 bringen Sie, vorbei an einer der größten Outlet Shopping Malls von ganz Amerika (in Cabazon), auf schnellstem Weg wieder zurück in die Zivilisation - direkt ins Zentrum von Los Angeles.