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Die derzeitige Nummer eins der Album-Charts wurde auf den Index gesetzt, weil sie zu ungeschütztem Sex aufrufe. Die Band Rammstein fühlt sich in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt.

rammstein  Grossbild

"Ich stecke meine Bratwurst in dein Sauerkraut": Zuerst wurde das Video, das die Bandmitglieder beim Geschlechtsverkehr zeigt, nicht gespielt - nun wird das ganze Album verboten. (Foto: Universal Music )

Die Band Rammstein ist "bestürzt“ über das Verbot ihres Nummer-eins-Albums "Liebe ist für alle da“. "Auf dem Album ist nichts Missverständlicheres als auf anderen Rammstein-Platten", sagte Keyboarder Christian "Flake" Lorenz, 42, der Bild am Sonntag. Daher frage sich die Band: "Warum jetzt und warum dieses?" Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte das neue Rammstein-Album auf den Index gesetzt.

Lorenz sagte, er wolle nicht glauben, dass in dem Gremium "ein solch kleinbürgerliches Kunstverständnis herrscht - vermutlich hat einer der Prüfer eine Tochter, die ihn mit Rammstein auf voller Lautstärke ärgert“. Mit Blick auf den Text des umstrittenen Songs "Ich tu dir weh“ sagte der Keyboarder, diesen werde seiner Ansicht nach niemand als Aufruf sehen, "in den Baumarkt zu gehen, Stacheldraht zu kaufen und eine Frau zu quälen“. Die Musik der Band richtig einzuordnen, "sollte man eigentlich jedem Menschen mit einem Minimum an Verstand und Reflexionsvermögen zutrauen“, fügte er hinzu.

Minimum an Verstand

Am Freitag wurde bekannt, dass die derzeitige Nummer eins der deutschen Album-Charts von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt wurde. Von Mitte der Woche an darf die neue Rammstein-CD nicht mehr an Minderjährige verkauft und auch nicht frei zugänglich ausgestellt oder beworben werden. Zur Begründung hieß es, die Band animiere auf dem Album zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr und verbreite gefährdende Sadomaso-Praktiken.

Bandmitglied Lorenz, einst Mitglied der DDR-Punkband Feeling B, konterte: "Wenn Meinungsfreiheit in der BRD bedeutet, dass Nazis unbehelligt ’Ausländer raus’ brüllen dürfen, unsere Platte hingegen aus dem Verkehr gezogen wird, sind wir nicht viel weitergekommen.“

(sueddeutsche.de/afp/rus)

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Leserkommentare (120)



13.11.2009 13:42:45

Miro1979: Das ist der Witz des Jahres!

Soviel zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland. Hätte nicht gedacht, das ein Rockband in Deutschland nochmal so hart auf dem Prüfstand gestellt wird. Zumal es im Genre des Hip Hop in den letzten Jahren noch weitaus heftiger zur Sache ging, als wie es bei Rammstein lief bzw läuft. Will da nur mal so Pappnasen wie Bushido oder Sido hervorheben, die es in den letzten Jahren besser geschaft haben, der Jugend falsche Lebensmoralitäten durch ihre Musik einzuflössen. Steht es nicht jedem selbst frei, solche Texte, wie Rammstein sie schreibt, auf eigene Art und Weise zu interpretieren? Sie sind zumindest nicht so eindeutig, wie die Texte eines Bushidos (man sollte sich dazu mal die Lyrics zu den Songs "Gangbang" oder "F... Rap" googeln). Das ist für mich die grösste Schweinerei!!! Ich finde es nicht frech, das dieses Rammstein-Album auf dem Index steht, wobei man ja noch anmerken muss, das Frau von der Leyen damit nochmal so richtig die Werbetrommel für Rammstein gedreht hat und damit die Verkaufszahlen des Albums, nochmal ein paar Tage vor Vollzug des Urteils unfreiwillig in die Höhe getrieben hat. Ich finde es frech, das es in diesem Bezug keine Gleichberechtigung gegeben hat und ein Bushido mit seiner Musik weitere unmoralische Botschaften an die Jugend schicken darf. Wo ist da denn bitte der Unterschied? Zumal es sich dabei, wie bereits erwähnt, um eindeutigere Botschaften handelt! Aber naja, so scheint das hier wohl in Deutschland zu sein, das man sich mit oberflächlichen Urteilen über eine Band wie Rammstein, auf die man sich hier zu Lande besonders eingeschossen hat, die zeit vertreibt. Ein kleiner Tip: Musik hören, selbst Interpretieren, dann Urteilen! Schönen Tag noch!


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